"Alte" Smartphones und die Corona-App

Lieber Ulf, lieber Philip,

eure Einschätzung zur Corona Warn-App kann ich leider nicht vollumfänglich teilen. Meiner Ansicht nach stellt es schon ein nicht unerhebliches Problem dar, dass die App nur mit der aktuellsten iOS-Version und neueren Android-Geräten kompatibel ist.
Grundvoraussetzung für die Wirksamkeit der App ist es, dass möglichst viele Menschen sie installieren und nutzen. Sonst wäre sie wirkungslos. Ich habe keine repräsentativen Zahlen darüber, wie verbreitet die „alten“ Geräte in der Gesellschaft noch sind. Aber allein in meinem engsten Freundes- und Familienkreis konnten fünf Leute die App nicht installieren. Meine Großmutter hat sich vor 3 Jahren das erste Mal auf ein Smartphone eingelassen - ein iPhone 5S. Mal abgesehen von den finanziellen Aspekten: Soll sich eine 90-jährige Frau jetzt nochmal auf ein neues Handy einstellen, weil die Regierung keine App entwickeln kann, die auf ihrem Handy funktioniert? Schwer zu vermitteln. Auch bei anderen Menschen die ich kenne ist die Motivation nachvollziehbarerweise gering, sich nur wegen der Corona-Warn-App ein neues Handy zuzulegen, obwohl sie mit ihrem alten bisher sehr zufrieden sind. Hinzu kommt noch der ökologische Aspekt und die Menge an Seltenen Erden und Energie die für die Produktion neuer Smartphones notwendig ist. Hier wäre es an der Regierung, die Menschen mitzunehmen, und nicht umgekehrt!
Ein weiterer Aspekt ist für mich, dass die Entwickler der App einen nicht unerheblichen Betrag für die Entwicklung der App kassiert haben. Ich bin selbst keine IT-Expertin, aber kann mir nicht vorstellen, dass es nicht möglich gewesen wäre, die App mit etwas mehr Aufwand auch für ältere Handys zugänglich zu machen. Da es - wie eingangs erwähnt - das A und O bei dieser App ist, dass möglichst viele Menschen sie nutzen, wäre es an der Regierung gewesen, dies im Vertrag mit den App-Entwicklern festzuschreiben. So wird eine meiner Meinung nach nicht zu unterschätzende Zahl von Menschen - gerade ältere Menschen mit älteren Geräten, die zur Risikogruppe gehören - schon im Voraus ohne erkennbaren Grund von der Nutzung ausgeschlossen.

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Stichhaltige Zahlen zur Verbreitung moderner iOS- und Android-Versionen finden sich hier:
https://developer.apple.com/support/app-store/

Grundsätzlich sehe ich ähnliche Probleme wie du: Natürlich wäre es toll, wenn jedes Gerät und jeder Nutzer die App benutzen könnte. Praktisch gesehen ist das aber leider nichts, dass Telekom oder SAP hätten beeinflussen können: Die App setzt auf auf der Privacy-Preserving-Contract-Tracing-Schnittstelle von Apple und Google auf, das Vorhandensein dieser ist zwingende Voraussetzung für das Funktionsprinzip der Corona-Warn-App. Die fehlende Abdeckung älterer Geräte könnte hier also maximal Apple und Google angeprangert werden. Und ohne hier zu sehr ins Detail zu gehen: Soweit ich das sehe, haben die so ziemlich alle Geräte unterstützt, die hardware-technisch zu unterstützen waren.

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Danke für die Links und für die technische Aufklärung, das war mir in der Tat so nicht klar :slight_smile:

Die Zahlen hinter den Links zeigen aber finde ich auch, dass es kein ganz kleines Problem ist. Zumindest vor einem Jahr verfügten nur ca. 70% der Android-Geräte über das nötige Betriebssystem.

Hätte noch eine Frage: In anderen Ländern laufen die Apps sehr wohl auch auf älteren Geräten. Läuft das da dann über andere Schnittstellen? Geht das dann auf Kosten des Datenschutzes?

