Hallo,
ich würde das Thema aus aktuellem Anlass gerne wieder aufgreifen: Der Gesetzesentwurf der EU-Kommission zur Halbierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft bis 2030 ist nun endgültig vom Tisch. Anfang Februar hat die Kommission diesen zurückgezogen nach dem das Parlament diesen bereits im November, dank entsprechender Lobbyarbeit, aufgehalten hatte: EU-Kommission zieht Gesetz für Pestizid-Verringerung zurück | MDR.DE
Diese Maßnahme wäre ein Schritt zu einem deutlich verantwortungsbewussteren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln gewesen, der den Biodiversitätsverlust in Agrarökosystemen (u. a.) gesenkt hätte. Zu den negativen Auswirkungen von Pestiziden auf die Lebensgrundlage Biodiversität gibt etliche wissenschaftliche Arbeiten und Zusammenstellungen. Eine gute Grundlage bietet diese Seite der Heinrich-Böll-Stiftung, inklusive Link zum Pestizidatlas 2022: Pestizide bedrohen die Biodiversität in Deutschland: Bedrohte Vielfalt | Heinrich-Böll-Stiftung
Eine knappe Zusammenfassung zum aktuellen Wissensstand im Kontext der rechtlichen Lage bietet diese Seite des Umweltbundesamts: Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft | Umweltbundesamt
Außerdem wurde für 2024, wie auch schon in den Jahren zuvor, die Pflicht zur Stilllegung von 4% der landwirtschaftlichen Flächen (=Gewinn für die Biodiversität) ausgesetzt.
Als Referenz zu meinem ursprünglichen Beitrag in diesem Thema (Klima- und Biodiversitätskrise zusammendenken, s. o.) möchte ich diese Publikation aus Science von 2023 nachreichen und empfehlen: https://doi.org/10.1126/science.abl4881 Der Artikel beruht auf der Zusammenarbeit des ‚Weltklimarats‘ (IPCC) und des ‚Weltbiodiversitätsrats‘ (IPBES), beides UN-Organisationen.
Es gibt diverse wissenschaftsjournalistische Artikel, die diese Publikation in einer Meldung aufgegriffen haben, z. B. hier vom Karlsruher Institut für Technologie: KIT - Das KIT - Medien - Presseinformationen - Archiv Presseinformationen - PI 2023 - Klima- und Biodiversitätskrise dürfen nicht isoliert betrachtet werden
Also nochmal mein Appell: Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen ohne die Biodiversitätskrise mitzudenken funktioniert nicht. Dies sollte sich auch in der medialen Berichterstattung niederschlagen. Die Lage könnte hier ein gutes Beispiel setzen. Denkbar wäre, finde ich, auch eine Sonderfolge mit entsprechendem Interviewpartner dazu, in Kombination mit einer ‚Beschau‘ des kranken Systems Landwirtschaft.
Viele Grüße