AfD Bundesparteitag in Erfurt

In der letzten Lage wurde die Gefahr einer AfD Landesregierung in Sachsen-Anhalt besprochen. Im Sinne der Selbstwirksamkeit würde ich gerne auf eine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden hinweisen. Bereits bei der Gründung der AfD Jugend in Gießen letzten Jahres haben sich zehntausende Menschen zu Gegenprotesten in Gießen versammelt. Am 4. + 5. Juli steht nun der AfD Bundesparteitag in Erfurt an und auch dieses Mal werden von widersetzen aus ganz Deutschland Busse nach Erfurt organisiert, um Menschen die Teilnahme an den Gegenprotesten zu ermöglichen.

In der Teilnahme an den Gegenprotesten sehe ich vor allem 2 Vorteile. Zum einen ist es ein großartiges Gefühl der Wirksamkeit, bereits auf der Autobahn nach Erfurt in gigantischen Buskolonnen unterwegs zu sein und gemeinsam mit den scheinbar nicht enden wollenden Strömen an Menschen auf die Straße zu gehen.

Zum anderen könnte ein Gegenprotest mit 50.000 oder mehr Menschen ein sehr deutliches Signal an die Menschen in Sachsen-Anhalt senden, dass sie sich mit ihrer Wahlentscheidung gegen die Mehrheit der Menschen in Deutschland stellen und an die AfD, dass sie nicht damit rechnen können ungestört agieren zu können.

Es würde mich freuen, wenn ihr in der Lage der Nation auf diese Möglichkeit des Protests aufmerksam macht.

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Die Veranstalter:innen haben sich diesmal etwas Gutes einfallen lassen:

Jeden Samstag machen wir Haustüraktionen. Wir reden mit der Mehrheit der Stadt! 60.000 Türen!

Damit das klappt, braucht es uns alle! Wir haben eine einfach Rechnung gemacht: Wenn wir die 60.000 Türen schaffen wollen, braucht es an jedem Samstag 50 Menschen und in der Aktionswoche und dem Aktionswochenende über 200!

Vielleicht lässt sich die Mobilisierung an den Haustüren ja noch auf weitere Städte im Einzugsgebiet (z. B. Weimar, Gotha, Jena, Halle, Leipzig) übertragen.

Auch wäre es gut, wenn die Busse von weiter weg diesmal schon früh angeboten werden könnten, da Erfurt mit der Bahn (bis auf ICE-Verbindungen von Berlin, Frankfurt a. M., München und Hannover (via Göttingen)) nicht so gut angebunden ist.

Diesmal kommt es wohl v.a. auf den Osten an.

Bezeichnend:

Am 4. Juli 1926, also exakt auf den Tag genau 100 Jahre später, fand in Weimar der erste Reichsparteitag der NSDAP nach deren Wiederzulassung statt. Und: an eben jenem 04. Juli wurde auch die Hitlerjugend gegründet.

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Danke für deine Ergänzungen @Simsalabeam

Zu deiner Bitte, die Busse von weiter weg schon früh anzubieten: Zumindest aus Ulm kann ich berichten, dass bereits Tickets für 2 Busse verkauft werden. Für weitere Städte gilt laut Website dasselbe.

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Genau das, was die Menschen in Erfurt wollen.

Überspitzt dargestellt: Ihre Stadt ist wegen Protesten nicht nur im Ausnahmezustand, zusätzlich klingelt die Antifa an die Tür und führt Gesinnungsprüfungen durch!

Das kann doch nicht der Ernst der Veranstalter sein, oder? Wie weit kann man sich von der Lebensrealität von Menschen entfernen um zu glauben, dass eine solche Übergriffigkeit einen positiven Effekt hätte?

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Woher nimmst Du das?

Wäre es besser, auf Dialog zu verzichten und nicht mit den Menschen zu sprechen? Politische Diskussion ist unerwünscht?

Hast Du mit den dort wohnenden Menschen gesprochen, um ihre Einstellung zu Haustürgesprächen und Demonstrationen herauszufinden?

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50.000 Menschen sind also die „Mehrheit in Deutschland“?

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50.000 Menschen sind das Signal, steht so im Post… können wir inhaltliche Fragen diskutieren?

Dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland in Opposition zur Wahl der AfD steht, müssen wir doch nicht diskutieren.

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So ist es:

Wenn die AfD in einem der ostdeutschen Bundesländer dann den Ministerpräsidenten stellen würde, fänden das rund zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten und Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen, außer der der AfD, schlecht. 20 Prozent, darunter 88 Prozent der AfD-Anhänger, fänden einen Ministerpräsidenten der AfD gut und 11 Prozent aller Befragten wäre das egal. Würde die AfD in einem ostdeutschen Bundesland die Regierung stellen, wären die Auswirkungen für Deutschland insgesamt nach Meinung von 65 Prozent eher negativ, für 16 Prozent wäre das eher positiv und nach Ansicht von 15 Prozent hätte das deutschlandweit keine großen Folgen. 72 Prozent der Deutschen sehen in der AfD eine Gefahr für die Demokratie, darunter 74 Prozent der Befragten im Westen und 61 Prozent der Befragten im Osten. Insgesamt gut ein Viertel (26 Prozent) sieht das nicht so.

Und hierbei handelt es sich sogar nur um die Wahlberechtigten.

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War natürlich ein bewusst provozierender Begriff :slight_smile:

Politische Diskussion ist natürlich nicht unerwünscht. Kann man haben, wenn man einen Info-Stand hinstellt. Aber bei Menschen klingeln und ihnen damit eine Diskussion aufzwängen?