Das ist von App zu App unterschiedlich. Es gibt den grundsätzlichen Unterschied zw. „zentralen“ und „dezentralen“ Lösungen. Vielleicht erinnerst du dich an die Diskussion in Deutschland: „PEPP-PT“ war ein zentrales Konzept, „DP3T“ ein dezentrales. Ausführlichere Infos gab es in einer Lage von vor ein paar Wochen, hier die skizzenhafte Kurzfassung:

Bei einer zentralen Lösung schicken die Apps ihren (mehr oder weniger) genauen Standortverlauf an einen zentralen Server. Dort werden alle Standorte übereinandergelegt, Kontaktzeiten zwischen den Nutzern berechnet und entsprechend Risikobewertungen gemacht. Vorteil: Der Algorithmus kann relativ genau arbeiten und „schlau“ nachjustiert werden. Infektionsketten sollten einfacher nachvollziehbar sein. Nachteil: Die Standortverläufe aller Nutzer liegen auf einem zentralen Server. Datenschutz-Grusel. Nun muss man dazu sagen: Es gibt technische Möglichkeiten, die Datenschutz-Gefahren abzuschwächen (häufig wechselnde Geräteidentitäten z.B.), aber die sind alle nicht so mega toll.
Auf eine zentrale Lösung setzt z.B. Frankreich.

Eine dezentralen Lösung, wie sie in Deutschland eingesetzt wird, erhebt keine Standortdaten. Es wird lediglich das Nahekommen mit einem anderen Gerät registriert: iPhone A trifft Android B anstelle von iPhone A ist im Edeka und Android B auch. Diese Daten gelangen auch nicht auf einen zentralen Server, sondern werden erst einmal nur auf A und B gespeichert. Wird ja auch in der aktuellen Lage beschrieben.
Nachteil: Der Algorithmus kann nicht wirklich nachjustiert werden und ist auch nicht so „schlau“ wie der zentrale. Vorteil: Datenschutz. Linus Neumann sagte sinngemäß: Selbst der CCC hat nichts zu meckern, ich weiß gar nicht wie ich damit umgehen soll.

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Auch bei einer zentralen Lösung braucht man keine Standortdaten! Das ist sehr wichtig zu verstehen. Es sollten lediglich die Listen der „kontaktierten“ IDs gesendet und gespeichert werden. Das Einzige, was als „Standort“ interpretiert werden könnte, wäre die IP-Adresse des Requests, aber wenn man sich im Mobilfunk und nicht im heimischen Netz befindet, kann man daraus nicht auf eine Person schließen. Dann schon eher über die MAC-Adresse. Ob diese Daten gespeichert werden, müsste man dann im Quelltext nachsehen.

In anderen Ländern laufen die Apps sehr wohl auch auf älteren Geräten. Läuft das da dann über andere Schnittstellen?

Es MUSS sich in diesen Fällen um eine andere Schnittstelle oder Prinzip handeln. Das hat nichts mit zentral/dezentral zutun sondern nur mit dem Teil der sich auf dem Gerät abspielt. Beispiel Österreich: Hier gab es zuerst ausschließlich einen manuellen Handshake, quasi ein einfaches Kontakte austauschen auf manuelle Initiative. Das funktioniert natürlich auch problemlos auf älteren Geräten.

Der automatische Bluetooth Handshake lässt sich aber nur in vollem Umfang durch die kurzfristig von Apple & Google veröffentlichen Exposure Notification API abbilden. Außerhalb dieser Schnittstelle erlaubt es Apple nicht im Hintergrund diese Art des Bluetooth Empfangs durchzuführen (siehe dazu auch wieder die österreichische App die einen semi-automatischen Handshake vor der Einführung der API anbot).

Entscheidend ist jetzt hier (für mich) die Frage, ob die Geräte die iOS 13 nicht mehr als Update bekommen, tatsächlich nicht die Hardware Kriterien für diese Art des Bluetooth Einsatzes erfüllen. Wenn dazu jemand eine Quelle hat, wäre ich sehr dankbar!

Zunächst: auch zentrale Ansätze wie z.B. der aus Frankreich nutzen Bluetooth-Beacons. Schlicht, weil GPS in Gebäuden nicht funktioniert, dort aber die meisten fürs Infektionsgeschehen relevanten Kontakte stattfinden. Auch ist die Genauigkeit von GPS mit meist ein paar Metern nur unter optimalen Bedingungen überhaupt ausreichend, um auf ein bis zwei Metern genau Kontakte festzustellen. Bluetooth ist in dem Punkt zwar auch nicht perfekt, jedoch funktioniert es wenigstens in Gebäuden genauso gut wie draußen, was ein gigantischer Vorteil ist. Hinzu kommt, dass es mit deutlich geringerem Energiebedarf auskommt wie der GPS-Empfänger.

Der eigentliche Unterschied zwischen der französischen Lösung und unserer sind zwei Aspekte: der erste macht den Unterschied zentral und dezentral aus, und der zweite erlaubt es Frankreich, auch ältere Geräte zu unterstützen, hat aber seine ganz eigenen Nachteile.

