Ja die Zeiten ändern sich, und Apotheken auch.
Letztlich ist die pharmazeutische Beratung und das da sein für Gesundheitsfragen zebtral wichtig. Das kann zunehmend digital sein und ist es auch schon, anders können wir gar nicht alle versorgen und wir möchten ja auch die Erkrankten und Ihre Angehörigen entlasten.

Die nächsten Jahre werden aber sicher noch von einer „blended“ oder „hybriden“ Versorgung geprägt sein, und dafür müssen Apotheken weiter da sein. Ich mach den Notdienst gerne von zu Haise per Telefon/Videocall während die Drohne sich das Medikament vom Automaten geben lässt, würde mir gut gefallen, dass niemand dafür durch die Nacht zur Apotheke pilgern müsste.

Grundsätzlich würde ich gerne die komplette Honorierung reformieren, hin zur Prävention und als Team value based/pay for performance und nicht die Dienstleistungen einzelner Einrichtungen, die ggf nicht ineinander greifen oder belohnt werden wenn sie nochmal gemacht werden müssen (Bsp OP). Bis da mal bewegung rein kommt, müssen wir erstmal überleben um uns auch für die Zukunft weiterzuentwickeln. Ein Wegfall würde gerade in der Notfallversorgung in meinen Augen zu echten Problemen führen.

Mein Bruder lebt dort und sagt er vermisst dort jegliche Beratung :confused:

Es gibt wohl drei große Ketten:

Apotek Hjärtat
Lloyds Apotek
Kronans Apotek

Dann lokal einige noch privat geführte und halt staatliche Apotheken

Wie würden sie dann dies einordnen:

Vielleicht kann ich hier helfen. Deine Quelle aus dem Eingangspost nennt

ein steuerliches Betriebsergebnis von 163 Tsd. Euro (inkl. Zuschüsse für Notdienst und Botendienst).

Nun ist die Frage, ob hier schon Investitionen in die Apotheke eingerechnet seien. Man kann das aus der Quelle des verlinkten Statistischen Jahrbuch Die Apotheke ableiten. Dort heißt es:

Der Gewinn vor Steuern ist 2022 deutlich zurück gegangen, da diverse Corona-bedingte Sondereffekte weggefallen sind. Dieser Betrag ist aber nicht einem Bruttogehalt gleichzusetzen, da Apothekeninhaberinnen und -inhaber als selbständige Freiberuflerinnen und Freiberufler davon nicht nur Steuern abführen, sondern auch Investitionen in die Apotheke tätigen und ihre komplette Altersvorsorge bestreiten müssen.

Die 163.000 € sind also ohne Investitionen angegeben. Von jedem Euro Investition kann der Apotheker allerdings bis zu 0,5€ von der Steuer absetzen, wenn ich den Investitionsabzugsbetrag richtig verstehe. Berücksichtigt man nun, dass die durschnittliche Apotheke (2018) für „nur“ 460.000 € über die Ladentheke ging, siehe Zwischen symbolischem Euro und Spitzenpreis, vermute ich keine exorbitanten jährlichen Investitionen.

Nichtsdestotrotz, ich kenne 3 Apotheker (alle 3 selbstständig) privat gut. Einer ist oft am Jammern, die anderen beiden sind mit dem Einkommen absolut fine und beschweren sich nur über die hohe Arbeitsbelastung durch Fachkräftemangel und übertriebene Vorschriften.

Bezogen auf das Einkommen, wäre es vielleicht möglich, dass man einfach unzufrieden damit ist, dass laut dem Jahrbuch die Apothekenvergütung nicht so stark steigt, wie die Einnahmen der GKV oder die Inflation, die großen Gewinne der letzten Jahre also langsam abschmelzen? Das wäre natürlich ärgerlich für die Apotheker, aber vielleicht notwendig.

