Ich bin absolut dafür Gebärende lieber im Kliniken zu schicken, die viel Erfahrung, Ausstattung und v.a. Wissen haben und diese möglicherweise auch zu zentrieren. Da es katastrophale Aufenthalte gibt, die von Gewalt während der Geburt bis Nötigung zu bestimmter (edit Mod.) Nahrung zu verwenden, wenn das Stillen nicht sofort klappt.
…aber es gibt dabei 2 Probleme: 1. Wie sollen diese erreicht werden, wenn man bspw. kein Auto hat (wie die meisten)? In größeren Stadten in der U-Bahn zu sitzen stelle ich mir doch recht unangenehm vor und auf dem Land oder kleinen Städten, wo man nur mit dem Auto die nächstgelegende Stadt erreichen kann, ist dies fast unmöglich. 2. Gerade als Erstgebährende ist es eben nicht so klar und einschätzbar wie lange man noch Zeit hat. Das verunsichert natürlich, wenn man evt. noch 30-60 min in einer Sitzposition und starken Schmerzen verharren muss oder könnte bei Komplikationen tatsächlich zu lange dauern. Außerdem passiert es auch, dass man nochmal weggeschickt wird, wenn man der Ansicht der Klinik nach “zu früh” da ist. Dies könnte alles natürlich gelöst werden mit Kliniken mit ausreichender Kapazität und einem Transportwagen bspw., in dem man sicher oder mit entsprechender Begleitung zu der jeweiligen Klinik kommt. Dies würde aber mit ziemlicher Sicherheit nicht finanziert werden, ..l. Ein Krankenwagen wird nur für den Transport selbst natürlich nicht gerufen, nur im Notfall, wobei dann aber zur nächstgelegenen Klinik gefahren wird. Habe selbst keine Lösung, aber sehe dieses Problem in vielen Fällen gerade in Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg, bei denen Städte und Dörfer weit verteilt sind und jetzt schon zu weit zur nächstgelegenen Klinik gefahren werden muss.
Das sollte man aber tun. Auch wenn das Problem mit der nächsten Klinik natürlich bleibt.
In meinen Bekanntenkreis, wo viele Paare nur ein Auto haben, wurde dann herumgefragt, wer bereit wäre, als Fahrer einzuspringen, wenn der Termin da ist.
Ein Transporter eines Krankenhauses würde auch nicht anderen Krankenhäusern Konkurrenz machen, also nur die abholen, die keine nähere Klinik haben.
Der Rettungsdienst ist die sicherste und schnellste Möglichkeit, ins Krankenhaus zu gelangen, wenn die Wehen einsetzen. Rufen Sie den Notruf 112 an und schildern Sie Ihre Situation. Geburt Ohne Auto: Ins Krankenhaus Kommen | Hebamme FZ
Also wer eine spontan einsetzende Geburt nicht als ausreichenden Grund für den Ruf eines Krankenwagens sieht, der sollte sich vielleicht mal anschauen, was da genau passiert.
Die Krankenkasse übernimmt das sogar entweder ganz oder mit einem Eigenanteil von 5-10€, Stichwort „Krankenfahrt“. Das geht auch spontan, aber am besten sucht man sich vorher schonmal ein Taxiunternehmen raus.
Das kommt dann drauf an, wie spontan und unerwartet das passiert.
Bei einer Frühgeburt wäre ein Rettungswagen auf jeden Fall in Ordnung, oder auch wenn man grad irgendwo auf weiter Flur steht( E: oder wenn natürlich starke Schmerzen, Blutungen etc. auftreten, also irgendwas, worauf man nicht vorbereitet war!).
Bei einer normalen Geburt ist das Brechen der Fruchtblase jetzt kein Notfall und es bleibt auf jeden Fall noch genügend Zeit für eine normale Fahrt.
Im Zweifel wird einen der Rettungsdienst mit einer Geburt niemals ablehnen, aber am besten macht man sich eben schon vorher Gedanken, wie man den Transport am besten gestaltet.
