Das ist für die Industrie gedacht und mehr oder weniger regulatorisches Mittel. Dazu werden massive Förderungen erteilt an die Industrie. Die Industrie hat auch ganz andere Möglichkeiten der Finazierung.

Nein, der Verkauf der Zertifikate an den Markt ist gleich. Auf dem freien Markt wird der Preis exponentiell steigen, da ein Ungleichgewicht der Marktteilnehmer vorherscht. . Der Staat kann immer einen Ausgabepreis pro Handelperiode rausgeben. Macht die EU genau so.

Hier möchte ich wiederholen, was ich schon zum GEG geschrieben habe. Die WP ist nicht das teure an der Sanierung. Das teure an der Sanierung sind Dämmung und Lohn. Diese beiden Faktoren werden nicht sinken. D.h. auch wenn die WP 30% günstiger wird, dann macht das vom Gesamtbetrag nur 5-10% aus.

So und hier ist der Kern des Problems. Die Abfederung ist im Prinzip lächerlich, ab dem Zeitpunkt, wo der freie Handel losgeht. Viele werden sich die Investitionen, die nötig sind um vom hohen CO2 Fussabdruck runter zu kommen schlicht nicht leisten können. Wenn man ein Eigenheim hat, wird die Sanierung teuer, wenn man zur Miete wohnt, wird diese sehr stark steigen, wenn ich auf dem land auf das Auto angewiesen bin, wird diese Anschaffung teuer usw. Darum wird es auch keine Umverteilung geben, denn die „Reichen“ können sich die Maßnahmen leisten und hätten dann sogar Zertifikate frei.

Darum muss zwingend über große Fördermaßnahmen nachgedacht werden, um überhaupt einen ausgeglichenden Start für alle zu ermöglichen.

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Hier würde auch ein Zertifikatehandel helfen. Sobald ein Zertifikat teurer (Grenzkosten) wird als die Kosten der Technik zum Binden von CO2 würde sich ein Markt für Technologien zum Binden von CO2 eröffnen. Leider habe ich noch kein Video gefunden, was diesem Zusammenhang anschaulich erklärt.

Aber hier hat die FDP recht:
Zertifikatehandel ist das volkswirtschaftlich effizienteste Modell. Einfach zu gestalten und der Markt regelt alles.
Einzige wirklich wichtige Bedingung:
Zertifikate sind auf die Menge begrenzt, die noch ausgestoßen werden darf.
Weitere Bedingungen:
Alles was eingeführt wird in den eigenen Markt wird mir CO2 Zöllen belegt.
Die Ausfuhr müsste man gesondert betrachten.

Ich denke so grundsätzlich habe ich das Prinzip des Zertifikatehandels nun verstanden, danke dafür. War hier deutlich besser erklärt als in der Presse.
Meine Frage noch: was bedeutet das jetzt für die dreiköpfige Familie mit Mietwohnung, einem Einkommen und zwei Autos, so als Beispiel? Wo spüren die eben die Auswirkungen des Zertifikatehandels für ihren Alltag konkret?

Ich stimme den ja vollständig zu. Aber wer so etwas fordert als Alternative zu „Habecks Heizungshammer“, der soll halt auch dar legen wie das realistisch umgesetzt werden kann. Wie weiter oben geschrieben, bedeutet eine Beschränkung auf den Restausstoß 3 Tonnen pro Person und Jahr, Deutschlands Durchschnitt liegt bei 10 Tonnen. Keiner in Deutschland hält die 3 Tonnen momentan ein.

Der Klimaclub von Scholz hat bereits mehrfach seine Ziele aufgeweicht, weil sonst andere Staaten kein Interesse gehabt hätten beizutreten.

Hier mal ein etwas vereinfachter Vorschlag:
Gehen wir mal von 10t CO2 (bzw. Äquivalenten) pro Person und 80 Millionen Personen aus und einen Zeitraum von 20 Jahren, in denen die pro-Kopf-Emissionen linear auf 0 reduziert werden.

Das ergibt zunächt Gesamtemissionen von 80M Personen * (10+9,5+9+…+0,5) tCO2/Person = 80M * 105 = 8,4 GtCO2.

Zusätzlich kaufen wir für 25 Milliarden Euro pro Jahr Zertifikate in einem globalen Zertifikatshandel und lassen sie verfallen. Dieser Zertifikatshandel gibt in diesem Beispiel auch genau obigen Reduktionspfad vor.

