myUser
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Diese Raketenwissenschaft erschließt sich mir auch nicht so ganz…
Betrag Renteneinzahlung minus Rentenleistung = negativer Wert !!!
Ist nicht so kompliziert…
Losgelöst von.diesem Nobrainer brauchen wir einen Lösungsansatz der über diese Kausalität eine echte Alternative bietet.
Andersherum betrachtet, welchen Term muss man in die Gleichung einfügen, um Renteneinzahlung plus Term minus Rentenauszahlung = Null zu erreichen?
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Nachtrag zu „Wer hat diese Regierungen gewählt“: Ich denke nicht, dass die ganzen Erst- und Jungwähler, die FDP gewählt haben, weil sie sich erhofft haben, dass ein „smarter“, marktwirtschaftlicher Klimaschutz praktiziert würde, „schuld daran sind“, dass sich nun Volker Wissing und Christian Lindner wie die Axt im Walde aufführen.
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LeoWom
124
Gutes Beispiel. Genauso wie es Unfug ist anderen Generationen irgend was anzudichten
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LeoWom
125
Auch ein sehr schönes Beispiel. Berufsanfänger sollten sofort 200.000 Euro Jahreseinkommen bekommen, mit einer verdreifachung in den ersten 5 Jahren.
Oder doch nicht?
Ist ein Anfänger am Ende doch ein Anfänger?
Was ich nicht verstehe: durch die frei werdenden Arbeitsplätze der Boomer müssten wir Vollbeschäftigung haben. Damit sollten eigentlich die Sozialkassen entlastet werden. Damit wäre dann genug Geld da für die Rente.
David
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Das muss so erst einmal nicht direkt zusammenhängen.
Zum einen müssen aus dem Arbeitsmarkt Ausscheidende durch vergleichbar qualifizierte Personen in der Region ersetzt werden (es bringt z. B. der Auto-Region in BaWü nichts, wenn in Schleswig-Holstein viele KFZler arbeitslos sind). Zum anderen muss das Verhältnis auch quantitativ stimmen – wenn 100 Leute ausscheiden, aber nur 25 nachrücken, geht sich das nicht aus.
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Die „verschwindenden“ Boomer sind doch überregional - entsprechend sollten die Sozialleistungen durch Arbeitslosigkeit und Sozialhilfe sinken, weil mehr Menschen einen Arbeitsplatz finden.
Wir müssen es hinbekommen, dass mehr Menschen wieder arbeiten. Vielleicht würde helfen den Mindestlohn sehr deutlich über H4 zu legen (was auch der Rente helfen würde).
Die Frage der Qualifikation ist auch interessant: Sind hier die Ansprüche an die Bewerber zu hoch? Können die Unternehmen für Umschulungen mehr in Anspruch genommen werden? KfZ-Mechatroniker zu Heizungsmonteuren umschulen?
Tris
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Das steht außer Frage. Den Mindestlohn wirst du aber mit den konservativen Kräften nicht nochmal anständig erhöhen können, leider. Ich empfinde ihn nämlich auch als viel zu niedrig. Man müsste außerdem mehr Eltern die Möglichkeit geben, entspannt mehr zu arbeiten (nicht Vollzeit). Dazu müsste man eben ein anständige Work-Life-Balance schaffen. Außerdem müsste man Kinder als das Wichtigeste in unserer Gesellschaft betrachten, was nicht passieren wird. Sieht man bereits an der mehr als schlechten Betreuung durch die Kitas. Für jeden Euro Förderung für E-Fuels müssten mindestens 100,-€ direkt Kitas und nochmal 100,-€ in Schulen gepumpt werden, um diese zu modernisieren und Personal zu akquirieren.
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Mike
130
Es gibt auch extra Bildungsanbieter, die konkret in bis zu 24 Monaten mit anerkanntem Abschluss ums hulen, darunter auch Spezialeinrichtungen für Erwachsene mit gesundheitlichen Einschränkungen.
Die kämpfen grad mit drastisch sinkenden Belegingen, weil jeder, der einen Hammer an der richtigen Stelle anpackt, von Unternehmen mit Kusshand genommen wird. Solange der Fachkräftemangel anhält.
Wir haben praktisch Vollbeschäftigung. Der überwiegende Teil der jetzt Arbeitslosen ist entweder fluktuationsbedingte Sockelarbeitslosigkeit oder eben verfestigte Arbeitslosigkeit, vielfach aufgrund psychischer Erkrankungen. Dazu kommt, dass die Sozialabgaben eines Menschen in Arbeit halt nicht die Rentenansprüche von 3 Menschen decken, die in Rente gehen und im Schnitt besser verdient haben als dieser.
