Ghana ist im Vergleich zu Deutschland kein Einwanderungsland. Wir sind auf Zuwanderung angewiesen. Da die Frage auch nichts mit dem Thema beschleunigtes Fachkräfteverfahren/Eheschließung/Einwanderung nach Eheschließung zu tun hat, würde ich empfehlen, selbst zu recherchieren.
Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass sowohl die Hochzeit als auch die generelle Einwanderung für eine hochqualifizierte Fachkraft aus Ghana extrem schwer ist, während deutsche Politiker das Gegenteil behaupten.
Die Anzahl der absurden Einzelfälle, die uns widerfahren sind, ist mittlerweile auch so hoch, dass ich in den Behörden von strukturellen Problemen ausgehe.
Man kann ja selbst einfach mal den Test machen und der Botschaft zwei spezifische Fragen via Mail senden. Die Antwort (falls überhaupt eine kommt) wird vermutlich die Fragen nicht beantworten.
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ped
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Ich kann das nicht für Ghana, aber für Burkina Faso (ein Nachbarland von Ghana) für den Zeitraum ca. 2010-12 beantworten: die eigentliche Einreise als Deutsche/r war mit „Visa on Arrrival“, möglich, man hat also einfach am Flughafen bei der Ankunft eine Aufenthaltsgenehmigung (aber keine Arbeitsgenehmigung) für mehrere Monate erhalten. Ohne Arbeitsgenehmigung war die (mehrfache) Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung für weitere sechs Monate ziemlich unkompliziert. Insbesondere als mit ausreisender Partner also alles kein Problem.
Für eine Arbeitsgenehmigung musste man einen Arbeitsplatz nachweisen. Das Verfahren war damals auch recht bürokratisch, man konnte aber lokale „Experten“ anheuern, die für einen niedrigen dreistelligen Eurobetrag (in dem die Verfahrensgebühren schon enthalten waren) diese Aufgabe übernommen haben. Dann musste man selbst eigentlich nur einmal bei der Behörde auflaufen und ein Formular unterschreiben. In der Regel wird sowas vom Arbeitgeber schon vor der eigenen Anreise alles eingetütet, was mit Vorlauf von ca. 3 Monaten problemlos machbar war.
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Zusammenfassend sind es also nicht nur die Botschaft in Accra, sondern auch die Ausländerbehörde und noch ein Gericht das Problem? Da würde ich eher davon ausgehen, dass mangelnde Informationsgewinnung und fehlendes Verständnis für das Thema an sich auf eurer Seite zur Situation beigetragen haben könnten. Auch in dem Bereich gibt es Fachanwälte.
Die Hürden bei reglementierten Berufen gibt es nicht ohne Grund, und sie schützen in deinem Fall deine Frau und die Patienten.
Der Vergleich mit den USA hinkt, weil da schon die Sprachbarriere viel niedriger ist. In Ghana ist englisch Bildungssprache. Naja. Und das Examen muss man in den USA auch erst einmal schaffen.
Die Frustration kann ich nachvollziehen, aber die Ursachen dafür sind vielfältig. Für das unsichere Urkundswesen in Ghana kann der deutsche Staat auch nichts. Aber er muss damit umgehen.
https://www.make-it-in-germany.com/fileadmin/1_Rebrush_2022/b_Arbeitgeber/PDF-Dateien/BMWK_Beschleunigtes_Fachkraefteverfahren_3-2022-DE-bf-final_web_bf.pdf#:~:text=1.-,Was%2520ist%2520das%2520beschleunigte%2520Fachkräfteverfahren%253F,verkürzen%2520(siehe%2520Frage%25207).
Das beschleunigte Fachkräfteverfahren wird vom
zukünftigen Arbeitgeber initiiert, nicht von privat.
Deutschland hat da schon ein Problem. Ich kenne einige Paare, die im (nicht EU-) Herkunftsland des Partners geheiratet, und sich das dann hier haben anerkennen lassen - weil das einfacher ist als die Hochzeit in Deutschland über die Bühne zu bringen.