Die Erlöse aus dem Zertifikatsverkauf werden pro Kopf ausgezahlt. Wer also unterhalb dieses Reduktionspfades pro Person CO2 ausstößt, profitiert insgesamt (sogar mehr, wenn der Preis ansteigt).

Die 25 Milliarden werden aus Vermgensabgaben- bzw. Steuern finanziert. Es trifft also besonders diejenigen, die in Vergangenheit besonders viel CO2 ausgestoßen haben. Dadurch dass die Einnahmen dieser Abgabe auch direkt in den Klimaschutz gehen und (zumindest theoretisch) hohe Effizienz haben, kann man möglicherweise Akzeptanzproblemen entgegenwirken.

Wenn man von einem globalen Zertifikatspreis von 100€ pro Tonne CO2 ausgeht, werden über den Zeitraum von 20 Jahren insgesamt 5 GtCO2 ungenutzte Zertifikate gekauft. Die Gesamtbilanz ist damit 3,4 GtCO2. Das ist im Rahmen von notwendigen Klimazielen für Deutschland.

Wenn man die wirklichen guten Erläuterungen und Beispiele hier so liest, könnte bei einem etwas „einfacherem“ Leser folgender Eindruck entstehen:
Ja, mit diesem Zertifikatehandel haben wir doch die perfekte Lösung, dann haben wir das Thema Klimawandel doch abgearbeitet. Ich als Normalbürger brauche mich quasi um nix kümmern, der Markt regelt das ja alles für mich. Muss halt nur auf mein Geld achten und teure Sachen meiden, dann krieg ich vielleicht sogar mit dem Klimageld was raus. Fein, bleibt ja alles entspannt.

Ist es tatsächlich so einfach?

Es gibt schon mehrere Probleme, zum Beispiel:

  1. Letztendlich ist das Problem auf globaler Ebene. Ausreichende globale Abkommen sind nicht einfach zu erreichen. Es verschiedene Interessen und keine offensichtlich richtige Verteilungslösung.
  2. CO2 ist nicht das einzige Treibhausgas und es ist auch nicht vollkommen trivial, CO2-Emissionen ausreichend gut zu messen (insbesondere in anderen Ländern, die vielleicht nicht so Klimaschutzbegeistert sind).
  3. Die Zertifikate werden voraussichtlich sehr teuer, vor allem, wenn nur noch sehr wenige verfügbar sind. Wenn man auf CO2-Ausstoß aungewiesen ist (z.B. Industrie oder Privathaushalt mit fossiler Heizung). An manchen Stellen ist es schlicht nicht möglich, nur auf den Preis zu achten, weil die Alternativen zu teuer sind oder hohe Investitionen nötig sind.
    Insbesondere ist schon auch Kommunikation notwendig, dass Einbau von neuen fossilen Heizungen gut durchdacht sein muss.
  4. Der Mechanismus des Zertifikatshandels (insbesondere mit sozialem Ausgleich) ist für die Allgemeinbevölkerung nicht ausreichend gut erklärt und in seiner Gänze dann auch relativ komplex. (@vieuxrenard Vielleicht könnt ihr in der Lage den Mechanismus mal ausführlich erklären? Ihr macht das auch bei komplexen Themen immer gut verständlich)
  5. Wenn man die Möglichkeit zulässt, Zertifikate zu erzeugen (beispielsweise durch carbon capture), muss man aufpassen, dass diese auch tatsächlich zu den erzeugten Mehrreduktionen führen.
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Bezieht sich die Aussage auf den Emissionshandel?
Ich frage nur, weil das Argument, andere Länder verursachten mehr Emissionen als Deutschland, kein Argument ist, sondern ein Ablenkungsversuch.

Um dann wieder auf die Tatsache zurück zu kommen, dass Dämmung nicht so zwingend ist, wie überall dargestellt!

Wärmepumpe funktioniert auch im ungedämmten Haus.

Und ja mit Dämmung wird’s einfacher und billiger, aber ohne ist eben nicht unmöglich.

Die Aussage bezieht sich darauf, dass ein lokaler Emissionshandel nicht ausreichend ist, um das globale Klimaproblem zu lösen.

