Feedback KE014 - Warum man auch im Kleinwagen nicht auf DC-Lader mit CCS-Anschluss verzichten sollte

In der heutigen Folge habt ihr erwähnt, dass bei manchen Kleinwagen der DC-Lader eine aufpreispflichtige Zusatzoption ist, die man für ein reines Stadtauto nicht unbedingt braucht.

Im Prinzip ist das korrekt: Selbst mit einer eher kleinen Batterie kann man typische tägliche Pendelstrecken problemlos bewältigen und in Städten wie Dörfern finden sich ausreichend viele Typ2-AC-Ladestationen mit typischerweise 11kW oder (falls vom Auto unterstützt) 22kW, sowie auch die heimische 11kW-Wallbox sofern vorhanden.

Nun ist es aber doch so, dass man auch mit einem Stadtauto gelegentlich mal eine längere Strecke fahren muss. Und dann sieht die Praxis leider deutlich schwieriger aus als im Podcast suggeriert wurde:

Entlang vieler Autobahn-Strecken ist die Versorgung mit DC-Ladern mittlerweile zwar sehr gut, aber AC-Lader gibt es nur wenige. Man hat sogar den Eindruck, dass es immer weniger werden, möglicherweise weil defekte Geräte eher abgebaut statt repariert werden. Manch AC-Lader taucht noch in diversen Apps und Verzeichnissen auf, aber existiert in der Realität gar nicht mehr (am besten immer in der App des unmittelbaren Betreibers prüfen!).

Das Hauptproblem ist aber, dass es sehr oft nur genau einen** AC-Ladepunkt** (typischerweise ein alter Triple-Charger Typ2/Chademo/CCS mit 50kW) pro Rasthof gibt. Das bedeutet, man braucht immer eine gewisse Restreichweite für den Fall, dass dieser eine Ladepunkt besetzt oder kaputt ist und man den nächsten passenden Rasthof oder einen Ladepunkt im Hinterland noch sicher erreichen können muss. Diese erforderliche Reichweitenreserve reduziert die in der Praxis nutzbare Reichweite - gerade bei kleinen Batterien älterer Autos besonders ärgerlich.

Auch mit guten Routenplanern wie „A Better Route Planner“ kann man leider nicht automatisch die Reichweiten-Reserve passend zu verfügbaren Reserve-Ladepunkten in der Nähe planen lassen - hier ist mühsame Handarbeit angesagt, bevor man sich auf den Weg macht.

Wenn der Kleinwagen also auch nur gelegentlich mal eine längere Fahrt machen soll, so braucht er entweder eine schon etwas größere Batterie (die mit 11kW-AC unterwegs zu laden aber sehr lange dauert) oder man muss sehr langsam fahren (ebenso zeitaufwändig) oder man hat eben ein DC-Ladegerät mit CCS an Bord.

Nur letzteres macht auch die Autobahn-Langstrecke mit einem eigentlichen Kurzstreckenauto zum No-Brainer, d.h. man kann einfach losfahren und unterwegs spontan schauen, wie man halt durchkommt, denn Ladeoptionen gibt es für DC mehr als genug. Selbst ein DC-Ladegerät mit nur geringer Ladeleistung lohnt sich, weil sich die Zahl der Lademöglichkeiten gegenüber Typ2-AC vervielfacht, wodurch man die vorhandene Kapazität gefahrlos viel weiter ausreizen kann.

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Ich stimme zu, dass eine DC-Ladefunktion Flexibilität bringt. Aber entlang praktisch aller Autobahnen gibt es in kurzen Abständen jede Menge AC-Lader, wenn man bereit ist, ein paar Meter von der Autobahn runterzufahren. Das einzige was dagegen spricht, ist die Zeit und die sollte man beim AC-Laden ohnehin dabei haben :wink:

Ich denke, dass reine AC-Autos absolut ihre Berechtigung haben und die Einsatzmöglichkeiten sogar steigen. Batterien werden immer günstiger, d.h. für die Autobauer wird es auch immer attraktiver, lieber ein wenig mehr Reichweite anstatt einen DC-Lader zu verbauen. Das selbe gilt für mich als Nutzer: Ich kann (das richtige Fahrerprofil vorausgesetzt) mit 50km mehr Reichweite deutlich mehr anfangen, als mit einer DC-Ladeoption, die ich nie brauche.

