Ein trauriges Bild von Europa, wenn jeder bei der ersten Schwierigkeit an sich selbst denkt.
Wenn man sich die Ergebnisse aber genau anschaut, ist es irrelevant, ob Skandinavien Strom nach Deutschland liefert. Der Strom kommt nicht in den Süden. Jetzt rächt sich auch die Verweigerung der südlichen Bundesländer, den Netzausbau voran zu treiben.
1 „Gefällt mir“
talk
8
Das gilt nicht nur für Europa.
Gestern waren 74.101 Haushalte in Kalifornien ohne Strom.
Zu glauben, dass die im Dunklen sitzenden US-Amerikaner Energieträger nach Europa senden und nicht für sich selbst verwenden, basiert auf einer falschen Hoffnung. „Amerika first“ gilt auch unter Biden.
Olaf.K
9
Das ist übertrieben, denn wenn dem so wäre müsste ich nicht fast 2 SEK die kWh bezahlen, dann wäre der Link nach außerhalb Skandinaviens schon längst abgeschaltet und mein kWh Preis unter 1 SEK.
Das man bei schweren Problemen im Netz Last abwirft ist ja nun nichts Neues und das da neben den vereinbarten Lasten auch der Export dran hängt ist nicht verwunderlich.
Ich bin mir ziemlich sicher,dass sollte in Dtl. das Netz kurz vor dem Zusammenbruch stehen wird auch Dtl. als eine der ersten Maßnahmen den Export kappen.
Das Netz ist in tausende kleine Teilnetze aufgeteilt, ich glaube hier habt ihr ein bisserl eine falsche Vorstellung vom EU Stromnetz. Das ist doch viel komplexer und Lastabwürfe finden doch erstmal bei z.b. Industrieunternehmen statt, die damit rechnen, diese stimmen sich aber auch im Vorfeld ab was wann für Leistungen bereit stehen müssen.
Hier wäre evtl. mal eine exaktere Erklärung von z.b. @mvroeder hilfreich.
@mvroeder hatte schon einmal erwähnt, dass hier viele Fussballbundestrainer oder Virologen unterwegs sind… o
Obwohl ich selbst nur Quereinsteiger in das Thema bin, empfinde ich eure Polemik hier als deutlich unangemessen bzw. alarmistisch.
Meine Erkenntnisse gehen so weit, dass die Sachlage sehr komplex und kleinteilig ist und es eben nicht so funktioniert „ein großes Stromnetz“ eine „Exportleitung“ und die drehen wir jetzt ab…
2 „Gefällt mir“
Olaf.K
11
???
Meinst du etwa man hat viele 10kV Leitungen von Schweden aus verlegt?
Die großen Übertragungstrassen /Seekabel haben nur einen Startpunkt und den kann man ausklinken.
Derzeit gibt es nur eine Gleichstromleitung nach Lübeck die in Betrieb ist:
Wo du Recht hast ist dann die Verteilung innerhalb von Städten und die 10kV Ringeinspeisungen in die Verteilernetze der Wohngebiete, da wird es dann wirklich kleinteilig, aber komplex auch nicht so wirklich, wenn du die zwei Links vom Ring auskoppelst ist der Ring trotzdem tot.
Wirklich komplex wird nur das Zuschalten nach einem Totalausfall.
1 „Gefällt mir“
talk
12
Meist sind es nur wenige Leitungen, die Deutschland mit dem Umland verbinden.
Mit Schweden gibt es tatsächlich nur eine, das Baltic Cable.
Mit Frankreich sind es 6 Kabel,
mit Dänemark 5 Kabel,
mit Österreich 43 Kabel,
mit Luxemburg 8 Kabel,
mit Tschechien 6 Kabel,
mit Polen 7 Kabel,
mit der Schweiz 16 Kabel.
Meist gehen bei den grenzüberschreitenden Kabeln bei Staaten mit mehreren Verbindungen die Kabel auf beiden Seiten jeweils zum gleichen grenznahen Umspannwerk. 5 der 16 etwa 10km langen Kabel zwischen Deutschland und Schweiz verlaufen beispielsweise zwischen den Umspannwerken Kühmoos (D) und Laufenburg.