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Ich kenne ein Paar, das aus diesem Grund in Dänemark geheiratet hat.
ped
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Nein. Das ist der absolute Normalfall für das Einwanderungsverfahren von Menschen aus (Subsahara) Afrika. Schon die Beantragung eines normalen Visums für einen kurzzeitigen Aufenthalt mit legitimen Grund und guter Absicherung durch etablierte Arbeitgeber/Organisationen ist ein teures, mehrmonatiges Verfahren mit völlig unklarem Ausgang. In meinem Bekanntenkreis ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass in solchen Fällen erst über die politische Ebene (man ruft seinen Kontakt im Außenministerium an und macht ordentlich Druck) das Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Das wirklich dämliche ist dabei noch nicht mal die Dauer oder die Kosten des Verfahrens als solche. Sondern dass das Verfahren völlig intransparent ist, man keinerlei Planungssicherheit hat und die entgültige Entscheidung scheinbar völlig arbiträr von der Laune der jeweils beteiligten Personen abhängt.
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Ich finde es äußerst beunruhigend, dass Deutschland es nichtmal schafft die geregelte Einwanderung von Fachkräften schnell und einfach möglich zu machen.
Wir stehen dort in massiver Konkurrenz mit anderen europäischen Ländern und wenn wir es schon nicht schaffen unser Rassismus-Problem zu lösen, sollten wir zumindest einen schnellen und einfachen Weg anbieten als Fachkraft nach Deutschland einzuwandern.
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Das mag hier zwar nicht in das Weltbild der sich abriegelnden EU passen, aber es stimmt halt einfach nicht.
Das sind die Zahlen der EU für sog. Schengen Visa inkl. der Ablehnungsquoten.
Und wenn da wirklich jedes mal erst über Umwege interveniert werden würde, dann könnte alleine Deutschland nicht über 1 Million Anträge weltweit angenommen haben. Es gab weltweit eine Ablehnungsquote von 16,2%. Die dürfte in Subsahara etwas höher sein und in anderen Ländern entsprechend niedriger. Es ist halt auch immer eine Frage des Migrationsdrucks. In Ghana sind es gemäß Liste knapp über 44% Ablehnungsquote. Das ist der Durchschnitt aller Schengenvertretungen im Land und sagt natürlich nichts über die individuelle Quote nach Schengenländern aus. Aber auch das geht aus der Liste hervor. Die Ablehnungsquote liegt gemäß Liste in Ghana bei 24%. Also 20% unter dem Schengen-Schnitt im Land. Man könnte auch sagen, dass es an der Deutschen Botschaft einfacher ist das Schengen Visum zu bekommen.
Was die Eheschließung im Ausland angeht bzw. dem Nachweis der Ehefähigkeit, da muss man halt an das BGB ran, wenn man da etwas ändern möchte. Das hat aber nichts mit dem Visaverfahren direkt zu tun.
ped
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So funktioniert das mit den Visa aber nicht. Man braucht einen Grund, einzureisen und dieser Grund gibt auch das Land vor, wo man den Antrag stellt. Da hat man keine Wahlfreiheit.
Diverse (deutsche) Konsulate in Subsahara Afrika haben Ablehnungsquoten > 40%. Das finde ich schon krass hoch, denn da geht es ja gerade nicht um Arbeitsvisa, sondern um Familienbesuche, Tourismus, etc.
In der Liste nicht explizit aufgeführt werden übrigens „ungültige“ oder „zurückgezogene“ Anträge. Vielleicht werden die unter „abgelehnt“ gezählt. Aber wenn ein Kongolese aus Frust (oder weil der Anlass der Reise durch die lange Bearbeitungszeit nicht mehr akut ist) den Antrag zurückzieht oder nicht weiter verfolgt, dann taucht er in der Statistik vielleicht gar nicht auf.