Klar, bei der Arbeitszeit von Eltern ist sicherlich noch ein Bisschen was zu holen, aber das ist am Ende auch einfach eine Frage der Anreize. Bei 50-Euro pro Überstunde ist die Entscheidung einfacher, weil man 15 davon halt dem Babysitter geben kann und trotzdem was verdient.
Richtig ist, dass sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt aufgrund des Arbeitskräftemangels tendenziell bessert. Inwiefern höhere Lohnabschlüsse jedoch die Kosten der Transformation im Zuge des Klimawandels kompensieren werden, ist imho offen. Ziehen wir dafür nicht die Vermögen des oberen 5% (und das sind eben viele Boomer) heran, sondern bezahlen sie ausschließlich über Preise und Steuern auf Arbeit, sehe ich ziemlich schwarz, was den Vermögensaufbau betrifft.
Insofern weiß man ja schon, was man hat, wenn Lindner vorschlägt die Subventionen für Heizungsaustausch an das Alter der Heizung zu koppeln, statt etwa an das Vermögen.
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Das ist nicht die spannende Zahl. Viel entscheidender ist, dass das Vermögen bei den jüngeren viel ungleicher verteilt ist. Der Hinweis auf den Berufsanfang ist allerdings durchaus zielführend. Denn diejenigen, die jetzt mit ihren Kindern keine bezahlbaren Wohnungen finden, haben auch zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, nämlich, je nach Alter zwischen der Dot-Com und der Weltwirtschaftskrise von 2008 in den Beruf gestartet. Millenials verdienen inflationsbereinigt deutlich weniger, als Boomer im gleichen Alter und haben folglich auch ein um 40% geringeres Vermögen, als ihre Eltern im gleichen Alter. Und zwar im Durchschnitt. Dass sehr viele gar nichts haben und der Schnitt durch Marc Zuckerberg (bewusste Polemik) hochgezogen wird, kommt noch dazu. In Deutschland kann einem als jüngerer Mensch das Kunststück gelungen sein in den Paar Jahren studiert zu haben, in denen es Studiengebühren gab (oder zB für seine Ausbildung zum Ergotherapeuten Schulgeld bezahlt zu haben, das kurz nachdem man fertig war abgeschafft wurde), dann zur Finanzkrise in nen Job einzusteigen (Hauptsache Job, Gehaltsverhandlung WTF?!) und dann entweder mit jedem Wohnungswechsel steigende Mieten hinzunehmen, oder –wenn man Eigentum zugetraut hat- in die 13 Jahre zu fallen, in denen es keine Eigenheimzulage, bzw Baukindergeld gab und nun für den Rest seines Kredits auf einmal das 3-fache zu zahlen, weil leider grad Laufzeit zu Ende. Dass die jüngeren signifikant ärmer sind hat einen Blumenstrauß an Gründen.
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LeoWom
134
Noch schlimmer. Wenn jüngere Vermögen hätten, dann haben sie das geerbt. Gerade aus Gründen sozialer Gerechtigkeit ist es so wichtig die Erbschaftsteuer deutlich zu erhöhen.
Über die gerade „explodierten“ Kreditzinsen können ältere nur lachen. Wir haben uns gefreut, wenn die Zinsen von 10 auf 5 Prozent gefallen sind. Heute ist Krise, wenn die sich von 0,2 auf 1,5 Prozent verändern.
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Für mich müsste das das vorrangige, progressive Ziel in D sein. Die Leute davon zu überzeugen, dass man mit 100 Mrd. aus Erbschaftssteuer p.a. sehr sehr viel machen könnte. Und zwar ohne, dass sich für 80% der Erben etwas ändert.
Ja, meinen Eltern schwindet zwar langsam punktuell das Gedächtnis, aber an die 12% für ihre Hausfinanzierung erinnern sie sich zuverlässig. Setzt man die allerdings ins Verhältnis zu Immobilienpreisen und dem verfügbaren Einkommen zeigt sich doch recht klar, wieso -in meinem anekdotischen Fall- das Haus trotzdem in 15 Jahren abbezahlt war.
Die F.A.S. hat dazu mal ein Bißchen gerechnet. Ergebnis: Preissteigerungen und Zinsentwicklung gleichen sich einigermaßen aus. Die Löhne aber sind nur bei Gutverdienern stärker gestiegen, als die Hauspreise im Verhältnis zum Zins.
