Chaos in der Schulpolitik

Hallo Philip, hallo Ulf,

mein Themenvorschlag wäre eine Beleuchtung des aktuellen Desasters in der deutschen/ bayerischen Schulpolitik.

Ich bin eine alleinerziehende Mutter in einer bayerischen Großstadt, gehe arbeiten und meine Kinder sind in der 5. bzw. 7. Klasse. Die letzten 10 Monate waren eine einzige Katastrophe. Ich musste meinen Vollzeitjob auf 80% reduzieren, weil es anders nicht zu schaffen war und ist.

Unser Kultusminister Herr Prof. Dr. Piazolo ist meiner Meinung nach ein Totalausfall.

Es gibt weiterhin kein zentrales Konzept seitens des Kultusministeriums, wie Fernunterricht ablaufen soll. Jede Schule kann machen was sie will. Die einen machen echten Onlineunterricht über Videokonferenzen mittels MS Teams, andere versenden weiterhin anonym Arbeitsblätter, deren Kontrolle das alleinige Problem der Eltern ist.

Wenn dann wieder Prüfungen geschrieben werden, wird aber der gesamte Stoff aus der Zeit der Schulschließungen als Grundwissen vorausgesetzt und die Kinder einem wahnsinnigen Leistungsdruck ausgesetzt (und hier in Bayern werden Abschlussprüfungen zentral gestellt !)

Die bayerische digitale Lernplattform mebis funktioniert weiter nicht, obwohl Söder vor Weihnachten ein Ultimatum gestellt hat, was das betrifft…

Jetzt lese ich gerade mit Entsetzen auf br24.de, dass

  1. Piazolo darum bittet, mebis am Montag nur „zurückhaltend“ genutzt wird, weil es leider immer noch nicht funktioniert (Lernplattform: Piazolo rät von Mebis-Nutzung am Montag ab)
  2. Söder seine Gesundheitsministerin Huml abgesetzt hat, aber Piazolo im Amt bleibt!?!?

Meine persönliche Meinung dazu ist, dass Söder auf Piazolo im KM nicht verzichten kann, weil sonst die Koalition mit den Freien Wählern gefährdet wäre.

Ich kann hier natürlich nur über meine Erfahrungen in Bayern sprechen, bei Freunden in anderen Bundesländern läuft es aber auch nicht wirklich besser.

Schüler, Lehrer und Eltern sind am Limit und auf der anderen Seite sitzt ein behäbiges Gremium (KMKonferenz), das völlig hilflos und planlos agiert - auf Kosten der Bildung unserer Kinder.

Es gibt sicherlich in dieser Krise den Königsweg, der alle zufriedenstellt, nicht und das erwartet auch niemand.

Aber schlechter als so geht kaum noch (meine Meinung und die vieler anderer in meinem Bekanntenkreis).

Ich habe mir in den vergangenen Monaten wirklich viele Gedanken gemacht und hätte Vorschläge zu machen, wie Schule zuhause funktionieren könnte.

Die gängigen Medien sind voll von Artikeln zum Thema. Aber es passiert nichts, im 10. Monat der Pandemie!

Vielleicht stößt das Thema ja bei euch auf Interesse - ich würde mich freuen, in der Lage darüber zu hören!

Viele Grüße

Alexandra

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Dem kann man nur uneingeschränkt zustimmen. Das die Umstellung letztes Jahr im März/ April nicht rund lief - geschenkt.

Erschreckend ist jedoch zu sehen, dass man die Monate danach für nichts, aber auch gar nichts sinnvoll genutzt hat. Schulen und engagierte Lehrkräfte werden in der Luft hängen gelassen, wohl wissentlich dass sie sich dadurch mit einem Bein im Knast befinden, weil vieles immer noch nicht geregelt ist.

Bei uns in RLP gingen am Montag die Ferien zu Ende, so dass der „Online“-„Unterricht“ startete, bzw. starten sollte. Das landesbetriebene Moodle ging natürlich sofort in die Knie, Schuld sind aber (natürlich!) Hacker, die die Plattform lahm gelegt haben. Das die Kapazitäten einfach nur unterirdisch sind, ist natürlich ausgeschlossen (die ebenfalls am Montag gestartete Impf-Homepage ging auch sofort in die Knie, waren wahrscheinlich die selben Hacker…).

