Covid-19-Pandemie: Sachsen-Besuch über Weihnachten 2021

Das, was du da beschreibst, ist kein „einigermaßen gutes Pandemiemanagement“, sondern wäre die beste Performance aller westlichen Staaten. „Einigermaßen gut“ ist dagegen das, was wir bisher in Sachen Corona erleben.

Und hätte das mit der Impfquote hingehauen, wären wir sogar im internationalen Vergleich richtig gut durchgekommen.

Mein Eindruck (als Wessi, der in Thüringen lebt) ist eher der, einer grundsätzlichen Missgestimmtheit gegenüber „denen da oben“ und eine Entfremdung vom Gemeinwesen jenseits der eigenen Nachbarschaft. Anlässe finden sich dazu natürlich immer.

Dass eine Verweigerung der Impfung nicht als Anstoß für eine Diskussion/Kritik gesehen wird, zeigt nur, dass sich niemand verantwortlich fühlt, für die Gesamtgesellschaft einzutreten. Ist jedem sein Bier, ob er/sie sich impfen lässt. Und ob das Gesundheitssystem dabei aus dem letzten Loch pfeift … das ist das Problem von „denen da oben“.

Ich glaube gar nicht, dass eine allgemeine Impfpflicht hier auf so großen realen Widerstand stoßen würde. Hat man wieder was, worüber man schimpfen kann. Sonst gibt’s ja wenig, was einen noch mit den Mitmenschen verbindet.

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In englischsprachigen Ländern nennt man den Zustand, den @Philipp_K beschreibt, auch FUD („fear, uncertainty, doubt“) und dieser gehört seit Jahrzehnten zum Grundrepertoire in PR und Propaganda („Ich sage nicht, dass das Produkt der Konkurrenz Autismus verursacht, aber ich schließe es auch nicht aus.“). Im Umweltkontext wird eine derartige Propagantataktik in jüngerer Zeit auch aus Inactivism („besser mal nichts tun“) bezeichnet.

Ich denke es ist erst einmal (wertfrei betrachtet) eine beeindruckende PR-Leistung der Impfgegner*innen, FUD und Impf-Inaktivismus, wie beschrieben, in Sachsen zur Mainstreammeinung zu machen. Vermutlich ist auch die Stärke einer gewissen Partei, in deren Repertoire FUD und Inaktivismus eine große Rolle spielen gehören, mitverantwortlich.

Aber unterstützt wurde das Gedeihen der Impfskepsis meiner Meinung nach auch dadurch, dass viele in der bundesdeutschen Politik und Verwaltung sich das Ausmaß der Pandemie auch nicht einmal annähernd vorstellen konnten und die Kommunikation immer auf Reagieren und Kurzfristiges ausgelegt war. So sind Lockdowns immer wieder „vorübergehend“ und „bald alles wieder normal“. Wenn dann unvorgesehene Dinge, wie Mutanten dazwischenkommen, dann ist das ein gefundenes Fressen für Menschen, die gerne weiter Nebelkerzen zünden und Zweifel sähen wollen.

Meint ihr, dass, wenn mehr vom „new normal“ gesprochen würde und davon, dass die Pandemie (auch nach heutigem Stand) die meisten von uns einen nichtvernachlässigbaren Teil unseres Lebens (bisher zwei Jahre, aber es erscheint denkbar, dass es bis zu vier werden - 5% unserer Lebenszeit) prägen wird, auch Menschen in Sachsen sich eher überzeugen liessen? Aus meiner Sicht ist das auch ein wichtiges und oft vergessenes Element des schwedischen Wegs: die ehrliche Aussage, dass es lange dauern und nicht einfach werden wird und wir als Gesellschaft einen erträglichen, neuen Zustand finden müssen.

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Man kann auf die Erkenntnisse der Wissenschaft vertrauen. Dann ist Impfen gegen Corona erste Bürgerpflicht und eine Nicht-Impfung gefährdet Menschenleben.

