Ich kann deinen Unmut verstehen, aber du musst es auch aus der anderen Richtung betrachten:
Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob wir eine Rücknahmepflicht für Elektrogeräte haben wollen. Die Antwort lautet scheinbar ja. Dann musst du dir die Frage stellen, wie sie insgesamt weniger Bürokratie erzeugt: Wenn jedes Unternehmen prüfen muss, ob es eine Rücknahmepflicht hat, mit etlichen Ausnahmen z.B. für Fälle wie deinen, oder ob man die Rücknahmepflicht einfach jedem gibt.
Wenn eure Kunden eh keine Rücknahme in Anspruch nehmen, ist es dann wirklich so schwer, einmalig ein Rücknahmekonzept aufzustellen? Ist das wirklich so viel schwieriger, als es wäre, wenn die Regelung wäre, dass ihr prüfen müsstet, ob ihr ein Rücknahmekonzept einführen müsstet (und dann, falls die Antwort ja lautet, auch noch ein Rücknahmekonzept einführen müsstet… also quasi mehr Bürokratie für die, die es betrifft, dafür u.U. weniger Bürokratie für die, die es nicht betrifft).
Das Ganze ist nicht so einfach. Es macht schon Sinn, dass der Gesetzgeber versucht, eine Rücknahmepflicht für alle Elektrogeräte durchzusetzen, um dafür zu sorgen, dass die Recyclingquote steigt. Der Gesetzgeber hat halt nur diese zwei Möglichkeiten: Eine einfache, verständliche Regelung für alle zu treffen („Ausnahmslos alle müssen ein Rücknahmekonzept haben!“) und zu akzeptieren, dass auch Fälle getroffen werden, bei denen es möglicherweise nicht zwingend nötig ist, oder eine komplizierte Regelung zu treffen, die über etliche Tatbestands- und Ausschluss-Definitionen bestimmt, wer nun betroffen ist und wer nicht, die daher Fälle wie euren ausschließen könnten, aber schon Bürokratie erzeugen, nur um festzustellen, zu welcher Fallgruppe man gehört. Ich kann es dem Gesetzgeber nicht verübeln, sich für die einfache Regelung zu entscheiden. So viel Arbeit kann es doch in eurem Fall nicht sein, ein Konzept zu erarbeiten, wenn es eh von niemanden in Anspruch genommen wird.