Es macht leider den Eindruck, als hätten die zuständigen Politiker und die Schulaufsicht kein Interesse, an der aktuellen Situation etwas zu ändern. Ob das an Ideenlosigkeit, Ahnungslosigkeit, Desinteresse oder etwas anderem liegt, muss jeder für sich selber beantworten.

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Die haben die letzten Jahre und auch die letzten 10 Monate gnadenlos verpennt.
Es kann nicht den Eltern obliegen ihre Kinder zu unterrichten. Da haben sie nicht die Zeit (müssen ja arbeiten) und vor allem nicht die Ausbildung für.

Schön wenn es Teile gibt wo es ohne Datenschutzprobleme mit MS Teams geht , aber es kann nich sein dass eine konforme, Lösung an der Initiative von begabten und engagierten Einzelpersonen, Lehrer wie Eltern liegt.

Technische Ausstattung ZuHause für die Schüler is auch son Thema.
Nich überall (Digitalwüste Deutschland) ist Internet so vorhanden dass mehrere Personen gleichzeitig Videokonferenzen machen können da der Upload einfach meilenweit vom Download entfernt ist.
Abgesehen davon dass falls vorhanden, der Anschluss teuer und nich für jeden erschwinglich ist.

Dazu kommt dann die Regelung dass Lehrer , ganz anders als Firmenangestellte, keine eigenen Geräte nutzen dürfen (Citrix Terminalserver würde es sicher auch tun) und dann rechtlich schon wieder in der dunkelgrauen Zone arbeiten müssen in manchen Fällen.
Infrastruktur auf allen Seiten scheitert. Datenschutz und Abhänigkeit von USA ist auch ein Problem.

Corona als Brennglas offenbart schonungslos Versäumnisse überall

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Hallo Ally,

dem kann ich nichts hinzufügen und uneingeschränkt zustimmen. In NRW ist der MP nach wie vor zwar etwas abwägender, aber trotzdem ärgert mich momentan auch massiv die für mich wahrgenommene Selbstgefälligkeit der politischen Verantwortungsträger in diesem Bereich. Scheinbar ist der Königsweg einfach alles dicht zu machen. Wenn es nach bestimmten Politikern geht auch „bis auf Weiteres“.

Dazu dann noch Kommentare von unserem Finanzminister: Wir können das noch lange durchhalten. Finanziell kann der Staat das bestimmt. Nur wer muss das ganze irgendwann zurückzahlen? Richtig: Die Menschen, die gerade unzureichende Bildung bekommen => Doppelt unfair. Von den Minderjährigen wird erwartet, dass sie zurückstecken damit die Risikogruppe (teilweise ohne Maske) in die Supermärkte gehen kann? Sie müssen zurückstecken damit in die Arbeitnehmer sich in deutschen Büros nach wie vor ohne Maske gegenübersitzen können? Sascha Lobo hat das schon deutlich kritisiert und ich kann dem auch nur zustimmen.

Die Ungerechtigkeit ist so offenkundig, dass mich es wundert, dass die breite Masse anscheinend noch zufrieden mit den Maßnahmen ist. Für mich völlig unverständlich. So bleiben die alternativen Konzepte zum ewigen Lockdown? Kann man Schulunterricht nicht in Kleingruppen in Hotels verlegen? Die sind doch dicht. Und da gibt es sicherlich reichlich Räume für Unterricht in Kleingruppen bei guter Belüftung.

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Danke für eure Antworten.
Zuallererst möchte ich anmerken, dass ich die Dringlichkeit der Maßnahmen einsehe und bereit bin, mich einzuschränken und meinen Beitrag zu leisten.
Schulen tragen zum Infektionsgeschehen bei, da sind sich Drosten & Co. einig, daher müssen auch die Schulen ihren Beitrag leisten. Bin ich voll dabei!

Was ich allerdings unverständlich finde, ist, dass die Kultusminister (zumindest unserer hier in BY) einfach die Schulen schließen und ansonsten kein Konzept vorlegen. Nach mir die Sintflut, das ist der Eindruck, der entsteht.
Wiegesagt, jede Schule kann und soll machen was und wie sie es will: Distanzlernen (=Arbeitsblätter versenden) oder Distanzunterricht (Stundenplanmäßiger Unterricht via Teams) - „wie es halt geht“…

Klar ist: Präsenzunterricht ist das Optimum.
Momentan aber nicht möglich. Daher muss man sich Alternativen überlegen.

