Bruch der Corona-Eindämmungsverordnung in EE

Ich bin Schüler am Evangelischen Gymnasium Doberlug-Kirchhain im Landkreis Elbe-Elster und mache dieses Jahr mein Abitur.
Da ich zurzeit wirklich sehr frustriert über die Corona-Politik in unserem Landkreis bin, wollte ich diese Verfehlung hier im Forum ansprechen; in der Hoffnung, dass dieses Problem damit mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Heute hat die 7-Tages-Inzidenz in EE die Marke von 200 für drei Tage in Folge überschritten. Dadurch wären laut aktueller Corona-Eindämmungsverordnung des Landes Brandenburg Lockdown-Maßnhamen für mindestens 14 Tage zu erlassen; unter anderem, müssten die Schulen wieder schließen. Das ist etwas, was sich bei uns der Großteil der LehrerInnen und SchülerInnen wünscht. Da die Corona-Eindämmungsverodnung ab Montag in veränderter Form gilt, welche keine Schulschließungen mehr vorsieht, sieht der Landkreis davon ab, die aktuell noch gültige Eindämmungsverordnung zu befolgen und bricht damit in unseren Augen ebendiese.
Damit setzt Elbe-Elster seinen Weg ohne strengere Maßnahmen und ohne Konzept fort, was bereits vor einer Woche deutschlandweit medial aufgegriffen wurde. Eigentlich hätte der Landkreis schon bei einer Inzidenz von über 100 Maßnahmen ergreifen müssen.

Wir fühlen uns machtlos und unverstanden von der Regierung. Der Landkreis macht seit Wochen nichts, um uns zu unterstützen oder zu schützen.
In der Schule wird nicht getestet, da die am Montag gelieferten Tests nicht eingesetzt werden dürfen und neue werden bis Ostern nicht mehr bei uns ankommen. Hinzukommt eine große Unbereitschaft der SchülerInnen bzw. derer Eltern, sich testen zu lassen. Eine Testpflicht möchte man nicht einführen, obwohl andere Länder das ebenso praktizieren.

Damit werden alle in Gefahr gebracht. Wir haben Angst uns anzustecken, da viele von uns mit ihren Großeltern oder mit Angehörigen von Risikogruppen zusammenleben.
Wir wünschen uns wieder Home-Schooling, auch in den Abschlussklassen, denn so könnten wir uns wesentlich besser auf unsere Prüfungen vorbereiten. Stattdessen müssen wir uns im Bus und in den Freiblöcken einem zusätzlichen Infektionsrisiko aussetzen.
Wir hoffen, dass der Landkreis zur Vernunft kommt und endlich den Wünschen derer nachkommt, für die er angeblich die Schulen geöffnet halten will.

Links:
Aktuelle Eindämmungsverordnung: Landesrechtsportal Brandenburg | Gesetz- und Verordnungsblatt

Änderungen, gültig ab 22.03.2021: Landesrechtsportal Brandenburg | Gesetz- und Verordnungsblatt

Pressemitteilung vom 18. März: LK Elbe-Elster / Pressemitteilungen

Pressemitteilung vom 20. März: LK Elbe-Elster / Pressemitteilungen

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Was ich schade finde ist das Schulen in Absprache mit Lehrern und Eltern nicht einfach freiwillig Remote Unterricht machen dürfen und ihrerseits einen Beitrag zu niedrigeren Zahlen leisten können wenn sie dazu technisch und konzeptuell in der Lage sind.

Ja nicht jede Lehrkraft ist dazu in der Lage und nicht jeder Schüler hat die passende Technik, den passenden Internetanschluss und ein passendes Örtchen zum Lernen zu Hause, aber ich sehe diesen Zwang nicht ein Leute in die Schule zu zwingen, wenn es nicht nötig ist.

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An unserer Schule bekommt jeder Schüler in der 7. Klasse von der Schule ein iPad für den Unterricht, wir haben einen eigenen Schul-Server mit Email, Dateisystem und Videokonferenzen-Modul und eScreens in jedem Raum. Wir hatten die Erlaubnis vom Landrat Home-Schooling selber umzusetzen. Unsere Lehrer und die Schüler waren fast ausschließlich dafür und auch die Schulleitung hat es unterstützt.
Letztlich ist es dann aber daran gescheitert, dass unser Schulträger es nicht erlaubt hat :confused:

Prinzipiell ist es also möglich, aber die Bereitschaft etwas eigenständig umzusetzen ist leider auch an einer Privatschule nicht so groß.

Gäbe es nicht eventl. die Möglichkeit eines SchülerInnen-Streiks?
Organisiert durch SchülerInnen-Vertretungen (auf dem höchst möglichen Level)?

Weiß da jemand besser Bescheid?

Also mittlerweile wurde ja die Präsenzpflicht in den Brandenburger Schulen aufgehoben (nicht für Abschlussklassen, warum auch immer).
Ich sehe dabei allerdings das Problem, dass wenn einige nicht kommen, für die Lehrer eine zusätzliche Belastung besteht und man gleichzeitig nicht so gut unterrichtet wird, wie wenn Home-Schooling für alle wäre.

Ein Streik würde letzten Endes wahrscheinlich auch nur zu so einer halbieren Lösung führen. Zumindest denke ich, dass es so kommen würde.

Gut, man könnte sich da natürlich auch mit den LehrerInnen-Verbänden/-Gewerkschaften absprechen, nach dem Motto „Homeschooling als Streik“ und einfach, entgegen den Anordnungen, bei allen, bei denen das sinnvoll möglich ist, durchweg Online-Unterricht ansetzen.
Aber bei euch in einer Privatschule ist das alles dann ja sowieso nochmal komplizierter.