Crypto Wars und Verfassung

Ich frage ich mich, ob die Forderung nach vorsätzlicher Zerstörung der Integrität unserer IT Hard- und Software mit Blick auf das IT-Grundrecht noch verfassungskonform ist.

Jürgen Schmidt hat in der letzten Heise-Show dargelegt, dass z.B. WannaCry und NotPetya mit ihren Milliarden-Schäden direkter Ausfluss aus der Hybris ist, man könne 0Days geheim halten oder vorsätzliche Backdors nur für sich („die Guten“, ©) auf die eigene Behörde oder das eigene Land begrenzen.

Juniper Networks hat in seine Geräte eine NSA-Backdoor eingepflanzt hat, die dann chinesischen Dienste über Jahre offen stand. Von Cisco hört liest man quasi jede Woche, dass die Administratoren dringendst Patches einspielen sollen. Welche der Lücken auf Unvermögen und welche auf Vorsatz zurück gehen ist nicht zu recherchieren.

D.h. wir wissen aus leidlicher und teurer Erfahrung, dass die Behauptung die Vertrauenswürdigkeit der auf der Verschlüsselungstechnologie basierenden Produkte und Dienstleistungen könne gewahrt bleiben einen trumpistischen Realitätswert besitzt! Und das wissen die verantwortlichen Politiker auch - weil sie beraten werden. Sie machen aber in der Öffentlichkeit Augen und Ohren zu - und stellen sich dumm.

Aber was ist unser IT-Grundrecht wert, wenn die Politik sich offenbar auf den Weg machen kann, uns die Integrität unserer IT Hard- und Software mit Vorsatz und wider besseren Wissens zu zerstören?! Da wird doch versucht, Fakten zu schaffen!

Es ist doch (mittlerweile sogar unter dem Windows-Linux …) möglich, Docker-Container zusammen zu stecken, die uns vollautomatisch den Signal-Code mit Backdoor von github herunter lädt, die kompromittierenden Stellen automatisch heraus schneidet (patched), ihn dann automatisch übersetzt und installiert.

D.h. unsere Regierungen in Europa müssten den Zugang zum Quellcode verbieten. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Europa zensiert wieder …

Da hätten wir im Handumdrehen Anknüpfungspunkte an fast vergessene europäische Tradition wie Häresievorwürfe, Ketzerverfolgungen und Bücherverbrennungen - wobei letzteres vor nicht ganz 100 Jahren sehr getrendet hat :frowning:

Nein, im Ernst: Das ist doch verfassungswidrig und anti-aufklärerisch, oder?

Es würde mich freuen, wenn Ihr die Frage nach Verschlüsselung im Kontext unserer Verfassung diskutieren würdet :+1: