Die „impliziten Prämissen“ von rechtem Libertarismus und Anarchokapitalismus sind fundamental andere als die von linkem Anarchismus. Die aktuellen Ausprägungen von Libertarismus sind ebenfalls rechts und nicht links. Nochmal: (linker) Anarchismus ungleich Libertarismus
Ancaps werden immer dem rechten Spektrum zuzuordnen sein. Es gibt keinen linken Anarchokapitalismus.
Was du vllt meinst ist, dass es theoretisch auch einen progressiven Libertarismus geben könnte, im Gegensatz zu den aktuell tonangebenden rechts-konservativen Libertären in den USA. Das ist theoretisch durchaus so, spielt aber praktisch keine Rolle.
Und nochmal: Was hat das alles mit dem Hufeisen, also einer falschen Gleichsetzung von links und rechts zu tun?
Das mag sein, trotzdem glaube ich, dass auch „die Wertgrundlage der Staatsordnung“ in einem kapitalistisch-libertären System nicht gewahrt werden könnte.
Natürlich sind aktuelle Staatsformen nicht gottgegeben und unabänderlich. Ich habe mich aber ja konkret auf rechten Libertarismus bzw Anarchokapitalismus bezogen und da bleibe ich dabei. Wer Rand und Rothbard als ideologische Vorbilder hat, hat nicht viel darüber nachgedacht, oder ist verfassungsfeindlich. Aus dieser Ecke kam ja auch der Kommentar zum Libertarismus: z78 hat bemängelt, dass es für Anarchokapitalisten keine wählbare Partei gäbe.
Naja nicht ganz. In dem Artikel steht, dass " Innerhalb des Libertarismus minarchistische und anarchistische Strömungen existieren" und dass " Der in Frankreich entstandene Ausdruck libertär für Anarcho-Kommunisten sich vor allem im englischen Sprachraum durchsetzen konnte".
Also die Libertären in den USA sind sicherlich keine Anarchokommunisten, aber egal…
Ich würde eher umgekehrt sagen, das Libertarismus eine Unterart des Anarchismus ist (Stichwort Individualanarchismus). Er steht im fundamentalen Gegensatz zu linken Strömungen wie kollektivistischem oder kommunistischem Anarchismus, oder Anarchosyndikalismus und ist als einzige dieser Arten nicht antikapitalistisch. Deshalb habe ich mit meiner Kritik auch nicht links und rechts in einen Topf geworfen (dein Hufeisenvorwurf), weil ich mich eindeutig auf den (anarcho-)kapitalistischen, nicht-linken, Libertarismus und nicht auf linken Anarchismus bezogen habe.
Dann mag das ein Missverständnis gewesen sein. Ich bezog mich auf den marktradikalen Libertarismus, da ich linken Libertarismus nur unter dem Begriff Anarchismus kenne. Ich habe auch noch nie gesehen, dass sich Syndikalisten, Anarchisten usw als Libertäre bzeichnen würden. Libertarismus ist imho eindeutig verknüpft mit pro-Kapitalismus. Eine kurze google Suche bestätigt das: Wenn ich libertäre bewegung oder libertäre aktion suche, finde ich „die Marktradikalen“, die libertäre deutsche Jugend, das Netzwerk „die Libertären“, die „libertäre rundschau“… Alles rechte Bewegungen, keine einzige linke.