Zunächst Punkt 1: beim zentralen Ansatz werden die empfangenen Bluetooth-Codes anderer Teilnehmer nicht lokal auf dem Handy gespeichert und gegen eine heruntergeladene Liste infizierter Codes verglichen, sondern von vorneherein allesamt auf einen zentralen Server hochgeladen. Der kennt nun einerseits alle Codes die alle Teilnehmer empfangen haben und andererseits alle Codes die alle Teilnehmer gesendet haben (die gibt der zentrale Server nämlich vor). Im Ergebnis kann er diese beiden Listen abgleichen und Kontakte ermitteln, die er dann gezielt benachrichtigt, sofern Codes als infiziert markiert wurden. Es entfällt, dass alle Teilnehmer regelmäßig die Liste aller infizierten Codes runterladen und selbst vergleichen, aber dafür hat man eine allwissende Instanz in der Mitte, die nicht nur die infizierten Kontakte, sondern alle Kontakte aller Teilnehmer ermitteln kann.

Um aber eine App dieser Art umsetzen zu können, ist ein tiefer Eingriff in die Bluetooth-Fähigkeiten der Smartphones nötig, den insbesondere Apple eigentlich nicht gestattet - unter anderem eben genau, weil sich damit Tracking-Apps realisieren lassen (die im Zweifel den Nutzer auch nicht nach seinem Einverständnis fragen würden oder zumindest nicht ehrlich erklären würden, was sie konkret tun). Hinzu kommt, dass dauernder Bluetooth-Betrieb vor allem bei dauerhaftem Empfang sehr auf den Akku schlägt, und Apple hat kein Interesse daran, dass Apps den Akku wegbraten, weswegen sie stark in ihren Möglichkeiten eingeschränkt werden, so lange sie nicht im Vordergrund laufen. In Folge dessen haben alle Apps, die den Bluetooth-Code-Krempel umsetzen wollen, das Problem, dass sie auf iPhones eigentlich nicht funktionieren, da man sie ständig im Vordergrund und bei entsperrtem Telefon benutzen müsste, was natürlich völlig praxisfern ist. Es gibt nun gewisse technische Tricks, wie man teilweise um diese Begrenzung herum kommt - die französische App tut genau das - aber das sind alles keine besonders zuverlässigen Lösungen, sie funktionieren vor allem auf iPhones im Hintergrund nur eher sporadisch, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie beim nächsten Betriebssystem-Update ganz aufhören zu funktionieren, weil sie sich auf diverse eher zufällige Gegebenheiten verlassen, die sich jederzeit ändern können. Hinzu kommt, dass diese Tricks eher wenig zimperlich mit der Akkulaufzeit umgehen.
Wie kommt man nun um diese Begrenzung herum? Man benutzt die von Apple und Google auf beiden Plattformen bereitgestellten Schnittstellen, die deren Bluetooth-Fähigkeiten genau so erweitert haben, dass es damit auf einfache und zuverlässige Weise möglich wird, den dezentralen Tracking-Ansatz zu realisieren! Damit begrenzt man sich in zweierlei Hinsicht: einmal auf den dezentralen Ansatz, weil diese Schnittstellen nur speziell für diesen funktionieren und wichtige Informationen für eine Umsetzung des zentralen Ansatzes gar nicht herausgeben. Und zum anderen in der Frage, welche Betriebssystem-Versionen man als App-Entwickler unterstützen kann, nämlich nur die, bei denen diese neuen Schnittstellen überhaupt vorhanden sind. Dafür gewinnt man einen zuverlässig funktionierenden „Unterbau“ der den ganzen Bluetooth-Krempel sauber und zuverlässig durchführt, ohne dass der App-Entwickler das selbst implementieren müsste, und vor allem funktioniert das alles zuverlässig auch dann, wenn die App im Hintergrund ist, weil das Betriebssystem auf dem Telefon die Regeln festlegt und immer läuft, ergo auch immer handlungsfähig ist, egal welche App gerade offen ist. Und die Akku-Belastung ist auch kein Problem, denn Apple und Google kennen ihre Geräte sehr gut, sie müssen keine Tricksereien anwenden, und haben die Funktionalität daher so implementiert, dass sie ohne nennenswerte Belastung im Hintergrund funktioniert. Aber eben nur auf einem begrenzten Spektrum an Betriebssystem-Versionen und somit Geräten - das muss der App-Entwickler dann hinnehmen, so lange er die beiden Großkonzerne nicht überzeugen kann, noch ältere Systeme wieder auszugraben und ebenfalls zu erweitern und ein Update auszurollen.

