Atomkraftwerke südlich bleiben als Reserve

War ja fast klar, aber ist m.e. dann jetzt auch nur vernünfitg, Hauptsache keine dauerhafte Laufzeitverlängerung…
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2022/09/20220905-stresstest-zum-stromsystem.html

Es fehlen halt jetzt verdammt nochmal der Südostlink und der Südlink…
Aber da braucht keiner zu maulen und mit dem Finger wieder auf irgendwen zu zeigen, wir sind da alle mit dran Schuld, jetzt können wir nur lernen und endlich weitermachen mit der Energiesouveränität.

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Schon interessant, die deutschen Netzbetreiber schätzen die Gefahr von stundenweisen Abschaltung en als Unwahrscheinlich ein.

Die schwedischen Netzbetreiber schätzen die Gefahr für stundenweise Abschaltungen in Zone 4 im Winter als real ein, unter anderem wegen der nötigen Übertragung nach Norddeutschland.

Zone 4 (Südschweden) ist mit Norddeutschland verbunden.

Jetzt die Frage: wer von beiden hat die bessere Glaskugel?

Im zweiten Stresstest wird folgendes formuliert:

Sollten all diese Maßnahmen nicht ausreichen, müssten als Ultima ratio Exporte beschränkt oder Großverbraucher kontrolliert und temporär abgeschaltet werden, um die Netzsicherheit aufrecht zu erhalten.

Eine ähnliche Haltung wird es in jedem Land auch geben. Im Zweifel würde also Südschweden seinen Strom behalten und nicht exportieren.
Da selbst im besten neuen Szenario (+) noch ein positiver Redispatch aus dem Ausland von 4,3GW in der kritischsten Stunde als notwendig angesehen wird, ist Deutschland im Eintreten dieser Stunde auf Importe angewiesen. Deutschland ist aber nur mit 0,6GW mit Schweden angebunden - es bräuchte also in dieser Zeit geringer Verfügbarkeit von erneuerbaren Energien (oder Starkwind) einiges an Hilfe aus dem Ausland - wobei mir zumindest unklar ist, warum wenn in Deutschland geringes Angebot an erneuerbaren besteht, im Ausland mehr Energie bereitstehen solle für den Export.
Im schlechtesten Szenario rechnen die Betreiber mit einem Bedarf von 8,6GW - das ist mehr, als Deutschland aus Frankreich und Schweden zusammen importieren kann: Frankreich ist mit 7GW angebunden, Schweden mit 0,6GW.
Das deutsche energiepolitische Hoffen auf das Ausland empfinde ich als durchaus mutig und würde mir eher eine pessimistische Sicht mit entsprechender Vorsorge wünschen.

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A) 1 GW Belgien:

B) 1,4 GW Nordlink Wasserkraft Norwegen

Man wird sich wie üblich in einem Solidarverbund solidarisch verhalten, und evtl. auch den ein oder anderen Euro verdienen und an den verkaufen, der am meisten zahlt, das lasst doch mal die Sorge der Strom Dealer sein…

Genau das bestreiten @Olaf.K und ich.

Wenn der Bedarf im Land so groß ist, dass ein Export nur mittels Preiserhöhungsmaßnahmen für das Inland möglich sind, dann wird der politische Druck erhöht werden, dieses Gefälle abzustellen.
Die Schweden sind unzufrieden mit der Reduktion des deutschen Energieangebots (wie aus der Universität Uppsala berichtet).

Sich auf den Solidarverbund zu verlassen ist mutig und subjektiv nicht nachhaltig genug.

Wenn die Betreiber der Netze sagen, dass Deutschland voraussichtlich auf Importe angewiesen ist, dann sollte dies zu einer politischen Energiezeitenwende zu mehr lokaler Produktion führen.

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Ich denke auch, dass bei drohenden Abschaltungen zu allererst der Export raus ist.

Man darf dabei ja auch nicht vergessen, dass in Schweden traditionell mit Strom geheizt wird, heißt Stromabschaltung= kalt in der Bude

Und von deutscher Seite sollte man sich in dem Fall auch nicht allzusehr auf die Norweger verlassen, wenn die wählen müssen, weil es nicht reicht, kommt Skandinavien zuerst.

Ein trauriges Bild von Europa, wenn jeder bei der ersten Schwierigkeit an sich selbst denkt.

