Hier auch noch ein interessanter Artikel:

Frage wie alt bist du?

Ich bin in einem Alter wo ich die Welt noch ohne Internet kennen gelernt habe und wir sind auch nicht vor Langeweile gestorben…

Selbst vor Erfindung von Fernsehen, sogar noch vor dem Kino könnten die Menschen mit ihrer Freizeit etwas anfangen.

Woher nimmst du die Sicherheit, dass ein Kinobesuch so viel mehr Ressourcen verbraucht als eine Stunde Netflix?

Ja heutzutage sind Kinos spärlicher verteilt als früher so dass man die „Reisekosten“ mit einpreisen müsste, aber dem musst du dann ehrlicherweise auch entgegenhalten, dass du im Kino keine Auswahl hast was du dir dort anschaust während dir Netflix die gesamte Auswahl auf Speichermedien vorhält die ja auch Ressourcen verbrauchen.

Und offensichtlich gehst du davon aus, dass alle die gerade irgendeinen Streaming Dienst nutzen nichts weiter konsumieren …

@heinrichsgeist: nichts gegen kontinuierliche Sparsamkeit oder deine Aussage, aber ehrlicherweise muss ich gestehen, dass die Entwicklung mir persönlich zu schnell geworden ist um da wirklich noch die richtigen Einstellungen vornehmen zu können.

Ich wüsste nicht einmal mehr so ohne weiteres welche Auflösung zu meinem jeweils genutztem Endgerät überhaupt sinnvoll ist.

Solche Wissensaneignung könntest du aber nur auf Basis sehr hoher Kosten erzwingen.

@davidl991: warum schließt du von „Reglementierung des Internets“ direkt auf „Eingriff in die Netzneutralität“?

Eine solche Reglementierung kann ja auch durchaus darin bestehen, dass man z.B. den Programmierern von Mailsoftware vorgibt, dass Textformat der Standard zu sein hat und HTML in jedem einzelnen Fall aktiviert (oder wenigstens bestätigt) werden muss.

Oder um wieder auf mögliche Einsparungen durch Auflösung zurück zu kommen: Dass man z.B. festlegt wie sich ein Endgerät beim Server zu identifizieren hat und daraus folgernd mit welcher Auflösung der Server zu antworten hat.

Auch das wäre ja bereits eine Reglementierung ohne dass es irgendetwas mit der Netzneutralität oder gar Einschränkungen der Meinungsfreiheit zu tun hat.

Allgemein finde ich das Thema Recht spannend, denn es zeigt eigentlich auf das wir als Menschheit von dem Verhalten verabschieden müssen einfach alles zu tun nur weil wir es können.

2 „Gefällt mir“

:+1: einzigstes Gegenargument wäre Datenschutz. Aber man könnte das speichern dieser Daten untersagen.

Welcher Datenschutz?

Wenn mein Endgerät dem Server mitteilt „ich bin ein I-Phone 12 welches den Film streamen will“ so gibt es keine schützenswerten Daten.

Ist bereits seit Jahrzehnten ein Standard-Feature in jedem Browser, und Youtube macht genau das.
https://www.w3schools.com/jsref/tryit.asp?filename=tryjsref_screen_width

Weil ein Kino in Westeuropa mind. das halbe Jahr beheizt werden muss, weil Menschen dort hinkommen müssen, weil die Auslastung von Kinosälen häufig extrem gering ist, weil

weil das Gebäude instand gehalten werden muss, weil ein Kino viel mehr Personal erfordert (das ebenfalls Ressourcen verbraucht)

1 „Gefällt mir“

Ja und damit du eine Stunde Netflix schauen kannst, werden große Serverfarmen unterhalten, ebenfalls mit Personal, besagte Serverräume werden ganzjährig gekühlt u.s.w.

Es wäre also eine deutlich kompliziertere Rechnung notwendig wievielt Ressourcen du für deine Stunde Netflix benötigst.

Die Rechnung wäre einfacher wenn die Energie aus EE bestehen würde.