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Hallo Lage,
Ich arbeite in ärztlicher Funktion in einem Labor welches Corona Testungen durchführt. Ich muss zu diesem Punkt einfach einmal zwei Dinge sagen:

  1. sind alle Labore heutzutage über order entry Systeme digital komplett vernetzt, ein modernes medizinisches Labor kann ohne nicht arbeiten. Das läuft nicht immer perfekt- man ist auf proprietäre Software angewiesen, diese Anbieter verdienen sich daran eine goldene Nase etc aber grundlegend funktioniert das.
  2. habe ich diese Woche Mittwoch versucht eine Möglichkeit zu bekommen die erwähnten QR codes zu generieren. Ich habe mit SAP, der Telekom, den RKI und mindestens drei Pressestellen des Bundes telefoniert. Es ist aktuell nicht möglich, einen QR Code Generator zu bekommen, welchen man in die Software einbinden könnte. Leider wurde hier in der Eile das oder von hinten aufgezäumt. Nach RS mit allen Beteiligten ist es aktuell nicht möglich eine Schnittstelle zu bekommen. Man arbeitet daran, aber das dauert wohl. Mit den Hotline Mitarbeitern Der allgemeinen Corona Hotline habe ich gesprochen. Für medizinisch geschulte Personen ist es absolut möglich die Plausibilitätsprüfung zu umgehen. Leider.
    Das Problem ist liegt hier leider wirklich nicht auf Seiten der Labore die willens und in der Lage sind die Codes zu implementieren. Vielmehr werden die specs schlicht nicht mitgeteilt.

Huch, dann hatte ich das wohl falsch im Kopf. Das ist mir ein wenig peinlich :sweat_smile: Gut, dass ihr das sofort korrigiert habt.

Eine kleine Suche auf eBay Kleinanzeigen für meine Postleitzahl ergab, dass man für 100 Euro auf jeden Fall ein iPhone bekommt, das die Corona App ausführen kann … wenn man das iPhone zurücksetzt und iOS neu installiert muss man sich auch über Manipulationen keine Sorgen machen.

Wie das in anderen Regionen Deutschlands aussieht kann ich leider nicht sagen.

Und wir wollen hier auch keine Handys handeln, also bitte nutze die bekannten Plattformen, wenn du ein Handy kaufen möchtest.

Ich sehe das Problem der meisten Großeltern mit ihren 4er und 5er iPhones genau hier: Großeltern bekommen die abgelegten Smartphones der Kinder oder Enkel. Und zum Übergabezeitpunkt ist schon klar, dass das Smartphone demnächst aus den Softwareupdates rausfällt. Ich denke, Großeltern, die häufig die tollsten Geschenke gemacht haben, haben es verdient, ein aktuelles Smartphone geschenkt zu bekommen. Dann haben sie die Sicherheit, dass 5 Jahre lang immer alles aktuell sein kann.

„dass man für 100 Euro auf jeden Fall ein iPhone bekommt,“ Das impliziert leider, dass man 100€ zuviel hat, um sich mal eben ein neues (gebrauchtes) Phone zuzulegen.

„wenn man das iPhone zurücksetzt und iOS neu installiert“ Das impliziert leider a) technisches Verständnis, b) Interesse den Reinstall zu machen, und c) die Zeit den Reinstall zu machen.

Insbesondere das zweite Argument schließt weite Teile der Bevölkerung aus. Unter der Voraussetzung, dass die Nutzung der App zu niedrigschwellig wie irgend möglich sein muss, um eine gute Flächenwirkung zu erzielen, sehe ich obige zwei Argumente als echte Roadblocks.

Sorry, disagree.

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Ehrlich gesagt finde ich, dass hier der Staat am Zuge wäre: jede Person, die ein entsprechendes Handy braucht und möchte, bekommt eins, kostenlos, mit Corona-App vorinstalliert. Punkt. Das muss jetzt kein neues iPhone sein, aber ein Budget-Android-Gerät würde es tun.

Aber bei sowas heißt es dann wieder „aber wer soll denn das bezahlen?!?“, während bei widersinnigen Autokaufzuschüssen etc. diese Frage niemanden interessiert.

