In der Vergangenheit gab es durchaus auch Garantien von 6 Jahren. Daher habe ich 7 Jahre als Referenz genommen. Aktuell sind 8 Jahre Industriestandard, das ist korrekt. Das gilt aber für relativ neue Gebrauchtwagen.
Nicht jeder Anbieter hat in der Vergangenheit Batterien mit austauschbaren Modulen verbaut. Tesla tut das meines Wissens noch immer nicht. In diesen Fällen müsste die komplette Batterie gewechselt werden.
Und die 5000 € bezogen sich auf den Austausch eines Moduls, je nach Hersteller. Hier gibt es beispielsweise ein paar Werte.
Agree. Das ist aber nicht unüblich. Risiken neuer Lösungen werden in einem risikoaversen Land wie Deutschland immer erstmal überschätzt und alte unterschätzt. Beispiele dafür gibt es etliche zu bestaunen: Cannabis vs Alkohol, Covid vs Impfung, Digitalisierung vs Datenschutz usw…
ffiene
24
Das muss ich mal relativieren: wir laden unsere Elektroautos täglich (ca mit 16 und 20kWh), auch wenn wir 42kWh sowie 105kWh Akkus im Auto haben und der kleine nur alle zwei Tage und der große einmal pro Woche geladen werden müsste.
Grund: PV mit Hausakku.
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Doch, aber es gibt ein anderes Problem. Tesla verkauft dir nur einen neuen Akku im Tausch gegen den alten. Tesla bereitet den dann selbst wieder auf, tauscht kaputte Module aus und bietet den dann als „refurbished“ vergünstigt an. Damit ist das aufbereiten abseits von Tesla faktisch nicht möglich, weil der Akku keine Zulassung bekäme. In den Staaten bieten das freie Werkstätten längst an.
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Mike
26
Selbst bei gebrauchten Verbrennern gibt es ja kritische Aspekte beim Kauf. Sei es das hohe Alter des Wagens, die hohe Laufleistung, die Vertrauenswürdigkeit des Verkäufers oder vielleicht der Ruf der Marke.
Auch da spielt ja oft das Bauchgefühl eine Rolle.
Bei E-Autos handelt es sich ja um eine vergleichsweise neu Technik im Vergleich zum Verbrenner. Da gibt es natürlich noch weniger Erfahrungswerte mit Komponenten wie Akkus oder Elektronikbauteilen.
Eine gewisse Unsicherheit ist daher ja nicht verwerflich. Vor allem wenn man im Bekanntenkreis keine Referenzen hat.
Die Informationslage ist da aktuell oft schon der ambivalent, je nach Quellen.
Ja du hast recht. Da war meine Aussage unklar. Tesla bietet den Modulaustausch nur nicht an. Technisch möglich ist er natürlich.
Für Besitzer oder Kaufinteressenten ist das aber quasi das gleiche.
Wie hoch der Wertverlust ist, sieht man an den Leasing raten. Je höher die sind, je mehr Wertverlust erwartet der Hersteller (im Grunde übernimmt man im Leasing den Wertverlust). E Autos sind sehr teuer im Leasing. Warum? Keine Ahnung, aber die Hersteller scheinen zu glauben, dass die Autos in 3 Jahren schwer verkäuflich sind, vielleicht wegen neuer Technologie, schnellerem laden, größeren Akkus…
Im Grunde ist so eine Transformation eben sehr komplex, und der Kunde scheint den Weg nicht gehen zu wollen bzw. zu können. Zumindest nicht in der Anzahl, die für eine Verkehrs wende nötig wäre
Habe ein kleines E-Auto leihweise gehabt. Jeden zweiten Tag war laden notwendig.
Mike
30
Die Gründe/Ursachen sind ähnlich wie beim E-Auto Neueagenkauf.
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als Nutzer braucht man adäquate und nah verfügbare Lademöglichkeiten. Was adäquat und nah ist, ist sicher subjektiv, aber ein gewichtiger Grund.
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der Preis. Einst hochpreisige Neueagen sind auch jetzt durchaus noch recht teuer.
Es gibt auch günstige E-Autos gebraucht, ich stand jetzt vor einem Renault Zoe mit 30.000km für 9000€. Aber über 8 Jahre alt. Steht immer noch da.
Hier ist auch die Frage, ob der aufgerufene Preis noch zum technischen Stand und Restlebenszeit des Akkus passt. Ein wirtschaftlicher Tiralschaden wäre ggf. einzukalkulieren.
Zudem sind die technischen Sprünge im E-Autobeteich noch recht groß grad.
CB87
31
Die Autos sind in 3 Jahren sehr schwer verkäuflich, weil sie dann immer noch zu teuer sind.
Ich habe eben mal ein bisschen auf den Gebrauchtwagenplatformen gestöbert.
Das ist ja verrückt, was da teilweise für E Autos verlangt wird.