Die Zahlen sagen auch nichts über meinen Hauptkritikpunkt aus: die generelle Intransparenz und Willkürlichkeit des Prozesses. Du kannst mir das natürlich einfach nicht glauben, aber ich unterhalte mich berufs- und bekanntenkreisbedingt ein paar mal im Jahr mit und über Afrikaner, die Visa für Deutschland beantragen und das ist auf gut Deutsch eine Shit Show, die keinem Beteiligten zum Vorteil gereicht. Über andere Schengenstaaten kann ich nicht reden, aber meine Vermutung ist, dass es da ähnlich aussieht.
Ich würde außerdem darauf hinweisen, dass die Hürden für Visaerteilung für den Schengenraum schon formal so hoch sind, dass nur eine sehr ausgewählte Gruppe Afrikaner überhaupt den Versuch unternimmt, eins zu bekommen. Das ist nichts, was man mal so zum Spaß macht, sondern bedeutet in der Summe hunderte Euro Ausgaben und (je nach Wohnort) mehrere tagelange Reisen zum Konsulat zur Wahrnehmung von Vorstellungsterminen, von der sehr umfänglichen Korrespondenz mit den Gastgebern in Deutschland mal ganz abgesehen.
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Nochmal, ich empfehle da einfach mal eine professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, wenn Sie häufiger im Bereich Visa unterwegs sind.
Es gibt keine abschließende Liste der Reisegründe bei Schengen Visa. Ob Schengen Visum oder nicht richtet sich ausschließlich nach der Länge des geplanten Aufenthalts im Schengen-Raum. So kann es selbst ein Schengen-Visum zur Arbeitsaufnahme sein, wenn der Aufenthalt bis maximal 90 Tage vorgesehen ist. Ganz hilfreich ist das Studium der Rechtsgrundlage, dem Visacodex:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex%3A32009R0810
Die von mir verlinkte Liste zeigt die Daten für alle Länder. Warum dann so unpräzise? Der beantragte Reisezweck lässt sich allerdings nicht aus der Liste entnehmen. Darum ist es spekulativ, ob nun Visa für den Familienbesuch oder für Tourismus abgelehnt wurden,
Alles Spekulation. Wie mit ungültigen oder unvollständigen Anträgen umzugehen ist, ist ebenfalls dem Visacodex zu entnehmen.
Wie kommen Sie darauf? Jeder Bescheid ist mit einem Rechtsbehelf versehen. Generell kann jeder Verwaltungsakt auch vor dem Verwaltungsgericht geprüft werden. Meistens im Rahmen einer Verpflichtungsklage. Und das passiert auch. Das entspricht dem Rechtsstaatsprinzip.
Nun ja, man braucht halt grundsätzlich einen Reisegrund. Und es gibt auch Länder mit Visaerleichterungsabkommen oder sogar Visa-freien Einreise. Das hängt dann aber halt auch vom Missbrauchspotential/Migrationsdruck/politischen Interessen usw. ab.
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Mein Beitrag war auf Deutschland bezogen.
Für Dänemark kann meine Frau unkompliziert und innerhalb von 15 Tagen ein Visum für den Schengenraum erhalten.
Wie gesagt, zur Zeit stellt Ghana (von Oktober an prüfe ich wöchentlich) nicht mal Touristenvisa für Ghanaer aus, während sie aber auch unsere Unterlagen nicht bearbeiten.
Die offizielle Stellungnahme dazu lautet, dass es derzeit über 1.000 Ehegattennachzugsverfahren gibt, die der Reihe nach abgewickelt werden müssen. Ich finde 1000 Verfahren für eine Botschaft, die derzeit keine Touristen oder Besuchsvisa ausstellt, echt wenig!
Nein, die deutsche Botschaft in Accra benötigte 10 Monate für die Überprüfung der Ledigkeitsbescheinigung und der Geburtsurkunde meiner Frau. Für die Familienzusammenführung (dort gibt es bis auf unsere Eheurkunde aus Deutschland auch sonst nur bereits durch die Botschaft geprüfte Dokumente) wird vermutlich weitere 10 Monate andauern. Man muss also für die Überprüfung einer deutschen Eheurkunde (ein Anruf im Standesamt der Botschaft würde genügen) Ewigkeiten einplanen. Angeblich wird „besonders gründlich“ geprüft, was auch in meinem Interesse wäre.
