Nach einem geflügelten lage wort: „no brainer“
Aber: hilfts? Wann folgt die CDU? Welche Gruppen, Organisationen und Personen (wollen/werden) folgen und ab wann ist die kritische Menge überschritten?
Nach einem geflügelten lage wort: „no brainer“
Aber: hilfts? Wann folgt die CDU? Welche Gruppen, Organisationen und Personen (wollen/werden) folgen und ab wann ist die kritische Menge überschritten?
Egal wo die kritische Menge liegt - wenn große Player wie die politischen Parteien, der öffentlich-rechtliche Rundfunk und idealerweise auch große Teile der privatwirtschaftlichen Medienlandschaft diese Problemplattformen verlassen, kommen wir der kritischer Menge jedenfalls näher. Daher ist es zu begrüßen und nur konsequent - und schön, dass die drei Parteien diesen Schritt zusammen gehen.
Grundsätzlich ist X - vor allem im Deutschland - ohnehin eher ein „professionelles Medium“, daher: Es ist relevant für Journalisten und wird weniger vom „einfachen Bürger“ genutzt. Gerade vor diesem Hintergrund ist es gut, wenn die Parteien die Plattform verlassen, weil die Plattform damit auch für Journalisten deutlich uninteressanter wird.
Ich sehe den Schritt mehr als kritisch und würde mich diesem Kommentar im Tagesspiegel anschließen: SPD, Grüne und Linke verlassen X: Der falsche Schritt zur falschen Zeit
Am Ende haben wir dann die linke Bubble auf Bluesky und die rechte auf X. Wo findet dann noch „das über den Tellerrand schauen“ statt?
Wenn man sich dann noch die wirklich bedenkliche fast weinerliche Einstellung zu Kritik an der eigenen Person von Hr. Merz bei Miosga anschaut oder sogar die krasse Anzahl von Klagen von Hr. Habeck in der Vergangenheit, frage ich mich mittlerweile wann wir wieder von Majestätsbeleidigung in Deutschland sprechen werden.
Auf X schaut man schon eine Weile nicht mehr über den Tellerrand, sondern in den Abgrund einer rechts-autoritären Propagandaschleuder. Da gibts nichts zu gewinnen, da wurde Austausch, den es früher noch gab, längst zur Ausnahme. Weil X eben kein “level playing field” mehr ist, wo es um Austausch geht oder auch nur gehen kann. Ich diskutiere halt lieber auf “Leistungskursniveau”, als in Musks Mordor der Pseudo-Meinungsfreiheit auf Trolle einzudreschen. Mit Schülern, die ihre Hausaufgaben nicht machen und selbst auf G-Kurs-Niveau nicht diskutieren können und wollen muss ich eh den ganzen Tag arbeiten. Von daher gilt für meine Freizeit: Wer sich schon um die eigene Meinungsbildung nicht bemühen will, an den verschwende ich sicher nicht die Zeit, ihm die Argumente zu liefern, die er sich selbst hätte anlesen sollen und denen er sich ohnehin verweigern wird, weil 0 Interesse am Lernen, am Entwickeln von Meinungen besteht. Meine Zeit ist wertvoll, die muss man sich schon auch verdienen.
“Schauen” kann man ja weiterhin, darum geht es aber nicht. Es geht zum einen um den Algorithmus von X, der nach Musk’s Übernahme des Konzerns klar deutlich verändert wurde und rechten/libertären Ideen mehr Sichtbarkeit gegeben hat und, ich nenn sie mla, “linken” Meinungen weniger. Man kämpft dann mit einem Arm hinten dem Rücken.
Dazu kommt, dass man mit Posts auf X weiterhin diesen Praktiken Popularität verleiht und auch noch Musk unterstützt (nicht mal nur finanziell, aber eben auch).
Ich sehe eher einen ganz anderen Kritikpunkt: Beim Verlassen von X können sich die 3 Parteien offensichtlich einigen, und man macht sich als Lnker ein wenig Hoffnung, dass das auch sonst geschehen könnte. Aber da liegen die Parteien schon sehr weit auseinander. Die Grünen kritisieren in der Opposition die Ausgaben der “Sondervermögen”, die Linken liegen mit ihrer Außenpolitik meilenweit weg von den Grünen während die SPD, wenn sie denn überhaupt eine eigenen Position vertritt, den Sozialstaat zusammenstreicht, weil die drittgrösste Volkswirtschaft (noch) kein Geld habe und damit mit den Linken kolidiert.
Für mich ein richtiger Schritt, aber der absolut kleinste Gemeinsame Nenner.
Vorher gab es eine progressive und eine regressive/rechte Bubble auf Twitter.
Die Funktionsweise der Plattformen hat ganz automatisch dazu geführt.
Das Neue an X ist lediglich, dass Rechte jetzt noch barrierefreier hetzen können.
Die einzige Frage, die sich stellt, ist also, ob man das Biest füttern sollte.
Wer wirklich meint, Rechte zum Nachdenken bringen zu können, gar Einstellungen via Antisocial Media beeinflussen zu können oder auch nur einen sachlichen Diskurs mit Rechten führen zu können, hat schlichtweg nicht verstanden, wie diese Plattformen genutzt und rezipiert werden.
Und was bestimmte Rechte auf X oder Truth Social verbrechen, bekommt man über klassische Onlinemedien mit. Es entgeht einem also nichts von Belang.
Ich glaube, hier muss man insgesamt nochmal betonen, dass die Welt größer ist als X/Twitter. Auf X posten gerade mal ~50.000 Accounts in deutscher Sprache pro Tag. Selbst wenn die Zahl der stillen MitleserInnen zehn Mal so hoch liegt, sind wir nicht mal bei einer halben Million NutzerInnen.
Das Netzwerk ist vielmehr dadurch populär geworden, dass es sich als Kommunikationsplattform zwischen JournalistInnen und PolitikerInnen etabliert hat. Das war immer schon eine Bubble und noch nie dazu da, direkt mit einer großen Zahl an BürgerInnen zu kommunizieren. Das ging immer schon über den Umweg der klassichen Medien, indem dann jemand in der tagesschau einen Tweet vorliest.
Deswegen scheint es mir auch völlig unproblematisch, X zu verlassen. Dann werden Pressemitteilungen eben wieder über Mailinglisten oder Instagram oder Bluesky oder LinkedIn verteilt, geht doch auch. Den tollen Diskurs auf X scheinen mir eher die zu verteidigen, die selbst da häufig unterwegs sind und darum glauben, was auf X passiert sei irgendwie total wichtig.
Exakt das habe ich mir auch gedacht. Die Zahl der Posts unter deutschen Hashtags ist sehr gering, die „Antworten“ auf Posts genauso.
Dazu kann man zwischen Bots und echten Personen kaum mehr trennen.
Speziell Twitter war nie als Diskussionsplatform konzipiert.
Die Medienlandschaft ist inzwischen so vielfältig (Radio, lineares TV, Podcasts, Zeitungen, Websites von Zeitungen/TV Sendern, Nachrichtenapps, YouTube Kanäle, Social Media Platformen, Foren, Newsletter, …. ), dass die einzelnen Teilbereiche wahrscheinlich alle in ihrer Reichweite überschätzt werden.
Viel zu spät, aber besser spät als gar nicht.
Wann folgen endlich die staatlichen Institutionen. Wie kann eine staatliche Institution, die ja eigenlich genügen wege hätte im ihre Bürger zu erreichen, es rechtfertigen, Geld an X zu überweisen.