Es ist halt eine Tragik der Allmende, hier mal stark vereinfacht in einem Beispiel dargestellt:

Nehmen wir an, es gibt 200 Länder, die alle vom Klimawandel gleich betroffen sind. Eine Tonne CO2 verhindern kostet 100€ (bzw. der Ressourcenaufwand davon). Wenn eine Tonne verhindert wird, profitiert jedes Land 1€ (wir nehmen wir mal vereinfacht an, dass CO2-Schäden 200€ pro Tonne CO2 sind). Es folgt:

  • Für ein einzelnes Land lohnt es sich aus egoistischer Perspektive nicht, CO2 zu verhindern (100€ für 1€).
  • Wenn jedes Land eine Tonne verhindert, profitiert jedes Land um 100€, es ist also jeder bessergestellt, als wenn niemand was machen würden. Dieser Zustand ist aber nicht stabil, es lohnt sich weiterhin für jedes Land doch nicht zu kooperieren.

Insbesondere funktioniert in diesem Setting das Vorbildargument nicht (d.h. wenn ein Land reduziert, heißt es nicht, dass es sich für andere lohnt, nachzuahmen).

Ziel des Emissionshandels ist es, auf globaler Ebene dieses grundsätzliche Problem zu beseitigen.

Die Frage ist dann natürlich auch, was man als einzelnes Land tun sollte, wenn es ein solches globales Framework (wie den Emissionshandel) nicht gibt. Ich finde, dass der wichtigste Punkt ist, so schnell wie möglich auf so ein Framework hinzuwirken (es profitieren eben alle).

Angenommen wir sind in diesem Setting, es gibt kein solches Framework, und ein Großteil der Länder reduziert Emissionen nicht („verursachen mehr Emissionen als Deutschland“). Ich finde es legitim, die Position zu vertreten, sich dann nicht zum eigenen Nachteil altruistisch zu verhalten.

Meines Erachtens ist dies ziemlich äquivalent zur Frage, ob man beim Gefangenendilemma – Wikipedia kooperieren sollte. Findest Du denn, dass man dies zwingend tun sollte?

Wo hier jetzt der Ablenkungsversuch liegt, müsstet Du mal etwas genauer ausführen.

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Lenkt von unserer Verantwortung ab.

Im Grunde genommen wäre ein globaler Emissionshandel das allerbeste was uns volkswirtschaftlich passieren kann. Es dürfte deutlich günstiger sein, die aufstrebenden Staaten wo auch immer direkt in eine CO2 freie Energiezukunft zu führen.
Ein Emissionshandel würde dort die Tonne CO2 einsparen, wo sie am günstigsten eingespart werden kann. Wenn das nicht bei uns sein sollte, können wir gerne noch bis 2040 mit unserem Verbrenner durch die Gegend kutschieren.
Solange, und das ist die Bedingung, wir dafür auf einem gedeckelten Weltmarkt die richtige Menge an Zertifikaten kaufen müssen. Gedeckelt bedeutet in diesem Fall, netto Null-Emissionen zu 2050. Es könnte sogar passieren, dass wir wenig umstellen müssen, solange CCS Methoden die Tonne CO2 wirtschaftlicher aus der Luft entfernen als es die Kosten wären um diese Tonne zu vermeiden.

Wir kämen unsere Verantwortung also nach, nur nicht so wie es in der heilen Welt in unseren Gedanken für den Klimaschutz gesagt wird. Wir müssen nicht bei uns alles einsparen, wenn es diesen Weg geben würde.

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Ich finde deine Aussagen katastrophal.
Nein, wir können nicht weiterhin „mit unserem Verbrenner durch die Gegend kutschieren.“
Nein, es kann nicht passieren, „dass wir wenig umstellen müssen“
Nein, wir kämen so nicht „unserer Verantwortung nach“.

Könnten wir bitte aufhören, uns selbst zu betrügen.
Die Folgen der bereits jetzt in der Atmosphäre befindlichen Emissionen stehen bereits direkt vor unserer Haustür. Schon die Annahme, wir könnten weiter ohne Rücksicht - oder weil wir mehr Geld haben und deshalb Emissionszertikate kaufen können - CO2 in die Luft pusten, ist falsch.

Ich glaube, wenn jede/r von uns gezwungen wäre, mit eigenen Augen zu sehen, was für Leid unser Lebensstil verursacht, wäre die Entscheidung für den nächsten Verbrenner, das nächste Billig-T-Shirt oder das nächste Steak nicht so einfach und bequem.

Mich würde noch Eure Meinung zum Ursprungsthema interessieren: wie wie werden dann die Mehrkosten aus dem Emissionshandel zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt? Gibt es da sogar ein Konzept der FDP?