Das erfordert bei einem iPhone kein tiefergehendes technisches Verständnis und auch keinen PC. Ein Tipp auf den Rücksetzbutton in den Einstellungen genügt, dann noch eine Bestätigung, das Ding startet neu und empfängt einen in dem Screen, den man auch kriegt, wenn man ein Telefon neu im Shop gekauft und gerade ausgepackt hat.

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Das Angebot auf eBay Kleinanzeigen müsste ausreichen, um alle zukünftigen Nutzer_innen der App mit entsprechenden iPhones zu versorgen. Dann müsste bei einer steigenden Nachfrage auch noch der Preis gleich bleiben. Die angebotenen Geräte müssten dann auch noch alle mangelfrei sein. Die finanzielle Mehrbelastung von Familien mit Kindern kommt als Problem hinzu.

zu a) ein Reinstall mag sehr einfach möglich sein nur ist nach meiner Erfahrung bei vielen Menschen nicht einmal das Verständnis vorhanden, dass nach einem Gebrauchtkauf eines Smartphones ein Rücksetzung angebracht sein könnte.

zu c) Ein Reinstall ist zudem immer mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden wenn man alle Apps wieder intallieren und sich anmelden muss etc. das alleine hällt schon viele von der Anschaffung eines neuen Geräts ab.

Ich kann da @marcblum nur zustimmen ich arbeite als Sozialarbeiter und für viele Menschen sind 100 Euro eine echte Stange Geld die man nicht für ein Smartphone ausgibt solange das alte nicht irgendwie noch funktioniert.
In Kombination mit den „Anreizen“ wie ihr es euphemistisch nennt, (also das man in Geschäfte, Cafes, Clubs etc. nicht mehr rein kommt ohne die App) kann dies sehr wohl zu einer Diskriminierung von armen Menschen führen. All jene die nicht mindestens 100 Euro für ein Gerät haben könnten dann potentiell nicht mehr am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilnehmen, falls sich eine „App-Pflicht“ in weiträumig durchsetzt. Auch Benachteiligung von Alten wäre bei dem Szenario möglich.
Hier sollte man finde ich doch über ein Diskrominierungsverbot nachdenken.

Komplett offen ist glaube ich auch die Frage wie es mit Mitarbeitern aussieht wenn der Chef die Installation der App „empfiehlt“.
zu guter Letzt:
Frage nochmal an alle, weil das mir hier immer noch nicht ganz klar geworden ist. Liegt das ganze jetzt an Apple und Google weil diese ihre neuen Updates nicht auch alte Geräte spielen oder wirklich an der Hardware in alten Geräten? (letzteres müsste man dann wohl einfach hinnehmen oder?)

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Die Frage wurde oben weiter schon beantwortet: Es liegt tatsächlich daran, dass die Leistung von sehr alten Geräten (mehr als 5 Jahre) einfach nicht ausreicht, insbesondere beim Akku und Bluetooth Low Energie. Google und Apple haben die Hardware in diesem Punkt schon ziemlich ausgereizt.

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An der Stelle in der es um die Digitalisierung der Labore ging habe ich mich auch sehr gewundert. Ich frage mich wirklich wo die Behauptung herkommt die patientenversorgenden Labore in Deutschland seien nicht digitalisiert genug. Für mich klingt das als ob sich hier das Narrativ des analogen Gesundheitssystems in Deutschland verselbstständig hat.

Wie schon von rhoecker geschrieben sind volldigitale Prozesse absoluter Standard in Laboren. Ich habe als Angestellter eines regionalversorgenden Krankenhauses schon vor neun Jahren digital Proben angemeldet und Befunde abgerufen und die Klinik ist nun wahrlich kein Digitalvorreiter.

Das Problem ist, das diese neue Schnittstelle neben den bereits bestehenden Integriert werden muss. Ob und wie hilfreich SAP und T-Systems da mit den Laboren und den Herstellern der Laborinformationssysteme zusammenarbeiten um das schnell zu gewährleisten kann ich nicht beurteilen.

Auch habe ich es nicht so verstanden das der QR-Code als Brief versendet werden soll, sondern vielmehr bei der Probenentnahme direkt ausgehändigt werden und idealerweise auch gleich vom Patienten gescannt werden soll. Allein schon um Verwechslungen und daraus resultierenden Verwirrungen vorzubeugen (Mann scannt versehentlich den QR-Code seiner Frau). Auch wäre das Ergebnis sonst wohl vor dem Brief da.

Ein relativ weit verbreiteter Anbieter für Order Entry und Befundübermittlung hat übrigens Ende April schon eine ähnliche Lösung in seine Software integriert.