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Diejenigen, die mit den Rechtsradikalen sympathisieren, schließen die Tür, diejenigen, denen an der Demokratie etwas liegt, lassen sich sicher gerne auf solche Gespräche ein, wenn sie etwas Zeit haben.

Ganz einfach.

Also sprechen Linke mit Linken und nicht mit den Rechten, die man eigentlich überzeugen will mit der Aktion?

Klar, kann man machen für ein gutes Gefühl; dass das kaum etwas bringen wird, sollte dann aber auch jedem klar sein.

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Rechtsradikale von Humanität etc. zu überzeugen ist reine Fiktion.

Es geht darum, Stärke zu demonstrieren.

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Also geht es darum afd-wähler an die tür zu bringen und Stärke zu zeigen ? dann sind wir wieder beim einschüchtern.

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Rechtsradikale verstehen nichts anderes.

Auch hier gilt, dass die Scham die Seite wechseln muss.

Es geht darum, so die Nicht-Rechten zu mobilisieren, dass die Demonstrationen hinreichend groß werden, und dadurch Stärke der demokratieaffinen Zivilgesellschaft zu zeigen.

Es geht nicht darum, sich mit Rechten an der Haustür zu unterhalten.

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Come on, hier das Szenario besprochen, dass die Aktivist:innen da Gespräch suchen und die Angesprochenen die Tür schließen. Was Du daraus machst, hat mit dem Vorpost nichts zu tun.

Allgemein: Woher kommen diese wirklich wilden Reaktionen hier? Man kann doch auch sachlich dagegen sein.

Edit: Dass durch die Aktion Rechte überzeugt werden sollen, hast Du Dir auch ausgedacht, das ist weder wahr noch steht es irgendwo.

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In diesem Fall war der Begriff nicht provozierend, sondern vor allem sachlich komplett irreführend. Ich würde darum bitten, etwas behutsamer mit Worten umzugehen.

Der Hintergrund der Herangehensweise ist vermutlich, dass sich Haustürkampagnen als recht effektiv gezeigt haben, ein Beispiel aus neuerer Zeit (in dem Fall auch datengetrieben, in Deutschland weniger) bei Obama in den USA. Zuletzt hat auch die Linke erfolgreich auf diese Methode gesetzt und dabei bewusst nicht sofort die Parteipolitik angesprochen, sondern von den Menschen erfahren wollen, welche sozialen Sorgen sie umtreiben. Wenn Menschen darauf keine Lust haben, schließen sie die Tür oder öffnen sie erst gar nicht. Das kann tatsächlich viel einfacher sein als bei einem Infostand. Mir persönlich jedenfalls sind schon viel zu oft Gespräche im öffentlichen Raum aufdrängt worden, wo man nicht gut ausweichen kann, an meiner Haustür eher nicht.

Wie sich die Aktivisti in Erfurt bei Gesprächen verhalten, weiß ich nicht. Ich würde aber ganz stark vermuten, dass es auch niemand derjenigen weiß, die hier gleich so giftig reagiert haben und dieses pauschale Misstrauen und sofortige Auffahren finde ich bedenklich.

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Ergänzend, man kann ja nur Menschen davon überzeugen, an Aktionen gegen die AfD teilzunehmen, die überhaupt dafür offen sind. (Alles andere wäre verschwendete Zeit.)

Übergriffige Gespräche im öffentlichen Raum sind kein wirklich gutes Argument dafür, dies jetzt auf die Wohnungstür von Menschen zu erweitern. Die kenne ich auch zur Genüge, direkt vor meinem örtlichen Supermarkt. Die Vorstellung, dass diese Leute jetzt an meine Tür klingeln war natürlich auch ein Auslöser für meine Reaktion.

Ich persönlich empfinde so etwas einfach als unangebracht, egal zu welchem Thema, egal zu welcher Sache und habe da 100%tig pauschales Misstrauen - ich und werde damit nicht alleine sein.

Und auch wenn die Wortwahl nicht gewählt genug war bin ich nicht damit einverstanden diese Aktion pauschal als etwas „Gutes“ darzustellen.

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Die Aussage ist sicherlich zu 100 % zutreffend und wird durch die aktuellen Umfragewerte bestätigt. Allerdings hilft sie uns zur Beurteilung des Meinungsbildes der Bevölkerung, dem (hoffentlich) eine mehrheitliche Gegnerschaft bezüglich der AfD entnommen werden soll, nicht weiter.

Nach den derzeitigen Allensbach-Umfragewerten mögen zwar bundesweit circa 74 % in Opposition zur AfD stehen (da sie diese nicht wählen würden), in Opposition zu den anderen Parteien stehen dann aber:

  • 75,0 % zur CDU/CSU,

  • 86,0 % zu den Grünen,

  • 87,5 % zur SPD,

  • 90,0 % zur Linken und sogar

  • 95,5 % zur FDP.

Im Ergebnis dieser rein rechnerischen Logik ist die „Gegnerschaft“ der Bevölkerung zu jeder einzelnen etablierten, demokratischen Partei also deutlich höher als zu der AfD. Das Argument der fehlenden absoluten Mehrheit taugt in einer zersplitterten Parteienlandschaft schlicht nicht als Gradmesser für eine exklusive Ablehnung einer bestimmten politischen Kraft, da das System auf Koalitionen und nicht auf Einstimmigkeit ausgelegt ist.

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Nö.

Gefragt wird ja danach, ob eine Zusammenarbeit ausgeschlossen werden soll. Und da ist die rechtsradikale AfD einsame Spitze.