Die Polarisierung in Deutschland ist, dass manche es okay finden, andere Menschenleben zu riskieren, entweder weil sie den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht trauen (AfD) oder weil sie individuelle Freiheit mit Egoismus verwechseln (FDP).

Du schreibst:

Wenn du die Polarisierung nicht wahrnimmst, sei dir versichert: sie ist da, dein Umfeld spielt nur im selben Team.

Edit: Typo

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Diese Folge von Deutschlandfunk der Tag zeigt wieso es ohne Pflicht nicht geht:

https://open.spotify.com/episode/1LWQ0bo7fklgYOKw6eKNJN?si=JLLaBZXjSX6jM40RzMG1ng

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Was ich beizutragen habe ist nur anekdotisch.
Ich beobachte dass es in meiner Umgebung eine kleine lautstarke Gruppe gibt die Impfgegner sind.
Aber es gibt eine noch kleinere leise Gruppe, die ich bisher übersehen habe, die sich einfach nur nicht impfen lassen wollen. Diese leise Gruppe stelle ich, nach meinen Beobachtungen, mal in die „homöopathische Ecke“. Die Testen sich nehmen ganz normal am gesellschaftlichen Leben teil und ziehen sich zurück wenn 2G Maßnahmen (z.B. Besuch einer Wirtschaft nach einer Wanderung) anstehen. Irgendwie haben die ihr eigenes Weltbild und wollen eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Die interessieren sich werde für Argumente noch für Statistiken. Die kapseln sich sogar von nahen Familienangehörigen ab.

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Lieber @Philipp_K , es ist mir ein dringendes Bedürfnis, hier ganz hart dagegen zu halten, wie ich es in einem separaten Thread schon getan habe.

Nicht überraschend, auch in Sachsen sind immerhin 63% „vollständig geimpft“.

Und genau das (!) ist das Problem in Sachsen. Die schweigende Mehrheit, die die Minderheit toleriert. Kannst du in der Politik genau so beobachten.

Ich formuliere es ganz direkt: Wer nicht an die Wirksamkeit der Impfungen „glaubt“, ist ein Verschwörungstheoretiker! (Das Verb „glauben“ deutet hier schon ganz klar auf das Problem hin.)

Denn wenn du an der Wirkung zweifelst, musst du erklären, wieso die Wissenschaft zu anderen Erkenntnissen kommt. Das kannst du nur, indem du die Glaubwürdigkeit der Wissenschaft, d.h. aller Studien und Mitwirkenden in Zweifel ziehst, oder jede Studie bis ins kleinste liest und einen relevanten Fehler findest. Letzteres ist bisher niemandem gelungen.

Alle diese Argumente zeugen davon, dass die betreffenden Personen sich überhaupt nicht seriös zur Impfung informiert haben. Die Hintergründe zu diesen Problemen stehen in jedem Bericht über das Thema und werden gebetsmühlenartig wiederholt, seit Beginn der Impfkampagne.

Wieso ist das ausgerechnet ist Sachsen so? Wieso führt das ausgerechnet in Sachsen zu einer niedrigen Impfquote?

Deine Wortwahl hier lässt ganz tief blicken.
Was in Westdeutschland stattfindet ist ein Schutz des Staats und seiner essentiellen Institutionen (Krankenhäuser) zum Schutz der Allgemeinheit (inkl. der Ungeimpften!). Wer diese Institutionen durch sein Verhalten gefährdet, wird von der Mehrheit entsprechend negativ beurteilt.

Die „andere Risikogewichtung“ ist nichts anderes als „alternative Fakten“. Es gibt bei der Impfung keine Risiken (mehr), die jeder für sich gewichten, d.h. selbst einschätzen, und dann zu einem plausiblen (!) Ergebnis kommen kann. Das war vielleicht mal der Fall, als junge Frauen sich letzten Sommer überlegt haben, ob sie eine Impfung von AstraZeneca nehmen oder lieber auf Biontech warten.

