Ist ein Herzinfarkt in den USA anders als in Deutschland?

Oder ein Knochenbruch?

Das ist ja nun wieder was ganz anderes.

Und genau das ist was Zeit braucht.
Wenn man wenigstens die individuelle Einzelfallprüfung zugunsten einer Studiengangsprüfung ersetzen würde.

Heißt ist von dieser Uni dieser Studiengang bereits bewertet kann schneller entschieden werden, statt wieder die Unterlagen anzufordern und wieder die Inhalte jahrelang prüfen.

Edit: Buchstabenfehler korrigiert

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Leider hast du meinen Beitrag nicht verstanden.

Eine „Erwerbsmigration“ ist aus diversen Gründen nicht praktikabel.

Die Hochzeit fand in Deutschland statt.

Welche Wartezeit wäre denn deiner Meinung nach bei unsicherem Urkundenwesen angemessen? Ich bin der Meinung: Solange wie es nötig ist. Juristen in Ghana ermitteln mit den Dokumenten investigativ. Es geht eigentlich nur um die Geburtsurkunde - der Rest dient der erleichterten Überprüfung dieser. Dafür benötigen die Juristen maximal einen Monat - man bekommt es ja mit wenn die Uni, das derzeitige Krankenhaus und Familienmitglieder kontaktiert werden. Was genau daran langwierig sein soll, wenn ein ghanaischer Jurist die Geburtsurkunde gründlichst innerhalb von einem Monat überprüft erschließt sich mir nicht. Vielleicht hast du ja weitere Infos die deine These belegen?

Alleine der Versand der Unterlagen vom Standesamt bis zur Botschaft dauerte angeblich 3 Monate.

Ich gebe gerne weitere Infos.

@Nomax2000

Hier sehe ich tatsächlich „Bürokratiebedarf“. Statt in jeder Ausländerbehörde die Prüfung durchzuführen wäre eine zentrale Prüfung wesentlich besser, weil dann Bearbeiter*innen prüfen können, die sich auf einen Bereich spezialisiert haben.
Anekdote aus dem privaten Unfeld: Ich kenne die Inhaberin eines Pflegedienstes die gerne Pflegerinnen aus Vietnam beschäftigen wollte. Ausreichende Deutschkenntnisse waren Dank Goetheinstitut vorhanden.
In Vietnam studiert man Pflege. Es ist kein Ausbildungsberuf. Bei der Anerkennung ist der Ausländerbehörde aufgefallen, dass während der Ausbildung 400 Praxisstunden zu wenig geleistet wurden und die Ausbildung nicht anerkannt werden kann. Der Vorschlag, die 400 Stunden nachzuholen wurde abgelehnt. Die Pflegerinnen arbeiten nun eben nicht in Deutschland.

Ich habe mich ebenfalls gewundert, dass Herr Lücke (wie so manch andere) ein Freund des australischen oder kanadischen Models ist. Diese sind ja eher ein Beispiel für Rosinenpickerei und Verschlechterung der globalen Situation bzw. der Situation in den Herkunftsländern. Quasi das Gegenteil von Entwicklungshilfe, wenn man auch noch die gut ausgebildeten Menschen abwirbt und einen Brain-Drain vollzieht.
Es müsste, ähnlich einem Sportverein, ein komplett anderes Denken her. Nicht die besten Leute ablösefrei (!) abwerben, sondern selbst ein viel besseres Ausbildungs-und Intergrationsprogramm aufziehen. Da kommen willige Arbeitskräfte, wir brauchen bald (wenn die Boomer in Rente gehen) dringend Arbeitskräfte. Es wäre an der Zeit genau jetzt anzufangen und eine Win-Win Situation zu schaffen…

Wie bereits von mir erwähnt, machen das sehr viele Länder so. Dazu müssen Menschen aus dem Gesundheitswesen gefragt werden.

Passend zum Thema der heutige Hintergrund im DLF

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Was das sie bei jedem erstmal eine Jahrelange Einzelfallprüfung in Eartestellung durchführen?

Es ist doch nichts dagegen einzuwenden eine Prüfung der durchlaufenen Ausbildung vorzunehmen, aber muss manndennnwirklich beinjedem einzelnen Antragssteller von derselben Universität mit derselben Ausbildung von vorne anfangen?

