Ja, besser wäre es natürlich, die Menschen, die aus humanitären Gründen aufgenommen werden, genössen den lieben langen Tag nur ihren Schutz, nicht dass die noch arbeiten möchten. /s
Nochmal ohne Ironie: Spätestens, wenn Menschen hier leben, nehmen sie auch am Wirtschaftsleben teil, da hilft es mE recht wenig, eine rigide Trennung aufrechtzuerhalten. Die trifft es ja auch nicht, ein Flüchtling oder Asylbewerber ist auch nur ein Mensch. Der kann Fußballprofi werden, Lackierer, Politiker oder Langzeitarbeitsloser, das ist ja nicht in Stein gemeißelt, nur weil „Flüchtling“ drauf steht. Natürlich besteht als Aufnahmegrund trotzdem die humanitäre und rechtliche Verpflichtung, nur kann man ja trotzdem auch wirtschaftlichen Nutzen draus ziehen.
Letztere Aussage liegt im meinen Augen ein wenig daneben. Der Mensch muss doch „nur“ sog. Nettozahler sein, dafür kommt es auf die Qualifikation ja nicht unbedingt an. Der durchschnittlich qualifizierte Deutsche könnte ja auch Nettoempfänger sein oder sehr deutlich über dieser Grenze liegen. (Wenn alle Deutschen Dr. der Physik wären, brächte ein Schlosser in Arbeit trotzdem noch ein Plus für den Sozialstaat.) Aber ich will diese Korrelation auch nicht grundlegend abstreiten.
Dazu kommt natürlich, dass der Lohn nicht unbedingt den Wert der Arbeit widerspiegelt, d.h. auch mies bezahlte Stellen u.U. für eine Arbeit stehen, die erledigt werden muss. Die gesamtwirtschaftlichen Effekte werden in dem KAS-Papier leider nicht ausführlich behandelt.
Erwerbsquote umfasst laut Wikipedia sich Erwerbslose, würde also nicht aussagen, wie hoch der Anteil an tatsächlich Beschäftigten in einer Gruppe ist. Meinst Du vielleicht etwas anderes (oder verwendet Wiki denn Begriff ungenau)?
Ich würde auch nicht Median der einen und Durchschnitt der anderen Gruppe vergleichen wollen, auch wenn ich vermuten würde, dass Median und Durchschnitt bei den Geflüchteten nahe beisammen liegen (da alle aufgrund ausländischer Herkunft unabhängig von der Varianz der Qualifikation auf gewisse Barrieren treffen, die den Lohn nach oben begrenzen, nach unten begrenzt der Mindestlohn), bei den Deutschen der Median unter dem Durchschnitt liegen dürfte (Lohn nach oben hin weniger begrenzt, daher mehr Verzerrung durch einzelne hohe Löhne). D.h. würde man jeweils das gleiche Maß vergleichen, würde es vermutlich noch weiter auseinander sein. Sind aber nur plausible Annahmen.