Basis-Partei (Themenvorschlag)

Liebes Lage-Team,
mich würde mal interessieren, wie ihr die relativ neue Basis-Partei einordnen würdet. Sie ist im letzten Sommer aus den Protesten gegen die Coronamaßnahmen entstanden. Entsteht hier wirklich eine neue demokratische Partei oder agiert sie demokratiefeindlich hinter einem basisdemokratischen Anschein?

Ansonsten vielen Dank für eure Arbeit, die Lage ist seit vier Jahren meine politische Zusammenfassung der Woche!!

„Thematischer Schwerpunkt der Partei auch im Landtagswahlkampf ist die Kritik an den staatlichen Corona-Maßnahmen. Weiterhin tritt dieBasis gegen verpflichtende Impfungen ein und schätzt das 5G-Mobilfunknetz als gesundheitsgefährdend ein. Die Corona-Krise zeige auch, dass die Meinungsfreiheit derzeit nicht gewährleistet sei. Es herrsche aktuell eine „Zeit der Gleichschaltung“. Gesetzliche Rundfunkgebühren lehnt dieBasis ab. In der Gesundheitspolitik fordert die Partei die Gleichstellung von sogenannten alternativ-medizinischen Therapieformen und der „Schulmedizin“. In der Schulpolitik ist eine zentrale Forderung, den Eltern bei der Schulwahl größtmögliche Wahlfreiheit einzuräumen.“

Die wichtigste Erkenntnis[…]: Es handele sich um eine Bewegung, die eher von links komme, aber stärker nach rechts gehe.Tatsächlich sind die Eigeneinschätzung wie auch die Wahrnehmung der Proteste widersprüchlich, wie die Studie aufzeigt. So besteht auf der einen Seite eine erhebliche Ablehnung etablierter Parteien, staatlicher Strukturen und Massenmedien; ohne Zweifel ein Anknüpfungspunkt für Rechtsextreme, die ihre Präsenz und strukturelle Einflussnahme auf die Proteste seit Beginn der Bewegung massiv ausgeweitet haben. Andererseits gaben die Befragten in einem überraschend hohen Maß Positionen wieder, die eher dem linken und linksliberalen Meinungsspektrum zuzurechnen sind.
[… Sie sind] weder ausgesprochen fremden- oder islamfeindlich, in einigen wenigen Bereichen sogar eher antiautoritär und der Anthroposophie zugeneigt", heißt es in dem Resümee der Grundauswertung.
Eine Mehrheit der Befragten sei zudem nicht der Auffassung, dass auf Minderheiten zu stark Rücksicht genommen werde. Dies ist häufig eine eher rechts verortete Haltung. "Vermutlich spielt bei der Beantwortung dieser Frage eine Rolle, dass viele Teilnehmer:innen sich selbst als diskriminierte Minderheit betrachtet

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Wer sich Sätze wie

Bildung ist ein grundlegendes Menschenrecht; sie darf nicht von wirtschaftlichen oder staatlichen Interessen bestimmt werden. Wir setzen uns für ein vielfältiges und freies Bildungswesen ein.

Wie Menschen nicht nur auf eine Art lernen, so werden sie auch nicht nur durch eine Methode gesund. Wir setzen uns für die Vielfalt medizinischer und therapeutischer Ansätze und Methoden ein.

in sein Rahmenprogramm schreibt, macht recht deutlich, dass die Verbindung zur Esoterik-Ecke recht präsent ist.
Und wenn die vergangenen Wochen/ Monate eins gezeigt haben, dann dass am Zitat von Holgi „Wenn du einen Scheiß glaubst, glaubst du bald auch jeden anderen Scheiß“ leider sehr viel wahres dran ist.

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Wenn man sein kritisches Denken ausschaltet, bzw. dieses nie gelernt hat, ist man halt sehr offen - für allen möglichen Unsinn.

Das Blöde ist halt auch, dass es mehr Möglichkeiten gibt, falsch zu liegen als richtig - insbesondere, wenn es um Tatsachen geht :wink: Daher ist Vielfalt auch nicht überall eine gute Sache…

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Ich halte die Partei für gefährlich. Sie hat nach eigenen Angaben 27.000 Mitglieder:innen und hat zumindest hier im Rhein-Erft-Kreis genauso viel plakatiert wie die Parteien im Bundestag (nur haben sie keine Plakate im Großformat, sondern nur die normalen am Laternenpfahl). Auch haben sie regelmäßig einen recht großen Wahlkampfstand hier im Ort.

Auf ihren Plakaten werben sie für Basisdemokratie und Volksentscheide. Ihre wirre Querdenker-Ideologie taucht auf den Plakaten nicht auf. Die potentiellen Wähler:innen werden also ein Stück weit getäuscht. Ist halt die Frage, ob so kurz vor der Wahl noch Platz ist für das Thema im Podcast. Vielleicht kann man das auch noch an anderer Stelle besprechen, wenn die Tagespolitik weniger spannend ist.