Deutschland schwitzt, Europa brennt und wir lassen uns mit Krankenschein und anderen Belanglosigkeiten ablenken

Vor Kurzem hatten wir die größte Hitzewelle seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Die nächste Hitzewelle ist im Anmarsch.
In Frankreich und Griechenland toben schon wieder Waldbrände.
Die Temperatur der Weltmeere steigt stetig an.
Die Aufzählung der Ereignisse könte man noch seitenweise fortsetzen.
Das sind zwar Naturereignisse die es schon immer gegeben hat. Es ist aber wissenschaftlich belegt das diese Ereignisse nur durch die vom Menschen verursachte Klimakrise so extrem und so oft auftreten.
Wenn wir so weiter machen ist aus meiner Sicht die Existens der Menschheit gefährdet.

Unsere Wirtschaft in Deutschland stagniert seit mehreren Jahren. Jeden Monat gehen 10- 15 Tausend Arbeitsplätze verloren. Aus der Automobilindustrie kommen immer neue Hiobsbotschaften.
Was machen wir in Deutschland? Das ganze Land arbeitet sich daran ab:

  • ob ein Krankenschein telefonisch ausgestellt werden kann oder nicht.
  • wie immer wieder bei den „kleinen Leuten“ das Geld gekürzt werden kann, sei es über die Rente oder über die Kranken/ und Pflegeversicherung.
    Mit diesen Maßnahmen wollen wir Wirtschaftswachstum erzeugen???

Die globale Wirtschaft hat längst erkannt, das der Ausstieg aus den fossilen Energiequellen die einzige und innovative Möglichkeit ist die Wirtschaft wieder voran zu bringen, weil:

  • die Prozesse wentlich effizienter sind
  • es die einzige Möglichkeit ist die Ursache für die Klimakrise, den CO2 Ausstoß, zu senken.
    Die Details und Zusammenhänge werden wissenschaftlich fundiert in dem Buch Strom, Über Nostalgie, Zukunft und warum der Markt längst entschieden hat von Tim Meyer dargestellt.
    Warum wird diese Thematik in Deutschland nicht aufgegriffen?
    Warum wird Klimaschutz und Energiewende von unserer Regierung nur stiefmütterlich als „Feigenblatt“ behandelt?
    Warum wird die Wissenschaft von der der Politik nicht angehört?
9 „Gefällt mir“

Die Thematik wird aufgegriffen, nur mit einem unvernünftigen Ergebnis.

Die Regierung behandelt das Thema genauso, wie es vor der Wahl absehbar war. Es wurden und werden regelmäßig alle möglichen Wissenschaftler zu dem Thema angehört und dann werden ihre Erkenntnisse halt ignoriert. Beschwerden darüber gern an die Wähler weiterreichen, die keine glaubwürdige Klimaschutzpolitik gewählt haben.

Das ganze nennt sich demokratischer Prozess und die Mehrheit der Wahlberechtigten will Klimaschutz nur solange er nicht allzu konkret wird, solange er nicht den eigenen Lebensstil in Frage stellt, oder unbequem macht. Genau das wurde und wird immer wieder gewählt.

