Nein, die “vorherrschende Meinung” hier ist, dass es durchaus Gründe gibt, Artenschutz hinter anderen Belangen zurückzustellen. Das sollte aber aufgrund der geltenden Rechtslage abgewogen werden, wobei es sinnvoll ist, dass auch Verbände diese Rechtslage einklagen können. Das ist in diesem konkreten Fall mit dem Ergebnis passiert, dass die Fabrik jetzt in Franken und nicht in Berlin steht. Wo genau das Problem mit diesem Ergebnis ist, wurde von deiner Seite immer noch nicht dargelegt.
Verschiedene Diskutanten, mich eingeschlossen, haben außerdem zugestimmt, dass die Rechtsgrundlage für den Artenschutz durchaus mehr in Richtung Populations- und Habitatsschutz anstelle von Individuenschutz gestaltet werden könnte.
Du forderst im Übrigen einen zuvorkommenden und respektvollen Umgang mit dir und deinen Meinungen ein, stellst aber selbst keinerlei Bereitschaft zur Schau, auf die Argumente und Kritik deiner Diskussionspartner einzugehen.
Keine Ahnung, war noch nie in einem Salon. Dafür verbringe ich viel Zeit im Gemeinderat und Kreistag, engagiere mich ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen und bin Mitgründer eines solidarisch und nachhaltig arbeitenden landwirtschaftlichen Betriebs. Da ist Artenschutz, Landnutzung und wirtschaftliche Entwicklung überall keine hämische Schlagzeile, sondern eine Vielzahl komplexer Einzelentscheidungen, die trotzdem ein kohärentes Ganzes ergeben müssen, das der Gemeinschaft dient. Sich über “fünf Kröten” zu echauffieren ist einfach. Aber jedem, der sich von solchen Schlagzeilen getriggert fühlt, würde ich ernsthaft ein kommunalpolitisches Engagement ans Herz legen, um mal ein paar solcher Fälle in der Gänze mitzuerleben.
Dann stellt sich nämlich schnell raus, dass so ein paar Absätze im Focus selten die ganze Story sind. Und das Artenschutz im städtischen Raum natürlich nicht einfach “Quatsch” ist. Im Gegenteil: unsere Städte wären erheblich lebenswerter und auch billiger, wenn man Umweltbelange bei der Siedlungsplanung konsequent mitdenken würde. Die Konflikte zwischen Umwelt-/Artenschutz und Bauvorhaben entstehen ja oft erst, weil bei der Raum- und Bauplanung entsprechende Erwägungen unzureichend berücksichtigt werden.
Dann ist ja gut, dass man das nicht muss. Die Kröten hätten natürlich umgesiedelt werden können. Geschieht so in vielen Fällen jeden Tag. Dass das nicht passiert ist, lässt darauf schließen, dass dem Unternehmen dieser Prozess zu komplex und/oder zu teuer war. Die Fabrik ist dann eben irgendwo gebaut worden, wo keine Kröten umgesiedelt werden mussten. Nochmal: wo ist hier das Problem?
Außerdem von dir bisher noch nicht beantwortet: Wo ist genau dein Problem damit, dass Verbände und Vereine geltendes Recht durchsetzen? Wir erleben doch tagtäglich (z.B. beim Klimaschutz), dass dies eine wahnsinnig wichtige Rolle ist, die vor Einführung des Verbandsklagerechts auch keine andere Institution in ähnlicher Weise effektiv wahrnehmen konnte. Wenn man hier ein Problem sieht, sollte man sich für eine Veränderung der Rechtsgrundlage einsetzen, nicht die Durchsetzung geltenden Rechts in Frage stellen.