Das Problem dürften vielmehr die (berechtigterweise) steigenden Gehälter der Angestellten sein. Wenn ein Apotheker sagen wir mal 5 Angestellte beschäftigt, die eine inflationsbedingte Gehaltssteigerung von sagen wir 8 % bekommen, dann sinkt dadurch das Ergebnis der Apotheke (aus dem dann ja gewissermaßen auch das „Gehalt“ des Apothekers bestritten wird) um über 10.000€. Ich finde schon, dass man sich darüber beschweren darf - und das es auf der anderen Seite völlig richtig ist, das nicht zu tun indem man sagt die Mitarbeitenden dürften eben nicht mehr Gehalt bekommen.

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Gerade zum Anfang ear ich einige Tage vollzeit und ausschließlich damit befasst Masken und Maskenangebote aufzutrieben und Ihre Qualität als Medizonprodult Klasse II zu überprüfen, da waren so viele minderwertige Fälschungen unterwegs und gerade anfangs war auch der Einkaufspreis teuer.

Es gab durchaus höhere Erträge während der Pandemie, diese sind aber oft an die Angestellten weitergegeben worden, die während der Pandemie immer da waren, wie Supermarktmitarbeiter*innen anfänglich ohne Schutz bzw im Besonderen gefährdet, da wir oft akut kranke Menschen versorgen.

Die Beschaffung von Masken, Tests, Impfstoffen, Desinfektionsmitteln und verknappten Pflegehilfsmitteln, der Informationsbedarf von Patientinnen und Bürgerinnen, Aufteiöen von Teams usw war ein großer Mehraufwand und Apotheken haben zuverlässig abgeliefert, seit 2013 gab es keine Honoraranpassung, seit Februar ist das Hoborar sogar für 2 Jahre gekürzt worden, das kommt mir schräg vor.

Moment. Wenn sich ein Apotheker im Schnitt selbst ein gehalt von 173.000€ auszahlen kann, muss das doch nicht bedeuten dass er davon auch die Investitionen stemmen muss. Es gibt doch dort auch eine Trennung zwischen dem Gehalt und dem Gewerbe. Oder läuft das im Apothekengewerbe anders?

Ich sehe einen ziemlichen Unterschied zwischen angestellten Apothekern und den paar Eigentümern. Aber der ist ja in der Wirtschaft allgemein üblich.

Ich denke dieser Reformstau ist ein grundlegendes Problem in allen Bereichen in Deutschland. Gab es darüber schon eine Folge?

schätzungsweise über 8-12 Jahre ziehen würde

Das kann kein ernst sein. Wenn ein Problem so komplex ist muss man nicht sagen: „Dann warten wir bis es genug Zeit gibt.“ Dann muss man es vereinfachen sodass es nicht mehr so komplex ist.

Ein Selbständiger zahlt sich kein Gehalt aus. Das Geld, das auf dem Konto liegt, ist sein Privatvermögen. Eine Trennung zwischen Betrieb und Privatem findet bei einem Einnahmen-Überschuss-Rechner nicht statt.
Wenn der Gewinn vor Steuern ist, ist das Anlagevermögen deshalb in der Regel nicht berücksichtigt.

Ja, darüber darf man sich schon beschweren. Aber das dürfte in anderen Branchen ähnlich aussehen.

Das der Bedarf gedeckt werden muss, ist selbstverständlich. Aber im allgemeinen werden die Läden dann größer und es werden nicht mehr, weil sich dadurch Kosten reduzieren lassen.

Nein bei Bäckereien ist es völlig anders, denn die verkaufen unterschiedliche Backwaren. Wenn ich mit einem Rezept in die Apotheke laufe erhalte ich genau das Medikament was da drauf steht. Manchmal versucht die ein oder andere Apotheke mir eine Alternative anzudrehen, aber letztendlich ist es dasselbe Produkt. Bei den Bäckern hieße das, dass der Bäcker XY eine Filiale direkt neben seiner eigenen Filiale aufmacht. Das ist sehr außergewöhnlich.