Und weil das so ist, haben viele, die sich eine andere Politik wünschen würden, ziemlich aufgegeben, sich noch groß darüber aufzuregen, schließe ich zumindest von mir und meinem näheren Umfeld auf andere. Es gab Proteste mit Millionen Menschen, alles, was man an Informationen braucht, ist tausendfach über alle Kanäle gelaufen. Aber es gibt keinen hinreichend breiten und starken Konsens für einen politischen Korridor, der die Grenzen unserer ökologischen und klimatischen Existenzgrundlagen akzeptiert. Nicht mal da, wo es quasi gratis möglich wäre (Tempolimit, Inlandsflüge etc.) Wir werden das Ding nicht mehr drehen, der andere Teil der Wählerschaft hat diese Diskussion für sich entschieden und das Zeitfenster, die größeren Schäden abzuwenden, ist geschlossen. Wir können alle noch hoffen, dass ein technologisches und ökonomisches Wunder passiert und ansonsten selbst versuchen, unseren Teil zur Prävention beizutragen und schauen, dass man sich selbst an den kommenden Klimawandel so gut anpasst, wie das eben auf individueller Ebene oder in kleinen Gruppen möglich ist. Indem man nicht in Überschwemmungs- oder Waldbrandgebieten baut, Wasser speichert, Häuser so baut, dass sie Extremwetterlagen überstehen und schützen (Klimaanlage etc.), vielleicht schaut, dass man im Garten klimatisch flexibel und robust Nahrungsmittel anbaut. Und natürlich kann man weiter bessere Politik wählen, aber das wird zu spät kommen, um wirklich schlimme Katastrophen noch zu verhindern. Lohnt sich natürlich alles trotzdem, denn grade für die Klimakatastrophe gilt leider durchgängig: Schlimmer geht immer.

10 „Gefällt mir“

Und ein Super-El Niño steht mutmaßlich bevor:

Dem Pazifik steht offenbar der stärkste El Niño seit Beginn der Aufzeichnungen bevor. Das Wetterphänomen dürfte damit laut dem unabhängigen Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) zu besonders häufigen und schweren Extremwetter-Ereignissen beitragen. Die Vorhersagemodelle deuteten auf einen »extremen« El Niño hin, sagte Tim Stockdale vom ECMWF, der sich seit drei Jahrzehnten mit dem Wetterphänomen beschäftigt.

Zusammen mit dem menschengemachten Klimawandel hatte der letzte El Niño dazu beigetragen, dass 2023 global das zweitheißeste und 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war.

Eine aktuelle Studie belegt:

Wir zeigen eine deutliche und sich beschleunigende, klimabedingte Zunahme des Hitzestresses seit den 1970er Jahren auf, die Auswirkungen auf die Gesundheit von Milliarden Menschen weltweit hat.
Die gefühlten Temperaturen sind deutlich gestiegen, wobei die nächtlichen Tiefstwerte schneller zunehmen (globaler Durchschnitt von 0,32 ± 0,05 °C pro Jahrzehnt seit den 1970er Jahren) als die Tageshöchstwerte (0,27 ± 0,05 °C pro Jahrzehnt). Diese Veränderungen führen zu häufigeren und schwerwiegenderen Hitzestress-Tagen und, auf der Nordhalbkugel, zu einer verlängerten Hitzestress-Saison. Wichtig ist, dass die dramatischsten Verschiebungen oft an den höchsten Schwellenwerten des Hitzestresses auftreten, wo die Gesundheitsrisiken am größten sind. Das räumliche Ausmaß gefährlichen Hitzestresses hat sich ausgeweitet, wodurch zuvor nicht betroffene Regionen nun davon betroffen sind und Anpassungsherausforderungen nicht nur in Gebieten entstehen, in denen der Hitzestress immer extremer wird, sondern auch in solchen, in denen er historisch gesehen bisher nicht aufgetreten ist.

Jüngste Untersuchungen zur Belastung durch Feuchtkugeltemperatur haben ergeben, dass die Menschheit anfälliger für Feuchtwärmestress ist, als bisher angenommen, und dass extreme Feuchtwärme in Zukunft für Milliarden von Menschen außerhalb der Grenzen menschlicher Erfahrung und jenseits der derzeitigen Strategien zur Eindämmung liegen werden.

Diese Veränderungen stellen weltweit eine zunehmende Bedrohung für die Gesundheit, die Lebensgrundlagen und die wirtschaftliche Produktivität dar.

(Übersetzt mit DeepL)

https://www.nature.com/articles/s41558-026-02670-5

1 „Gefällt mir“

Nein. Mit diesen Maßnahmen wollen wir das Vermögen der reichsten paar Prozent sichern. Dann ergibt auch die Ignoranz gegenüber dem Klimawandel einen Sinn. Die Quandts und Schwarz’ dieser Welt können sich eine Vollklimatisierung ihres Lebens leisten.

