Entwicklungsländer - schwieriger Begriff

Guten Morgen,
erstmal danke für eine wieder spannende Lage-Folge. Mir ist aber zum wiederholten mal aufgefallen, dass ihr den Begriff „Entwicklungsländer“ gebraucht, gegen den ich gerne plädieren würde.
Mir ist klar, dass der Begriff weit gebräuchlich ist, auch von politischer Seite etc. Aber mensch kann sich ja seine eigenen Maßstäbe setzen.
Argumente die dagegen sprechen, von Entwickungsländern zu sprechen finden sich vor allem in der postkolonialen Tradition. So impliziert der Begriff eine normative Dimension, die Ländern sind „unterentwickelt“ (vielleicht daher auch nicht mündig, kindlich?) und entwickeln sich hin zu den schon „fertigen“ Ländern, ein Streben hin zum Vorbild der Industrieländer (dabei ist es doch mehr als fragwürdig ob diesen Vorbildern gefolgt werden sollte). Der Begriff bringt also eine Hierarchisierung mit sich. Da die sogenannten „Entwicklungsländer“ zu einem Großteil ehemalige Kolonien sind, müsste hier erstmal darüber nachgedacht werden warum solch erhebliche Unterschiede zwischen Ländern bestehen und wie diese historisch entstanden sind.
Alternative Begriffe wären Länder des Globalen Südens /Länder des Globalen Nordens.
Eigentlich werden diese Begriffe im Kulturwissenschaftlichen Kontext auch fast ausnahmslos verwendet (zumindest was ich so mitbekomme).
Ich würde mich freuen, wenn ihr hier mal darüber nachdenken wolltet.

Liebe Grüße