Sind diese relevant? Kann auch daran liegen, dass ich hier einfach unzureichend informiert bin, aber ich hatte noch nie den Bedarf in eine bestimmte Apotheke gehen zu müssen, um dort irgendwas zu erhalten. Außer das eine Mal als ich den Likör der XY-Apotheke verschenkt habe, aber das ist aus meiner Sicht ein anderes Thema.

Wenn 2 Apotheke direkt gegenüber sind, macht es die Abdeckung nicht besser, sondern schlechter. Die könnte ja wenigstens 500m weit auseinander liegen.

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Ja - und nein. In den meisten Branchen wird vermutlich, wenn das Gehalt der Angestellten steigt, die angebotene Leistung teurer, um am Ende eine ähnliche Gewinnmarge zu halten. Das ist in Apotheken nicht möglich - im Gegenteil, gesetzlich werden teils sogar noch Abschläge festgelegt, gegen die die Apotheken sich nicht sperren dürfen, um die Finanzen der GKV zu stabilisieren.

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@alper
Paracetamol und Ibuprofen sind für die meisten Arzneimitteltode in Deutschland verantwortlich. Das Risiko sollte man nicht klein reden. Gerade da es eine ganze Reihe an Menschen gibt, die Ibuprofen gar nicht nehmen sollten

Zu denken Beratung ist unnötig, ist ein Denkfehler den viele junge, gesunde Menschen haben. Aber für viele Menschen sind die Apotheke in der erste Anlaufpunkt. Es lassen sich definitiv nicht nur Rentner beraten.

@Gutemine
Durchschnitt ist nicht aussagekräftig. Interessant wäre der Medianwert. Und da die Apobankkredite zum Kauf einer Apotheke gibt, verwundert es mich nicht, wenn die es positiver darstellen als es ist. Nach dem letzten AWA-Bericht, verdienen viele selbstständige Apotheker eher um die 4.000€ netto pro Monat.

Daniel_K
Naja ob ein Apotheker allein so viel ausmacht wenn da eine riesige Konzernstruktur dahinter steckt? Wir sehen doch was die Privatisierung von Krankenhäusern gebracht hat. Die einzelnen Ärzte die vor Ort arbeiten sind da genau so Opfer der Konzernstruktur wie die Patienten. Weiß nicht wie man sich genau die scheiße in anderen Bereichen wünschen kann

Zum Thema, warum Apotheken oft enger bei einander liegen. Gerade bei Städten darf man den Tourismus nicht vergessen. Da werden die Apotheken dann halt dort hingestellt, wo auch schon andere Lokalitäten sind. Und du kannst ne Apotheke ja nicht beliebig vergrößern. Grundstücke sind teuer. Die Räume oft auch nur gemietet. Da kann man nicht Mal eben noch 30qm herbei zaubern. ich kenn Apotheken, da ist der Mitarbeiter Bereich auf einen Stuhl und einen Schrank begrenzt, weil ansonsten alles komplett ausgereizt ist. Dennoch stehen die Leute Schlange. Was willst du da noch vergrößern?
Man darf auch nicht unterschätzen, dass gerade auch bei Beratung sehr viel auf zwischenmenschlichkeit beruht und daher die Leute oft danach entscheiden.

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Das hängt von den Prioritäten ab. Im Krankenhaus liegt der Fokus, ähnlich wie im sozialen Bereich und in der Pflege, eher auf der Care-Arbeit - und da ist es natürlich problematisch, wenn alles unter den Primat der Gewinnmaximierung läuft, weil jeder menschliche Kontakt zwischen Arzt/Pfleger/Sozialarbeiter und Klient/Patient natürlich „geld kostet“, aber gerade hier nicht gespart werden sollte.

