Das Digitale Barrierefreiheitsgesetz wurde in Deutschland und Europa in Anlehnung an das 2013 in den USA verabschiedete ADA-Gesetz eingeführt, um digitale Produkte nach Richtlinien zu gestalten, die deren Nutzung für Menschen mit Behinderungen erleichtern.
Das Gesetz existiert und ist seit Juli 2025 in Kraft – mittlerweile fast ein Jahr. Einige Länder beginnen damit, zu prüfen, ob Unternehmen die Vorschriften einhalten. Deutschland hat bisher jedoch noch keine entsprechenden Maßnahmen ergriffen.
Jedes Unternehmen im digitalen Bereich beobachtet die Lage, viele schweigen – und sagen hinter vorgehaltener Hand: „Es wird schon nichts passieren“ und „Barrierefreiheit interessiert niemanden“. Barrierefreie Apps und Websites zu entwickeln ist kostspielig, und viele Entscheidungsträger sagen, es lohne sich nicht, wenn niemand die Einhaltung einfordert. Die Bußgelder in Deutschland belaufen sich auf bis zu 100.000 €, aber alle gehen davon aus, dass nichts passieren wird.
Als Mitarbeiter in der Technologiebranche frage ich mich, warum manche Vorschriften so konsequent durchgesetzt werden und andere überhaupt nicht. Dies scheint den Niedergang der deutschen Tech- und Startup-Welt zu beschleunigen, die ohnehin schon recht klein, schlecht finanziert und allem Anschein nach weiter auf dem Rückzug ist.
Wie sollen Nutzer deutschen Tech-Unternehmen vertrauen, wenn diese nicht einmal so grundlegende Gesetze einhalten können?