Hallo @pbf85 !
Das kostet aber Geld, das die Gemeinde nicht hat und damit müssen das andere Gemeinden erwirtschaften - klingt irgendwie nicht fair. Diese Infrastruktur produziert dann auch eine Menge Verkehr, der wiederum maßgeblich mit dem PKW bewältigt wird und auch wieder Ressourcen braucht. Insgesamt ist es dann volkswirtschaftlich sinnvoller, ineffiziente Infrastruktur mit hohem Ressurcenverbrauch abzubauen.
Wie gesagt, Kleinstädte sind nicht das Problem. Städte wie Füssen sind gut öffentlich angebunden und dort kann man nachverdichten. Dann geht es denen auch finanziell wieder besser.
Von dort habe ich auch meine Zahlen. Wollte extra so wenig wie möglich würfeln, damit das so realistisch wie möglich ist. Es ging um freistehende EFH und da gibt es einige, die auf solchen Grundstücken stehen. Wir können also ruhig weiter diskutieren, das sind keine Phantasiezahlen. 
Natürlich kann man über den Bebauungsplan eingreifen. Das ist dann aber erstens wieder „Zwang“ und zweitens führt das nicht dazu, dass Menschen die weniger Infrastruktur brauchen auch weniger bezahlen. Die Wohnungsbewohner finanzieren dann immer noch die Infrastruktur der EFH mit, es können sich nur weniger Menschen ein Haus leisten. Also tendenziell eine Verteilung von Arm zu Reich.
Nun ja, das war quasi die paraphrasierte Reaktion von Ulf und Philip auf die Studie „Geld für Infrastruktur senkt Stimmenanteile von Rechtspopulisten“. Man müsse schauen, dass die Infrastruktur in strukturschwachen Gegenden passt, damit die Leute nicht Rechtsextrem wählen. Nur woher nimmt man das Geld? Womit rechtfertigt man, dass das nicht in überlaufene Schulen in den Städten geht?
Wenn die Zielgruppe bereit ist, das zu zahlen, sehe ich kein Problem. Aber das kostet halt viel mehr, als im mehrgeschossigen Wohnbau und das muss sich daher eben auch in den Abgaben jener widerspiegeln, die so wohnen wollen. Sonst ist das schlicht unfair.
Warum sollten Menschen in Kleinstädten nicht in Mehrfamilienhäusern wohnen die eine Gewerbeeinheit im Erdgeschoss und damit fußläufige Nahversorgung bieten? Die müssen nicht achtstöckig sein (wäre denke ich auch eher teuer) aber drei bis vier Stockwerke sind schon drinnen. Nein, da hat dann nicht jeder einen Garten, aber dafür auch wieder fußläufig einen Park oder sogar etwas Natur. Das war es, wie wir Kleinstädte seit Jahrhunderten gebaut haben.
Niemand hat Kleinstädte in Frage gestellt, sondern ich stelle in Frage, in wie fern sich Bewohner von EFH stärker an den Kosten beteiligen müssen, die sie verursachen. Ja, Reihenhäuser machen es ein bisserl besser, aber Fussläufigkeit ist auch mit dieser Siedlungsform schwierig zu bekommen. Mit der Fussläufigkeit kommt aber eben auch die Erdgeschosszone, der soziale Kontakt, Cafés - schlicht Lebensqualität. Ohne ständig auch noch Fläche für jene einzuplanen, die im EFH wohnen und daher nur mit dem Auto irgendwo hin kommen.
Die Firmen gehen deswegen in die Großstadt, weil sie dort auf einen größeren Pool Mitarbeiter, Kunden, Dienstleister, Zulieferer, etc. zurück greifen können. Das kann die Fläche nicht bieten, ist aber von Wettbewerbsvorteil. Das hat wenig mit Planung zu tun, sondern eben mit Wirtschaftlichkeit.