Erderwärmung und exponentielles Wachstum der Folgen

Die Geschwindigkeit bzw. Rate, mit der chemische Reaktionen ablaufen, wächst exponentiell mit steigender Temperatur, Arrhenius hat für diese Zusammenhänge Anfang des vorigen Jahrhunderts den Nobelpreis bekommen.
Das erklärt uns, weshalb die Schäden und Wirkungen der globalen Erderwärmung von bislang gut 1 Grad noch recht gering waren und weshalb diese in naher Zukunft sehr schnell zunehmen werden, wenn nicht sehr schnell CO2 Emissionen (und Methan und andere) auf Null gebracht werden.

Ich zitiere aus dem Wikipedia Artikel:
Eine Temperaturerhöhung führt zur Zunahme der Reaktionsgeschwindigkeit. Eine Faustregel, die sogenannte [Reaktionsgeschwindigkeit-Temperaturregel (RGT-Regel)] (RGT-Regel – Wikipedia), sagt bei einer Temperaturerhöhung von T 2 − T 1 = 10 K (… Formeln …) eine Verdopplung bis Vervierfachung der Reaktionsgeschwindigkeit voraus.

Wer es ausführlich nachlesen möchte:

Oder: alle jetzt Lebenden haben es in der Hand - aber die Zeit für Kompromisse - etwa „Kohlausstieg 2038“ ist vorbei!

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Das kann ich voll unterschreiben. Aber die Arrhenius-Gleichung ist kein Argument dafür. Ob es exponentielles Wachstum der Folgen gibt, lässt sich aus Ihr nicht ableiten. Ich hätte viel eher Angst vor Kipppunkten, weil das Klima ein chaotisches System ist.

Die Arrhenius-Gleichung lässt sich nicht anwenden, weil es sich bei den wesentlichen Vorgängen nicht um chemische Reaktionen handelt. Insbesondere gibt es keine Aktivierungsenergie, die zu überwinden wäre.

Außerdem handelt es sich bei der Arrhenius-Gleichung nicht um eine Gleichung, die exponentielles Wachstum beschreibt. Zwar ist eine E-Funktion in der Gleichung enthalten, aber exponentielles Wachstum würde bedeuten, wenn ich die Temperatur um eine konstante Zahl (Summanden) erhöhe (z.B. ein Grad), dann erhöht sich die Geschwindigkeit der Vorgänge um einen konstanten Faktor. Das ist bei der Arrhenius-Gleichung nicht der Fall. Wenn ich bei der Arrhenius-Gleichung bei einer höheren Temperatur starte und ein Grad erwärme, wird sich die Geschwindigkeit um einen geringeren Faktor steigern, als wenn ich bei niedrigerer Temperatur starte.

Daher bitte: Nicht mit diesem unbrauchbaren Argument in die Klimadebatte gehen. Es gibt genug und handfeste „richtige“ Argumente.

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Zu den Kipppunkten und den handfesten Argumenten: Die aktuelle Hochwasserkatastrophe ist mitverursacht durch eine Verlangsamung des Jetstream, der dadurch wiederum ein über Osteuropa stationäres Hoch lange Zeit nicht aufgelöst hat, wodurch das Tief über Westdeutschland sich lange ausregnen konnte. Freilich kamen noch ein paar weitere Faktoren dazu, wie z.B. ein durch ein ungewöhnlich feuchtes Frühjahr gesättigter Boden.
Ich meine aber das Beispiel zeigt, dass es nicht um eine graduelle Verschiebung geht, sondern irgendwann ein Punkt erreicht ist, wo die Phänomene qualitativ anders werden.
Es gibt ja auch kein allmähliches Anwachsen von Waldbränden, sondern irgendwann wird es so heiß und trocken, dass es in einer Region fast überall zu brennen anfängt und nicht mehr aufhört.

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