Zur Darstellung in der LdN 295: die fand ich weitgehend gelungen. Eine Sache hab ich aber nicht nachvollziehen können. Es wurde richtigerweise angemerkt, dass wir mit AKWs Grundlast ersetzen können - so wie mit Kohle im Wesentlichen auch. Letzteres wollen wir ja auch definitiv tun. Damit reduziert sich das Problem also wieder mal auf Kohle vs. AKW. AKW Strom wäre sehr teuer (Sicherheitsprüfung etc) - wohl auch deutlich teurer als Kohle. Da sagt die Lage, das Geld sollte man lieber in Windkraft investieren. Und ob das Argument so trägt - da bin ich mir nicht so sicher. Denn der Windkraftausbau hängt ja derzeit nicht primär am Geld, sondern eher an den Genehmigungsverfahren. Oder täusche ich mich? Sprich - den Atomstrom, den wir ggf. 2023/2024/2025 einspeisen würden, könnten wir nur bedingt durch zusätzliche Windkraft ersetzen. Langfristiger wiederum gehe ich bei dem Argument schon mit, denn für das Geld des AKW Reloaded Programms könnte man ja auch ein Windkraft Booster Programm finanzieren, das dann vielleicht 2030 in einem höheren Windkraftausbau resultiert. Vielleicht müsste man aber auch beides machen. Einschätzungen dazu?

Da wäre ich mir mit Blick auf den kommenden Winter nicht unbedingt sicher. Klar mag die Menge des eingesparten CO2 vergleichsweise klein sein. Aber zum einen geht es bei vielen Dingen der Grünen auch darum, dass auch durch viele kleine Dinge CO2 eingespart werden soll (was oft auch wirklich einfach machbar ist), aber das ja nun auch für Gasanwendungen aufgrund der weiteren Reduktion der russischen Importe gelten soll. Ich sage dazu mal das Stichwort Duschen :wink: . Klar ist auch dass sinnvoll, nur in der Politik geht es nicht immer darum. Wenn es im Winter wirklich hart auf hart kommt, dann kann diese Debatte doch an schärfe gewinnen. Ich könnte mir vorstellen, dass die Grünen sogar gewinnen könnten hier über den eigenen Schatten zu springen und den Ernst der Lage aufzuzeigen, dass sie sogar ein Kraftwerk sechs Monate länger laufen lassen.

Kritischer sehe ich an dem Punkt eher, dass es ein Einfallstor sein könnte, um die Debatte noch weiter in die Länge zu ziehen. Was ich aber viel schlimmer finde, ist dass es auch mit der aktuellen Regierung an anderer Stelle nicht klappt so viel Gas wie möglich aus dem Stromsystem zu drängen.

Das trifft es glaube ich ganz gut. Ist ja nicht so, dass es in Deutschland keine Planungen für EE gibt. Aus meiner Sicht hätte man alles dafür tun müssen jedes Projekt, was ans Netze gehen könnte durchzuwinken. So in etwa wie Pop-up-Radwege in der ersten Coronaphase. Klar wird es Leute geben, die dann meckern und es nicht alles durchgeprüft worden, aber in der aktuellen Lage fände ich es angemessen. Trotz allem, was nun durch die Regierung dieses Jahr noch kommen soll werden wir die Zubauziele dieses Jahr erneut verfehlen (ZEIT ONLINE | Lesen Sie zeit.de mit Werbung oder im PUR-Abo. Sie haben die Wahl.). Wenn wir da aber zumindest in die Nähe der Zuwachsraten vergangener Jahre gekommen wären, dann wäre das Problem mit der reinen Stromproduktion aus Gas schon mal reduziert.

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Ich sehe einfach nicht den Sinn in einer Verlängerung der Laufzeiten. Die Kosten sind viel zu hoch für den minimalen Nutzen. Außerdem ist damit die Büchse der Pandora geöffnet. Es muss doch nur bei der nächsten Wahl für Schwarz-Gelb reichen (das Schlimmste was passieren kann) und schon werden wieder sinnfrei AKW‘s gebaut.

Wir haben leider durch Merkel das Problem eine unfassbare Abhängigkeit von Putin zu haben. Sie sieht diese Fehler auch nicht ein was peinlich ist. Nun müssen andere die Fehler von Merkel und der Union ausbaden. Aber AKW‘s sind sicher nicht die Lösung. Dann lieber per Gesetz den Zwang für erneuerbare Energien erhöhen. Anders kriegt man Verweigerer wie Bayern nicht.

