Es ist nicht entscheidend, wieviel die Sonne abstrahlt. Na ja, zumindest so lange nicht, solange wir keine Dyson-Sphäre bauen. 
Im Ernst: Es ist entscheidend, wie viel Energie pro Fläche und Zeit gemittelt auf der Erdoberfläche auftrifft und wie viel wir davon nutzen können. Außerdem stecken in der Formulierung „pro Fläche und Zeit gemittelt“ durchaus einige knackige Herausforderungen.
- Die Sonneneinstrahlung auf der Erde ist pro Fläche und Zeit sehr ungleich verteilt.
1.a) Tag-Nacht-Zyklus muss geglättet werden.
1.b) Jahrenzeiten-Zyklus muss geglättet werden.
1.c) Süd-Nord-Gefälle muss geglättet werden.
- Die Abnehmer der Energie sind ungleich verteilt.
Und dennoch sind das die Herausforderungen, die es anzugehen gilt und lohnt. Mit Atomkraft werden wir niemals unseren Energiebedarf komplett stillen können. Die Atomkraft zum Glätten zu verwenden (Stichwort Grundlast) ist zwar eine Möglichkeit, aber gesamtheitlich betrachtet auch keine ausreichende. Schon für den Strombedarf nicht und erst Recht nicht für den gesamten Energiebedarf der Menschheit.
Wir kommen nicht um die Sonne umhin, wollen wir auf die fossilen Energieträger komplett verzichten. Wenn wir über die Atomenergie reden, reden wir über den buchstäblichen Tropfen auf den heißen Stein. Dieser Tropfen ist aber sowohl von dem Risiko als auch von seinen Emissionen (radioaktiver Abfall) viel zu teuer für das, was er uns einbringt.
In 2020 machte demnach der Strom mit seinen 483TWh (von insgesamt 2.333TWh) gerade mal gut 20% aus. Gut 80% unserer Energie verbrauchten wir nicht in Form von Strom. Sicherlich ist das keine gänzlich saubere Betrachtung, denn wenn wir z.B. unsere Verbrenner-Motoren mit ihrem gegenüber den Elektrofahrzeugen massiv unterlegenen Wirkungsgrad eliminieren, dann geht das prozentual zugunsten des Stroms. Aber mehr als ein paar Prozent wird das nicht ausmachen (ohne es jetzt ausgerechnet zu haben).
Im Strommix war prozentual betrachtet in den Jahren 2004 mit 32,1% und 2006 mit 31,8% der Anteil an Atomstrom mit Abstand am höchsten (Link). Damals waren noch 18 Kernreaktoren in Betrieb (Link). Bezogen auf den Gesamtenergiebedarf waren das in beiden Jahren um die 9%. Ich mein, ein gutes Zehntel ist auch nicht wenig und wäre die Atomkraft risikoärmer und sauberer, wäre das sicherlich nicht von der Hand zu weisen.
Ob die Vergleiche oben skalierbar sind und ob die auch auf die Welt anwendbar sind, weiß ich nicht, aber es werden die Größenordnungen gut veranschaulicht. Sprich, unser Energieproblem ist so groß, dass die Atomenergie einfach keinen nennenswerten Beitrag leisten wird können. Ergo: Wer auf die Atomenergie setzt, greift zu kurz.