Benachteiligung von Künstler:innen bei der staatlichen Förderung von Unternehmensgründungen

Bei der Recherche hinsichtlich tatsächlicher Zuschüsse für die Gründung aus dem Nebenberuf heraus ist mir klar geworden, dass der Staat offenbar die gewerbetreiben bevorzugt.
Künstler:innen werden meistens nur gleich stark gefördert, wenn man es direkt als Hauptberuf ausüben möchte. Was im generellen Hinblick auf die Sicherheit von Einkommenserhalt in einem Missverhältnis zu gewerbetreibenden steht und in Zeiten von Corona erst recht. Da ist es umso kritischer zu sehen, dass die Künstler:innen in eine erhöhte Gefahrenzone gedrängt werden, als die Gewerbetreibenden.

Extremes Beispiel:
Gewerbetreibender lässt etwas in China fertigen, benutzt Amazon für die komplette Kaufabwicklung und investiert nebenberuflich Zeit und Geld aber kaum fundamentales Riskio, was die Existenz anbelangt.

Künstler erstellt Kunstwerke und benötigt genauso Zeit und weniger Geld für die Investitionen. Kann das ganze Geschäft ja noch nochmal Nebenberuflich angehen (was den Stundenaufwand betrifft), weil das entscheidende Gut, welches Verkauft wird, die Arbeitszeit ist (in Form eines aufwendigen Kunstwerks).

Vll. ist es auch nur subjektiv eine Ungleichbehandlung aber als Anregung lasse ich den Vorschlag mal hier.

Links zu Förderungen (Zuschüsse/Stipendium):
Gründerstupendium NRW
https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&url=https://www.gruenderstipendium.nrw/lw_resource/datapool/systemfiles/cbox/630/live/lw_datei/faq_final.pdf&ved=2ahUKEwiW1ISLu8_2AhXcS_EDHWK1C9YQjBB6BAgSEAY&usg=AOvVaw2fze4sM03GH4u17J28twD4

„Auf gehts“

Die Frage ist: Warum soll der Staat (indirekt die Gesellschaft) überhaupt Unternehmensgründungen fördern?

Ziel der Gründungsförderung sollte es m.E. sein, Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten.

Eine Gründungsförderung von Solo-Selbstständigen ist dann sinnvoll, wenn der Gründer es auf diese Weise aus der Arbeitslosigkeit schafft (d.h., sich damit ein stabiles Einkommen schafft, mit dem er sein Lebensunterhalt einschl. soziale Sicherung finanzieren kann) oder wenn zu erwarten ist, dass dies einen positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt hat, der Solo-Selbstständige also früher oder später Mitarbeiter anstellt und/oder über eine Nachfrage als Unternehmer Arbeitsplätze schafft oder erhält.

Was der Staat de facto nicht kann, ist, zu beurteilen, ob eine Gründung gute Erfolgsaussichten hat (die einzureichenden Businesspläne sind häufig das Papier nicht wert, auf dem sie ausgedruckt sind - und die Sachbearbeiter können sie meist gar nicht lesen, geschweige denn beurteilen).

Dein Extrembeispiel erfüllt vermutlich diese Kriterien nicht.

Inwiefern der Künstler diese Kriterien zu erfüllen vermag, kann ich nicht beurteilen.

In jedem Fall ist es nicht Aufgabe des Staates, Hobbies zu finanzieren, wenn die Haupteinnahmequelle der Hauptberuf bleibt.

Ganz anders wäre es, wenn der Staat jedem ein ausreichend hohes bedingungsloses Grundeinkommen zahlt. Damit hätte jeder die finanzielle Basis, eine Gründung zu versuchen (und - das ist ganz wichtig - notfalls auch wieder einzustellen: Viele Gründungen werden bei anhaltender Erfolgslosigkeit nicht konsequent vom Gründer gestoppt, weil er dann „ins nichts“ fallen würde).