Bringing down a dictator

Liebes Lage-Team,

in der LdN468 diskutiert ihr den Angriff der USA und Israels auf den Iran. Ihr argumentiert schlüssig, dass es nicht erfolgversprechend ist, einen Diktator “aus dem Amt zu bomben”. Als Beispiel nennt ihr unter Anderem den Angriff auf Serbien im Jahr 1999. Unerwähnt bleibt, dass der Diktator Milosevic nur ein Jahr später von einer kreativen und gewaltfreiten Studentenbewegung aus dem Amt gedrängt und in der Folge vor dem UN-Tribunal in Den Haag angeklagt wurde. Unbestritten ist es die bei Weitem größere Leistung, mit Humor, Kreativität und persönlichem Risiko ein politisches System von innen zu verändern als die Entscheidung für einen militärischen Angriff zu fällen. In der medialen Berichterstattung bekommt die militärische Auseinandersetzung allerdings - so auch in Eurem Fall - bei Weitem mehr Aufmerksamkeit.

Das könntet ihr z. B. mit einem Sommer-Interview etwas korrigieren, bei dem ihr den Fokus Alternativen zu dem Ansatz “aus dem Amt bomben” setzt, die mittlerweile auch gut wissenschaftlich untersucht sind (siehe “Why Civil Resistance Works”). Vielleicht könnt ihr ja die Autorin des Buches Erica Chenoweth oder Srdja Popovic, einen der führenden Köpfe der erfolgreichen Bewegung in Serbien als Gesprächspartner gewinnen. Ihr hättet damit die Chance, den Blick auf Alternativen zur völkerrechtswidrigen militärischen Auseinandersetzung zu lenken und euch kritisch damit auseinander zu setzen, welche Faktoren für den Erfolg einer Veränderung von innen im Iran nötig sind. Wenn ich diesen Schritt einem ernstzunehmenden Medium zutraue dann der Lage der Nation.

Viele Grüße

Bredo

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