Die zweitbeste Alternative ist der Distanzunterricht (Videokonferenzen). Damit kommen schon Fünftklässler gut zurecht, sie haben eine Struktur im Tag und den täglichen Kontakt mit den Lehrern, die den Stoff erklären und für Rückfragen zur Verfügung stehen.
Unsere Schule hat da ein wirklich gutes Konzept, allerdings nur weil der Schulleiter sich voll reinhängt.

Andere Schulen hingegen versenden nur Arbeitsblätter, teilweise ohne Korrekturangebote (Musterlösungen zur Selbstkontrolle werden mit den Aufgaben gemeinsam versendet) - dieses Vorgehen ist für Kinder UND Eltern eine Zumutung!

Ich frage mich, warum man nach 10 Monaten nicht einfach flächendeckend den Unterricht über MS Teams abhalten kann?

Hier in BY laufen die Lizenzen dafür am 31.3.2021 aus - dh danach steht auch für engagierte Schulen in den Sternen, ob gut funktionierende Konzepte fortgeführt werden können/dürfen.

Die Lieblingsargumente gegen den Unterricht per Videokonferenz sind üblicherweise folgende:

  1. Datenschutz
  2. nicht jedes Kind hat einen eigenen Laptop und/oder ein geeignetes Lernumfeld zuhause (eigenes Zimmer, WLAN)
  3. Lehrer sind hierfür nicht geschult

Zu 1. - hier kenne ich mich nicht aus, aber es würde mich interessieren, was genau die Argumente dagegen sind ( denn: an manchen Schulen wird es ja praktiziert; wir Eltern haben die entsprechenden Datenschutzerklärungen unterschrieben und los ging’s -> wenn es an einzelnen Schulen möglich ist, warum dann nicht überall?)
@vieuxrenard: wie sieht die juristische Seite hier denn aus?

Zu 2. - dieses Argument sehe ich ein, ABER: anstelle endlich mal zu eruieren, wie man die entsprechenden Kinder ins Boot holen könnte und Lösungen hierfür zu finden, überlässt man lieber ALLE Kinder sich selbst (zumal auch hier die Bildungsschere aufgeht, denn solange nur Arbeitsblätter verschickt werden, hängt der Erfolg zu einem signifikanten Anteil am Engagement der Eltern - je mehr diese Ersatzlehrer sein können, desto weniger werden die Kinder abgehängt).
Man hätte zb schon im Sommer bei den Familien erfragen können wer ein Leihgerät benötigt - und sich dann konkret mit deren Beschaffung und Verteilung beschäftigen können. Ich bin überzeugt, dass das Land Bayern gar nicht weiß, wieviele Kinder Unterstützung benötigen würden - daher ist es mittlerweile nicht mehr einzusehen, dass sie Politik sich weiterhin hinter diesem Argument verschanzt.

Zu 3. - dieses Argument ist eigentlich haltlos, denn Videokonferenzsysteme wie Teams sind in der Regel nicht soooo komplex, dass man es nicht auch 60jährigen älteren Kollegen in Schulungen vermitteln könnte. Immerhin sind alle Lehrer Akademiker, eine gewisse Grundintelligenz darf man also voraussetzen.

Anmerkung zum Schluss: ich rede hier immer von MS Teams - nicht weil ich Werbung für Microsoft machen will, sondern weil es - im Gegensatz zur digitalen Lernplattform mebis - zuverlässig funktioniert. :wink:

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Man könnte zumindest versuchen mal ein Update einzubringen, letzten Lagen zu dem Thema waren glaube ich Lage 187 und 199.
Es wird allerdings sehr ernüchternd ausfallen müssen.
M.M.n. war bis Ende der Sommerferien genug Zeit um sich Strategien zu überlegen