Wer weiß was da jemandem einfällt. Am Anfang konnte sich das bei Google, Facebook und Co auch niemand vorstellen. Am besten gleich verbieten dann gibt es keine Hintertüren.

Dann gelangst du aber an einen Punkt wo du alles verbieten und Stillstand ausrufen willst.

Aber mal ehrlich eine Simplex Identifikation des Typs des Endgerät Brauch man auch nicht speichern.

Das wäre ungefähr so als wenn du an der Tankstelle die Marke und den Typ eine tankenden Fahrzeug erfasst. Das sind einfach keine Daten die irgendwelche Datenschutz verlangen.

Was anderes wird es wenn du nicht mehr nur Hersteller und Typ überträgt sondern eine eindeutige Geräteidentität, dann bist du ganz schnell bei Datenschutzproblemen.

Moin,
ich verbringe auch sehr viel Zeit im Internet und mich würde interessieren ob es als Alternative zum „Nicht-Nutzen“ auch ein „Grünes“ Internet gibt. Ich kenne mich technisch damit leider nicht gut aus aber ich stelle mir darunter einen Anbieter vor, der seine Server mit grünem Strom versorgt. Oder ist das technisch gar nicht möglich weil sich der Server je nach Internetseite ändert?
Wäre für Ideen oder auch technische Belehrung sehr dankbar :sweat_smile:
Liebe Grüße

Es gibt bei der Betrachtung mehrere Herausforderungen, die ein Fazit alá „Streaming=schlecht“ oder ansers herum schwierig macht.

Die weltweite Daten-Infrastruktur hat erstmal eine Grundstromlast. Mein Router läuft immer, genauso wie jeder Router im Backend meines Internetanbieters, dem Server wo die Daten herkommen und allem dazwischen. Da ist die Frage: wie stark lege ich das auf die Nutzenden um? Eine ähnliche Anekdote wäre der Kinobesuch: wenn ich mit dem Bus dahin fahre fährt der Bus ja auch ohne mich und ich erhöhe den Energiebedarf durch meine Masse nur geringfügig, das Kino läuft auch ohne mich und mein persönlicher Impact dürfte minimal sein. Wenn aber nicht genügend Leute kommen würde der Bus nicht mehr fahren und das Kino zu machen. Wenn nicht genügend Leute die Internet-Infrastruktur nutzt würde dieser langfristig runterskaliert.

Dann bleibt der Anteil der Last, der durch die aktive Nutzung verursacht wird. Hier macht es z.B. einen großen Unterschied, ob ich ein Handy nutze, einen Rechner oder einen Smart TV usw.

Dann ist ein Teil der Infrastruktur mit 100% erneuerbarer Energie betrieben, manches nicht, hier müssen wir auch Annahmen treffen, die das Endergebnis sehr stark beeinflussen.

Bei Kraftfahrzeugen gibt es ein ähnliches Problem. Als einen Teil der Lösung hat sich die sog. Well-to-Wheel-Betrachtung etabliert. Dort wird für verschiedene Energieträger und Motortypen geschaut, wie groß der tatsächliche Energieaufwand von dem Moment, wo ich die Energie aus dem Bohrloch (Well) - oder im E-Auto aus dem Wind oder Sonne hole - bis tatsächlich Bewegungsenergie am Reifen entsteht, ist. Ich kann mir vorstellen, dass das im Internet-Bereich aufgrund der vielen Unbekannten nochmal schwieriger ist und man das Ergebnis entsprechend seiner persönlichen Vorstellungen sehr stark in die eine oder andere Richtung bewegen kann, indem man kleine Faktoren leicht anders schätzt (z.B. Mittelwerte statt Median zu nehmen) oder Opportunitätskosten unterschiedlich bewertet.

