Ich stimme nur im Punkt 3 zu, du gehst aber in keinen Punkt auf mein Thema ein.
Ich sage, es geht nicht um Solidarität oder Neid, sondern Folge der Einschätzung des Ethikrats, dass das Thema Gerechtigkeit beleuchtet werden muss. Mein Argument ist die fehlende Beleuchtung der Gerechtigkeitsfrage. Dieser Punkt wurde in der Lage mehr oder weniger in einem Nebensatz genannt. „Stichwort: Politische Entscheidung“
In der Lage wurde gesagt, - verkürzt - es sei eine politische Entscheidung, ob das Restrisiko klein genug ist und somit das zugrundeliegende Argument - es gehe keine Gefahr von Ihnen aus - überhaupt anwendbar ist.
Hier gibt es in der Tat einen solidarischen Aspekt, nämlich wenn geimpfte nicht mehr einen schlimmen Krankheitsverlauf haben aber doch das Infektionsgeschehen mit weiter vorantreiben können oder neue Varianten verbieten könnten.
Die Studienlage, auf der die Politik für ihre Entscheidung zurückgreift, zeigt tendenziell ein beruhigendes Bild. Es ist jedoch noch eine sehr dünne Studienlage.
Letztendlich kann niemand mit vertretbarem Aufwand eindeutig bestimmen, ob eine zu kontrollierende Person tatsächlich geimpft ist. Da die Kontrolle so gut wie unmöglich ist, sind Maßnahmen wahrscheinlich akzeptabel. Zumindest kann man das ableiten, weil das Bundesverfassungsgereicht selber angedeutet hat - Ausgangssperre und dessen Kontrolle sei ein geringerer Eingriff als die unmittelbaren und direkten Kontrollen in Privatwohnungen.
Mit meinem Beitrag wollte ich versuchen, die Diskussion auf den Kern zu führen, den der Ethikrat explizit erwähnt hat.
Die Politik trifft eine politische Entscheidung und akzeptiert ein Restrisiko in dem Einschränkungen zu Bekämpfung der Pandemie zurückgenommen werden.
Ist diese Entscheidung Gerecht in Anbetracht der weiterhin hohen Auslastungen der Intensivstation, in der doch erstaunlich unbekannten Situation bezüglich der verbreiteten der Varianten in Europa und in Deutschland ist?
Vielleicht kann man es noch einfacher formulieren: Ist es Gerecht beim aktuellen Stand der Wissenschaft und des Infektionsgeschehen, politisch zu Entscheiden das Restrisiko ist klein genug?
Meine persönliche Meinung ist, dass diese politische Entscheidung mehr durch den Wahlkampf beeinflusst ist als durch die wissenschaftliche Faktenlage. Es ist nur recht und billig die Annahme zu akzeptieren, dass keine Gefahr von immunisierten ausgeht, um dann folgerichtig und unstrittig die Grundrechtseinschränkungen für diese bestimmte Gruppe zurück zu nehmen.