Fazit
Alles, was du hier beschreibst, bestätigt das negative Bild von Sachsen. Die angeführten Gründe lassen die Sachsen genauso schlecht darstehen, wie sie darstehen.

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Ich denke hier geht es in erster Linie wieder um die Kommunikation. Im Sommer 2021 wurde kommuniziert, dass die (vollständige) Impfung sehr gut schützt. Heute heißt es etwas salopp formuliert, dass nur noch geboosterte wirklich geschützt sind. Damit werden die eigenen Aussagen von vor einem halben Jahr komplett entwertet. Die Menschen wollen ja eine Perspektive. Hätte man im Sommer bereits gesagt, dass es eben notwendig sein wird sich alle 6 Monate impfen zu lassen, hätte man jetzt eine breitere Akzeptanz dafür. Zumal ja auch schon an anderer Stelle in der Lage erörtert wurde, dass es auch noch persönliche Umstände jedes einzelnen gibt, die keine Begeisterung für dauernde Impfauffrischung auslösen (Spritzenphobie, alleinerziehend, schwieriges sozialen Umfeld, etc.).

Ich argumentiere in meinem Beitrag eigentlich nicht, sondern habe nur versucht meine persönlichen Erfahrungen aus Sachsen darzustellen. Es ist ja auch nicht meine persönliche Argumentation. Vielmehr in Teilen meine Interpretation der nicht repräsentativen Einstellungen einiger Sachsen. Diese faktenbasierte Informationsaufnahme ist für viele sehr schwierig. Junge Menschen lesen weniger Zeitung, viele haben kein großes Vertrauen in das, was in der Zeitung steht.

Ich würde dem teilweise zustimmen. Die ersten Monate der Pandemie als man weltweit wenig wusste, musste man auf Sicht fahren. Ich denke im ersten Halbjahr haben auch alle viel geleistet. Wenn ich mich an die Straßen Ende März in Köln erinnere, war dort alles leer, keine Menschen am helllichten Tag. In der dritten Welle und auch heute merkt man davon nix mehr. Die Pandemie hat ihren Schrecken genommen und die Bürger haben sich damit arrangiert (Masken, Testen & Co.).

Es macht aber beim Staat oder der Politik den Eindruck, dass es dort nur eine ganz kleine Lernkurve gibt. Witzigerweise beschwert man sich in der Lage auch häufig über die breite Inkompetenz im Pandemie-Management. Trotzdem haben viele einen großen Glauben an den Staat. Obwohl nach 2 Jahren:

  • Gesundheitsämter immer noch analog arbeiten
  • Meldedaten unvollständig oder inkorrekt sind
  • Es kein Impfregister gibt (kein Mensch weiß, wie viele wirklich geimpft sind)
  • Kein flächendeckender hybrider Unterricht funktioniert
  • Nicht jede Schule mit Luftfiltern ausgestattet ist
  • die Corona-WarnApp weitestgehend nutzlos ist
  • es immer wieder (neue) Pannen bei Impfstoffbeschaffung gibt
  • nach wie vor die Kommunikation eine Katastrophe ist
  • es keine Strategie für eine möglicherweise kommende Impfpflicht gibt …

Das wären alles Aufgaben des Staates gewesen, das innerhalb von 2 Jahren in den Griff zu bekommen. Das wäre auch möglich gewesen. Andere Länder haben ja viele Punkte besser gemacht. Die Regierung heute noch in Schutz zu nehmen, ist unangebracht. Vor allem das Versagen Merkels (und des Kanzleramts insgesamt) wurde medial nie thematisiert.

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Alles richtig, hat aber mit Impfmuffelei nichts zu tun. Selbst wenn man dem Staat null vertraut macht die Impfung trotzdem Sinn. Man muss sich ja nicht Karl Lauterbach zuliebe impfen lassen, sondern aus Selbstschutz und Solidarität.