Es lässt sich übrigens auch auf andere Themen übertragen: Aktuell wird immer wieder in den Medien vorgebracht, wie viele Ressourcen die ganzen KI-Anwendungen verschlingen. Das ist zum Teil auch berechtigt, weil ein bedeutender Anteil wahrscheinlich für Spam-Bots und ähnliche schädliche Anwendungen gebraucht wird. Auf der anderen Seite müsste man auch da betrachten, was jeweils die Alternative ist. Wenn ich ein Programm z.B. durch die Verwendung von einer KI 10x schneller schreiben kann spare ich mir jede Menge Leerlauf an meinem lokalen Rechner. Aber ja, ich finde es schwierig, von der anekdotischen Ebene wegzukommen.

Ich glaube, wie bei allen Klimaschutzmaßnahmen sind vor allem große, strukturelle Maßnahmen wirkungsvoll. Es kann aber bestimmt nicht schaden, auch im Kleinen mitzuhelfen. Hier ein paar Tipps, die mir im Laufe der Zeit untergekommen sind:

  • Soziale Medien sind stromhungrig. Zurückhaltung wirkt. In den Einstellungen kann die automatische Wiedergabe von Videos deaktiviert werden. Vielleicht muss nicht jedes Mittagessen geteilt werden. Alte Beiträge können gelöscht werden, um Speicherplatz freizugeben.
  • 720p genügt in der Regel zum Streamen von Videos. Wer mehr Qualität möchte, kann auf 1080p erhöhen. Höhere Auflösungen lohnen nur bei Premium-Inhalten auf Premium-Bildschirmen.
  • Bei Videokonferenzen kann das eingehende Video deaktiviert werden. So kann ein persönlicher Beitrag geleistet werden, ohne das Erlebnis anderer zu beeinträchtigen.
  • Statt Urlaubsfotos einzeln zu verschicken, kann ein Album erstellt und per Link geteilt werden. Das hat nebenbei den Vorteil, dass die Original-Qualität der Fotos erhalten bleibt.
  • Chat ist in der Regel sparsamer als E-Mail.
  • Links sind in der Regel sparsamer als Anlagen.
  • JPG ist in der Regel sparsamer als PNG.
  • Bildschirmfotos werden in der Regel als PNG erstellt. Sie können vor dem Versenden in JPG umgewandelt werden.
  • Bilder können vor dem Versenden verkleinert werden. Alles über 1920x1080 ist in den meisten Fällen unnötig.
  • Bei E-Mail-Antworten kann der Verlauf gekürzt werden, etwa bis auf die letzte vorhergehende Nachricht. Moderne E-Mail-Apps visualisieren den Verlauf ohnehin automatisch aus allen vorhergehenden Nachrichten. Nebenbei verringert sich die Gefahr, dass ein sensibler Verlauf versehentlich in Gänze an Dritte weitergeleitet wird.

Das ist sicherlich Geschmackssache, aber es hat schon einen Grund, warum sich 1080p als Minimum etabliert hat, insbesondere wenn man nicht nur auf dem Handy schaut.

Wie kommst du zu dem Schluss? Gibt es eine Berechnung, dass das Hochladen in Cloud-Speicher und Teilen darüber effizienter ist als direktes einmaliges Zustellen via Messenger?

Klingt erstmal nicht ganz unschlüssig, aber hast du irgendeine Quelle/Berechnungsgrundlage für?

Text in UTF-8 hat in der Regel 1 Byte pro Zeichen. Selbst wenn 6500 Menschen ihre Mails um 1000 Zeichen kürzen, würde so nur 6,5MB eingespart - so viel wie eine Sekunde eines typischen 720p Videos. Das ist einfach keine relevante Größenordnung.

1 „Gefällt mir“

Die Einwände sind nicht ganz unberechtigt. Ich gebe zu, dass es sich bei den Tipps um Vereinfachungen handelt, die oft zutreffen, aber auch nicht immer.

720p vs. 1080p
Ich stimme zu. Es ist Geschmacksfrage. Nachrichten, Dokumentationen und Reportagen schaue ich in 720p. Bei Kinofilmen auf dem großen Fernseher gönne ich mir 1080p. Mein Tipp: ausprobieren und die Auflösung wählen, die den eigenen Ansprüchen genügt. Übrigens: Auch wenn der Unterschied zwischen 720p und 1080p nach wenig klingt, verschlingt 1080p tatsächlich mehr als die doppelte Datenmenge. Es ist, als würden zwei Personen das Video abrufen statt einer.

