Da muss ich wirklich widersprechen.
Jahresbürokratieabbaugesetz einführen.
Die Bürokratiekosten in Deutschland sind seid Jahren rückläufig. Ich sehe keinen Bedarf an einem Gesetz, dass die Regierung „einfach so“ zum Abbau von Bürokratie zwingt. Viel Bürokratie ist sinnvoll und erfüllt wichtige Zwecke – Umweltschutz, Verbraucherschutz, Arbeitsschutz usw.
Zumutbare Arbeitsangebote, auch sogenannte Ein-Euro-Jobs, müssen angenommen werden.
Was die FDP hier fordert ist die Erstarrung des Niedriglohnsektors, der durch die Einführung des Mindestlohns eigentlich schon erfolgreich zurückgedrängt wurde. Das ist gesellschaftlich und wirtschaftlich schädlich.
Der verfassungs-rechtliche Spielraum für verschärfte Sanktionen muss ausgenutzt werden, bis hin zu einer vollständigen Streichung von Leistungen.
Schon oft diskutiert, aber das ist ziemlich menschen- und grundgesetzfeindlich. Der Staat hat eine Fürsorgepflicht, auch Menschen gegenüber, die sich aus welchem Grund auch immer nicht an die Regeln halten.
Moratorium für Sozialleistungen. […] Für das Jahr 2025 ist daher [beim Bürgergeld] eine Nullrunde zu erwarten.
Ein weiteres Rumhacken auf den Ärmsten, mit negativen Folgen für die Gesamtwirtschaft (weil arme Menschen ihr Geld vollständig verkonsumieren) und ohne jede Erwähnung von Steuerhinterziehung usw.
Steuerliche Vorteile für Überstunden.
Das ist eine legitime politische Position, aber an der gibt es ziemlich viele genauso legitime Kritikpunkte. Z.B. dass es sozial ungerecht wäre und eine enorme zusätzliche Bürokratie erfordern würde.
Vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags.
Das ist nichts anderes als eine Steuervergünstigung für Unternehmen und Gutverdiener. Kann man machen, ist aber trotzdem extrem sozial ungerecht, da die FDP dies ja durch Einsparungen an Sozialprogrammen gegenfinanzierten will.
Abschreibungserleichterungen des Wachstumschancengesetzes verlängern.
Mehr Steuererleichterungen für Unternehmensgewinne.
Ich mache jetzt hier mal Schluss, aber nicht, weil an den folgenden Punkten weniger Kritik möglich wäre. Eher mehr.
Man kann diesen Punkten zustimmen, dann wählt man wohl FDP, aber jenseits jeder Kritikwürdigkeit sind sie ganz sicher nicht.