In der letzten Folge haben wir ja über eine neue App gesprochen, die Laden und Bezahlen einfacher machen soll. So wirklich überzeugt hat sie uns nicht. Einige Hörer*innen haben uns schon drauf hingewiesen, dass es da schon besser Apps gibt, um Preise an den Ladesäulen zu vergleichen.
Ich würde gerne wissen: Liebe E-Autofahrer*innen: Was sind denn Eure Favoriten-Apps, die wir im Podcast mal vorstellen könnten?
Und für alle, die neu sind im E-Auto-Game: Wo habt ihr noch Fragen? Welche Art von App sucht ihr noch? Was braucht ihr?
Eure Anmerkungen nehmen wir gerne in eine der nächsten Kennzeichen-E-Folgen mit.
Grundsätzlich nutze ich als Vielfahrer eigentlich nur das integrierte Navigationssystem, das meine Verträge kennt und je nach Auswahl nur diese zum Laden ansteuert.
BMW bietet mit seiner eigenen BMW-Charge Karte günstige Konditionen zu IONITY, Aral Pulse, Shell Recharge, mer, ELECTRA, Pfalzwerke, Allego, Fastned.
Zusätzlich nutze ich den EnBW-Business M Ladetarif.
Alle Anbieter haben Plug&Charge bzw. AutoCharge, was zu 90% auch funktioniert. Ansonsten kurz die BMW-Charge Karte davor halten und gut.
Abrechnung erfolgt auf die hinterlegte Kontoverbindung oder Kreditkarte einmal pro Monat.
So lade ich auf Strecke meist für unter 40ct/kWh.
Darüber hinaus habe ich (da alle keine Grundgebühr haben):
Ewe Go
TEAG Mobil
Ad-Hoc Map App
Die letzte App ist nett, um Ladesäulen zu finden, die ohne Vertragsbindung unter 50ct/kWh kosten. Diese kommen aber eigentlich so gut wie nie zum Einsatz.
Alle Verträge kennt mein Auto und wählt den günstigsten bei der Routenplanung.
Daher: Wenn die Ladeplanung des Autos gut ist, benötigt man keine vielen Ladekarten oder Apps.
Wie weit kommt man eigentlich ganz ohne App? Also wie umständlich (finanziell nachteilig?) ist es, ein E-Auto zu fahren ohne jemals ein Smartphone in die Hand zu nehmen?
Ja, das ist auch ne gute Frage. Ich würde spontan sagen: Kommt auf die Ladeplanung vom Auto an. Wenn die, wie der Vorredner schreibt, richtig gut ist, kann man auch ohne Smartphone weit kommen. An Schnellladern geht ja mittlerweile fast überall auch Zahlen mit Karte.
Ich kann EVMap in Verbindung mit Chargeprice empfehlen. Chargeprice hat eine Bezahlversion, für die meisten (wie mich auch) wird die kostenlose ausreichen. @Eule ohne passende App zahlst Du schnell 30ct pro kWh mehr. AdHoc ist in der Regel nicht zu empfehlen.
Am besten legt man sich einen der Großen zu (ionity, EnBW, Aralpulse - letzterer für ADAC-Mitglieder ohne Grundgebühr) und einen Lokalanbieter. Dann ist man ohne Wallbox meiner Meinung nach ganz gut aufgestellt.
edit: Aber es braucht keine App, die Ladekarte des Anbieters reicht völlig aus.
wir haben mit Kia auch ein ausreichendes Navigationssystem für Ladepunkte, da braucht es eigentlich schon nichts mehr extra. Das geht alles mit dem Auto Navi. Das mal vorweg.
Dennoch gibt es neben der Onboard Navigation immer noch weitere Anwendungsfälle:
Chargeprice nutzen wir meist außerhalb des Autos um sich einen Überblick zu verschaffen wo man an einem unbekannten Ort laden kann. (Hotel, Supermarkt, Unternehmen, usf.)
