Darin liegt das Missverständnis.
Tiny Houses sind schon darauf angelegt, langfristig am gleichen Ort zu bleiben, was u.a. dadurch bedingt ist, dass sie an’s örtliche Versorgungsnetz angeschlossen werden müssen (was nicht ganz günstig ist). Auch ist die Einrichtung im Gegensatz zum Wohnwagen nicht so konzipiert, dass man sie „on the road“ nutzen kann, daher: Wenn du mit deinem Tiny House umziehst, musst du es i.d.R. vorher ausräumen, sonst wird dein Geschirr den Umzug nicht überleben (z.B. weil die Schranktüren im Gegensatz zum Wohnwagen nicht so konzipiert sind, beim Transport geschlossen zu bleiben)…
Daher: Ja, sie sind mobiler als „richtige Häuser“, aber bei der Mobilität geht es dann eher um „Umzüge“, daher: Wenn der Bewohner umzieht, kann er sein Haus mitnehmen. Das passiert realistischerweise aber eher alle paar Jahre, sonst würde der Kauf eines Grundstücks ja auch wenig Sinn machen.
Um ein Tiny House ziehen zu können braucht man auch nicht nur ein beliebiges Auto mit Anhängerkupplung, sondern ein relativ kräftiges Auto, einfach, weil so ein Tiny House bis zu 3,5 Tonnen wiegt. So ein Auto werden sich die meisten umzugswilligen Tiny-House-Besitzer wohl eher mieten, oft brauchen sie auch einen Fahrer, weil man dafür den Führerschein BE braucht (bzw. die alte Klasse 3, wenn man den Führerschein noch im letzten Jahrtausend gemacht hat…).
Kurzum:
Für die meisten Tiny House-Eigentümer ist ein Umzug ebenso wie für den Mieter eine Sache, die erheblichen organisatorischen Aufwand benötigt und daher nur alle paar Jahre stattfindet. Der Großteil der Nutzer wird dafür auf ein Umzugsunternehmen angewiesen sein, die Unterstellung, dass ein Kraftfahrzeug zwangsläufig zum „Tiny House Lifestyle“ gehören würde, halte ich jedenfalls für falsch. Diejenigen Menschen, die ich kenne, die sich für ein Tiny House interessieren (z.B. mein Bruder), haben allesamt kein Auto und würden sich für ein Tiny House auch keines anschaffen… gerade diejenigen, die sich für Tiny Houses interessieren, sind oft eher alternativ geprägt und gehören gerade nicht zur konservativen „Ich-und-mein-Auto“-Gesellschaft.