Mag sein das du es so empfindest. Aber global betrachtet ist jede gesparte Tonne eine gute Tonne. Nehmen wir an wie könnten für 270€ eine Tonne sparen oder für 260€ eine Tonne entfernen - was würde passieren? Für 260€ würde ein Zertifikat erzeugt und die Tonne kann ausgestoßen werden - Nettonull.

Wenn man jetzt nur ein gewisses Budget (Geld) zur Verfügung hat und (Annahme: jedes Land macht mir) sind meine Aussagen vielleicht überspitzt, aber logisch. Schließlich kostet die Förderung der E-Autos wahnwitzig viel Geld für jede gesparte Tonne (800€ und mehr). Mit diesem Geld könnte man mindestens 4* soviel CO2 einsparen, wenn man es woanders investiert hätte, wo die Vermeidungskosten geringer sind.

Dann wären wir längst Veganer und würden nur noch faire Kleidung tragen. Die Bilder sind doch alle bekannt - und sind wir Veganer und tragen faire Kleidung? :thinking:

Es ist ein Unterschied, ob man etwas theoretisch weiß oder real erlebt. Hörempfehlung: https://open.spotify.com/episode/2L2q5HMyZ7cISEeOy9t2Z6?si=adUM7sQdTbGycJldqkA4tg

Auch wenn das alles richtig sein mag, denkt so doch keiner. Sonst würden wir doch jeden Steuersünder an der nächsten Laterne aufknüpfen, denn dessen Steuern zahlt ja der ehrliche Bürger mit.
Der Handwerker, der uns den Pool schwarz in den Garten gräbt, hat 50% mehr Einnahmen und wird somit den ehrlichen Kaufmann langfristig aus dem Markt drängen.
Es wäre schön, wenn so altruistisch die Welt funktionieren würde. Aber das tut sie nicht. Irgendjemand muss den Dummen spielen und den Schwarzen Peter aufnehmen. Nur so kann man das Spiel fortsetzen und sich den nächsten Diskussionen zuwenden. Aber solange jeder darauf wartet, dass der andere zieht, ist eben Stillstand.

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Aus deiner verlinkten Quelle:

„Auf den ersten Blick scheint es sich also um eine sehr ineffiziente Form der staatlichen Subventionierung zu handeln. Denn es gibt zahlreiche deutlich preiswertere Ansätze zur Vermeidung von CO2-Emissionen. Allerdings räumen die Studienautoren auch ein, dass es sich dennoch um ein sinnvolles Instrument handeln könnte. Dann nämlich, wenn es gelänge, mithilfe der staatlichen Unterstützung den Prozess zur Elektrifizierung des Straßenverkehrs zu beschleunigen und unumkehrbar zu machen. Durch weitere Innovationen der Autohersteller würde dann schon bald deutlich weniger staatliches Geld benötigt werden, um nachhaltige Autos auf die Straße zu bringen. Konkret raten die Studienautoren dazu, das Jahr 2025 als Ausstiegsdatum für die Subventionen anzupeilen.“

Bei der aktuellen Förderung von E-Autos geht es nicht um unmittelbar wirtschaftliche Vermeidung von CO2 sondern um die Etablierung der E-Mobilität, die langfristig ohne Subventionen auskommen soll. In dieser langfristigen Perspektive kann die aktuelle Förderungspolitik dann sehr wohl auch erheblich wirtschaftlicher sein als z.B. Verbrenner mit E-fuels zu nutzen, die sogar noch höhere CO2 Vermeidungskosten haben:
E-Fuels nicht sinnvoll für großflächigen Einsatz bei Pkw und Lkw - Fraunhofer ISI.

CO2 Budget könnte in gut zehn Jahren schon aufgebraucht sein:
[Deutschlands Wettlauf gegen die Zeit Klimaschutz-Maßnahmen: Deutschlands Wettlauf gegen die Zeit - ZDFheute](Deutschlands Wettlauf gegen die Zeit Klimaschutz-Maßnahmen: Deutschlands Wettlauf gegen die Zeit - ZDFheute)

Heute um 20 Uhr Maurice Höfgen bei Jens Brodersen und Patrick Breitenbach zum Thema
CO2-Bepreisung und Zertifikatehandel
https://m.youtube.com/live/diavVmDHq4M?feature=share&fbclid=PAAaZZIKKpZn1IvwkTekTKGZDad6j5IezvIJn4glDxfUjaXB_c7hgaBa_vJZI