Die grenzüberschreitenden Hochspannungsleitungen Deutschlands sind also weder komplex noch kleinteilig und an wenigen Umspannwerken schaltbar. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es 55 unterschiedliche Umspannwerke, durch die sich Deutschlands Netz komplett isolieren könnte.
Quelle: EU CROSS-BORDER TIE-LINES WITHIN THE EUROPEAN POWER POOLS
1 „Gefällt mir“
Davidus
13
Ich glaube, die Vorstellung einfach die Interkonnektoren (Grenzüberschreitende Leitungen) zu kappen und dann in den sicheren Inselbetrieb zu gehen ist etwas zu kurz gedacht. Das bedarf bestimmter Vorlaufzeit und Planung und auch der Mitwirkung der anderen Staaten. Ein plötzliches Abschalten der Interkonnektoren im Verbundnetz ist technisch machbar( Leistungsschalter auf, Trennschalter auf) aber hätte wahrscheinlich katastrophale Folgen. Dazu gehören technisch gesehen:
- technisch schwierige Lastflüsse im Innerdeutschen Netz, was zu weiteren Abschaltungen von Leitungen durch Überstromschutz führt
- extreme Unter oder Überfrequenz in deutschen Netzen mit Einsetzen des 5 Stufenplans.( man stelle sich vor wir exportieren 5 GW aktuell ins Ausland und kappen dann die Interkonnektoren —> starke Überfrequenz Netzstabilität stark gefährdet. Andersherum noch dramatischer—> automatische Abschaltung von Lasten gemäß 5 Stufenplans durch Unterfrequenz)
- Von der Problemen wäre das gesamte Verbundnetz betroffen
- Das anschließende Synchronisieren der Teilnetze ist ein großer Aufwand ….
Folglich : Einfach so ohne Absprache werden die Interkonnektoren nicht abgeschaltet. Das muss einstimmig mit anderen Staaten im Verbundnetz passieren.
Da Schweden nicht synchron mit dem Europäischen Verbundnetz ist, wäre eine Abschaltung einer HGÜ Kupplung einfacher. Politischer aber wahrscheinlich sehr problematisch….
Gruß David
2 „Gefällt mir“
Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir jeder aus seiner Perspektive Chancen und Risiken in deutschen Stromnetz diskutiert…
Aber (alles was vor aber steht, kann man vergessen
)
ich vertraue darauf, dass von der Politik sachgerechte Entscheidungen getroffen werden. Wir werden über den Winter kommen und dafür wurde und wird viel gemacht. Vor allem von Herrn Habeck ohne die große grüne Ideologie hochzuhalten.
So wie jetzt auf Herrn Habeck eingedroschen wird, ist einer gesunden Diskussionskultur abträglich. Und das jeder oder jede TalkSHOW Mensch des jetzt und in Zukunft und sowieso besser weiß, sollte man getreu dem SHOW Charakter dieser Sendungen überlassen.
3 „Gefällt mir“
Olaf.K
15
Ja das verstehe ich auch nicht.
Bei dem was ich so von außen mitbekomme macht Habeck ein hervorragendes vorbeugendes Krisenmanagement jenseits aller ideologischen Vorbehalte.
Wie man ausgerechnet ihn jetzt so dermaßen angeht lässt sich eigentlich nur mit eigener Ideologie der „Angreifer“ erklären.
3 „Gefällt mir“
Mr_E
16
Was mich interessieren würde bei der ganzen Debatte über die AKW im Streckbetrieb/ in Reserve/ mit neuen Brennstäben: Gibt es dazu eine Schätzung wie viel das ca kosten wird? Die Laufzeitverlämgerung der Union und der FDP dürfte doch sicher einiges kosten (Schicherheitsüberprüfung, Personal, Entschädigung für betreiber). Es wäre interessant diese Kosten pro kWh Strom ca zu haben, dann könnte man auch mal ausrechnen wie viel sehr teures Gas man dafür bekommen würde. Vorrausgesetzt man bekommt natürlich überhaupt mehr Gas. Ich könnte mir vorstellen, dass die Kosten hier immens sind…
Matder
17
Ich hoffe mal, das nach diesem erneuten Zwischenfall und dem erstaunlich verspäteten Melden des selbigen die unsinnige Kaltreserve endlich vom Tisch ist. Die Atomkraft ist und war nie sicher und gehört abgeschaltet.