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Hihi, schön wär‘s :wink: War das ein Freudscher Wunschdenkversprecher? :slight_smile:

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Find ich auch. Damit ist das Thema eigentlich kein „Themenvorschlag“ mehr, oder?

Vermutlich ja. Wahrscheinlich wäre es am besten in Industrieanlagen, die Dampf ohne Gas erzeugen können, investiert.

Das ist tatsächlich möglich. Aber neue Brennstäbe wären ein furchtbar schlechtes Signal, da bin ich bei @Tris .

Das kann trotzdem passieren (und sie würden damit vermutlich tierisch auf die Nase fallen, weil ewige Bauzeit, Kostenexplosionen, lokale Proteste…). Aber die existierenden Kraftwerke werden, wenn sie keine neuen Brennstäbe bekommen, definitiv in dieser Legislaturperiode auslaufen. Und dass man die dann mit den aktuellen Erfahrungen aus Frankreich und mit der Energieabhängigkeit nochmal hochfährt, während die Alternative Braunkohle ist, die wir immerhin hier haben, halte ich für extrem unrealistisch.

Da war wohl der Wunsch stärker als der Verstand bei mir :sweat_smile:

Gegen eine längere Laufzeit von Atomkraftwerken spricht aus meiner Sicht vor allem, dass (auch) der Uran-Markt von Russland dominiert wird. Was ist denn das für ein Risiko-Management, wenn man versucht vom russischen Gas wegzukommen und sich stattdessen russischem Uran abhängig macht?
Zum Uran aus Russland vgl.:

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Russlands lässt sich umgehen. Das meiste Uran kam 2020 aus Kasachstan, gefolgt von Australien, Namibia und Kanada. Russland war erst der siebtgrößte Lieferant, die Ukraine folgte auf Platz 10 und selbst in Deutschland liegen noch ein paar 1000t Uran, die man abbauen könnte.

Aber so wie ich es verstehe müssen die Brennstäbe spezifisch auf das AKW angepasst werden. Und diese Unternehmen sind sehr breit in russischer Hand oder Russland hat Anteile.

Außerdem müsste wahrscheinlich der Staat für das Risiko haften. Die Kosten sind doch in keinem Verhältnis nur weil Lobbyisten und Populisten wie Söder jetzt von ihrem Versagen beim Ausbau der erneuerbaren Energien vollständig versagt haben. Übrigens sagte Söder noch 2021 es gäbe keine Perspektive für AKW‘s.

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Die Unmöglichkeit nennt sich Pufferspeicher. Ein Beispiel dafür:

https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/n-ergie-baut-70-meter-hohen-warmespeicher-1.2904543?isAmp=true

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@Tris

Oben wurde doch bereits auf das TÜV Gutachten hingewiesen, dass der Süddeutschen Zeitung vorliegen soll, wonach genug Brennstoff verfügbar sei um mindestens ISAR 2 und vermutlich auch Grundremmingen weiter betreiben zu können. Außerdem sieht der TÜV auch mit Blick auf Anlagensicherheit keine Probleme. Und auch der Betreiber halt einen Weiterbetrieb mittlerweile für mögliche.

Warum verbreitest du dann jetzt noch diese anscheinend widerlegten Positionen?

unangemessene Polemik

Danke. Beitrag wurde angepasst.

Glaube das liegt daran, dass sich hier die Diskussion „AKWs weiter laufen lassen bis die Brennstäbe alle sind“ und „AKWs auch danach weiterbetreiben“ vermischt haben

Ist das wirklich schon Polemik? Ich kann leider den original Beitrag nicht lesen, aber so schlimm ist der Vorwurf der Scheindebatte doch auch nicht, auch wenn ich inhaltlich nicht bei @staniol bin.

Ich bezog mich auf die weitere Nutzung nach dem due aktuelle Stäbe aufgebraucht sind. Und das dauert erheblich länger und ehr schwer an Russland vorbei zu schleusen. Du kannst also gerne deinen Ton zügeln. Im Artikel selbst wird von anderer Stelle auch das Weiterlaufen ohne richtige Sicherheitsprüfung angezweifelt. Auch das blendest du völlig aus. Widerlegt ist hier gar nichts.

