Die Aussage bezieht sich darauf, dass ein lokaler Emissionshandel nicht ausreichend ist, um das globale Klimaproblem zu lösen.
Es ist halt eine Tragik der Allmende, hier mal stark vereinfacht in einem Beispiel dargestellt:
Nehmen wir an, es gibt 200 Länder, die alle vom Klimawandel gleich betroffen sind. Eine Tonne CO2 verhindern kostet 100€ (bzw. der Ressourcenaufwand davon). Wenn eine Tonne verhindert wird, profitiert jedes Land 1€ (wir nehmen wir mal vereinfacht an, dass CO2-Schäden 200€ pro Tonne CO2 sind). Es folgt:
- Für ein einzelnes Land lohnt es sich aus egoistischer Perspektive nicht, CO2 zu verhindern (100€ für 1€).
- Wenn jedes Land eine Tonne verhindert, profitiert jedes Land um 100€, es ist also jeder bessergestellt, als wenn niemand was machen würden. Dieser Zustand ist aber nicht stabil, es lohnt sich weiterhin für jedes Land doch nicht zu kooperieren.
Insbesondere funktioniert in diesem Setting das Vorbildargument nicht (d.h. wenn ein Land reduziert, heißt es nicht, dass es sich für andere lohnt, nachzuahmen).
Ziel des Emissionshandels ist es, auf globaler Ebene dieses grundsätzliche Problem zu beseitigen.
Die Frage ist dann natürlich auch, was man als einzelnes Land tun sollte, wenn es ein solches globales Framework (wie den Emissionshandel) nicht gibt. Ich finde, dass der wichtigste Punkt ist, so schnell wie möglich auf so ein Framework hinzuwirken (es profitieren eben alle).
Angenommen wir sind in diesem Setting, es gibt kein solches Framework, und ein Großteil der Länder reduziert Emissionen nicht („verursachen mehr Emissionen als Deutschland“). Ich finde es legitim, die Position zu vertreten, sich dann nicht zum eigenen Nachteil altruistisch zu verhalten.
Meines Erachtens ist dies ziemlich äquivalent zur Frage, ob man beim Gefangenendilemma – Wikipedia kooperieren sollte. Findest Du denn, dass man dies zwingend tun sollte?
Wo hier jetzt der Ablenkungsversuch liegt, müsstet Du mal etwas genauer ausführen.