Es ist schlichtweg nicht rational und für „nicht beamte“ nicht nachvollziehbar. Das OLG München und das lokale Standesamt haben lediglich noch einen obendrauf gesetzt.
USA war kein Vergleich, sondern eine Alternative. Keine Sprachbarriere, vierfaches Gehalt … und der Test wird idR. von den Ärzten, die bereits in der Uni sehr gut waren, bestanden. Der Punkt war, dass meine Frau sich dennoch für Deutschland entschieden hat und nun einfach völlig frustriert durch die dysfunktionale Botschaft ist. Eine der jüngsten Studenten in Ghana die nun Jahre verschwendet bis sie sich überhaupt dem Approbationsverfahren unterziehen kann.
Hürden für Berufe sind nochmal ein ganz anderes Thema. Natürlich sollen Ärzte aus anderen Ländern ausreichend geprüft werden. Da würde dir auch niemand widersprechen.
(edit. Mod.) : Meine vorherige Aussage war, dass man in den USA problemlos in der cardiologie das 4 Fache des deutschen Netto gehaltes veriedenen kann. Damit habe ich weit untertrieben, die Moderation dachte es wäre eine Übertreibung.
Etliche Quellen belegen das absurd hohe Gehalt in der Cardiologie in den Staaten. Dazu kommen natürlich geringere Abgaben auf das Gehalt - Das soll hier aber nur eine Randinfo sein. Bzw. aufzeigen, dass Deutschland nicht grundsätzlich das Paradies für Ärzte ist.
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Kann das bestätigen, ich bin Mitglied in einem Partnerschaftsverein mit einer Gemeinde in Ghana. Wir organisieren seit über 30 Jahren regelmäßige Besuche in beide Richtungen, man kann hier also keinen Kompetenzmangel vorwerfen, und es wird zunehmend schwerer ein Visum zu bekommen - und bei uns geht es noch nicht mal ums Arbeiten oder Immigration, sondern um einfache Besuche, bei denen große Träger als Bürgen dahinterstehen.
Ein Tourismus-Visum für Deutschland als Ghanaer in Ghana zu bekommen bedeutet, dass man persönlich bei der Botschaft in Accra zum Interview erscheinen muss. Wenn man wie unsere Freunde im Norden wohnt ist das mal eben fast eine einwöchige Reise, da man neben den Fahrzeiten noch damit rechnen muss, dass der erste Termin platzt oder man aus fadenscheinigen Gründen beim ersten mal abgelehnt wird.
Anders herum werden die Visa-Anträge für Ghana dann aber auch mal ein paar Wochen einfach nicht bearbeitet. Zur Info: du musst deinen Reisepass und deinen Impfausweis dort im Original hinschicken. Heißt deine Papiere liegen dann da. Die jüngste Reise im Januar hat nur geklappt, weil dann ein Bekannter persönlich bei der Botschaft in Berlin vorstellig geworden ist.
Der Grundtonus ist eigentlich immer erstmal der Verdacht, dass man irgendwas im Schilde führt.
Das ist ein seltsamer Eindruck, wenn gleichzeitig mit sog. Migrationszentren für eben jenes geworben wird: Fachkräfte für Deutschland I Migrationszentrum in Ghana
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ped
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Das ist leider total normal bei allen deutschen Botschaften (in Afrika). Im Sudan hat das im letzten Jahr dazu geführt, dass bei Ausbruch von Kampfhandlungen in der Hauptstadt Khartoum die deutsche Botschaft geräumt wurde – ohne dass die Reisepässe der Antragsteller wieder ausgegeben wurden. In der Folge haben diese Leute nicht nur kein Visum für Deutschland bekommen (weil es natürlich nicht zumutbar ist, dass die Botschaft die Dokumente standardmäßig digitalisiert und die Anträge wenn nötig eben auch aus Deutschland oder einem der Nachbarländer heraus bearbeitet), sondern die Betroffenen konnten noch nicht mal ohne größere Probleme in ein anderes Land fliehen weil sie keinen Pass hatten.