Team-Bildung von Lehrer mit 1-2 studentischen Hilfskräften, um da wo es nicht anders geht Klassen zu splitten.
Technische Unterstützung durch Veranstaltungstechniker für die Bildübertragung von einen in den anderen Raum, evtl. sogar Standort übergreifend.
Unterichten im Schichtsystem
Räumlichkeiten von (Kirchen-)Gemeinden anmieten für Hausaufgabenbetreuung in Kleinstgruppen durchs SHKs
Räumlichkeiten von (Kirchen-)Gemeinden anmieten als Anlaufpunkt für Fernunterricht, wenn zu Hause Gegebenheiten nicht gegeben
Räumlichkeiten ebenfalls nutzen als Anlaufstelle (mit Terminen) für einrichten von Handys, Tablets für digitale Kommunikation und Laptop für Fernunterricht

Spätestens Anfang Oktober hätte ich die Ansage von unseren Wirtschafts- und Arbeitsministerien erwartet, dass Arbeitgeber begründen müssen, wenn „Homeoffice“ nicht gewollt ist.
Als jmd. der im Homeoffice weit effektiver arbeitet als in einer Großraumathmosphäre, wäre dankbar für die Ansage gewesen.

Leider aggieren unsere Regierungen seit einem Jahr scheinbar ziemlich panisch und unüberlegt, zum Teil ausgenommen, was Intensivbetten mit Beatmungsgeräten angeht.
Warum man letzteres nicht geschaft hat wenigstens teilweise auf den Bildungsbereich zu übertragen, ist mir schleierhaft (s.o.).
Ich erwarte keine Wunder, was Internetleitungen, Laptops mit Supportunterstüzung (insbesondere für Lehrkräfte) und Moodle angeht.
Man lässt es hier seit Jahrzehnten sowieso schleifen. Allerdings einen halbwegs geregelten Unterricht mit Einhaltung der Hygienemaßnahmen wäre machbar. Durch Schichtbetrieb könnte man die Anzahl der möglichen Kontakten, auch nach dem Unterricht, viel leichter reduzieren.

Unsere gesellschaftliches zusammen Spiel ist m.E. das größte Problem. Wer von uns kann von sich behaupten sich spontan mit jmd. anderes zusammen mal Dritte aufzuforden sich an die AHA-Regeln zu halten?
Oder einfach die Füße(mit Schuhen) vom Sitz runterzunehmen?
Warum sollen sich Kinder an die AHA-Regeln halten, wenn Ihnen Erwachsen dies nicht stringend vormachen? - Kinder können das ziemlich gut, wenn man sie dazu regelmäßig anhält und es vormacht.

Ich befürchte, das ganze ist ein strukturelles Problem, das alle unsere Bildungs- und Kultusministerien durchzieht: Das Personal dort ist einfach nicht krisenkompetent.

Bis vor einem Jahr bestand doch das Programm dieser Ministerien bloß mehr oder weniger aus:

  • Routinemäßige Verwaltung einer großen Anzahl von Standorten inkl. des erforderlichen Personals und der SuS.
  • Mängelmanagement mit knapper bis unzureichender finanzieller Ausstattung.
  • Hier und da ein bisschen ideologisch am Curriculum basteln. Ein bisschen LGBT hier, ein bisschen mehr christliche Werte dort, usw.
  • Sehr langfristiges Herumdoktorn an der Schulform an sich (G8/G9, Gesamtschulen/Gymnasien, Stadtteilschulen statt Hauptschulen/Realschulen, etc.), die meist solange dauern, dass mittendrin die Regierung wechselt und die Hälfte wieder über den Haufen geschmissen wird.

Geld für Investitionen in bessere digitale oder sonstige Infrastruktur war einfach nie flächendeckend vorhanden, ganz zu schweigen von umfassenden Schulungen für LuL. Es wäre ja eigentlich überhaupt kein Problem, während der Ferienzeit jährlich verbindliche Schulungen für LuL aufzuziehen, es gibt da bloß kein Geld für, und deswegen wird das nicht gemacht, höchstens in sehr kleinem Maße auf freiwilliger Basis.

Das bedeutet aber, dass das gesamte Personal bis in die politische Spitze hinein optimiert auf die Erfüllung der o.g. Aufgaben rekrutiert wurde und wird, also grob gesagt aus fantasielosen aber akribischen Bürokraten besteht, die leider weder dafür talentiert, noch ausgebildet noch flexibel genug sind um in echten Krisensituationen zu agieren.