Mit kommt das doch alles sehr wie Whataboutism vor - Menschen suchen Vorwände, um sich nicht impfen zu lassen, und ein besonders praktischer ist staatliches Fehlverhalten, denn da lässt sich immer etwas finden.

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Überhaupt keinen Widerspruch, dass es in Sachsen nicht jede Menge komische Leute gibt. Die Schnittmengen der aufgezählten Personengruppen dürften auch ziemlich groß sein. Sachsen ist teilweise sicherlich auch etwas rechter als der Rest der Republik. Wobei ich das nicht verallgemeinern würde. Ländliche Regionen am Niederrhein oder in Westfalen sind vom Gedankengut wenig anders als im Erzgebirge. Sicherlich könnte Sachsen sich eher Polen, Tschechien oder Ungarn anschließen. Die Menschen sind durch die sozialistische Diktatur anders geprägt/sozialisiert. Dafür muss man kein Verständnis haben. Aber man muss damit eben anders umgehen als mit „Querdenkenden“ aus Baden-Württemberg. Deswegen ist ja gerade eine differenzierte Kommunikation so wichtig. Reichsbürger, Impfskeptiker, Esoteriker, Wutbürger können nicht in einen Topf geworfen werden, besonders wenn es um die Ansprache und die Argumente geht.

Das ist allerdings ziemlicher Unsinn. In NRW und anderswo mögen manche Menschen konservativ sein, gerade auf dem Lande, aber die AfD und die NPD spielen keine wichtige Rolle. In Sachsen sind sehr viele Menschen rechtsextrem bis hin zu echten Neonazis und haben ein strukturelles Problem mit der Demokratie. Das sind komplett andere Baustellen.

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In der Woche habe ich mit vielleicht 20 Menschen (Familie, ehemalige Schulfreunde + deren Angehörige) gesprochen. Mit denen hat man dann auch noch einmal über Leute gesprochen, die man eben kennt. Somit ist die Stichprobe natürlich sehr willkürlich. Aber das Verhältnis der Personen dürfte etwa dem Impfstatus in Sachsen entsprechen (60/40). Wobei ich erwähnen muss, dass ich fast keinen Ungeimpften persönlich getroffen habe, sondern oft von Ihnen berichtet wurde.

Nach meiner Wahrnehmung ist es eine Mischung aus 2a) mit eigenen Erfahrungen. Viele kennen jemanden der gestorben ist. Oftmals waren diese Leute aber auch geimpft (das schürt erste Zweifel). Außerdem kenne viele Leute (natürlich eher anekdotisch) andere Personen, die nach der Impfung Probleme hatten. Das wird dann sehr häufig mit der Impfung in Verbindung gebracht. Somit warten viele lieber erst einmal ab. Gerade jüngere Menschen haben dann eben diese risikofreudige Präferenz, zwischen der Wirkung der Impfung (vielleicht nicht so hoch) und den Risiken einer Thrombose (besonders Frauen) oder Herzmuskelentzündung (besonders sportliche Männer) gut abzuwägen. Das sollte ja im Grunde auch das gute Recht jedes einzelnen sein. Das PEI dokumentiert ja relativ ausführliche die Impfschäden. Danach müsste ja jedem zugestanden werden, dass man seine Risikoabwägung trifft.

Dazu ein weiterer Bericht aus meinem Freundeskreis: die Mutter meines Patenkindes ist totale Impfbefürworterin. Selbst schon geboostert, die Kinder haben alle Regelimpfungen. Ihre beiden Kinder (3 und 5) will sie aber auf keinen Fall impfen lassen. Das finde ich einigermaßen irrational. Denn hier tritt m.M.n. genau diese Risikoabwägung wieder ein (wie oben), sodass man überlegt ob die Impfung (kleine Nebenwirkungen werden extrem stark gewichtet) gefährlicher sein könnte als eine Infektion (kein schwerer Verlauf bei Kleinindern).