Die CDSU betreibt schon lange vor allem Klientelpolitik für die reichsten Menschen im Land. Wenn Merz Respekt für „wirtschaftlichen Erfolg“ fordert, dann meint er damit nicht den Facharbeiter, der sich den Traum vom Eigenheim verwirklicht, oder die alleinerziehende Mutter, die sich zur Filialleiterin hochgearbeitet hat. Er meint seine Multimillionärs- und Milliardärs-Freunde.

Ob aus Ideenlosigkeit oder insgehemeinen Minderwertigkeitsgefühl spielt die SPD da voll mit. Auch die Genossen finden inzwischen vor allem die Bosse schützenswerte, da war Schröder wohl der Trendsetter.

Im übrigen finde ich nicht, dass Krankschreibungen, Kürzungen bei den gesetzlichen Kassen, bezahlbarer Wohnraum und Klimawandel unbedingt in Konkurrenz um die öffentliche Aufmerksamkeit stehen müssen. Es geht hier in allen Fällen um eine Politik gegen die Interessen der Bevölkerungsmehrheit und zugunsten einer winzigen finanziellen Oberschicht, die heute auch noch größtenteils hereditär ist. Das kann und sollte man auch in der politischen Debatte entsprechend Framen und miteinander verknüpfen. Der Klimawandel ist nicht zuletzt auch Raubbau an der wirtschaftlichen Sicherheit großer Bevölkerungsteile, bis weit in die Mittelschicht hinein.

7 „Gefällt mir“

Das ist nur die Bundespolitik. Die Kommunalpolitik widmet sich den wichtigen Themen. Das Problem sind die Medien, bzw. dein (und unser) Medienkonsum. Es wird v. a. über Bundespolitik berichtet. Diese ist aber nicht so wichtig. Der meiste Haushalt geht in Sozialleistungen und das was im Bund thematisch in den Resorts erarbeitet wird, ist zu komplex für Parlamentarier und Journalisten.

Bsp. Energiewende: Wir stehen zZ bei ca. 80 % Strom aus Erneuerbaren. Offenbar hat sich hier also wahnsinnig was bewegt und etliche Gemeinden etc. gehen Infrastrukturprjekten nach. Geht halt alles langsam aber isso. Windräder wachsen halt nicht wie Spargel.

Es ist sicher vieles im Argen, aber man darf auch nicht so tun, als ob der Berliner Irrsinn das ganze Land betrifft. Es gibt mehr Lichtblicke als man denkt, jedenfalls bzgl. Klimatransformation. Wie du ja selbst erkennst, hat die Wirtschaft längst entschieden. Die ganze Aufregung bspw um das Heizungsgesetz etc. lohnt sich also gar nicht, denn die Klimapolitik wirkt sich gar nicht mehr aus. Die Leitentscheidungen treffen die Wirtschaftsakteure und nicht die Bundespolitik.

Die von dir wahrgenommene Debatte ist also (nicht nur aber auch) ein Trugbild, das aus der medialen Konzentration auf die bundespolitischen Diskussionen entsteht. Der Hysteriejournalismus ist auf Oberflächlichkeit angewiesen. Daher muss es so wirken, als ob in Leitungsfunktionen keiner sich mehr um irgendwas kümmert. Das enspricht aber nicht der Realität (was natürlich das eklatante Versagen der Bundespolitik nicht besser macht).

2 „Gefällt mir“

Das mag sich auf den ersten Blick auch plausibel „anfühlen“, wenn man hitzige Debatten über Heizungsgesetze oder Tempolimits verfolgt. Aber sie hält einem Blick auf die Realität von 2025 und 2026 nicht stand. Tatsächlich zeigt sich ein genau gegenteiliges Bild: Die Bereitschaft zur konkreteren und auch unbequemeren Politik ist deutlich breiter als angenommen, wird aber systematisch von der Politik und den Medien falsch eingeschätzt.

