Hi, ich ziehe die Frage zurück.
Hier ist das falsche Forum.
Danke für die bisherigen Antworten.

Die Idee mag charmant klingen, ist aber nicht wirklich praktikabel. Es geht hier um Hoch- und Höchstspannungsleitungen. Da reichen ein paar Meter Mittelstreifen schlicht nicht aus. Allein beim Bau sind bis zu 50m Trassenbreite notwendig (abhängig von der Übertragungsleistung) und auch danach mit Schutzstreifen gerne bis zu 30m. Das würde also auch bedeuten, dass die gesamte Autobahn aufgerissen werden muss, um da Kabel zu verlegen. Das Platzproblem ist bei Erdkabeln also so nicht lösbar und Die Masten lassen sich da auch nicht einfach aufstellen. Neuen Platz bedarf es also auf jeden Fall.

Das heißt nicht, dass die Idee total absurd ist. Wo möglich wird das auch teilweise versucht parallel zu bestehenden Infrastrukturen zu planen. So einfach ist das aber dann auch nicht und spätestens ab Bundesstraßen sind da auch genug Ortschaften im Weg. Das Problem ist, dass Straßen ja gerade Ortschaften verbinden und man dann zwangsläufig immer wieder auf Siedlungen trifft.

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Das Problem mit den Erdkabeln ist, dass viele Bürgerinitiativen gegen Strommasten hier für reichlich Desinformation gesorgt haben.

Dort klingt es gerne so, als sähe so ein Erdkabel aus wie man es von Glasfaserkabeln kennt, wo einfach neben der Straße eine Furche gezogen wird und darein wird ein Rohr mit dem Kabel gelegt und dahinter ist wieder alles von Erde bedeckt.

Sowas könnte also nicht einfach unter eine bestehende Straße gelegt werden sondern es wäre unter der gesamten Straße womit während der Bauzeit, aber auch im Falle von Störungen oder Wartungsarbeiten der gesamte Verkehr zum erliegen käme.

Wie so eine Baustelle für ein Erdkabel aussieht sieht man hier:

Die Baukosten für diese Form der Trassen ist zudem ein vielfaches von klassischen Leitungen mit Masten. Und um Schneisen durch Wälder käme man auch nicht drumherum, da ein Zugang komplett möglich sein muss.
Ein guter Freund von mir arbeitet in diesem Bereich und erzählt, dass bei Bürgerversammlungen bei denen er über die Projekte und die Möglichkeiten aufklärt fast immer die Erdkabel abgelehnt werden sobald den Menschen klar ist wie so ein Erdkabel in der Realität aussieht und was für eine Bautätigkeit für die Verlegung nötig ist.
Er berichtet aber auch, dass die Ablehnung dort besonders groß ist wo bisher gar keine Trassen laufen. Dort wo lediglich kleinere Trassen durch größere ersetzt werden ist das Thema bei weitem nicht so groß.

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Das ist leider das übliche Problem, wenn populistisch einfache Lösungen verkauft werden. Es war jedem Menschen mit etwas Ahnung von der Materie von Anfang an klar, dass das nicht nur etwas teurer wird und auch sonst viele Nachteile (wie schnelle Wartungs- und Reparaturmöglichkeiten) mit sich bringt. Ganz abgesehen, dass die „Verschandelung“ der Landschaft dadurch nicht gelöst wird. Es sieht nur anders aus, aber eine Schneise im Wald ist beispielsweise auch danach da.

Aber ja, man kann halt gut sagen ist nur ein Kabel im Boden und das ist doch kein Problem. Wer da mal 2 Sekunden nachgedacht hätte, wäre drauf gekommen, dass das nicht so ein Kabel ist, was man mal eben in der Straße vor dem eigenen Haus verlegt.

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Mein Heimatort (damals wohnte ich dort auch noch) war einer der Hauptorte in denen gegen die Stromtrasse Süd-Ost protestiert wurde. Was dort an völlig haltlosen Argumenten rausgehauen wurde war teilweise schon fast kriminell. Und viele die sich da engagiert haben waren ja nicht mal irgendwelche Rechte die von der Energiewende eh nichts halten sondern teils Leute die Umweltverbänden und Grünen nahestanden.

Die Folge der Proteste war eine Umplanung und wenn ich das richtig verstehe die Realisierung weitgehend als Erdkabel. Aber die Orte an der ursprünglich geplanten Trasse haben ihr Ziel erreicht. Sie haben sogar doppelt gewonnen, da es weder die „Monstertrasse“ vor der eigenen Haustür geben wird, noch die Planung weiter auf Masten beruht, was damals die Bayerische Regierung als Folge der Proteste für weitere Planungen zugesichert hat.

Und so dürfen sich jetzt andere Gegenden mit den Baustellen der Erdkabelverlegung rumschlagen. Dort wiederum ist man vor allem wegen dieser Baustellen gegen die Trasse.

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Ich habe die konkrete Frage nicht mehr gesehen, aber ich bin neugierig: Was wäre denn das richtige Forum?

Die Frage war, warum man nicht die ungeliebten Stromtrassen einfach per Erdkabel unter Autobahnen oder per Mast in den Mittelstreifen von Autobahnen verlegt um somit Landschaftsverbrauch zu minimieren und den Widerstand in der Bevölkerung zu minimieren.

Nachdem es weder unsachliche Antworten gab, noch die Antworten vom Thema abwichen wundert mich die Reaktion des Fragestellers doch ziemlich. Und vor allem wundert mich was er sich in anderen Foren erwartet. Eine fachlich andere Antwort? Zustimmung von uninformierten Nutzern? Sonstiges?

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Allgemein zum Thema noch folgendes:

Ich zitiere mal aus diesem Artikel:

Was spricht gegen eine Erdkabelverlegung?

Der Preis und die Physik.
Doch völlig unsichtbar ist auch das 3,4 Kilometer lange Erdkabel nicht. Dort wo es an Anfang und Ende mit der Freileitung verbunden ist, ragen zwei fußballplatzgroße sogenannte Kabelübergabestationen in den Himmel. Und der Aufwand für die Verlegung war enorm. Ludger Jungnitz ist der Projektleiter beim Netzbetreiber Amprion.

*„Die besondere Herausforderung war, dass wir hier häufig wechselnde Böden haben und die sind auch noch fließend: von kiesig-sandigen Böden zu lehmhaltigen Böden zu Tonböden. Diese mussten alle separat voneinander zwischengelagert werden und auch in umgekehrter Reihenfolge wieder rückgebaut werden.“

„Die Baustelle an sich war viel größer und viel umfangreicher als wir uns das vorgestellt haben. Man hatte wirklich das Gefühl, es wird eine Autobahn um Raesfeld gebaut. Sehr viel LKW-Verkehr hat dort stattgefunden. Man hat ja wirklich 60 Zentimeter ausgekoffert, aufbereitet und dann wieder mit Betonmischern reingefahren, das waren also erhebliche Verkehrsbelastungen und die Einschränkung für die Landwirtschaft, die sich jetzt in den Folgejahren ergeben, muss man abwarten.“

Während eine Freileitung rund 1,5 Millionen Euro pro Kilometer kostet, schlug das Erdkabel mit dem sechsfachen Betrag zu Buche. Besonders teuer war die Unterquerung einer Bundesstraße und zweier Ölleitungen. Wo ein Erdkabel Flüsse, Wälder oder felsigen Untergrund passieren müsste, wären Aufwand und Kosten sogar noch deutlich höher. Der Bürgermeister warnt die vielen Besucher, die sich jetzt bei ihm über die Vorzüge eines Erdkabels informieren wollen, denn auch vor zu viel Euphorie.*