Die Preise müssten noch 40 bis 60% runter, dass diese Autos interessant werden.
20.000€ für einen 3 Jahre alten iD3 mit kleiner Batterie in der Basis Version mit 60000km wird halt leider niemand zahlen.
ped
32
Warum nicht? Der Grundpreis lag 2020 bei 35.460 Euro. Das entspricht einem Wertverlust von gut 43% und ist damit schon ein deutlich besserer Deal als das Durchschnittsauto. Die Batterie dürfte bei dem Alter noch über 200km realistische Reichweite bringen. Je nachdem ob das für die eigenen Zwecke ausreicht und wie der Restzustand des Autos ist, hört sich das nicht so schlecht an.
Ein vergleichbarer Benzin-Golf ist zwar schon für etwas weniger Geld zu haben (Angebote ab knapp 17.000 Euro bis nahe 30.000 Euro), aber der Preisunterschied ist in vielen Szenarien nach ein paar Jahren Nutzung durch den günstigeren Betrieb des BEV mehr als rausgeholt.
Es ist aber müßig, über Einzelfälle zu diskutieren. Am Ende wird es der Markt regeln. Vielleicht verändert sich die Dynamik beim BEV-Gebrauchtwagenmarkt auch grundsätzlich und der Wertverlust eines BEV ist aus (psychologischen oder tatsächlichen) Gründen einfach höher. Das muss aber nicht grundsätzlich „schlecht“ sein, wenn das durch andere, positive Faktoren kompensiert wird (z.B. geringere Betriebskosten). Problematisch sind sicherlich auch vor allem die weiter recht hohen Neupreise.
Aktuell gehen aber die meisten Experten davon aus, dass die Kosten für BEVs deutlich sinken werden. Dass dies in den letzten Jahren nicht geschehen ist, hängt vor allem mit steigenden Preisen für die Batterierohstoffe (vor allem Lithium) zusammen. Die Produktionskosten sinken aber weiter und bis 2035 wird es vermutlich mehrere chemische Alternativen zu dem aktuell sehr hohen Lithium-Gehalt in Batterien geben: Trends in batteries – Global EV Outlook 2023 – Analysis - IEA
Der Motor eines BEV ist im Vergleich zum Verbrenner deutlich günstiger und mit steigenden Produktionszahlen werden die „Economics of Scale“ günstiger.
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Mike
33
Einen Sprung wird es wohl erst geben wenn gebrauchte E-Autos auch für weniger als 10.000€ auf den Markt kommen, da spielt sich viel auch im privaten Bereich ab als Markt.
Der Berufsanfänger oder die Familie mit maximal vierstelligen Budget guckt eher hier.
Ob das aber realistisch ist?
Gemessen an der Faustregel: „Preishalbierung alle 3 Jahre“ sind die Preise für gebrauchte E-Autos in Deutschland eher zu hoch als zu niedrig, das zeigt eigentlich jede Recherche bei einem Kfz-Portal.
In diesem Thread wurde das sogenannte „BAFA-Karussell“ noch nicht thematisiert. Als es noch die Umweltprämie gab war es in Deutschland üblich die E-Autos nach der Mindesthaltezeit in den Norden zu verkaufen und unterm Strich mit einem kleinen Gewinn aus der Sache zu gehen. Diese Autos fehlen alle im Gebrauchtmarkt. Hierzu ein erklärendes Video und ein Artikel.
Die Überschrift des oben verlinkten Artikels lautet: „Basismodell inklusive Prämie für rund 22.000 Euro“
In diesem Licht betrachtet sind die verlangten 20.000 Euro für den gebrauchten ID.3 doch recht sportlich, denn nach der Faustregel sollte das Auto irgendwo bei 18k liegen. (Faustregel startet beim Listenpreis, nicht Barpreis)
Die Preise zeigen, das die Nachfrage nach gebrauchten Stromern eher größer ist als nach gebrauchten Verbrennern.
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Relativ neu und wird den Gebrauchtmarkt billiger E-Autos total anschieben:
„Wer ein E-Auto als Dienstwagen fährt, zahlt einen stark reduzierten Steuersatz. Das galt ursprünglich für Modelle bis 60.000 Euro, seit Anfang 2024 bis 70.000 Euro Brutto-Listenpreis. Offenbar soll der Grenzwert nun weiter steigen.“ Plan ist jetzt die 0,25 % Regelung bis zu einem Listenpreis von 95000 Euro. „Damit würden plötzlich etliche Premium-Elektroautos wie der Porsche Macan, der BMW i5 oder der Mercedes EQE SUV in den Genuss der vergünstigten Steuerabschreibung kommen.“
Damit kann ich mir dann auch endlich in einem Jahr den Prosche Macan für um die 20000 Euro gebraucht kaufen.