1. Die Mehrheit fordert mehr konkrete Maßnahmen, nicht weniger
Laut einer repräsentativen Umfrage von „More in Common" vom Herbst 2025 fordern 55 % der Deutschen, dass die Politik die Klimaanstrengungen steigern soll. Nur 22 % wollen, dass beim Klimaschutz ein Gang zurückgeschaltet wird Deutsche fordern mehr Klimaschutz trotz Wirtschaftskrise . Das ist keine vage Zustimmung zum „Irgendwas mit Energie", sondern ein klares Mandat für mehr Taten. Ganz oben auf der Wunschliste stehen dabei konkrete Infrastrukturlösungen: Investitionen in Nah- und Fernverkehr sowie langfristige Garantien für Energiepreise.

2. Die Bereitschaft zu finanziellen Einbußen ist massiv unterschätzt
Die Behauptung, niemand wolle den eigenen Lebensstil (und damit das Geldbeutel) in Frage stellen ist so nicht haltbar. Eine aktuelle Studie von 2026 widerlegt das eindrucksvoll. Fast die Hälfte der Deutschen (48 %) wäre bereit, ein Prozent des eigenen Einkommens für den Klimaschutz zu spenden oder in Form von Steuern aufzubringen Studie: Deutsche Politiker unterschätzen Bereitschaft zum Klimaschutz | tagesschau.de .
Das Schlimmste daran: Unsere Politiker schätzen diese Bereitschaft auf weniger als 20 %. Das ist ein riesiges Missverhältnis. Es zeigt nicht, dass die Leute nicht wollen, sondern dass die Politik die Wähler nicht versteht. Nur eine kleine Minderheit (ca. 8 %) lehnt Klimaschutzmaßnahmen grundsätzlich ab.

3. Es geht nicht um Verzicht, sondern um Verlässlichkeit und Gerechtigkeit
Warum wirkt es dann manchmal so, als gäbe es Widerstand oder zuwenig Engagement? Das liegt nicht an einer angeblichen „Klimamüdigkeit", sondern an einem Vertrauensverlust. Die Menschen haben Angst, dass sie alleine mit den Kosten sitzen bleiben, während andere sich rausreden können.

  • 70 % der Befragten haben das Gefühl, es gehe bei Klimavorschlägen nur darum, dass sie selbst Verzicht leisten müssen, während andere nicht mithalten Deutsche fordern mehr Klimaschutz trotz Wirtschaftskrise .
  • Die Forderung ist nicht „weniger Klimaschutz", sondern: „Macht es sozial gerecht und plant Infrastruktur, damit wir überhaupt die Wahl haben"
  • 68 % sind der Meinung: „Für den Klimaschutz brauchen wir Regeln, an die sich alle halten" Das ist der Wille zur konkreten, verbindlichen Politik, nicht zur unverbindlichen Absichtserklärung.

4. Die „Schweigespirale" der pluralistischen Ignoranz
Ein psychologisches Phänomen erklärt, warum die These so hartnäckig ist. Die sogenannte „pluralistische Ignoranz". Viele denken fälschlicherweise, sie wären mit ihrer Bereitschaft zum Klimaschutz in der Minderheit und schweigen daher. Die lauten Minderheiten, die Verzicht ablehnen, dominieren das Bild in den sozialen Medien und Talkshows, während die schweigende Mehrheit der Befürworter konkreter Maßnahmen im Hintergrund bleibt. Die Politik orientiert sich dann an den Lautesten und nicht an der tatsächlichen Mehrheit. Dazu gehören natürlich auch Lobbyisten.

Also ich sehe dass, die Mehrheit mehr Anstrengungen (55 %) will.

  • Fast die Hälfte ist bereit, Geld dafür zu lassen
  • Der Widerstand entsteht nicht aus Gier, sondern aus Angst vor Ungerechtigkeit und Planlosigkeit der Politik

Wir brauchen keine Entschärfung der Klimapolitik, um Wähler zu gewinnen. Wir brauchen mutigere, sozial gerechte Konzepte, die der tatsächlichen Bereitschaft der Bevölkerung gerecht werden. Die Wähler sind weiter als die Politiker denken und was sie der Mehrheit gerne unterstellen, wenn das ihre eigene Agenda unterstützen kann.

