Als Nichtraucher und Grünen- Wähler sehe ich das Gesetz auch sehr kritisch, und sehe mich hier auf Seiten der FDP.
Mir stellt sich die Frage, welches Problem man hier lösen will?
Ich kann mir nur zwei Situationen vorstellen:
A) Kinder sitzen bei ihren eigenen Eltern im Auto, und die Eltern rauchen. In diesem Falle haben ja die Eltern anscheinend keine Einsicht bezüglich der Gesundheitsgefährdung für ihre eigenen Kinder.
Selbst wenn ich das verbiete und auch durchsetze, rauchen die Eltern ja bestimmt zu Hause auch wenn die Kinder daneben sitzen. Also habe ich dem Kind null geholfen wenn ich nur das Auto rauchfrei mache.
B) Kinder sitzen bei Fremden (Nachbarn / Verandte etc.) im Auto, und diese Fremden rauchen.
Wenn die Eltern der Kinder das nicht wollen, können sie ja die Fahrer bitten, in dieser Zeit nicht zu rauchen. Wenn das nicht hilft, lässt man die Kinder halt bei diesen Fahrern nicht mitfahren.
Hier kann man also dem Kind helfen, ohne gleich den Rechtsstaat einschalten zu müssen.
Wenn man Passivrauchen für Kinder als Gefährdung einsieht, kann man das als (nichtrauchende) Eltern größtenteils selbst verhindern, indem man Kinder von Raucherfahrzeugen fern hält.
Wenn die (rauchenden) Eltern es aber nicht einsehen, werden sie ihre Kinder so vielen Rauchquellen aussetzen, dass nur ein generelles Rauchverbot im Umkreis von Kindern hilft.
Der hier eingeschlagene Mittelweg, das Rauchen nur im Auto zu verbieten, ist meiner Meinung nach eine Verschwendung von politischem Kapital und Verwaltungsressourcen.
Es gibt wahrlich wichtigere Themen im Bereich KInder und Gesundheit, die man stattdessen aufgreifen sollte: Krankenhausversorgung (unsere Geburtsstation schließt und die nächste ist fast 80 km entfernt), Bildung, Infrastruktur für Schulwege etc.