Nein mal ehrlich. Die Kindergrundsicherung fällt, anstatt erschwingliche E-Autos zu fördern wird nur im high end Segment unterstützt. Das lässt mich verständnislos zurück und hilft dem „erschwinglichen und für Normalbürger wichtigen“ Gebrauchtmarkt absolut nicht.
Zitat von AutoMotorSport: „Nach dem jüngsten Haushaltsentwurf der Bundesregierung könnte die Preisgrenze für Elektroautos bald auf 95.000 Euro steigen. Das würde dann jenen Menschen helfen, die privat ein Elektroauto als Dienstwagen nutzen. Und natürlich den Autoherstellern, die hier ein zusätzliches schlagkräftiges Argument in den Händen halten würden, um die Preise ihrer elektrischen Modelle weiterhin hochzuhalten.“
Recht haben Sie.
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ffiene
36
Verstehe ich nicht, es werden doch auch erschwingliche E-Autos gefördert.
Es fährt nicht jeder einen iX, Tayacan oder EQS als Dienstwagen.
Die Begrenzung wurde ja damals wegen Tesla eingeführt. Da Tesla nun aber auch Mittelklasse anbietet und die deutschen Hersteller nun in den Markt eingestiegen sind, ist es konsequent, hier entgegen zu kommen. Bei der gleichzeitigen Streichung der Förderung für Privatleute ist das aber natürlich Hohn.
Wie wichtig die Förderung ist, sieht man am Audi Q8 e-tron.
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Da geb ich dir recht. Aber in Hinblick auf den für den Durchschnitt hilft es wenig die 0,25 % Grenze auf 95000 Euro zu heben. Diese Autos wird sich dann auch nach einem Jahr nicht viele leisten können. Da wäre eine niedrigere Grenze sinnvoll. Das ist dann eben mehr ein Anreiz - wie auch AutoMotorSport schreibt - für den Bau von hochpreisigen e-Autos.
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Vielleicht ist das ja auch das deutsche Ziel?
Wenn man zum Ergebnis kommt, dass China den Markt bezahlbarer E-Autos auf absehbare Zeit dominieren wird, dann kann eine Fokussierung der Förderung auf den Premiummarkt schon Sinn ergeben. Für den Normalbürger ist das zwar bedenklich und unbefriedigend, aber wirtschaftlich kann das Sinn ergeben.
Nur wird das den Gebrauchtwagenmarkt nicht nennenswert beflügeln - und um dieses Problem dreht sich ja der Thread.
Mike
41
Ich denke für den E-Auto Gebrauchtmarkt ist der Akku der entscheidende Aspekt.
Also das Vertrauen der potentiellen Kunden, das auch ein gebrauchter Akku noch „hält“ und nicht zwingend zu einem wirtschaftlichen GAU führt.
Dazu gibt es noch zuwenig belastbare Erfahrungswerte (also Akkus älter als 6-12 Jahre) für Gebraucht -E-Autos, auch im Bekanntenkreis.
Sobald diese „Zweifel“ sich zerstreuen, kann auch der Bedarf an gebrauchten E-Autos wachsen.
Dazu natürlich Preis und Ladeinfrastruktur…
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ped
42
Eine Alternative wäre die Möglichkeit, Akkus unkompliziert und verhältnismäßig günstig wechseln zu lassen.
Es gibt keine technischen Gründe, warum der Wechsel eines Auto-Akkus mehr als 2 Stunden Werkstattzeit in Anspruch nehmen sollte. Und bei entsprechender Konstruktion (Zellen lassen sich relativ einfach austauschen) sollten selbst extrem „runtergefahrene“ Akkus einen hohen Restwert, z.B. für stationäre Anwendungen haben.
Bei entsprechender Standardisierung der Schnittstellen (eine Aufgabe für die EU?) wäre es sogar denkbar, dass man einen „altersschwachen“ Auto-Akku mittels plug-and-play als Heimspeicher nutzen kann. Für ein paar Akku-Modelle (z.B. Nissan Leaf) gibt es da Open Source Lösungen, aber das sind absolute Ausnahmen.
So ließen sich die Kosten eines defekten oder schwachen Akkus im gebrauchten E-Auto drastisch senken und damit entsprechend auch das Risiko.
So ein Szenario halte ich aber leider für unrealistisch. Wahrscheinlich wird das Problem eher dadurch gelöst, dass sich die Erkenntnis durchsetzt das die Akku-Technologie schon heute völlig ausreicht um Nutzungsdauern von 10+ Jahren zu realisieren. Gleichzeitig spart man im Vergleich zu Verbrennern im Betrieb genug Geld, um den eventuell etwas höheren Wertverlust mehr als auszugleichen.
Übrigens werden auch Verbrenner in Deutschland meist nicht länger als 10 Jahre genutzt, bei praktisch allen ist nach spätestens 14 Jahren Schluss: https://www.kba.de/DE/Statistik/Fahrzeuge/Bestand/Fahrzeugalter/2021/2021_b_fz_alter_kurzbericht.html
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