7 „Gefällt mir“

Ich habe oft das Gefühl, unsere Politik kümmert sich viel um Nebensächlichkeiten und Mikromanagement, statt sich auf Kernaufgaben und das große Ganze zu konzentrieren. Und dafür werden sehr sehr viele Ressourcen aufgewendet (… verschwendet?)

Weitere Bsp:

  • schleppende Digitalisierung
  • Mangel an bezahlbarem Wohnraum
  • Rente und Gesundheit bewegt sich zumindest ein wenig
    Bei den angesprochenen existenziellen Problemen passiert viel zu wenig, während gleichzeitig über Randthemen debattiert wird, die uns nicht so wirklich weiterbringen.

Im Kern sind das liberale Anliegen von weniger Staat, weniger Bürokratie, mehr Eigenverantwortung und effizientere Prozesse mit Fokus auf dem Wesentlichen.

2 „Gefällt mir“

Da ist viel richtiges dabei, aber bei mir bleiben große Zweifel, wenn sich dieser scheinbar so deutliche Wille nicht in Wahlergebnissen abzeichnet. Da wären die politischen Parteien doch schön blöd, wenn sie diesen großen, verbreiteten Willen nicht nutzen wollten.

Und bei Punkt 3 habe ich halt schon den Verdacht, dass dahinter eigentlich ein „erstmal soll alles von anderen geregelt werden, bevor ich bereit bin, selbst was zu ändern“ steht. Denn ich habe bspw. milde Zweifel, dass unser Straßenverkehr nur wegen unausweichlicher PKW-Nutzung aussieht, wie er aussieht. Die wenigsten Wege kommen zustande, nachdem die Nutzer gründlich überlegt haben, ob es auch ohne Auto geht und dann als Ultmia ratio nicht anders konnten.

Und wann immer Regeln, an die sich alle halten müssen, wirklich konkret spürbar werden, ist das Drama wieder groß und der Grund, warum nun grade diese Regel aber doch sehr unfair, verfrüht oder sonstwie ärgerlich ist, ist schnell gefunden.

5 „Gefällt mir“

Hat es das nicht? Wahlergebnis Bundestagswahl 2025: „Bündnis 90/ Die Grünen“ 11,6 %, SPD 16,4 %, Die Linken 8,8 % = 36,8% haben immerhin klimaschutzversprechende Regierungsprogramme gewählt. von 13,7 % (Sonstige) weiß ich leider nicht so genau, was die wollten. 37% plus x finde ich schon deutlich. Auch wenn es mehr werden muss.

Bei Punkt 3 muss man schauen. Das lässt sich ja prüfen, sobald die Politik z.B. Regeln geschaffen hat, an die sich alle halten müssen. Ich bin da frohen Mutes.

Und sicher, da bin ich bei Dir, Wasser predigen und auch wirklich trinken ist zweierlei. Jede Umstellung braucht Mut und ist für viele eine „Anstrengung“. Schau Dir Reiche an. Die denkt immer noch, sie arbeite für GasProm :wink: .

https://bundeswahlleiterin.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2025/29_25_endgueltiges-ergebnis.html

2 „Gefällt mir“

Mit Blick auf „Klimakanzler“ Scholz konnte man das schwerlich ernst nehmen​:wink: und jetzt schnappt sich Klingbeil erstmal den KTF wie den Baum aus dem Märchen und schüttelt und rüttelt, bis 2,6 Mrd. rausfallen und Haushaltslöcher stopfen sollen. Das wären bspw. so ca. Klimaanlagen für jedes Klassenzimmer gewesen, aber wer braucht die schon…

5 „Gefällt mir“

Solange Klimaaktivisten mit Terroristen gleichgesetzt oder verglichen werden ist der „politische Korridor“ ziemlich klar.