Botschaften (und nicht so wie damals zum Thema Brasilianische Botschaft im Podcast in 2023) kritisch zu beleuchten wäre Interessant.
Das war dann wohl während der Pandemie. Der Blick auf der Webseite der Botschaft zeigt, dass kein Impfausweis benötigt wird.
Ja, so sind die Schengen Regeln und das hat erst mal nichts mit der Botschaft zu tun.
Wer lässt den Termin platzen? Und ansonsten ist die Entscheidung gerichtlich überprüfbar, wenn man denn der Meinung ist das einem unrecht geschieht.
Hier wird Zweierlei gemischt. Schengen sind Kurzzeitaufenthalte und haben nichts mit dem Fachkräftethema zu tun.
Deutsche Urkunden werden nicht überprüft (§ 437 ZPO). Und das Urkunden aus Ghana überprüft werden ist aufgrund des unsicheren Urkundswesen naheliegend.
Nochmal: Meine Frau muss auf ihr Ehegattennachzugsvisum ca. 10 Monate warten. Dort werden eine deutsche Eheurkunde und die bereits von der Botoschaft überprüften Unterlagen erneut überprüft. Dein Punkt ist in unserem Fall leider auch nur theoretisch richtig, da die Botschaft sogar Bilder der Hochzeit im Standesamt einfordert (ohne Bilder der Hochzeit kann die Botschaft die Eheurkunde ablehnen)! Auch einer der vielen Gründe, warum meiner Meinung nach strukturell in der Botschaft einiges nicht korrekt abläuft.
Und zum Vorredner: Meiner Frau wurde auch schon trotz Termin der Einlass verwehrt. Das habe ich aber bereits beschrieben.
ped
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Du stellst hier immer wieder die schöne Theorie dar, in der natürlich alles reibungslos funktioniert, alle Fristen eingehalten werden, die beteiligten Konsulatsmitarbeiter sich fehlerfrei an alle Regeln halten und ansonsten immer der Rechtsweg offensteht, der zuverlässig und kurzfristig alles regelt.
Auf der anderen Seite stehen hier mehrere Leute, die aus persönlicher und teils langfristiger Erfahrung sagen: es gibt da massive Probleme, die auch einen Teil der Erklärung liefern warum sich so verdammt wenige Fachkräfte für eine Tätigkeit in Deutschland interessieren (um mal zum Thema zurückzukommen).
Es bringt einfach nichts, immer wieder auf die angeblich so guten Regeln zur Visavergabe und Einwanderung zu verweisen, wenn in der Realität der gesamte deutsche Einwanderungsapparat den allermeisten Ausländern bei jeder Gelegenheit entgegenschreit: Wir wollen euch nicht, lasst uns in Ruhe.
Das jemand für einen Visumsantrag bei einem Konsulat persönlich vorstellig werden muss (durchaus auch, wenn vorher schon mal ein Visum bewilligt wurde), finde ich erstmal schon grenzwertig. Wenn dann diese Termine immer mal wieder kurzfristig abgesagt werden (wofür ich auch diverse Beispiele kenne), dann ist das eine Frechheit. Wenn Reisepässe für die Dauer des Visumsverfahrens physisch hinterlegt werden müssen, dann ist das im 21. Jahrhundert reine Unfähigkeit oder Gängelung.
Meine persönliche Erfahrung konzentriert sich vor allem auf Afrika. Da ist ein Kontinent mit 1,4 Milliarden Menschen, den eine Menge Geschichte mit Europa (und auch Deutschland) verbindet und auf dem es viele extrem leistungsbereite und inzwischen auch sehr gut ausgebildete Menschen gibt. Und unsere Behörden – von den Konsulaten bis hin zum Ausländeramt – behandeln diese Menschen ziemlich durchgehend wie lästige Bittsteller, die man wo immer möglich abwehren muss. Bescheuert, kann ich da nur sagen.
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