Das Paper von Sovacool et al., welches 2015 nahelegte, dass Winkraft pro erzeugter Terawattstunde für dreieinhalb mal so viele Tote verantwotlich sein soll, wie Atomkraft, ist wegen seiner merkwürdigen Methodologie berüchtigt. Ich zitiere aus dem Paper:
[…] we then proceeded to compile an original database of as many energy accidents as possible over the period 1950 to 2014. We searched for the words “energy,” “electricity,” “wind,” “solar,” “hydroelectricity,” “hydrogen,” “dam,” “geothermal,” “biomass,” “biogas,” “biofuel,” “ethanol,” “biodiesel,” “nuclear,” and “renewable” in the same sentence as the words “accident,” “disaster,” “incident,” “failure,” “meltdown,” “explosion,” “spill,” and “leak” on a series of academic databases (including ScienceDirect and EBSCO host) as well as the internet (using Google and Safari).
[…]
A final element to our methodology was to normalize a smaller subset of accidents—
from 1990 to 2013—to units of energy produced.
[…]
The most serious accident occurred when a bus collided with a truck transporting a wind turbine tower in Brazil.
Um das klarzustellen: Die Studie bestand darin, nach „Unfällen“ zwischen 1990 und 2015 zu googlen (der größte Windkraftunfall passierte z.B. als ein Bus mit einem LKW kollidierte, der eine Windturbine transportierte), diese zu zählen und dann durch die in dem Zeitraum produzierte Energie zu teilen. Im Wesentlichen zählen sie damit vor allem Unfälle auf Baustellen.
Abgesehen davon, dass man diese Methode grundsätzlich in Frage stellen kann, decken sie damit genau einen Zeitraum ab, in welchem die installierte Windkraftkapazität anfangs noch klein war (kleiner Nenner), aber viel gebaut wurde (großer Zähler). AKWs hingegen wurden in dem Zeitraum kaum noch gebaut (kleiner Zähler), aber es standen viele, die liefen. Dass so etwas überhaupt durch das Peer-Review-Verfahren kam, ist mir schleierhaft.