1 „Gefällt mir“

Die Parteien versprechen etwas. In diesem Thread geht es um Klimaschutz, in andern Threads geht es um Steuergerechtigkeit oder um den „Erhalt des Schnitzels“. Wenn die Politik dann nicht Wort hält, sollen die Wähler schuld sein, weil sie das ja hätten vorhersehen können und anders gewählt haben müssten. SummaSumarum ergäbe das: unseriöse Politiker sind von unfähigen Wählern umringt.

Erklär mir doch bitte den Weg daraus.

Ja, so ganz funktioniert die Argumentation natürlich nicht.
Wenn es um Korruption oder Wort brechen geht, weiß der Wähler natürlich aus Erfahrung, dass er das bei der Union eher bekommt als bei den Grünen.
Auch bei der Mobilitätswende dürfte ihm klar sein, dass eine Union das weniger ernst nimmt als andere Parteien.
Bei der Frage „welche Maßnahmen werden ergriffen“ wird es dann schwieriger.
So haben viele die FDP in die Ampel gewählt, weil sie versprochen hat, Klimaschutz über den Preis zu machen und damit einen Wettbewerb der besten Ideen zuzulassen. Letztendlich hat sie weder das Klimageld gebracht, noch ist sie gegen klimaschädliche Subventionen vorgegangen. Ob man das so erwarten konnte, ist dann schwierig. Für einen Wähler, der dem Markt vertraut, klangen die Versprechen mit Sicherheit schlüssig.
Gleiches, wenn die Union verspricht, Unternehmen zu fördern, damit sie bei klimafreundlichen Technologien vorangehen. (Hier muss man aber sagen, dass das bei Merz nie Thema war.)

Insofern: ja, aufgrund der Erfahrung musste der Wähler damit rechnen, dass Klimaschutz bei dieser Regierung keine Rolle spielen wird. Und der Wähler muss sich auch unterstellen lassen, dass er das bewusst mit jeder Stimme die nicht an Grün ging an der Wahlurne als persönlichen Wunsch so kommuniziert hat. Denn nach der Ampel war ja klar, dass weder FDP noch SPD dem Thema Stellenwert einräumen.

2 „Gefällt mir“

Wenn ich den Forschungsstand ernst nehme, kommen nur Parteien in Frage, die sich verpflichten, ausschließlich Politik innerhalb der ökologischen Grenzen zu machen und mitzutragen. Quasi so dogmatisch wie die FDP bei Steuererhöhungen. So weit gehen aber nicht mal die Grünen. Und denen würde ich nicht unterstellen, dass sie deswegen weicher auftreten und so tun als ob es noch nette, gemütliche Wege aus einer Katastrophe heraus gäbe, die längst begonnen hat, weil sie nicht mehr wollen, sondern weil schon das, was die fordern, auf einen Teil der Wählerschaft abschreckend wirkt und nur in buchstäblich homöopathischer (also abseits des Plazebos wirkungsloser) Dosis politisch mit Partner machbar ist.

Wenn man die Forschung liest, müssten alle Parteien Varianten von „Klimaschutz first, alles andere second“ drinstehen haben. Der sozial und wirtschaftlich brutalste Klimaschutz, also schnelle Anhebung eines co2-Preises auf tatsächliche Kosten ohne Ausgleich via Klimageld, Streichung aller klimaschädlichen Subventionen, wäre immer noch weniger mit sozialen und ökonomischen Härten verbunden, als sie nun unweigerlich kommen, weil wir zu wenig, zu spät, zu langsam Klimaschutz betreiben. Deswegen sind schon die kuschelweichen Konditionierungen und Einschränkungen in allen Programmen aller demokratischen Parteien ein Zeichen dafür, dass sie die Sorgen der Bevölkerung vor zu viel politisch geregelter Veränderung ernster und wichtiger nehmen, als die bereits sichtbaren und die absehbaren Folgen der fortgesetzten Bequemlichkeit. Warum sollten diese Parteien (einschließlich der Grünen) das tun, wenn nicht, weil sie Sorge haben, sonst nicht gewählt zu werden?

