Doppelmoral als Wahlkampfsprache der Union

Hallo Ulf, hallo Philip,

ich wollte nur kurz etwas Feedback dalassen, weil ich eure Kritik an den Grünen zum Verhalten bzgl. Autobahnbau (und auch Überwachung) nicht ganz glücklich finde. Im Grunde ist es ein wenig wie bei der SPD im Bund: Die Unionsparteien verhindern den Fortschritt in fast allen Bereichen, erreichen aber trotzdem (bzw. gerade deshalb, leider) viele Wähler.
Dann kommt es zum Koalitionsvertrag mit der CDU in dem natürlich nicht nur die Themen von Grünen oder SPD enthalten sind, sondern auch einige Kröten geschluckt werden müssen (bspw. Überwachung, Autobahnbau). Den Grünen jetzt Doppelmoral vorzuwerfen finde ich schwierig, wie sähe denn die Alternative aus? Koalitionen mit der CDU gar nicht eingehen?
Keine Frage, am besten macht man es wie die CDU: Koalitionsvertrag verhandeln und diejenigen Kompromisse, die man eh nicht mag, durch Gesetzeslücken so verwässern, dass sie einem nicht weh tun. Aber bei einem laufendem Autobahnbau wird man da auch als Minister vermutlich wenig Spielraum haben.
Man kann sicherlich einiges kritisieren an den Grünen in dieser Sache (bspw. dass man nicht ehrlicher kommuniziert und klar sagt, dass man hier nicht das gewünschte Verhandlungsergebnis erzielt hat). Aber daraus eine Doppelmoral zu machen, ist mMn. Wahlkampfsprache der Union.

Ansonsten macht weiter so, freue mich jede Woche auf den Podcast :slight_smile:

Ciao, Jan

1 „Gefällt mir“

Ich kenn jetzt die hessischen Grünen nicht, allerdings ist doch etwas fraglich ob relevante Teil der Grünen da wirklich ne Kröte geschluckt haben, wie du sagst. Es gibt doch genug konservative Strömungen bei den Grünen bspw. Grünschwaben.
Es wird interessant zu beobachten was aus den Grünen jetzt wird, ich mein Ihre Ränder sind sie schon länger los, aber an gewissen Fragen ist die Partei noch sehr gespalten.