Ist internationale Forschung wirklich so gehemmt, dass die UNI’s so gar nichts voneinander wissen, dass ein deutscher Beamter einer regionalen Ärztekammer erst mühselig nachvollziehen muss was der Antragssteller gelernt haben könnte und das auch noch nach evtl. mehrfachen Übersetzungen der Uni Unterlagen?

Da ist viel Luft nach oben um z.B. in Zusammenarbeit mit den Unikliniken eine pauschale gegenseitige Anerkennung auszuarbeiten, so dass du mit einem Studium an einem angeschlossenen ausländischem Uniklinikum problemlos eine Anerkennung in Deutschland bekommen kannst.
Denn dann ist nur noch die Frage zu klären ob du wirklich dort gewesen bist.

Hatte mal einen spannenden Fortbildungstag zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Hab das auch selbst mal mit einer Ukrainerin durchgespielt.
Nicht so simpel.
Man muss sich da erstmal mit dem Bildungssystem des jeweiligen Landes auseinandersetzen, verstehen wie es funktioniert und wie die Abschlûsse mit den jeweiligen Titeln zustande kommen.
Dann alles mit den deutschen Ausbildungsordnungen und Voraussetzungen abgleichen.
Vor allem ist das alles nicht so statisch wie man glaubt.
Hatte auch mal einen gelernten Elektriker aus Afrika mit langer Berufserfahrung (sagte er), hatte aber offenbar noch nie Strom gesehen bzw gespürt.
Bei einem Friseur oder Schneider ist das einfacher. Was da netter Ansatz ist: valikom Verfahren

Nö, nicht immer. Gehe als Arzt in die USA. Da machst du nochmal das Staatsexamen. Die Quelle ist schon etwas älter. Dennoch, da sind auch auch paar europäische Beispiele. Man muss gar nicht so weit weg gehen. Einfach mal so als Arzt/Ärztin arbeiten kann man nirgendwo.

Doch

https://slf.se/rad-och-stod/utbildning/utbildad-i-annat-land/

Mit einer anerkannten legitimation aus einem EU/EES Staat in Schweden.

Abgesehen davon sprichst du die ganze Zeit nur von Ärzten, als ob Ärzte die einzigen Studierten wären die überhaupt eine Rolle spielen.

Es geht ja aber auch schon nicht bei allem anderen was man so in der Welt studieren kann und schon gleich gar nicht im handwerklichen Bereich. Versuch mal als simpler Elektriker deine Ausbildung aus einem anderen EU Land in Deuts hland anerkennen zu lassen.

Aussichtslos, weil du keinen dem deutschen Gesellenbrief entsprechendem Dokument vorweisen kannst, ergo kannst du nicht als Elektriker arbeiten höchstens als Hilfskraft.

Ähnlich ist es im chemischen Bereich u.s.w.

Als ob Chemie oder Physik woanders auf der Erde anders funktioniert.

Was wären die guten Gründe die einen Landeswechsel unmöglich machen? USA hat den USMLE Test. Nach bestehen geht alles ruck zuck und die Bewerber haben das Gefühl, dass das Land sie möchte. In Deutschland gibt es das beschleunigte Fachkräfteeinwanderungsverfahren was leider in der Praxis mit Verweis auf diverse Artikel der SZ nicht funktioniert.

Legale Migration ist kein Thema für Deutschland. Theoretische und vielleicht sogar gut gemeinte Optionen sind nicht Praxistauglich. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, welchen Standpunkt du hier einnehmen möchtest.
Es funktioniert ja nicht einmal über eine Hochzeit mit einem Deutschen. Über 2.5 Jahre Wartezeit für eine Hochzeit + Familienzusammenführung? Das kann ich beim besten Willen nicht verteidigen. Wir warten (nach der Hochzeit auf ein Ehegattennachzugsvisum) seit 9 Monaten mit vollständigen, bereits geprüften Unterlagen auf einen Termin. Das Argument der „Prüfung“ funktioniert nicht, daher ist jetzt die Rede von Gleichbehandlung. Der geforderte A1 Deutschtest des Goethe Instituts musste inzwischen 3 Mal abgelegt werden. Für den identischen Prozess.

