Ren
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Die Gütertochter DB Cargo fährt hohe Verluste ein. Diese werden von der DB und damit indirekt vom Staat ausgeglichen. Dies wurde nun von der EU Kommission untersagt, da es sich um eine unzulässige Beihilfe handelt (Link unten).
Grundsätzlich kann ich das gut nachvollziehen und es kann nicht sein, dass die DB (nicht nur im Cargo Bereich) privaten Akteuren mit Steuergeldern Konkurrenz macht. Das ist in vielfacher Sicht schädlich, es ist schädlich für die privaten Unternehmen, da sie unfairen Wettbewerb haben, es ist vmtl nicht der beste Einsatz von Steuermitteln und ich bezweifel auch, dass bei der DB so unternehmerisch gehaushaltet wird, wie es ein Unternehmen machen müsste, was nicht über Staatsmittel finanziert wird.
Gleichzeitig wollen wir aber natürlich mehr Verkehr auf der Schiene. Vor allem im Güterbereich ist ja noch wahnsinnig viel Luft nach oben (und der Trend ist soweit ich weiß rückläufig - nicht erneut recherchiert). Ich frage mich wie das gehen soll, wenn der Schienengüterverkehr so schon nicht wettbewerbsfähig ist. Wenn sich die DB (Cargo) da zurückzieht wird der Anteil der Schiene am Güterverkehr sicher deutlich sinken.
Ist die Lösung hier wieder nur die ganz großen (und damit schwer umzusetzenden) Ansätze wie:
- (höhere LKW) Maut
- höhere Dieselsteuer/CO2 Abgabe für (LKW) Verkehr
- bessere Schieneninfrastruktur (schneller, zuverlässiger, weniger Nadelöhre, seltenere Depriorisierung von Güterverkehren)
- ggf bessere Anbindung der „letzten Meile“ (kenne mich da nicht aus aber vermute das ist auch noch ein Problem der Schiene
Ich würde eine Perspektive/Diskussion dazu schätzen. Gar nicht explizit zum Thema Güter. Sondern eher zum Spannungsfeld „Schiene stärken“ aber gleichzeitig Wettbewerb ermöglichen und „Bahn Auswüchse“ eindämmen - ggf halt am konkreten Beispiel Güterverkehr
SZ Link: Deutsche Bahn darf ihrer Cargo-Tochter kein Geld mehr geben - Wirtschaft - SZ.de
Die DBNetz könnte Entschädigungen zahlen, wenn aufgrund Mängeln in der Infrastruktur oder blockierenden Zügen die DBCargo ihre Zeiten nicht einhalten kann. Denn das Hauptproblem ist ja nicht eine unwirtschaftliche DBCargo, sondern eine marode Infrastruktur. Die mietet DBCargo von der DBNetz und sollte dafür eine angemessene Leistung erwarten können. Ich sehe also Spielraum für weitere Zuschüsse durch die Hintertür.
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Das kann die DB Netz nicht, weil sie dann an alle Schienen Cargo Anbieter diese Entschädigung zahlen müsste. Die anderen Anbieter machen jedoch keinen Verlust.
Wenn ich es richtig verstehe sind hohe Verwaltungskosten (Umstrukturierung im Gange das zu ändern) und Verlustgeschäfte wie Einzelwagenverkehr an dem schlechten Stand der DB Cargo „Schuld“.
Hat da jemand weitere Einblicke? Würde mich sehr interessieren.