Apotheken würde ich persönlich eher mit dem Einzelhandel gleichsetzen. Klar kann man auch im Einzelhandel wieder die Rückkehr zum Tante-Emma-Laden fordern, aber meine Priorität im Einzelhandel ist, dass die Güter, die dort vertrieben werden, in erster Linie günstig und zuverlässig geliefert werden können. Und das geht vor allem über große, effektive Konzernstrukturen. Der Grund, warum die Preise im Supermarkt in Deutschland so viel niedriger sind als in anderen - auch deutlich ärmeren - Ländern Europas liegt darin, dass die Supermarktkonzerne (Schwarz-Gruppe, Aldi, Edeka-Gruppe, Rewe-Gruppe) hier eine sehr starke Verhandlungsposition gegenüber den Herstellern haben. Für Medikamente würde das gleiche gelten, wenn es einige große Apotheken-Konzerne gäbe, die miteinander in Konkurrenz stehen und Druck auf die Pharmakonzerne ausüben. Stattdessen haben wir in diesem Bereich die Situation, dass die Pharma-Konzerne die Preise nahezu frei bestimmen können, weil es kein effektives Gegengewicht gegen die Macht der Pharma-Konzerne gibt (und keine ernsthafte Konkurrenz zwischen den Apotheken, was dazu führt, dass die Apotheken von maximalen Einkaufspreisen auch profitieren, weil die Gewinnspanne auf die Einkaufspreise aufgeschlagen wird).

Natürlich kann man in der Diskussion auf die Kontrollfunktion der Apotheke verweisen, aber gerade mit der Einführung der elektronischen Patientenakte wird diese Kontrollfunktion überflüssiger denn je, denn Wechselwirkungen zwischen Medikamenten zu vermeiden (sei es durch einen Fehler des Arztes oder durch Verschreibung durch unterschiedliche Ärzte) ist ja ein großes Ziel der elektronischen Patientenakte (und lässt sich hier bei einem halbwegs guten, digitalen System auch deutlich effektiver ausschließen als durch ein „mit etwas Glück fällt es dem Apotheker auf“-System).

Das erklärt hoffentlich, warum ich Apotheken eher mit Supermärkten als mit Krankenhäusern vergleiche.

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Die Apotheke leistet so viel mehr als nur zu Verkaufen.
Ich würde die Beratung eher in einen Topf mit der Care Arbeit werfen. Es ist nicht zu verachten, was man alles falsch machen kann bei der Anwendung von Medikamenten. Das geht über den bloßen Interaktionscheck hinaus der sich mit der ePA machen lässt. Die Frage ist nämlich auch ob die Einnahme richtig erfolgt und ob die Compliance gegeben ist. Das findet keine ePA dir hinaus. Leider finde ich keine Quelle nicht mehr, aber meines Wissens nach sind fast 50% der Asthmatiker, die wegen einer Asthmaattacke im Krankenhaus landen darauf zurück zu führen, dass Asthmasprays falsch verwendet werden. Sowas verhindert man nicht mit ePAs sondern mit Beratung.

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Aber sollte gerade diese kritische Beratung nicht wirklich durch Ärzte stattfinden?

Es gibt hier einfach einen Wertungswiderspruch, wenn wir einerseits einen Versand verschreibungspflichtiger Medikamente aus dem Ausland ohne jede Beratung erlauben, andererseits aber betonen, wie geradezu „lebensrettend“ die Beratung in der Apotheke sei.

Die Fragen dazu wären nun:

  • Wäre die Beratung durch einen Apotheker in einer Apotheken-Kette wirklich schlechter als in einer Inhabergeführten Apotheke? Warum? In beiden Fällen dürfte die Ausführlichkeit der Beratung von zwei Faktoren abhängen: Kompetenz des Apothekers und verfügbare Zeit. Im Gegensatz zum Krankenhaus oder zur Pflege, wo theoretisch „immer etwas zu tun ist“, ist die Zeit in der Apotheke eher vom Kundenansturm abhängig, daher: Es gibt Zeiten, in denen der Apotheker viel Zeit für Beratung hat, und Zeiten, zu denen „Kunden abgearbeitet“ werden müssen.

  • Wäre eine derart wichtige Beratung nicht eher über den Arzt (wenn es eine zwingende praktische Beratung ist) oder über Videocall-Funktionen realisierbar, gerade weil die Beratungsstärke dann weniger vom aktuellen Kunden/Patientenandrang abhängig ist.