Eine späte Antwort, aber immerhin eine: bei den meisten Personen bricht die Fruchtblase nicht oder platzt wie man es in den Filmen so sieht, sodass man weiß, dass es losgeht. Wenn dies passiert, ist es oft auch nur ein Tröpfeln, sodasss es genauso auch als Blasenentleerung durch zu viel Druck auf die Blase gewertet wird. Es ist also ganz und gar nicht klar wie lange man noch Zeit hat. Es gibt keinen klaren Startpunkt und es absolut nicht klar wie lange man noch Zeit hat. Ich habe schon Sturzgeburten gesehen, bei denen man überhaupt keine Zeit hatte bis zu Wehen, die so stark anfingen, dass man dachte es geht gleich los und dann doch 48 h Stunden dauerte. Eine Möglichkeit wäre den Muttermund zu prüfen, das aber auf keinen Fall eigenständig durchgeführt werden sollte wg. Infektionsgefahr. Wie gesagt, gerade als Erstgebährende ist es sehr schwer einzuschätzen wo man sich gerade im Geburtsprozess befindet und ist auch nicht von mediz. Personal eindeutig erkennbar oder vorhersagbar. Zu behaupten, dass es von “Fruchtblase platzen” bis zur Geburt im Allgemeinen noch genügend Zeit bleibt, ist fernab von Realität und gehört ins Fernsehen
In vielen Gegenden gibt es gar keine Taxen mehr. In der Stadt oder in der Nähe von großen Städten mag das vielleicht noch möglich sein, aber wie gesagt in Gegenden mit großen Landflächen und dementsprechend sehr verteilten Städten und Dörfern wie in Mecklenburg-Vorpommern oder Brandenburg sieht es eben anders aus.
Wenn Sie sich an dem Begriff des Blasensprungs stören können wir stattdessen auch das Einsetzen der Eröffnungswehen als „Startpunkt“ nehmen. Die Sturzgeburt ist grade bei Erstgebährenden nicht die Regel, weswegen vom Einsetzen der Wehen bis zur Geburt mindestens einige Stunden, wenn nicht länger, vergehen.
Jetzt kann es natürlich immer anders kommen, Wehen können verkannt werden, man kann sich unsicher sein usw., da gehe ich absolut mit und im Zweifel ist der Rettungsdienst immer eine Möglichkeit.
Ich finde, man sollte aber auch nicht die Augen davor verschließen, dass Rettungswagen eine absolut begrenzte Ressource sind und wenn der Normalfall einer Geburt diesen nicht benötigt das Mittel dann eben auch nicht in Anspruch genommen werden sollte.
Den Transport zu Organisieren und sich im Vorhinein zu informieren ist eine tolle Aufgabe für den Partner, soweit vorhanden, damit muss sich nicht die Gebährende auseinandersetzen.
Als Hebamme sehe ich die starke Zentralisierung von Kreißsälen sehr kritisch. Sie verlängert nicht nur die ohnehin schon belastenden Fahrwege für Gebärende, sondern verschärft auch den Personalmangel, weil Hebammen als kleine Berufsgruppe immer weitere und gefährlichere Wege zur Arbeit zurücklegen müssen.Diese zusätzlichen Wege und Schichten machen ein Familienleben oft nur noch in Teilzeit möglich und treiben Kolleg:innen aus der klinischen Geburtshilfe heraus oder führen zu deutlich geringeren Renten.
Am Ende stehen dann weniger wohnortnahe Angebote zur Verfügung – genau das Gegenteil von dem, was für sichere, gewaltarme und selbstbestimmte Geburten nötig wäre.
Für eine sichere Geburt ist eine kontinuierliche, eins-zu-eins naheliegende Betreuung durch eine Hebamme entscheidender als die Größe der Klinik.
Im Podcast würde lediglich festgestellt,dass es nur für 3 Prozent der Frauen zu einer Erhöhung des Anfahrtsweges führen würde, die Lage der Hebammen an dieser Stelle würde gar nicht bedacht.
An anderer Stelle hier im Forum beim Thema Hausgeburt wurde an einigen Stellen der Fokus für den Einzelfall ins Spiel gebracht. Hier ist es aber unerheblich dass 3 Frauen mehr einen erhöhten Anfahrtsweg in Kauf nehmen müssen und an der Stelle dann nicht auf Wunsch. Das Risiko für ein Neugeborenes, was unterwegs geboren wird ist allerdings im Einzelfall nicht unerheblich.