3 „Gefällt mir“
Tris
18
Hat etwa die bayrische Regierung mit dem TÜV Süd und dem Betreiber die Öffentlichkeit belogen? Das Traurige ist, ich bin nicht überrascht.
2 „Gefällt mir“
rgo1337
19
Das wäre in der Tat mal interessant. Find auch „witzig“ neue Brennstäbe ordern zu wollen. Das dauert doch mehr als 1 Jahr diese zu erhalten oder nicht?
Die Reserven schwinden würde ich sagen
1 „Gefällt mir“
proton
21
Hallo,
Ich melde mich hier, weil es offenbar von vielen Seiten ein Missverständnis bezüglich der KKWs gibt. Zum einen scheint es zwischen Ministerium und Betreiber ein Kommunikationsproblem zu geben. Es ist so, dass anscheinend die Information fehlte, dass das KKW (in diesem Fall Isar 2) nach November gar nicht wieder angefahren werden kann. Ein AKW braucht zum starten eine gewisse kritische Masse von seinem Material, abhängig von der Geometrie. Bei einer Kugel U235 sind das 50kg, damit die Kettenreaktion anfängt.
Normalerweise ist genügend davon im Reaktorkern und man muss zum Beispiel Borsäure hinzufügen, damit die Reaktion gebremst wird. Damit wird ein Reaktor normalerweise gesteuert. Die Steuerstäbe sind nur für schnelle Regelungen zuständig. Wenn die Brennelemente jedoch weit runtergebrannt sind, ist der Anteil der Borsäure nahe 0 ppm. Dann kann nicht mehr gebremst werden. Wenn das der Fall ist, kann ein Kraftwerk nicht wieder eingeschaltet werden. Durch Neuanordnung der Stäbe kann man es eventuell noch hinbekommen, aber die Details bei Isar2 kenne ich nicht. Bei Isar 2 scheint die kritische Masse also nicht mehr vorhanden zu sein, laut Betreiberbeschreibung des Leckage-Ventil-Problems. Dieses Bauteil ist übrigens kein Störfall, Leck oder ähnliches, sondern ein normales Verschleißteil, was dann laut Grenzwerte und Regelungen irgendwann getauscht werden muss.
Heißt im Anschluss nach November ist ein Reserve oder Not-betrieb gar nicht möglich, denn wenn es einmal aus ist, dann geht es nicht wieder an ohne neue Brennelemente. So wie Habeck es also geplant hat, funktioniert so nicht. Ein Streckbetrieb als solcher ist schon möglich, da man im Grunde die Kettenreaktion immer weniger werden lässt, wie ein negatives Wachstum. Die Leistung sinkt bis die Brennelemente nicht mehr hergeben.
Das ist zumindest mein aktuelles Verständnis, aus der Physik und aus den Informationen, die ich habe. Am Ende ist die Kommunikation auf jeden Fall seitens Betreiber oder Ministerium katastrophal, was die Planung angeht. Ob sie der ganze Wartungsaufwand, sowie Bemühungen, die dahinter stecken für 2 TWh lohnen (Isar2) sei mal dahingestellt. Neue Brennelemente bekommt man jedenfalls erst 2024, sowie die aktuelle Informationslage es hergibt.
2 „Gefällt mir“
Hier mal die physikalischen Fakten und ein paar andere Anmerkungen von einem Experten. Denke die sind so nachvollziehbar oder?
1 „Gefällt mir“
Viele physikalische Fakten kann ich nicht entdecken, da war die Erklärung aus dem Kommentar davor schon erheblich ergiebiger.