Das führt dann zu den jetzigen hilflosen Reaktionen. („Wie jetzt? Wie hätten wir denn in einem halben Jahr digitale Infrastruktur an den Start bringen sollen? Sowas dauert bei uns Jahrzehnte. Da hättet ihr mal 2005 schon mal Bescheid sagen sollen.“)

Und da die überhaupt keinen Plan haben, was sie machen sollen, wie man sich wissenschaftliche Expertise einholt, wie man Innovation vorantreibt, wie man auf sich schnell verändernde Bedingungen einstellt, machen sie einfach das, von dem sie annehmen dass „die Leute“ das fordern. Die ersten, die das ausgenutzt haben, waren dann die schnell gegründete wirtschaftsnahe Organisation „Familien in der Krise“, die denen schon im ersten Lockdown eingeredet haben, dass geschlossene Schulen die größte Katastrophe für alle Eltern sind. Also haben die Minister sich in ihre analogen Notizbücher geschrieben: „Eltern alle für offene Schulen, gehen sonst auf die Barrikaden“ und haben danach gehandelt. Die sind jetzt völlig überrascht davon, dass dieses Bild, dass ihnen die Lobbyisten eingetrichtert haben, überhaupt nicht der Realität entspricht.

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Ich erinnere mich noch an meine Ausbildungszeit.
Da hatte die Klasse in die wir nachträglich dazu kamen wegen verkürzter Ausbildungsdauer die Lehrer sauer gefahren wegen ständiger Randale und dann kam es eben zu reinem Ausfüllen von Arbeitsblättern.
Ohne Grundkenntnisse und wahrscheinlich wäre es mit Kenntnissen nicht besser geworden, war der Lerneffekt quasi null. Reines Ausfüllen von „Blättern“, digital oder nicht, bringt nix. Es mag Leute geben die sich Wissen auch durch pures Lesen aneignen können, aber je vielfältiger die Sinneseindrücke sind desdo besser.

Hallo zusammen,
ich finde mein Aspekt passt hier ganz gut rein:

Ich studiere im Master Wirtschaftspädagogik. In diesem sind mehrere Schulpraktika vorgesehen mit Hospitationsstunden und selbst angeleitetem Unterricht. Auch wenn ich keine Pläne habe den Beruf des Lehrers auszuüben, ist dies verpflichtend. Zu diesem Zweck werden alle studierende willkürlich an Schulen im ganzen Bundesland verteilt. Jede noch so kleine Schule bekommt ihren eigenen Praktikanten.

Jetzt ist es nicht schwer sich vorzustellen, dass auch die Corona-Pandemie hier für Unrihe sorgt. Aufgrund der Tatsache, dass jede Schule selbst entscheiden kann, ob Abschlussklassen zum Präsenzunterricht antreten oder nicht, gibt nun also Studenten die 100% Präsen in der Schule haben, Studenten die nur Online Unterricht besuchen und eine gloreische Mixtur aus Präsenz und Online. Mein Praktikum dauert insgesamt 4 Wochen.

Ich halte also fest: Während einer Pandemie, während eines Lockdowns, nachdem wir alle seit Monaten Kontakte vermeiden und uns von unnötigen Menschenveesammlungen abschirmen, schicken wir mehrere 100 Studenten durch das ganze Bundesland sodass diese jeder in mehreren Klassen über mehrer Wochen den Unterricht besuchen. Hinzu kommt das teilweise täglich mehrstündige Anfahrten in den öffentlichen Verkehrsmitteln einhergehen.

Problem ist natürlich, dass einige Verantwortlich und die Organisation zwischen Universität und Schule so starr ist, dass in dieser besonderen Situation keine verantwortungsvolle Entscheidung getroffen werden kann. Außerdem, wie selbst wenn man sagen würde, alles findet Online statt, die Software ist komplett überdordert, in den letzten Tagen nur ausfälle!

Meiner Meinung nach werden hier und in anderen Bereichen nicht schnelle und unkomplizierte, der Pandemie angemessene Maßnahmen getroffen. Was wäre denn so schlimm wenn am Ende 4 von 10 Wochen des Schupraktikants fehlen? Immerhin kommt ja noch ein ganzes Jahr Referendariat bevor man dann Lehrer wird.
Gerade unter dem Gesichtspunkt der Studien bzgl. des Beitrags von Schulen zum Infektionsgeschehen, scheint mir das doch sehr unnötig.

Vielleicht kann ich nach und während dem Praktikum, aus erster Hand über die Situation in den Schulen berichten.

MfG