Für die Routenplanung umfangreicher Reisen vor dem Start aber auch unterwegs immer mehr ChargingTime denn teilweise sind alle 20km Ladestationen und hier kann man Filtern nach was einem auch immer beliebt. (Toilette, Überdacht, Entfernung, Essen, Snacks, usf.)
Und für das maximale Nerd Level dann natürlich ABRP. Das dann vor allem wenn wir mit Caravan als Gespann unterwegs sind denn da will man es schon sehr präzise planen können.
Gruss Andreas
P.S. Übrigens hatte ich bei Universal Laden auch neben DCS Produkten direkt an Chargeprice und ChargingTime denken müssen die sowas anbieten - nutze ich aber nicht.
Wie schon geschrieben, ich nutze für die Routenplanung keine App (höchstens abends die von BMW und sende mir das Ziel ans Auto).
Fahre ich ohne Ziel im Navi, fragt das Auto bei niedrigem Ladestand nach, ob es eine Lademöglichkeit suchen soll. Die kann man dann einfach im Auto auswählen bzw. sieht auf der Karte wo die sind. Dort bekommt man auch Preis und Belegungsstatus angezeigt.
Im Heimbereich kennt man meist seine bevorzugten Ladepunkte, da fährt man hin wie beim Verbrenner zur Tanke.
Ansonsten plant das Navi die nötigen Ladestopps auf der Strecke ein.
Auch da brauche ich keine App.
Eigentlich ist das Laden mittlerweile sehr einfach geworden.
Das funktioniert aber auch nur, solange die Daten gepflegt werden.
Wer Gebrauchtwagen kauft, kennt das Phänomen, dass das integrierte Navi nutzlos geworden ist. Und dann hilft nur noch androidauto oder carplay.
Auch bei Gebrauchtwagen kann man das zugehörige Datenpaket für diesen Dienst kaufen, falls es nicht sowieso enthalten ist.
Aber ja, wenn die Gebrauchtwagen älter sind, kann so etwas natürlich passieren.
Mit Routenplaner
Lade Stationen können an Apple Maps (CarPlay) gesendet werden
Der ladetarif s ist ohne Grundgebühr, für den Urlaub / temporär viel extern laden kann man sich mit 30 Tagen mindest Laufzeit einen anderen Tarif mit Grundgebühr und günstigeren kWh Preis bei Bedarf holen und dann wieder zurück wechseln.
Wenn es nur um das Finden/Navigieren geht, so kann man dafür auch einfach Apple Karten bzw. Google Maps nutzen.
Beide zeigen nach Suche Ladesäulen inkl. deren Belegung an und man kann sich dahin navigieren lassen. Bei Fahrzeugen, die das über Apple CarPlay oder Android Auto unterstützen, können beide auch eine ladeoptimierte Route planen. Das hängt aber von der Unterstützung des Fahrzeugs ab (z.B. Ford oder Porsche unterstützen das).
Jedes halbwegs aktuelle E-Auto sollte aber eine eigene Navigation anbieten, mit der man Ladesäulen finden und sich dahin navigieren lassen kann (das kann sogar unsere 6 Jahre alte Zoe).
Dabei sollte man unterscheiden:
Bei AC-Laden (11kW/22kW) muss der Akku in unseren Breitengraden nicht vortemperiert werden.
Bei DC-Laden ist es sinnvoll, den Akku vorzutemperieren, um die kürzestmögliche Ladezeit zu haben. Die meisten Fahrzeuge machen das automatisch sobald man eine DC-Ladesäule annavigiert. Manche bieten darüber hinaus die Möglichkeit, das Vortemperieren manuell zu starten.
Vergisst man es oder ist die Strecke bis zur Ladestation zu kurz, muss der Akku (gerade im Winter) an der Ladesäule erst auf Temperatur gebracht werden, was die Ladezeit verlängert.