Und das ist eigentlich noch zu optimistisch. Ehrliche Wahlprogramme müssten aufhören von irgendwelchem „Grünen Wachstum“ zu schreiben, sondern Notmaßnahmen beschreiben, die schon allein als Anpassung an bereits feststehende und sehr wahrscheinliche Klimaveränderungen existenziell nötig wären. Klimaanlagen in jedem öffentlichen Gebäude und verpflichtend in Neubauten, wäre da nur ein Mini-Projekt. Vorbereitungen für immer häufigere Dürren, Hochwasser etc. sind sehr teuer und mit großen Härten bspw. für Hausbesitzer in Überschwemmungsgebieten verbunden. Bei den Kosten, die da kommen, müsste man aufhören, von Gewinnen zu träumen und sagen, wie Verluste verteilt werden. Ich sehe nicht, dass man damit koalitionsfähig wäre, geschweige denn überhaupt von mehr als 5% gewählt würde.

Die Fans irgendeiner Form von Ökodiktatur sind mMn abseits von Legitimitätsfragen schon bezüglich der Effizienzfrage zu optimistisch. Auch eine Diktatur ist am Ende auf ein gewisses Maß an Unterstützung angewiesen. Ich bezweifle stark, dass irgendeine Diktatur auf der Welt, diese Krise besser bewältigen wird, als unsere Demokratien.

Kurz: Die „Wege daraus“ sind eh schon alle verpasst. Wir müssten sehr, sehr viele kleine und große Wunder auf unserer Seite haben, um einen Weg dadurch zu finden. Das wird jetzt lange dauern, es wird die ganze Zeit weh tun und alles, was wir eigentlich noch machen können, ist das bisschen Schadensbegrenzung, was bspw. die Grünen versuchen. Also möglichst viele kleine Wunder möglichst lange im Rahmen des irgendwie vielleicht doch möglichen halten. Restchancen bewahren, größte Katastrophen abwenden oder verzögern. Viel mehr zu tun, trifft schnell auf kurzfristige und kurzsichtige Besitzstandswahrung und Reaktanz.

6 „Gefällt mir“

Dann fehlt also (doch) eine „Kennzeichnungspflicht“ für Politiker und ihre Versprechen. Wenn man verpflichtet werden kann, die Wahrheit über einen jeden Joghurt im Kühlregal zu offenbaren, dann doch wohl erst recht für deutlich risikoreichere und teurere Politik. :wink:

Es ist mir schon klar, dass es als vollkommen „normal“ gilt, wenn Parteien nicht halten was sie versprechen. Darin und darin, dass das hingenommen wird, sehe ich eine gefährliche Schieflage. Nicht nur junge Wähler haben kaum die Chance so viel Erfahrung zu sammeln, aufgrund derer sie das abwägen könnten. Und Politik darf nicht nur etwas für „Alte Hasen“ sein! Dass Wähler ihre Entscheidung nicht allein aus rationalen Abwägungen heraus treffen, wird ja gerade (endlich!) ab LdN 486 thematisiert. Zur Verantwortung für Wähler, muss es zumindest eine gegengewichtige Verpflichtung für Parteien und Politik nicht nur geben, sondern Verstösse dagegen auch sanktioniert werden. Wir leisten uns „Hüter unseres Landes“, die wir stets kritisch beobachten müssen und die das Vertrauen in Politik erodieren. Das darf nicht „normal“ sein.

Meine Prognose: Man wird sich nach und nach wieder an authentische Politiker und ehrliche Politik gewöhnen. Genauso wie man eine Bevölkerung ins Bockshorn jagen kann, kann man sie in eine andere Richtung führen. Die Annahme, das eine Bevölkerung vor der Wahrheit beschützt werden müsse weil sie diese nicht ertrüge, ist anmaßend und ich halte sie für falsch. Wenn die Politiker, die ich sehe, die Wahrheit ertragen können, dann kann das ganz sicher jeder Durchschnittsmensch.

