Corona: Deutschland im internationalen Vergleich

Hallo ihr Lieben, ich verstehe nicht, warum ihr die Corona-Lage in Deutschland im internationalen Vergleich so schlecht seht. Im Vergleich mit relevanten Ländern mit ähnlicher geographischer und kultureller Ausgangssituation (USA, UK, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlande, Belgien) steht Deutschland nach wie vor hervorragend da: Deutschland hat mit Abstand die geringsten Infektionszahlen pro Einwohner, sowohl insgesamt als auch momentan, und die insgesamt wenigsten Toten pro Einwohner - und das ohne jemals so rigorose Lockdowns gehabt zu haben wie z. B. Frankreich, Spanien, Italien oder UK. Und das bei einer vergleichsweise alten Bevölkerung. Und ohne gigantischen Wirtschaftseinbruch.
Natürlich kommen die Impfungen nicht so richtig in Gang, aber das ist auch in anderen Ländern so. Die immer wieder zum Vergleich herangezogenen USA, UK und Israel sind in dieser Hinsicht Ausnahmen, da sie sich im Alleingang und ohne Rücksicht auf irgendwelche Nachbarn oder den Rest der Welt große Mengen an Impfstoff gesichert haben. Gleichzeitig habt ihr auch mal betont, wie wichtig es ist, dass nicht nur in Deutschland und Europa, sondern in allen Ländern geimpft wird (Stichwort Mutationen). Beides (hier alle impfen und woanders auch) geht aber nicht, solange der Impfstoff noch begrenzt ist. Wenn bei uns mehr geimpft werden soll, muss halt woanders weniger geimpft werden.
Ich habe das Gefühl, dass ihr euch auch ein bisschen von der allgemeinen Corona-Müdigkeit und -Ungeduld habt anstecken lassen und das „bigger picture“ wie ihr immer so gerne sagt, etwas aus den Augen verliert. Ja, man findet immer Länder, in denen dies oder jenes gerade besser läuft als bei uns. Aber ganz viel ist bislang vergleichsweise gut gelaufen und tut es auch noch immer.