Der Bericht ist m.e. tendenziös und das übliche nicht lösungsorienterte Bashing gegen die „grüne Aufräumtruppe“.
Habeck hat ja für den nicht lösungsorientierten Quatsch der Opposition heute deutliche Worte gefunden…
" #Sie sind die ‚Muss weg‘ Opposition# – R. Habeck Grüne wird im Bundestag deutlich"
https://youtube.com/shorts/V5O8MzuWGbc
ich habe mich schon länger gefragt, warum er das nicht endlich so deutlich ausspricht, was schon lange schwelt, aber heute hat er es getan:
Eine Wohltath! S.o. Video…
2 „Gefällt mir“
Olaf.K
24
Was deutlich mehr zu sein scheint, als wir anderen zusammen vorweisen können ^^
Ich hätte da mal noch eine Frage:
Weiter oben steht, dass man die Kraftwerke auch für die Vorbereitungen zum Streckbetrieb runterfahren müsste, nur halt nicht so lange wie für die Reserve.
Nur abgeschaltet ist abgeschaltet, heißt, wenn die Aussage oben stimmt, wäre doch Isar 2 auch für den Streckbetrieb nicht geeignet.
Hast du da noch ein wenig mehr Erleuchtung für uns?
Kann ja sein, dass die Aussage oben schon nicht ganz korrekt ist.
1 „Gefällt mir“
Naja, in dem Video ging es ja in erster Linie um
die Gasumlage. Diese in so einer Weise zu „verteidigen“ finde ich alles andere als eine
Im Übrigen: Ist das diese ‚Muss weg‘ Opposition, von der er spricht?
1 „Gefällt mir“
proton
26
Das ist nicht unbedingt nötig. Hängt davon ab, wie lange man den Streckbetrieb fahren möchte. An sich gibt es zwei Steuergrößen in so einem DWR (Druckwasserreaktor). Einerseits die Borsäure und andererseits auch noch der Druck (Den habe ich vorher nicht genannt, erschien mir einfacher). Die Borsäure kann Kettenreaktionen aufhalten und wird auch bei Abschaltung auch sehr hoch dosiert (70% oder so). Das andere ist der Druck. Je höher der Druck, desto „dichter“ das Wasser im Reaktor, welches dazu da ist, die Neutronen abzubremsen. Nur langsame Neutronen können für die Kettenreaktion genutzt werden.
Nehmen wir also an, die Borsäure ist schon bei 0% weil die Brennstäbe so ausgebrannt sind, kann ich in der Theorie immer noch den Druck im Kessel erhöhen, um mehr Neutronen zu verlangsamen und die Kettenreaktion kann fortbestehen. Genau das passiert im Streckbetrieb. Dadurch das der Druck im Kessel so hoch ist, kann die Turbine jedoch nicht mehr auf Volllast arbeiten, wodurch die Leistung verringert wird. Um den Reaktor im Streckbetrieb zu fahren, muss also kontinuierlich der Druck erhöht werden, während sich die Leistung verringert. So lässt sich quasi die notwendige kritische Masse verringern.
Das ist natürlich nicht unendlich lange möglich - irgendwann sind die Brennstäbe wirklich hinüber. Was mich etwas wundert sind da die Aussagen von PE, dass sie das Kraftwerk ab November nicht mehr hochfahren können (oder wollen?). Also scheinen die Brennstäbe schon soweit abgebrannt zu sein, dass sie den Reaktor trotz höheren Druck nicht mehr starten können. Oder dies viel zu lange dauern würde. Also nicht mehr 3 oder 7 Tage, sondern e.g. 21 Tage. Vielleicht hat es sogar etwas mit dem Ventil selbst zu tun. Bei höherem Druck werden die zulässigen Leckagemengen eventuell schneller erreicht.
Irgendwas ist da bei PE sehr fishy mMn. Eventuell auch einfach eine politische Frage, weil PE keinen Reservebetrieb machen möchte. Ist geschäftlich vielleicht einfach nicht lukrativ.
3 „Gefällt mir“