Die Reallöhne allgemein hingegen lagen 2016 auf dem Niveau von 1992. Bonus:
> „Demnach hat sich das Einkommen der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen sogar in den vergangenen 30 Jahren um fünf Prozent verringert. Eine der Ursachen seien immer noch die Nachwehen der Finanzkrise ab 2007, die schlechter bezahlte Jobs, Zeitarbeit und befristete Arbeitsverträge begünstigt hätten.“
Numeno
136
Naja, das wurde ja schon mehrmals angesprochen: Man kann mMn die kumulativen sozialen Entwicklungen bestimmten Generationen mehr zuschreiben als anderen Generationen. Dass eine Generation heterogen ist und dass viele etwas nicht gut fanden, ist vollkommen klar.
Aber wenn es - wie es in dem Thema immer wieder durchscheint - angeblich eine Mehrheit gab, die andere Entwicklungen gewollt hätten, warum sind wir dann, wo wir sind? Oder ist ist eben schon so, dass die Generation im Durchschnitt für das jeweilige Thema war. Das heißt ja nicht, dass man mit Fackel und Mistgabel alle sog. Boomer jagt, aber das kann man ja trotzdem konstatieren und sich dann vielleicht überlegen, warum das so ist und wie man das in Zukunft anders machen könnte.
Übrigens vermute ich auch, dass die Gen Z gar nicht überwiegend für drastische Maßnahmen gegen die Klimakrise ist. Aber es sind viele (anteilsmäßig wahrscheinlich mehr als bei den Babyboomern) und sie sind motivierter, etwas zu ändern.
LeoWom
137
Vielleicht kannst du das noch etwas ausführen? Außer der Tatsache, dass mehr Menschen zusammen mehr Rente beziehen als weniger Menschen hab ich noch von keiner „kumulativen sozialen Entwicklung“ gehört. Und das war auch von Anfang an die einzige mathematische Leistung der „Forschung“, auf die sich immer wieder bezogen wird.
Numeno
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Gerne. Das war etwas umständlich und missverständlich formuliert.
Die Entwicklung der Demographie Deutschlands wird seit Jahrzehnten beobachtet und daraus Prognosen für die Zukunft abgeleitet. Ich bin mir auch sicher, dass seit Jahrzehnten auch in Zeitungen zu lesen ist, dass das gegenwärtige Rentensystem problematisch aufgestellt ist, wenn es viel mehr alte Menschen als junge gibt. Gemacht wurde von der Politik aber wenig dagegen bzw. sogar ein gewisser Abbau der Sicherungssysteme betrieben.
Aber wo waren denn die großen Demonstrationen seit Mitte/Ende der Ära Kohl, die von der Politik Änderungen verlangt hätten, z.B. Aktienrente, Erhöhung von Löhnen, Wertschöpfungsabgabe (Wertschöpfungsabgabe – Wikipedia) oder was auch immer man gut findet?
Genau die gleiche Argumentation kann ich anführen beim Thema Niedriglohnsektor, Arbeitslosensicherung, Mieten, Stagnation der Reallöhne, obwohl die Gewinne der Wirtschaft wachsen und wachsen, und natürlich auch beim Klimawandel, der seit den 80ern in der Wissenschaft bekannt ist und wofür es den ersten Weltklimagipfel in den 90ern gab.
Wie gesagt, ich mache das keiner einzelnen Person zum Vorwurf, aber ich finde es gerechtfertigt zu sagen, dass die Babyboomer das hätten ändern können, es aber nicht gemacht haben. Das kann mMn auch konstruktiv sein, weil man dann sofort Fragen wie die folgenden stellen kann:
Es gab sicher eine große Anzahl von Menschen, die diese Entwicklungen so nicht wollten. Warum konnten die sich nicht durchsetzen? Welche Mechanismen führen dazu, dass Menschen Politik unterstützen (oder wenigstens nicht dagegen sind), die ihnen am Ende schadet, siehe z.B. eine Erbschaftssteuer, die bei den allermeisten Menschen nicht greifen, aber für Umverteilung sorgen würde? Was kann man dagegen tun, um z.B. die Klimakrise mit Wucht und trotzdem mit Rückhalt der Bevölkerung zu bekämpfen?
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Für mich ist es Aufgabe von Politik, die wichtigen Themen zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln. Dafür hat sie nahezu unbegrenzte Ressourcen. Im Detail ist die Komplexität enorm. Einzelne überfordert das.
Aber jede*r versteht die Problembeschreibungen:
Viele Rentner, wenige Beitragszahler.
Klima kaputt, alles kaputt.
Erklär den Menschen die Situation („Politik beginnt mit dem Aussprechen dessen, was ist.“) und erklär ihnen den Lösungsweg („Tu das Richtige und mach es populär.“). Kurs halten und Widerspruch aushalten. Die Mehrheit wird dir folgen. Jede*r merkt, wenn Politik aufrichtig agiert.