Ich kann die Seite nicht lesen. Ist aber auch egal. Das ein absolutes Wort wie „nirgendwo“ widerlegt wird, war zu erwarten. Wobei man selbst in Schweden die Sprache auf C1 Niveau sprechen können muss.

Ich werde bei dem Thema auch zum Ende kommen. Aber soviel dann dennoch. Ich habe in vielen Ländern und Kontinenten gelebt. Dabei bin ich jemand dem der berufliche Werdegang nicht in die Wiege gelegt wurde. Ich bin ein Kind der Arbeiterklasse. Ich habe eine Ausbildung gemacht und danach einen Techniker, Anschließend studiert und beim Techniker und Studium parallel gearbeitet. Später ging es dann in die Welt raus. Und ich kann dir sagen, unsere Ausbildung in Deutschland ist exzellent. In vielen Ländern dieser Welt würde ich fachlich einen Menschen mit Gesellenbrief einem Menschen mit BA vorziehen. Zum Beispiel auch bei Krankenschwestern - und pflegern.
Ich finde es schon abwertet hier von einem simplen Elektriker zu sprechen. Es ist halt schade, dass immer mehr Menschen glauben, dass man nur wer ist wenn man studiert hat. Lasse doch mal einen Elektroingenieur dein Haus elektrisch modernisieren. In der Theorie kann er es wahrscheinlich. Und ja, so verhält es sich in vielen Berufen.
In Indien kam ein „Ingenieur“ um eine Mikrowelle in der Küche anzuschließen. Wohlgemerkt mit Stecker. Und ja, dort muss man studiert haben. Aber das sagt so gar nichts über die Qualifikation aus. Und natürlich gibt es auch die guten Universitäten und Abschlüsse. Aber das muss man sich jedes mal ganz genau ansehen.

Wichtiger wäre es die in Deutschland Studierenden zu motivieren auch in Deutschland danach zu arbeiten. Oder Menschen nach dt. Vorbild klassisch dual (Berufsschule + Ausbildungsbetrieb) auszubilden. Ansätze gibt es im Ausland durchaus.

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Wozu dann solche absoluten Begriffe?

Ja, das ist schon eine krasse Einschränkung der Berufsmobilität, von einem Arzt zu verlangen, sich in der Sprache seiner Patienten verständigen zu können. Übrigens reicht es in Schweden auch, Dänisch oder Norwegisch zu können.

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Gefühlt ist das der einzige Weg, wie Migration von Fachkräften in Deutschland halbwegs funktioniert. Zumindest kenne ich einige Menschen, die nach dem Studium in Deutschland geblieben sind, weil da zumindest der Abschluss erst mal kein Problem mehr dargestellt hat. Der andere Aspekt, von anderen Ländern zu erwarten, dass es das deutsche Ausbildungssystem als quasi Goldstandard sein muss, um eine Anerkennung zu erhalten ist zu viel des guten. Das Problem ist doch, dass wir Menschen mit bestimmten Kompetenzen eigentlich benötigen. Da können wir nicht gleich noch von den Ländern erwarten, dass sie unsere Systeme haben. Viel mehr gilt es da auch einzusehen, dass die auch gut sein können, wenn es nicht quasi das gleiche ist.

Das finde ich vollkommen in Ordnung, dass gewisse Sprachkenntnisse benötigt werden. In manchen Berufen gerne mehr als in anderen. Aber das ist dann auch eine Zusatzqualifikation und nicht das gleiche noch einmal beweisen und zum Teil die Ausbildung durchlaufen müssen.

Du solltest vorsichtig sein mit deinen Aussprüchen, auf der Seite habe ich nichts gefunden, dass C1 Vorraussetzung wäre um die Legitimation zu bekommen.

Und zumindest bei den Ärzten die ich hier so getroffen habe wage ich zu bezweifeln, dass eine solche Vorraussetzung existiert, denn die konnten teilweise schlechter schwedisch als ich und ich hab komvux A2 abgebrochen.