Abgesehen davon befinden wir uns natürlich auch in einem gesellschaftlichen Umbruch - die Generation, die arge Probleme mit neuer Technologie wie dem Internet hat, wird mehr und mehr aussterben, sodass langfristig die Akzeptanz von Online-Lösungen steigen wird.

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Das ganze Themengebiet Arzneimittelpreise in Deutschland ist sehr komplex. Man muss da die verschiedenen Beteiligten betrachten.
Wie entstehen die Preise in Deutschland und welche Bedeutung hat dies.
Ich finde es hier sehr gut erklärt.

Für viele andere Staaten ist der deutsche Arzneimittelpreis auch Referenzpreis für die Preisverhandlungen in anderen europäischen Ländern. Deswegen bleibt der ursprüngliche Hersteller im Preis oft hoch, auch wenn sich das i Deutschland nicht lohnt. Das Mittel der Wahl sind hier die sogenannten „Rabattverträge“ der Krankenkasse, die man sicherlich, ob es immer pharmazeutisch sinnvoll ist, diskutieren kann. Man befindet sich in der Gesundheit immer in einem Spannungsfeld zwischen Kostendruck und Patient.
Wie kommt der Preis in der Apotheke zu Stande?

Problem in der Apotheke:
Seit Jahren steigende Kosten, ob Personal, Unterhaltungskosten, etc.
Jede andere Branche im Einzelhandel kompensiert das durch Reduzierung ihres Angebots, Einsparungen bei Personalkosten (Arbeitsbelastung steigt für alle) oder Umlage der Teuerung auf den Endverbraucher.
Die Apotheke kann rechtlich (wir sind gesetzlich verpflichtet zur Versorgung) und möchte ihr Angebot (wir können viel anbieten und erweitern es zur Zeit auch mit pharmazeutischen Dienstleistungen) nicht reduzieren.
Die Apotheke kann die Preise nicht unendlich erhöhen, das ist rechtlich gedeckelt die Aufschläge.
Die Abschläge werden höher und alle anderen Kosten.
Apotheke muss irgendwann schließen oder findet keinen Nachfolger.
Problem es ist nicht der Bäcker von neben an. Es geht um eine Dienstleistung am kranken Menschen.
Wir geben ja auch oft Auskunft in Gesundheitsfragen. Wenn ich nachts im Notdienst gefragt werde, mein Kind hat hoch Fieber, was kann ich tun. Bin ich derjenige, der aufklärt, wie lange man es selbst versuchen kann und wann ein Arztbesuch dringend angeraten ist. Wenn jeder mit so Fragen zur Notaufnahme kommt, dann sind Ärzte noch mehr belastet im System. Wir ersetzen keine Arzt und eine ärztliche Therapie, aber wir ergänzen gut und unterstützen.

Ich habe leider nicht mehr die Originalquelle. Das habe ich mir bei Apotheke adhoc einem Nachrichtenportal von einen User rausgezogen.

Einfache Lösung zu den Preisen, warum nicht die Mehrwertsteuer für Arzneimittel auch auf 8-7% reduzieren wie von der gesetzlichen Krankenkasse und Apotheken gefordert? Würde den Patienten auch entlasten.

Es geht darum zumindest kämpfe ich dafür:

Eine faire Bezahlung für erbrachte Dienstleistungen! Keine Nullretax von den Krankenkassen.

Einfaches Beispiel:
Auf dem Rezept fehlt eine Dosierungsangabe. Arzt hat es vergessen und in der Apotheke wurde es übersehen. Patient wurde mit dem Arzneimittel versorgt. Dann sagt die Krankenkasse: Da fehlt was. So stimmt das nicht. Dann bezahlen wir euch nichts.

Beispiel ein Zimmerei macht ein Dach. Der Maler hat bei der Hauswandgestaltung etwas gespritzt. Der Hausbesitzer da ist ein Fehler. Dann bezahle ich euch nur die Hälfte oder nichts fürs Dach. Das Dach bleibt.