Fotoalben
Es kommt darauf an. Wer Fotos nur lokal speichert und an eine einzige Person verschickt, hat mit einem Album keine Vorteile. Viele Menschen lassen Fotos allerdings automatisch auf OneDrive, Google Drive, iCloud oder andere Cloud-Dienste hochladen, als Sicherungskopie und um den Speicher ihres Smartphones zu schonen. Dann liegen die Daten ohnehin in der Cloud. In diesem Fall – der zumindest in meinem Umfeld der Regelfall ist – kann es Daten sparen, Links zu den bereits online gespeicherten Fotos oder einem ganzen Album zu schicken. Und mit jeder zusätzlichen Empfängerin, für die im Einzelversand weitere Kopien erstellt werden müssten, rentiert sich das zentrale Album immer mehr.

Chat vs. E-Mail
Den Tipp habe ich aus einer Dokumentation über nachhaltige IT. Ich konnte sie auf die Schnelle nicht wiederfinden, reiche sie aber gerne nach, falls ich fündig werde. Woher also der Vorteil von Chats? Chats werden entweder einmalig zentral in der Cloud gespeichert (Teams, Skype, Google Meet, Slack …) oder auf jedem Gerät einzeln, aber nur lokal (Signal, Threema, WhatsApp …). Bei E-Mails hingegen wird für jeden Empfänger eine eigene Kopie erstellt, die im jeweiligen Postfach landet. Beispiel: Ein Strang mit zehn Nachrichten und einem Verteiler von zehn Personen ergibt in E-Mail-Form 100 Nachrichten, in Chat-Form nur zehn. Zudem enthalten E-Mails in der Regel Signaturen, nicht selten mit verschwenderisch großen Bildern, die mit jeder Nachricht aufs Neue verschickt werden. Richtig ist aber auch: Zwei Personen, die sich E-Mails zuschicken, die sie nicht dauerhaft in der Cloud speichern, haben im Chat keinen Vorteil. Das kommt aus meiner Erfahrung allerdings kaum vor.

JPG vs. PNG
Auch wenn der Einwand nicht aufkam, will ich der Vollständigkeit halber erwähnen, dass grafische, diagrammartige Bildinhalte gelegentlich von PNG ökonomischer erfasst werden als von JPG. Aber auch das ist eine Ausnahme. Wer nicht die Zeit hat, sich mit solchen Feinheiten zu befassen, fährt meines Erachtens mit JPG als Standard ziemlich gut.

E-Mails kürzen
Die Datenmengen mögen auf den ersten Blick klein erscheinen. Aber erstens kommen oft Signaturen mit Bildern oder Bildschirmfotos hinzu, die E-Mail-Stränge schnell auf mehrere Megabytes anwachsen lassen. Zweitens gilt auch hier: Alle Daten werden mit jeder neuen Antwort wieder und wieder als Einzelkopien und mit allen vorhergehenden Nachrichten und Bildern an alle Empfängerinnen verschickt. Die Gesamtdatenmenge mag im Unterschied zu Videos immer noch klein erscheinen. Der Unterschied ist allerdings: Das Video ist nur beim Schauen vorübergehend zu Besuch. Dauerhaft Speicherplatz belegt es nur beim Anbieter. E-Mails hingegen werden in jedem Postfach, das im Verteiler ist, als Einzelkopie gespeichert und oft bis ans Ende aller Tage aufbewahrt – ein unermesslich großer Müllberg, der täglich weiter in den Himmel wächst. Es gibt aber natürlich auch Fälle, in denen das Kürzen nicht sinnvoll ist, etwa wenn ein Thema intern abgestimmt und dann im Ganzen an Personen außerhalb des ursprünglichen Verteilers weitergeschickt werden soll.