Ich hatte weiter oben schon auf die Zufriedenheit der staatlichen Performance ausführlicher geantwortet. Dazu ergänzen würde ich nur noch: wenn die deutsche Politik den Klimaschutz oder die Bekämpfung des Klimawandels ähnlich (nicht) stringent, unambitioniert und phlegmatisch umsetzt, dann wird das nie was. Die Lage ist ja sehr links-grün eingestellt und die beiden sind m.M.n. Klimaschutz-Fanatiker, Deswegen überrascht es mich immer wieder, dass sie so unfassbar viel Vertrauen in den Staat und seine Handlungen (der Zukunft) haben, obwohl sie vollkommen zurecht das Pandemiemanagement oft in der Lage kritisieren. Wo Staat (insb. Verwaltung) und Politik in der Pandemie geradezu durch Missmanagement und Underperformance aufgefallen sind. Deutschland rühmt sich ja selbst immer als so innovativ, fortschrittlich, „reiches Land“, bekommt aber dann teilweise die einfachsten Sachen nicht geregelt. Das kann doch nicht allen ernstes zufriedenstellen, was im letzten Jahr im Pandemiemanagement von der Bundesregierung (und den Landesregierungen) abgeliefert wurde!

Nein, natürlich nicht, aber das hat nichts, aber auch gar nichts mit Impfmuffelei zu tun, sondern ist einfach nur ein rhetorischer Trick, um die Verantwortung für eine eigene Fehlentscheidung auf “die da oben” zu verschieben, die auch Fehler machen - gerade so, als müsste sich die Bundesregierung die Impfungen der Bevölkerung durch ein perfektes Pandemie-Management quasi verdienen.

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Davon habe ich noch nie gehört, vielen Dank für den Hinweis darauf. Das erklärt natürlich auch noch viele andere unterschiedliche Wahrnehmungen. Inactivism war ja geradezu die Strategie von Merkel. Deswegen war sie wahrscheinlich auch so beliebt, weil sich für die Bürger in 16 Jahren nichts gravierend verändert hat. Ohne 2015 hätte sie sicherlich auch heute noch im Osten sehr großen Zuspruch mit dieser Strategie.

Das „new normal“ wurde ja im Laufe 2021 oft thematisiert, auch von der Philosophie. Der Begriff wird aber sicherlich keinen großen Einfluss darauf haben, dass die Politik Menschen überzeugen kann. Gerade die genannte kurzfristig orientierte Kommunikation (Wahlen scheinen in einer Pandemie ein Problem zu sein) führen zu Missverständnissen und Misstrauen. Auch wenn sich wissenschaftliche Erkenntnisse verändern, kann die Politik nicht ständig den Kurs ändern. Ehrliche Aussagen - so ist es - schaffen Vertrauen und Verlässlichkeit. Die Strategie der Bundesregierung in der Pandemie: ihr könnt uns vertrauen, wir fahren zwar auf Sicht, aber wir kümmern uns darum … und es dann später nicht zielführend zu machen, schafft genau nicht das Vertrauen. Man kann die Impfskepsis ja nicht losgelöst von den allgemeinen Pandemiemaßnahmen trennen. Die Bürger sehen das doch im Gesamtkontext, ob die Politik logisch und sinnvoll entscheidet. Gerade aber bei den Maßnahmen (15 km Radius, Friseure zu, wirtschaftsfreundliche Arbeitsregelungen, Stadion auf - Schule zu, …) hat man ultimativ viel Unverständnis produziert. Was ja nun auch in den 2 Jahren in allen Satiresendungen zahllos oft aufgegriffen wurde.

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Ja @Martino, dann gehen unsere Ansichten wohl auseinander. Das ist ja auch okay. In einer liberalen Gesellschaft muss man ja auch andere Meinungen haben können und tolerieren.

