Fahrerflucht / Digitalisierung Selbstanzeige

Wäre es möglich, im digitalen Zeitalter eine Seite bei der Polizei einzurichten, bei der man sich im Falle der Verursachung eines Kfz Schadens registrieren könnte mit Uhrzeit, Kfz Kennzeichen, Adresse, Telefonnummer und Personalausweis, um nicht auf die Polizei warten zu müssen und andererseits auch keine Anzeige wegen Fahrerflucht zu riskieren?

Zur Illustration: Ich bin vor ca. einem Jahr, nachts bei Regen, mit meinem VW Bus rückwärts von vorne auf ein längs am Straßenrand parkendes Auto aufgefahren. Ich habe ein Zettelchen mit meiner Adresse und Telefonnummer in eine Tempotaschentuchplastikverpackung gesteckt und unter den Scheibenwischer des angefahrenen Autos geschoben. Am kommenden Morgen rief mich der Halter des Fahrzeugs an. Er hatte sein Auto begutachtet und keinen Schaden festgestellt. Im Gespräch ergab sich, dass er meinte, ich sei die Halterin des hinter ihm stehenden Autos, da dies Stoßstange an Stoßstange mit seinem stand. Offensichtlich hatte ich bei dem Zusammenstoß sein Auto mit meinem schweren Bus auf das dahinter stehende Auto geschoben. Ich fragte ihn, ob das hinter ihm stehende Auto einen Schaden gehabt habe. Dies konnte er nicht genau sagen, war aber auch nicht mehr vor Ort. Ich selbst musste zur Arbeit und rief also bei der Polizei an und schilderte die Sachlage, damit nachgeschaut werden konnte, ob das Auto geschädigt sei. Das war nicht der Fall, aber daraus resultierte eine Anzeige wegen Fahrerflucht für mich und ich bekam Punkte in der Flensburger Kartei.

Eine Freundin von mir benachrichtigte bei einem Bagatellschaden, den sie verursacht hatte, die Polizei, wartete 1,5 Stunden und musste eine Prüfung, die sie abnehmen sollte, mit mehreren Beteiligten verschieben.

Zum Vergleich: Vor einem halben Jahr wurde uns in der engen Straße vor unserem Haus von dem Bus der Spiegel abgefahren. Ein Fahrradfahrer hörte das Krachen, sah, was passiert war, konnte das Auto so lang verfolgen, dass er uns das Kennzeichen übermitteln konnte. Als wir den Schaden bei der Polizei anzeigten, wurde der Fahrer nicht wegen Fahrerflucht verurteilt, da ihm nicht nachgewiesen werden konnte, dass er das Krachen, das der Fahrradfahrer als unüberhörbar bezeichnet hatte, gehört hatte. Vor ein paar Tagen wurde uns wieder der Spiegel abgefahren, von dem Verursacher des Schadens fehlt jede Spur. Das passiert zwei bis dreimal im Jahr. Sehr ärgerlich. Unser Auto parkt vor allem, da wir uns fast nur mit dem Fahrrad fortbewegen.

Offensichtlich ist es antiquiert, zu einem Schaden, den man verursacht hat, zu stehen. Könnte das auch daran liegen, dass die Möglichkeit, dazu zu stehen, antiquiert ist? Dass niemand mehr die Zeit aufbringen möchte, auf die Polizei zu warten?

Dazu noch eine Frage. Sollte die Rechtsprechung nicht dahingehend korrigiert werden, dass man verpflichtet ist, so zu fahren (Lautstärke der Musik), dass man einen derartigen Aufprall wahrnehmen kann? Gehört das nicht zur Fahrtüchtigkeit?

Es würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Gedanken meinem Thema widmen könntet.

Liebe Grüße, Stefanie

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