Wenn man sich die Ergebnisse aber genau anschaut, ist es irrelevant, ob Skandinavien Strom nach Deutschland liefert. Der Strom kommt nicht in den Süden. Jetzt rächt sich auch die Verweigerung der südlichen Bundesländer, den Netzausbau voran zu treiben.

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Das gilt nicht nur für Europa.
Gestern waren 74.101 Haushalte in Kalifornien ohne Strom.

Zu glauben, dass die im Dunklen sitzenden US-Amerikaner Energieträger nach Europa senden und nicht für sich selbst verwenden, basiert auf einer falschen Hoffnung. „Amerika first“ gilt auch unter Biden.

Das ist übertrieben, denn wenn dem so wäre müsste ich nicht fast 2 SEK die kWh bezahlen, dann wäre der Link nach außerhalb Skandinaviens schon längst abgeschaltet und mein kWh Preis unter 1 SEK.

Das man bei schweren Problemen im Netz Last abwirft ist ja nun nichts Neues und das da neben den vereinbarten Lasten auch der Export dran hängt ist nicht verwunderlich.

Ich bin mir ziemlich sicher,dass sollte in Dtl. das Netz kurz vor dem Zusammenbruch stehen wird auch Dtl. als eine der ersten Maßnahmen den Export kappen.

Das Netz ist in tausende kleine Teilnetze aufgeteilt, ich glaube hier habt ihr ein bisserl eine falsche Vorstellung vom EU Stromnetz. Das ist doch viel komplexer und Lastabwürfe finden doch erstmal bei z.b. Industrieunternehmen statt, die damit rechnen, diese stimmen sich aber auch im Vorfeld ab was wann für Leistungen bereit stehen müssen.

Hier wäre evtl. mal eine exaktere Erklärung von z.b. @mvroeder hilfreich.

@mvroeder hatte schon einmal erwähnt, dass hier viele Fussballbundestrainer oder Virologen unterwegs sind… o
Obwohl ich selbst nur Quereinsteiger in das Thema bin, empfinde ich eure Polemik hier als deutlich unangemessen bzw. alarmistisch.

Meine Erkenntnisse gehen so weit, dass die Sachlage sehr komplex und kleinteilig ist und es eben nicht so funktioniert „ein großes Stromnetz“ eine „Exportleitung“ und die drehen wir jetzt ab…

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???

Meinst du etwa man hat viele 10kV Leitungen von Schweden aus verlegt?

Die großen Übertragungstrassen /Seekabel haben nur einen Startpunkt und den kann man ausklinken.
Derzeit gibt es nur eine Gleichstromleitung nach Lübeck die in Betrieb ist:

Wo du Recht hast ist dann die Verteilung innerhalb von Städten und die 10kV Ringeinspeisungen in die Verteilernetze der Wohngebiete, da wird es dann wirklich kleinteilig, aber komplex auch nicht so wirklich, wenn du die zwei Links vom Ring auskoppelst ist der Ring trotzdem tot.

Wirklich komplex wird nur das Zuschalten nach einem Totalausfall.

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Meist sind es nur wenige Leitungen, die Deutschland mit dem Umland verbinden.
Mit Schweden gibt es tatsächlich nur eine, das Baltic Cable.
Mit Frankreich sind es 6 Kabel,
mit Dänemark 5 Kabel,
mit Österreich 43 Kabel,
mit Luxemburg 8 Kabel,
mit Tschechien 6 Kabel,
mit Polen 7 Kabel,
mit der Schweiz 16 Kabel.

Meist gehen bei den grenzüberschreitenden Kabeln bei Staaten mit mehreren Verbindungen die Kabel auf beiden Seiten jeweils zum gleichen grenznahen Umspannwerk. 5 der 16 etwa 10km langen Kabel zwischen Deutschland und Schweiz verlaufen beispielsweise zwischen den Umspannwerken Kühmoos (D) und Laufenburg.

Die grenzüberschreitenden Hochspannungsleitungen Deutschlands sind also weder komplex noch kleinteilig und an wenigen Umspannwerken schaltbar. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es 55 unterschiedliche Umspannwerke, durch die sich Deutschlands Netz komplett isolieren könnte.