Ich wollte mit meinem Beitrag nur die von mir erfasste Situation beschreiben, nicht die Sachsen besser oder schlechter stellen. Sich anzumaßen über „die Sachsen“ zu urteilen ohne jemals mit einem Ungeimpften über dessen Intentionen gesprochen zu haben, halte ich für sehr überheblich. Was von denen auch oft als typisch Westdeutsches Verhalten gedeutet wird.

Mir geht es vor allem um Versöhnung der verhärteten Fronten. Wenn man ein Entgegenkommen der Impfskeptiker erreichen will, muss man auch selbst auf diese zugehen. Der verallgemeinernde Sammelbegriff Verschwörungstheoretiker oder Querdenker ist da auch weniger zielführend.

Das ist eine extrem gefährliche These. Wenn eine Seite naturwissenschaftlich Recht hat und die andere irrt, dann liegt die Wahrheit eben nicht in der Mitte. Das “Zugehen” kann also nur in einer besseren Kommunikation der eigenen Position bestehen, aber nicht in inhaltlichen Kompromissen.

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Was damals auch stimmte.

Was heute auch stimmt, und (neben anderen Gründen) an der abnehmenden Wirkung über die Zeit liegt.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen wie selbstverständlich damit argumentieren, dass sie (oder andere) damit überfordert sind, eine veränderte Lage anzuerkennen und darauf zu reagieren.
Es ist ja nicht so, dass die Impfung vor einem halben Jahr sich jetzt als Fehler rausstellt, und alle, die im Sommer auf die Impfung verzichtet haben, jetzt viel besser da stehen und bessere Optionen haben.
Wie kommt ihr sonst durch’s Leben? Wenn die Straße gesperrt ist? Wenn der Supermarkt heute spontan zu hat? Wenn ihr einen Wasserschaden in der Wohnung habt?

Alle Menschen in Deutschland wollen eine Perspektive. Alle Leute sind mit der Politik unzufrieden. Nur in Sachsen (stimmt natürlich nicht, ist der ganze Osten; und ja, ich provoziere damit) verweigert man dazu die Impfung.

Ich bin mir nicht sicher, wie sehr du hier die Argumente wiedergibst oder sie selbst teilst.

Ok. Trotzdem benutzt du diese Erfahrungen, um das Verhalten zu rechtfertigen und zu erklären. Es taugt für beides nicht.

Du (bzw. die Sachsen, die du vertrittst) schmeißt hier „Wissenschaft“ und „Politik“ in einen Topf.

Ich nicht. Und du hast hier noch keine Gründe für’s Nicht-Impfen geliefert, die ich nicht schon (auch außerhalb von Sachsen) kenne.

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Genau genommen wurde von Anfang an gesagt, dass die Impfung möglicherweise nicht dauerhaft schützen wird und auch, dass es sein kann, dass durch eine neue Situation (Varianten) weitere Impfungen oder Anpassungen der Impfstoffe notwendig sind. Gerade die, die ja behaupten sich ach so toll zu informieren und zu zweifeln müssten das doch bitte mitbekommen haben. Das scheint aber dann ja offensichtlich doch nicht der Fall zu sein.

Genauso ist es jetzt auch wieder. Das Boostern hilft. Vor allem noch gegen Delta. Bei Omicron anscheinend auch aber wohl nicht so gut wie ein extra dafür angepasster Impfstoff es täte. Damit ist aber auch heute klar, dass es sehr wahrscheinlich sinnvoll ist auch noch eine vierte Impfung zu bekommen.

Über die Corona-Politik, die Umsetzung der Impfkampagne und co. kann man sicher genug streiten und Kritik üben. Verbesserungspotenzial gibt es überall. Aber das soll doch bitte nicht dafür herhalten, dass man meint das zu nutzen, um seine Impfverweigerung zu begründen. Egal ob in Sachsen, im Osten, im Süden bei den Antros oder sonst wo.

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