Relevant ist das glaube ich in erster Linie für viele Zweit- und Drittautos und die Kleinwägen, mit denen hier bei uns die ganzen Rentner noch zweimal die Woche zum Einkaufen und zur Wassergymnastik fahren.

AC-Lader abseits von Raststätten sind die erwähnten „Notfall-Reserven“, aber keine wirklich erste Wahl aus verschiedenen Gründen:

  • meist keine Toilette (Discounter, Baumarkt, …)
  • oft nur 11 kW statt bis zu 43 kW
  • Abfahren kostet weitere Kilometer und Zeit. Moderne Ladeparks mit vielen DC-Stalls liegen auch hier deutlich näher an der Autobahn als AC-Bürgermeister-Ladesäulen im nächsten Dorf.

Es relativiert sich natürlich alles an meinen Aussagen je nach konkretem Fahrzeug und dem betrachteten Autobahnabschnitt (also den Abständen der verfügbaren Stationen) - das ist ja klar.

Ich hatte halt gerade kürzlich das Extrembeispiel:

200km Strecke hin und zurück, mit Renault ZOE, d.h. Alltagsreichweite (22kWh Akku) zwar großzügige 130km, auf der Autobahn mit 120 km/h eher die Hälfte, daher bin ich 80-100km/h gefahren und habe es mit langwieriger Planung über zwei solch komplett isoliert stehender 43kW-Lader in akzeptabler Zeit (etwas über 4h pro Richtung) geschafft. An den Endpunkten natürlich auch über Nacht vollgeladen. Bei der geringen zweistelligen Reichweite ist ein 20km-Umweg zu einem 11kW-Lader 10km abseits der Strecke einfach nicht sinnvoll, wenn man mit 43kW laden könnte.

Ja, das ist auch bei uns das Zweitauto (mit dem anderen hätte ich es wohl fast hin und zurück ohne Nachladen geschafft), aber wie gesagt: es gibt immer mal dumme Umstände, so dass man auch das mal für eine Langstrecke nehmen muss.

Ja, mit einem neuwertigen Kleinwagen hat man eher die doppelte Reichweite, aber halt dafür auch nur 1/4 der Ladeleistung. 40kWh mit 11kW brauchen (20-80%) zwei bis drei Stunden. D.h. das bringt auf der Langstrecke nur was, wenn man noch ohne Stopp noch hinkommt. Danach schlägt wieder dieselbe Problematik zu wie geschildert.

Wieso die DC-Option ein hoher Aufpreis ist, ist ohnehin schwer verständlich, denn bei DC ist das Ladegerät ja hauptsächlich in der Säule (bei AC komplett im Auto). Es muss ja nicht DC mit 800V und 250kW sein, es würde ja die erweiterte Typ2-Buchse (=CCS) mit 50kW oder weniger reichen. Das sollte eigentlich in der Herstellung immer billiger sein als mehr Akkukapazität. Ist wohl eher Preispolitik.

Aber muss halt jeder sich persönlich ausrechnen, was ihm wichtiger ist - ich wollte mit dem Post v.a. mal die passenden Denkanstöße geben.

Da es offenbar keine Verpflichtung der Ladeanbieter gibt, ein Minimum an intakten AC-Ladern zu vorzuhalten (das würde das Problem komplett erledigen), werde ich persönlich jedenfalls kein Fahrzeug mehr ohne DC-Option anschaffen. Ich würde sogar die ZOE nachrüsten, wenn’s das gäbe.

