Anfang des Monats wurde in einem Artikel von BILD die Expertise eines Tauchexperten dargelegt. Seine Erläuterungen machen recht anschaulich, dass die Andromeda als Tatmittel sehr unwahrscheinlich ist. Auf welcher Basis bist du dir definitiv sicher?
„Andromeda“ – zu klein, zu wackelig! Thomas und seine Crew führen aktuell Tauchgänge im Arendsee (Sachsen-Anhalt) durch, um ein 800 Jahre altes Wrack zu untersuchen. „Für die Tauchgänge in 34 Meter Tiefe ist ein Ponton mit vier Ankerketten befestigt, um die Position zum Wrack exakt zu halten – und das bei geringstem Wellenschlag! Dafür sind mehrere Hundert Meter Ankerkette- und Leinen nötig.“ ABER: Die „Andromeda“ hatte an Bord lediglich einen 25-Kilo-Anker mit knapp 100 Meter Kette und Leine an Bord. Und das für eine Tauchtiefe von 90 Meter in rauer See!
Thomas: „25 Kilo Ankermasse sollen 17 Tonnen Boot und Ausrüstung stabil halten? Unmöglich!“
► Tauchgerät – viel zu schwer! „4 Explosionen brauchen mindestens 8 Tauchgänge zum Erkunden und zum Ausbringen der Sprengsätze“, rechnet Thomas vor. Platzsparende „Rebreather“-Technik (Atemluft wird gereinigt) komme für die Tauchtiefen mit schwerem Körpereinsatz nicht infrage, daher summiere sich die Zahl der benötigten Tauchflaschen auf 26, dazu zwei 200-Liter-Helium-Flaschen (500 Kilogramm), ein Kompressor, der Sprengstoff, Unterwasser-Scooter zum Rangieren der Sprengsätze am Meeresboden. Thomas: „Das ergibt mindestens vier Tonnen Gepäck.“ Für die „Andromeda“ (ohne Kran) nicht zu schaffen.
► Die Sprengsätze – viel zu groß für die „Andromeda“! Seismische Aufzeichnungen der Nord-Stream-Explosionen weisen nach: Drei der Sprengsätze hatten eine Sprengkraft von mindestens 400 Kilogramm TNT. Thomas: „Solche Bombensätze kriegen sie nicht ohne Kran und Gegengewichte ins Wasser, sonst kentert das Boot.“
► Taucher zu unbeweglich! Taucheranzug und -flaschen für 90 Meter Wassertiefe wiegen um die 110 Kilogramm, so Thomas. Der Taucher hat kaum Bewegungsspielraum, muss sein Tauchgerät stetig regulieren. Um die riesigen Sprengsätze zu bugsieren, bleibt kaum Platz und Zeit.
► Wind und Wetter – keine Chance! Thomas und seine Crew haben den Wellengang (bis zu drei Meter hohe Wellen) und die Windstärken (bis 40 km/h) für die Tatzeit (Mitte September 2022) untersucht.
Ergebnis: Es blieben allenfalls 6 mögliche Einsatztage, in denen die Täter ihre Bombenlast hätten ablegen können. Dazu kommt: Die Explosionsorte (nordöstlich und südöstlich von Bornholm) liegen bis zu 76 Kilometer auseinander. Wie die Crew das bewerkstelligt haben solle, sei ihm „schleierhaft“, so Thomas.