Erstmal vielen Dank, dass Ihr doch noch geantwortet habt und auch daran Interesse habt, dass das Thema mal auf die Tagesordnung kommt.
Jedoch sehe ich in euren Beiträgen, dass grundsätzliche Problem beim Thema Schulpolitik aufkommen, es gibt zu viele Einzelthemen, welche separat voneinander diskutiert werden.
Man kann sicher darüber sprechen, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Bildung schlichtweg ignoriert werden, dass es auf Grund von Lehrermangel massive Stundenausfälle gibt, die Bildungsstandards steigen und die Schule diesen nicht gerecht wird, die Chancengleichheit in Deutschland zwar per Grundgesetzt vorgeschrieben aber nicht realisiert wird, die Lehrerausbildung praxisnäher und anders gestaltet werden müsste, unser gegliedertes Schulsystem zu hinterfragen ist, die Rahmenlehrpläne nicht mehr zeitgemäß sind, die Digitalisierung nicht nur darin besteht Laptops an die Schule zu liefern, die Verwaltungsaufgaben den Lehrkräfte unnötig viel Zeit raubt und Schulen Orte der Partizipation werden sollten.
Stimmt alles! Und die Mängelliste ist damit lange noch nicht vollständig.
Ich sehe das grundlegende Problem aber viel mehr darin, dass unser Bildungssystem kein langfristiges Konzept hat, welches dann durch die KMK umgesetzt wird. Stattdessen wird auf Sicht gefahren und maximal einen Legislaturperiode weit geplant. Dadurch sind erst alle Probleme entstanden, welche oben aufgezählt wurden. Und im Moment wird es mit diesem Stil der Bildungspolitik weitergehen.
Auch wenn hier eher jüngerer Menschen im Forum unterwegs sind, sollte sie dieses Thema auch beschäftigen, denn es wird sie auch betreffen. Fasst jedes zukunftsrelevante Thema ist mit der Bildung verknüpft. Digitalisierung, Klimawandel, Energiewende, Fachkräftemangel, Teilhabe an unser Demokratie, Rentenversorgung, eine gerechte Gesellschaft, für jedes dieser Themen (und auch diese Liste ist eigentlich viel länger) könnte ich aufzeigen, dass ohne eine langfristig ausgelegte Bildungspolitik wir auf extreme Probleme stoßen werden.
Doch leider ist das Problembewusstsein für dieses Thema nicht gegeben. Vielleicht, weil es normal ist, dass die Schulzeit für viele Menschen nicht die beste Zeit des Lebens war. Und was uns nicht tötet, macht uns Deutsche ja bekanntlich nur härter. Das diese Haltung leider ignoriert, dass es gangbare Alternativen gebe, welche schlussendlich der gesamten Gesellschaft helfen, ist der traurige Aspekt der ganzen Geschichte. Am Ende trifft es ja nicht nur den einzelnen Schüler sondern das gesamte System und davon bist auch immer Du ein Teil.
Es würde mich freuen, wenn wir das Thema hier öfters wieder vorschlagen könnten, vielleicht zu weiteren Anlässen. Weitere Hiobsbotschaften aus dem Bildungssystem (welche ignoriert werden wollen) werden ja kommen.
Beste Grüße