Gott bewahre mich bei so einer Aufgabe vor einem in Deutschland studiertem Ingenieur…

Das ist der berühmte common sense der Gesellschaft auch in Deutschland.
Ich bin so ein simpler Elektriker und das meine ich nicht abwertend, darauf bin ich Stolz.

Jep am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
Von dem Müll den ich in der Berufsschule lernen musste habe ich ca. 10% in meinem Berufsleben wirklich mal gebraucht und ich bin immer Elektriker gewesen.

Und so ist es in vielen Ausbildungsberufen, die entweder die Berufsschule mit unnötigem Kram belegen um die 3 1/2 Jahre zu füllen (Maurer) oder viel zu allgemein ausbilden um möglichst viel abzudecken (Elektriker)

Die Deutschen bilden sich viel zu viel auf ihr duales System ein und es liegt außerhalb ihrer Vorstellung, dass die restliche Welt auch ohne sie funktioniert und Ergebnisse bringt.

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Sowas gibt es ja in der Art schon. Bei Ärzten gibt es eine Berufserlaubnis. Das heißt du hast glaubhaft gemacht (indem du dein Diplom eingereicht hast), dass du in irgendeinem Land Medizin studiert hast und du hast eine spezielle Sprachprüfung (C1 medizinisches Deutsch) bestanden. Dann kannst du (ohne das deine Approbation anerkannt ist) für zwei Jahre unter Aufsicht (gibt noch ein paar andere Einschränkungen) als Arzt arbeiten. Problem ist nur das selbst die zu bekommen 1 Jahr dauert. Das ist wohlgemerkt noch eine Prüfung der Gleichwertigkeit der Ausbildung enthalten. Einfach nur „die Person hat eine ausländische Approbation + die Person hat eine Sprachprüfung bestanden“. Ich kenne Leute die alle Unterlagen eingereicht haben, alle Prüfungen bestanden haben und eine Klinik die sie einstellen würde gefunden haben aber die seit 8 Monaten auf die Berufserlaubnis warten. Die müsste salopp gesagt jemand in er Behörde einfach nur noch ausdrucken.

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Ja das sollte in einigen Fällen passieren. Bei „nicht kritischen“ Berufen könnte man das durchaus so machen. Der Arbeitgeber wird sich schon vergewissern ob ein Näher wirklich nähen kann ohne dass e s dafür eine Behörde braucht die irgendein Abschluss anerkennt. Bei Berufen im Bildungs- oder Gesundheitswesen finde ich braucht es aber eine Prüfung. Nur muss eben sichergestellt sein das diese zeitnah passiert.

Das Problem ist ja nicht mal die Vergleichbarkeit. Für Medizin (und auch einige andere Berufe) haben wir eine pragmatisch Lösung. Die Person muss eine Prüfung ableben (Kenntnisprüfung) auf dem Niveau vom 3ten Staatsexamen. Problem ist nur in einigen Bundesländern gibt es Prüfungstermine aber die Behörde ist langsam (meine Frau wartet seit 6 Monaten auf einen Termin) und in anderen Bundesländern gibt es keine Prüfer und die Wartekiste ist für die nächsten 1.5 Jahre voll.

Um mal ein positives Beispiel zu erwähnen: In Berlin gibt es einen sogenannten Anerkennungslehrgang. Dort können Fachkräfte der Sozialen Arbeit mit ausländischen Abschlüssen in einem kompakten Lehrgang (6-10 Monate) die erforderlichen Qualifikation für eine staatliche Anerkennung erwerben. So eine Anerkennung zu erhalten, hat vorher oft mehrere Jahre gedauert (vor allem wegen der Wartezeiten, aber auch weil es de facto kaum Möglichkeiten gab, etwa ohne ein Vollstudium die entsprechenden juristischen Kenntnisse zu erlangen). Vielfach handelt es sich um Menschen, die eh schon als Sozialarbeiter, in Kitas etc. arbeiten - aber weit unter ihrer eigentlichen Qualifikation bezahlt werden, was natürlich zu viel Frust und nicht selten zu Abwanderung führte.
Downside: Das bietet nach meiner Kenntnis genau eine Hochschule an mit vermutlich unter 50 Plätzen pro Jahr.

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