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Ich kann dem nur beipflichten: niemals ein Auto ohne CCS2 Anschluss in Europa kaufen! Auch wenn ich mir durchaus Konstrukte vorstellen könnte wo man es nicht zwingend braucht: man schränkt sich selbst massiv ein und der Wiederverkaufswert reduziert sich dadurch…

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Interessanter Aspekt, dass es gar nicht unbedingt um die höhere Ladegeschwindigkeit, sondern einfach um die Möglichkeit, auch einen anderen Stecker einstecken zu können. Und so überhaupt an mehr Säulen potentiell laden zu können.
Das hat man beim Treffen der Entscheidung vielleicht gar nicht so auf dem Schirm und denkt nur „langsam laden reicht mir aus“

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Ja es geht ja sogar nicht nur um den „anderen Stecker“ sonder darum, dass z.b. entlang Autobahnen meist gar keinen AC (Typ2) Stecker sind sondern nur die DC (CCS2) Stecker und während jeder AC Typ2 Stecker bei einem Auto das DC CCS2 kann eingesteckt werden kann, fehlt bei manchen Auto ohne DC halt die Möglichkeit CCS2 anzustecken. Das führt dazu, das man von der Autobahn abfahren und in die Stadt fahren müsste um dort sehr langsam zu laden.

Meiner Schwiegermutter hab ich zum Beispiel einen gebrauchten e206 geholt mit CCS2: die Ladeleistung und die Reichweite macht es zu keinem Vergnügen, aber wenn sie mal 400km autofahren muss (das passiert bei ihr max 1-2 mal im Jahr!), dann könnte sie es tun. Wenn sie keinen DC Ladeport hätte, dann könnte sie zwar (danke korrektem OBC) 11kw AC laden, aber ich sag’s mal so: von der Autobahn abfahren um irgendwo 4h AC zu laden um dann weiter zu fahren macht man nur sehr gut geplant (Zoo/Shopping?) oder als Elektro Purist :wink:

Zeit kann bei einem eAuto durchaus ein zu berücksichtigender Faktor sein.
Vor allem wenn man auf langsames Laden zurückgreifen muss, u.a. Bei kleinen älteren eAutos.

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Ich stimme zu, ohne DC Buchse ist man definitiv deutlich limitierter, speziell auch im Wiederverkauf.

Was ich mich aber frage, ist das nicht ein „1% Thema“? Laut KI betrifft es in den letzten 10 Jahren hauptsächlich den Zoe und die erste Generation E Smart. Das waren und sind Autos, die immer schon einen ziemlich eingeschränkten Anwendungsbereich hatten.

Im deutschen E Auto Bestand hat der Zoe gerade einmal 4% Anteil. Die Smart Modelle sind noch seltener.

Mir kommt es manchmal so vor, dass in der linken Bubble, in der LdN und hier im Forum der Zoe extrem gehyped und überrepräsentiert ist.
Ich kann es mir nur so erklären, dass der Zoe inzwischen ein Kultobjekt von Early Adoptern ist, welches außerhalb dieser Scene aber kaum mehr einen Markt hat, zumindest ohne DC Buchse.

Sprich, über 90% der neu und gebraucht kaufbaren E Autos haben eine DC Lademöglichkeit.

Hauptsache auf die linke Bubble eindreschen :roll_eyes:
Wie im Podcast ausgeführt, gibt es immer noch Hersteller, die meinen, sie müssen das als aufpreispflichtiges Feature anbieten.
Kann mich an den e-Golf erinnern, der satte 800€ dafür berechnete. Da kommt man als Käufer dann schon ins Grübeln, ob es das wirklich braucht.
edit: und wer jetzt meint, dass der ja nicht aktuell ist:
Dacia Spring nur in der teureren Ausstattung und da für 650€ Aufpreis.

