In der heutigen Folge habt ihr erwähnt, dass bei manchen Kleinwagen der DC-Lader eine aufpreispflichtige Zusatzoption ist, die man für ein reines Stadtauto nicht unbedingt braucht.
Im Prinzip ist das korrekt: Selbst mit einer eher kleinen Batterie kann man typische tägliche Pendelstrecken problemlos bewältigen und in Städten wie Dörfern finden sich ausreichend viele Typ2-AC-Ladestationen mit typischerweise 11kW oder (falls vom Auto unterstützt) 22kW, sowie auch die heimische 11kW-Wallbox sofern vorhanden.
Nun ist es aber doch so, dass man auch mit einem Stadtauto gelegentlich mal eine längere Strecke fahren muss. Und dann sieht die Praxis leider deutlich schwieriger aus als im Podcast suggeriert wurde:
Entlang vieler Autobahn-Strecken ist die Versorgung mit DC-Ladern mittlerweile zwar sehr gut, aber AC-Lader gibt es nur wenige. Man hat sogar den Eindruck, dass es immer weniger werden, möglicherweise weil defekte Geräte eher abgebaut statt repariert werden. Manch AC-Lader taucht noch in diversen Apps und Verzeichnissen auf, aber existiert in der Realität gar nicht mehr (am besten immer in der App des unmittelbaren Betreibers prüfen!).
Das Hauptproblem ist aber, dass es sehr oft nur genau einen** AC-Ladepunkt** (typischerweise ein alter Triple-Charger Typ2/Chademo/CCS mit 50kW) pro Rasthof gibt. Das bedeutet, man braucht immer eine gewisse Restreichweite für den Fall, dass dieser eine Ladepunkt besetzt oder kaputt ist und man den nächsten passenden Rasthof oder einen Ladepunkt im Hinterland noch sicher erreichen können muss. Diese erforderliche Reichweitenreserve reduziert die in der Praxis nutzbare Reichweite - gerade bei kleinen Batterien älterer Autos besonders ärgerlich.
Auch mit guten Routenplanern wie „A Better Route Planner“ kann man leider nicht automatisch die Reichweiten-Reserve passend zu verfügbaren Reserve-Ladepunkten in der Nähe planen lassen - hier ist mühsame Handarbeit angesagt, bevor man sich auf den Weg macht.
Wenn der Kleinwagen also auch nur gelegentlich mal eine längere Fahrt machen soll, so braucht er entweder eine schon etwas größere Batterie (die mit 11kW-AC unterwegs zu laden aber sehr lange dauert) oder man muss sehr langsam fahren (ebenso zeitaufwändig) oder man hat eben ein DC-Ladegerät mit CCS an Bord.
Nur letzteres macht auch die Autobahn-Langstrecke mit einem eigentlichen Kurzstreckenauto zum No-Brainer, d.h. man kann einfach losfahren und unterwegs spontan schauen, wie man halt durchkommt, denn Ladeoptionen gibt es für DC mehr als genug. Selbst ein DC-Ladegerät mit nur geringer Ladeleistung lohnt sich, weil sich die Zahl der Lademöglichkeiten gegenüber Typ2-AC vervielfacht, wodurch man die vorhandene Kapazität gefahrlos viel weiter ausreizen kann.