Auch für das Management der Lieferengpässe. Dafür braucht es aber auch eine bessere rechtliche Grundlage. Vergütung soll sein 0,5€ aber erst nach ausführlichem Nachweis des Lieferengpasses.
Man bekommt dafür nicht Mal ne Kugel Eis!

Ihr findet das alles im Protestflyer der ABDA. Dies soll einfach noch Mal ein paar Sachverhalte verdeutlichen.

Es gibt viele Apotheker, die sich auch mit dem Thema Digital Health beschäftigen und es auch gerne umsetzen würden. Dafür braucht es aber auch finanzielle Freiräume.

Ich finde das Gesundheitssystem braucht grundsätzlich Reformen für alle Bereiche. Man kann die Menschen, die darin arbeiten nicht unendlich belasten. Sowas geht immer zu Lasten des Patienten.
Die Frage ist doch, wie kann es uns gelingen, eine gute, effiziente, bezahlbare Patientenversorgung langfristig zu ermöglichen. Wir haben ein paar gute Ideen und möchten, dass die Politik uns zuhört.

Naja, das erste was fehlt ist die Einsicht dass im Gesundheitswesen die Wiederkehr des Kunden unerwünscht sein sollte.

Wenn sich diese Einsicht durchsetzt verschwindet ein Teil der Kosten von ganz allein.

Leider wird durch die Privatwirtschaft auch hier daran gearbeitet, dass der Kunde möglichst mehrfach kommen soll.

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Wir wollen definitiv einen guten Service bieten umd verstehen uns als Dienstleister, wie auch ärztliche Praxen und Krankenhäuser es eigentlich auch sollten, dadür gibt es die freie Leistungserbringerwahl bei der man sich aussuchen kann wo man sich behandeln und versorgen lässt. Bei einer guten Erfahrung kommen die Menschen dann zurück, wenn wieder Bedarf besteht. Anstrengungen diesen künstlich zu erzeugen kann ich nicht erkennen.
Es kommen gut Menschen täglich, die nichts kaufen oder einlösen, aber mit ihren Fragen gut bei uns aufgehoben sind.

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Achso?

Deswegen müssen alle chronisch Kranken einmal im Quartal zum Arzt und jeden Monat in die Apotheke?

Mein Rezept gilt ein Jahr.

Ein Jahr kann ich es digital verlängern, dann muss ich zur Distriktsschwester, dann digital, dann erst zum Arzt.

Heißt sofern sich mein Zustand nicht ändert sehe ich einen Arzt nur alle 4 Jahre.

In die Apotheke muss ich auch nur 1x pro Quartal um meine Pillen zu bekommen.

Meine Frau hatte vor einiger Zeit einen komplizierten Bruch der Operiert werden musste.

Den Orthopäden hat sie genau 2x getroffen: einmal 5 Minuten vor der OP und einmal zur Entscheidung ob sie entlassungsfähig ist.

In Deutschland hätte man erstmal einen Untersuchungstermin, OP - Besprechung, OP, Entlassung, Nachuntersuchung mit evtl. nochmal folgender Rehauntersuchung.

Reha hier wurde mit Entlassung gebucht, genauso wie der medizinische Dienst der für die Trombosenspritzen eine Woche lang kommen musste.

Hinzu kommen dann immermal wieder Berichte über Hüft-OP’s in Deutschland die wegen fehlender REHA wiederholt werden müssen.

Ja ist jetzt nicht speziell Apotheke, aber ein grundlegendes Problem in Deutschland.

Das hilft aber nicht bei Systemfehlern.
Zumal die freie Wahl teilweise durch die Krankenkassen eingeschränkt wird.

Und wenn man wirklich auf die freie Wahl setzen würde, bräuchte man nicht zuallererst einen Hausarzt aufsuchen um einen Knochenbruch beim Orthopäden behandeln zu lassen und man würde sich von Apotheken Seite auch nicht so vehement gegen Konkurrenz wehren.
Zumal mit dem im Endeffekt einzigen Hinweis auf die Beratung die man ja sonst so durchführt.