Quelle: EU CROSS-BORDER TIE-LINES WITHIN THE EUROPEAN POWER POOLS

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Ich glaube, die Vorstellung einfach die Interkonnektoren (Grenzüberschreitende Leitungen) zu kappen und dann in den sicheren Inselbetrieb zu gehen ist etwas zu kurz gedacht. Das bedarf bestimmter Vorlaufzeit und Planung und auch der Mitwirkung der anderen Staaten. Ein plötzliches Abschalten der Interkonnektoren im Verbundnetz ist technisch machbar( Leistungsschalter auf, Trennschalter auf) aber hätte wahrscheinlich katastrophale Folgen. Dazu gehören technisch gesehen:

  • technisch schwierige Lastflüsse im Innerdeutschen Netz, was zu weiteren Abschaltungen von Leitungen durch Überstromschutz führt
  • extreme Unter oder Überfrequenz in deutschen Netzen mit Einsetzen des 5 Stufenplans.( man stelle sich vor wir exportieren 5 GW aktuell ins Ausland und kappen dann die Interkonnektoren —> starke Überfrequenz Netzstabilität stark gefährdet. Andersherum noch dramatischer—> automatische Abschaltung von Lasten gemäß 5 Stufenplans durch Unterfrequenz)
  • Von der Problemen wäre das gesamte Verbundnetz betroffen
  • Das anschließende Synchronisieren der Teilnetze ist ein großer Aufwand ….
    Folglich : Einfach so ohne Absprache werden die Interkonnektoren nicht abgeschaltet. Das muss einstimmig mit anderen Staaten im Verbundnetz passieren.
    Da Schweden nicht synchron mit dem Europäischen Verbundnetz ist, wäre eine Abschaltung einer HGÜ Kupplung einfacher. Politischer aber wahrscheinlich sehr problematisch….
    Gruß David
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Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir jeder aus seiner Perspektive Chancen und Risiken in deutschen Stromnetz diskutiert…
Aber (alles was vor aber steht, kann man vergessen :wink:)
ich vertraue darauf, dass von der Politik sachgerechte Entscheidungen getroffen werden. Wir werden über den Winter kommen und dafür wurde und wird viel gemacht. Vor allem von Herrn Habeck ohne die große grüne Ideologie hochzuhalten.
So wie jetzt auf Herrn Habeck eingedroschen wird, ist einer gesunden Diskussionskultur abträglich. Und das jeder oder jede TalkSHOW Mensch des jetzt und in Zukunft und sowieso besser weiß, sollte man getreu dem SHOW Charakter dieser Sendungen überlassen.

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Ja das verstehe ich auch nicht.
Bei dem was ich so von außen mitbekomme macht Habeck ein hervorragendes vorbeugendes Krisenmanagement jenseits aller ideologischen Vorbehalte.

Wie man ausgerechnet ihn jetzt so dermaßen angeht lässt sich eigentlich nur mit eigener Ideologie der „Angreifer“ erklären.

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Was mich interessieren würde bei der ganzen Debatte über die AKW im Streckbetrieb/ in Reserve/ mit neuen Brennstäben: Gibt es dazu eine Schätzung wie viel das ca kosten wird? Die Laufzeitverlämgerung der Union und der FDP dürfte doch sicher einiges kosten (Schicherheitsüberprüfung, Personal, Entschädigung für betreiber). Es wäre interessant diese Kosten pro kWh Strom ca zu haben, dann könnte man auch mal ausrechnen wie viel sehr teures Gas man dafür bekommen würde. Vorrausgesetzt man bekommt natürlich überhaupt mehr Gas. Ich könnte mir vorstellen, dass die Kosten hier immens sind…

Ich hoffe mal, das nach diesem erneuten Zwischenfall und dem erstaunlich verspäteten Melden des selbigen die unsinnige Kaltreserve endlich vom Tisch ist. Die Atomkraft ist und war nie sicher und gehört abgeschaltet.

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Hat etwa die bayrische Regierung mit dem TÜV Süd und dem Betreiber die Öffentlichkeit belogen? Das Traurige ist, ich bin nicht überrascht.

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Das wäre in der Tat mal interessant. Find auch „witzig“ neue Brennstäbe ordern zu wollen. Das dauert doch mehr als 1 Jahr diese zu erhalten oder nicht?

Die Reserven schwinden würde ich sagen

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