Genau: Kleine Schritte führen zum Ziel

1 „Gefällt mir“

Nein. Die Hälfte der Deutschen BEHAUPTEN, dass sie bereit wären, 1% ihres Einkommens für Klimaschutz zu spenden. Aber das ist natürlich offensichtlich nicht so, weil man ja auch schon jetzt jederzeit problemlos 1% für Klimaschutzprojekte spenden könnte. Tut aber (fast) niemand.

Oder anders gesagt: Die Mehrheit der Menschen will, dass irgendwer, irgendwann irgendwas für Klimaschutz macht, aber natürlich nicht sie selbst.

Das wird dann natürlich als

verpackt. Aber in der Realität heißt sozial gerecht immer nur jemand anderes soll es machen. „Ich bin ja für Klimaschutz, aber warum soll ich auf mein Schnitzel verzichten, solange andere ein fettes Auto fahren“. „Warum soll ich auf meinen SUV verzichten (den brauche ich ja eigentlich wegen meinem Rücken, wegen dem hohen Einstieg) während andere in Urlaub fliegen“. „Warum soll ich auf meine Urlaubsflüge verzichten, solange andere für die Arbeit jede Woche Buisness fliegen“. „Warum soll ich auf buisness class verzichten, während Jeff Bezos in den Weltraum fliegt“…

4 „Gefällt mir“

Ignorance is bliss:

Mehr als 5.000 zusätzliche Todesfälle durch die jüngsten Hitzewellen in Deutschland – diese erschreckende Zahl hat das Robert Koch-Institut jetzt veröffentlicht. Sie macht deutlich: Die Klimakrise ist längst nicht mehr nur ein Problem ferner Inselstaaten oder künftiger Generationen. Sie tötet heute, mitten in Deutschland. Umso irritierender ist, wie konsequent das Thema aus der politischen Debatte verschwindet.

In seiner Regierungserklärung am Donnerstag sprach Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ausführlich über Rente, Wirtschaft, Gesundheit, Verteidigung, den Krieg in der Ukraine, den Nahen Osten und die Nato. Alles wichtige Themen, zweifellos. Doch die Klimakrise spielte praktisch keine Rolle – obwohl Deutschland und Europa wieder eine Hitzewelle erlebt haben, die vielerorts historische Ausmaße erreichte.

Das ist mehr als eine Auslassung. Es ist Ausdruck einer Prioritätenverschiebung. Statt die Energiewende voranzubringen, steigt die Regierung auf die Bremse, der Ausbau von Solar- und Windkraft soll sinken, Förderprogramme werden gekürzt. Auch bei der Anpassung an die neuen heißen Zeiten kommt Deutschland nur schleppend voran.

Ebenso bedrückend ist, dass die mediale Aufmerksamkeit für Klima und Energiewende abgestürzt ist. Der Verein „Klima vor acht“ zeigt in seinem Monitoring, dass die Berichterstattung dazu im ersten Halbjahr 2026 bei ARD und ZDF auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen gefallen ist. Weniger als ein Prozent der Sendezeit beschäftigte sich mit der Klimakrise – ausgerechnet in einem Halbjahr mit zwei Hitzewellen.

Während viele Medien in Frankreich, Großbritannien oder Spanien die Hitze sofort als Folge der Erderwärmung einordneten, blieb dieser Zusammenhang hierzulande oft unerwähnt. Das ist ein journalistisches Versäumnis. Wer Ursachen verschweigt, erschwert die Debatte über Lösungen.

2 „Gefällt mir“

Und die Wirtschaft hat’s auch immer noch nicht verstanden:

3 „Gefällt mir“

Der Witz ist ja: eine Verschiebung der Klimaneutralität nach hinten würde nicht weniger strenge, sondern noch strengere Maßnahmen heute bedeuten.
Es ging nämlich nie um ein Datum.
Das Co2-Budget ist fest.
Wenn das Budget länger halten soll dürfen wir heute noch weniger ausgeben.

2 „Gefällt mir“