EAutos aus China

Bei eurem Kennzeichen E. Podcast erklärt ihr, warum E-Autos aus China günstiger sind. Dabei bezieht ihr euch auf Produktionskosten und Bedingungen im Vergleich…

Wenn ich mich nicht irre, ist es aber doch tatsächlich so, dass deutsche Firmen wie VW oder Mercedes auch fast alle Teile ihre Autos aus China beziehen. Wenn nicht direkt dann indirekt über die ganzen Bauteile oder Rohstoffe. D.h. Deutsche Autohersteller produzieren genauso in China billig und verkaufen teuer auf dem deutschen Markt.

Darum konnten die deutschen Firmen hohe Gehälter bezahlen, ihren Angestellten viele Urlaubstage gönnen und ihren Managern exorbitante Gehälter.

Dass China, jetzt auf dem deutschen Markt selber aktiv wird, ist meiner Ansicht nach der langersehnte gesunde Wettbewerb in einer Marktwirtschaft.

Ich finde es schon ziemlich unverschämt, wenn deutsche Hersteller sich beschweren, dass China jetzt den deutschen Markt überflutet, mit Produkten, die unter schlechten Bedingungen produziert wurden, sie selber das aber jahrelang gemacht haben, um extrem hohe Gewinne zu kassieren.

Seht ihr das auch so?

Ja, das sind die Produktionsstandorte. Das heisst aber nicht, das die meisten Bauteile der Autos nicht trotzdem aus China kommen.

Die Produktionsstandorte sind doch nur die Orte, an denen die Bauteile zusammengesetzt werden.

Wenn es so wäre, dass der außereuropäische Gehalt bei deutschen Marken genauso hoch wäre wie bei chinesichen, würde ich Dir recht geben. Solange das aber nicht so ist, fände ich es gut, europäischen Marken entsprechend bessere Konditionen einzuräumen als chinesischen. China ist ja für europäische Anbieter auch kein freier Markt.

Ich finde es gut, dass Du auch auf die Komponenten schaust, unsere Automobilindustrie besteht ja nicht nur aus den Fahrzeugherstellern, sondern auch aus vielen Zulieferern, von denen viele dem chinesischen Konkurrenzdruck mindestens genauso ausgesetz sind wie die Fahrzeughersteller.

Ich finde die Position des Westens gegenüber China generell fragwürdig, da stimme ich dir schon zu.

Ja, China hat sich in der Vergangenheit hart gegen Wettbewerb abgeschirmt - weil China aus einer sehr viel schwächeren Position als Europa und die USA gestartet ist. Natürlich wünscht sich der Westen, er hätte es in China so tun können, wie in anderen Regionen: Mit seiner überlegenen wirtschaftlichen Macht in den 50ern bis 90ern einfach alles aufkaufen und damit im Sinne des Postkolonialismus zu herrschen.

Genau um das zu verhindern hat China so agiert, wie bekannt ist. Und ich habe dafür durchaus Verständnis. Es war der einzige Weg, tatsächlich zum Westen aufschließen zu können. Das kann man China ehrlich gesagt nicht übel nehmen.

Jetzt hat China weitestgehend zum Westen aufgeschlossen (und ihn in weiten Teilen gar überholt), dummerweise versucht China nun ähnlich postkolonial wie der Westen, durch finanzielle Macht Kontrolle über andere Länder (z.B. in Afrika) zu gewinnen. Jetzt ist China tatsächlich stark genug, dass wir als Westen von China verlangen können, die Handelsbarrieren, die dem Schutz des damals unterentwickelten Chinas dienten, abzubauen. Das tut China tatsächlich auch, der Joint Venture-Zwang, der deutsche Firmen zwang, mit einem chinesischen Unternehmen zusammen zu arbeiten, wurde z.B. beendet. Insofern ist es durchaus richtig, dass wir jetzt auf Augenhöhe miteinander interagieren müssen.