Eine „Scheindebatte“ wird mit „Scheinargumenten“ über „Scheinprobleme“ usw geführt. Damit diskreditiert @staniol die DiskutantInnen in diesem Thread, die eine andere Meinung vertreten und beansprucht in einem hochkomplexen Thema die Deutungshoheit. Bei belanglosen Themen kann das mal hingenommen werden; hier aber geht es um ein gesellschaftlich relevantes Thema, das auf Augenhöhe sachlich diskutiert werden soll.

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Lieber Tris, entschuldige wenn du dich angegriffen fühlst. Das war nicht meine Absicht.

Zu deinem Beitrag. Erstens war mir nicht ersichtlich, dass du eine kurzfristige Weiternutzung der AKW bis zum Verbrauch der Brennstabreserve befürwortest (also bis min. nächsten Sommer) - sehr gut! - zum anderen habe ich die nötige, aber machbare Sicherheitsprüfung nirgends angezweifelt, verstehe deinen Punkt also nicht.

Ich gebe zu, dass ich bei diesem Thema mittlerweile etwas reizbar bin. Vielen Menschen in Deutschland scheint, so macht die Debatte den Eindruck, gar nicht klar was ein wirklicher Energiemangel in Deutschland für Folgen haben kann, vor allem während die Corona-Krise noch nicht ausgestanden ist und wir im Winter wohl aus finanziellen und wärmetechnischen Gründen in den Wohnungen wieder enger zusammen rücken müssen (zumindest alle Nichteigenheimbesitzer).

Alles gut. Allerdings muss ich sagen, dass ich tendenziell auch gegen eine kurzfristigen Weiterbetrieb bin. Es ist eine Scheindebatte für mich. Und das Thema Sicherheit und Haftung ist mir viel zu schwammig. Wir müssen denke ich erstmal abwarten was mit NS1 passiert. Das isr meine Meinung und die habe ich mir auch in Ruhe gebildet. Ich respektiere aber auch deine sehr plausible Ansicht zum kurzzeitigen Weiterbetrieb.

Da hab ich ja was ausgelöst…

Hierauf will ich kurz noch eingehen. Denn diese Aussage ist sehr verständlich, ausgesprochen menschlich, aber führt leider auch zu falschen Einschätzungen.
WICHTIG: Risiko = Eintrittwahrscheinlichkeit * Schadensausmaß
Bei der Atomkraft ist das Schadensausmaß eines GAUs immens groß. Die Eintrittswahrscheinlichkeit ist jedoch auch immens gering. Trotz des potentiellen Schadensausmaßes ist das Risiko bei Kernkraft daher so groß.
Bei Kohle dagegen gibt es ein großes Schadensausmaß (abgebaggerte Kohle, CO2, Schadstoffe, Radioaktivität, Umsiedlungen,…) mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 1. Dieser garantierte Schaden stört gesellschaftlich jedoch nicht so sehr, da er räumlich und zeitlich breit vereilt auftritt.

Ich war das Wochenende über unterwegs und muss sagen, dass ich etwas erschreckt bin, was hier in diesem Thema passiert ist. Es geht um 3% der Stromversorgung für so lange wie die Brennstäbe noch reichen. Also vermutlich nicht mal um 1% des Jahreverbrauches 2023. Bei der Energieversorgung haben wir aus meiner Sicht weit größere Probleme.

Was mich wundert ist, wie stark das Thema auf einmal gepusht wird. Und vor allem warum? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das von Seiten der Betreiber ausgeht. Ja, die verdienen mit den AKW Geld, wenn die weiterlaufen, aber

  1. so viel ist das auch nicht (auf den Gesamtgewinn bezogen) und
  2. haben die Betreiber auch Kohlekraftwerke, die die Alternative darstellen.
    Die Stromkonzerne machen also eh Gewinne, egal wie es ausgeht.

Das bringt mich zu dem Schluss, dass es sich hier um eine Scheindebatte bzw. besser passt um eine Ablenkungsdebatte handelt. Wem nützt es, wenn über Atomenergie diskutiert wird? Und dafür habe ich nur eine Antwort: Der Kohle, denn über die wird nicht diskutiert. Auch hier im Forum gibt es kein Thema in dem entsprechend heftiger als hier diskutiert wird, ob es nicht möglich wäre die 3% mit EE statt mit Kohle zu erzeugen.

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