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Der Große Anteil an Zoes liegt hauptsächlich daran, dass Renault diese im Leasing als Neuwagen für unter 100€ (+Batteriemiete) angeboten hat. Da haben damals viele zugeschlagen.
Mittlerweile ist die Zoe (ja ich weiß es heißt der) auch als Gebrauchtwagen für unter 10t€ zu haben und für viele interessant.
Wir haben als Zweitwagen auch eine ohne DC-Lader (der konnte sowieso nur 50kW).
Mit der großen Batterie kommt man im Sommer in der Stadt seine guten 400km, und wenn man zu Hause laden kann, passt es.
Trotzdem ist die Technik der Zoe veraltet und sie verbraucht bei Geschwindigkeiten über 110km/h sehr viel, sodass sie nicht wirklich für weitere Strecken geeignet ist.

Es hängt am Nutzungsverhalten. Für uns ist es ein tolles Stadtauto mit passablem Kofferraum und super kleinem Wendekreis. Alles im Umkreis von 150km kann man damit locker fahren. Ein typischer Zweitwagen eben.

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Die allererste Renault ZOE (meine ist von 2014) könnte immer noch gut für mittlere Strecken (paar hundert km) genutzt werden, wenn es in Abständen von z.B. 80km zuverlässig 2-3 Stück der klassischen Tripel-Charger (Chademo/CSS/Typ2) mit 43kW AC auf Typ2 direkt an der Autobahnraststätte gäbe.

Ich finde aber nur so alle 100km einen einzigen. Das macht die Fahrt nicht unmöglich, aber die Planung zur Hölle (weil Reserve-Säulen im Hinterland mit einbezogen werden müssen, die dann meist auch nur 11kW statt 43kW bieten).

Neue Kleinwagen können auf AC natürlich fast immer ohnehin nur 11kW, da entfällt der Unterschied in der Ladegeschwindigkeit, die extra Strecke ins Hinterland bleibt. Auch haben Neuwagen i.d.R. deutlich mehr Kapazität als die 22kWh der ZOE, so dass sich größere mögliche Abstände ergeben - aber bei 11kW eben auch viel längere Pausen. Es sei denn, man hat DC mit mindestens 50kW, dann hat man viel Auswahl direkt an der Autobahn und erträgliche Zeiten.

Gab meines Wissens schon mehr Autos, insbesondere auch den Dacia Spring. Aber hast schon Recht, betrifft jetzt nicht so viele. Ich wollte nur erwähnt haben, dass ich davon abraten würde.

Der Zoe war einfach eins der erste bezahlbaren Elektroautos der insbesondere gebraucht zu guten Preisen herging (BMW i3 war relativ Preis stabil…). Ich glaub das ist der Hintergrund.

Genau, aber der Ausgangspunkt war ja das hier (siehe ganz oben):

In der heutigen Folge habt ihr erwähnt, dass bei manchen Kleinwagen der DC-Lader eine aufpreispflichtige Zusatzoption ist, die man für ein reines Stadtauto nicht unbedingt braucht.

Daher wollte ich mal illustrieren, dass die DC-Lademöglichkeit doch wichtiger ist, als man vielleicht auf den ersten Blick denkt. Und dass man da keinesfalls drauf verzichten sollte, auch nicht für ein „Stadtauto“. Zumindest bei den neu gekauften sollten es 100% werden.

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Ich hab auf niemanden eingedroschen.
Mir ist nur aufgefallen, dass der Zoe in den Podcasts und hier im Forum sehr sehr oft genannt wird, er aber in der KBA Statistik nur 4% der E Autos ausmacht.
In den letzten 5 Jahren haben aber sehr viele andere Hersteller auch kleinere E Autos im Angebot.

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Ja, da geht’s ihm wahrscheinlich wie dem Golf, wenn es um die Kompaktklasse geht. Er war halt der Erste und damit wird die Klasse ein bisschen mit ihm assoziiert.

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