Abwertung der Vergütung von Psychotherapeut:innen

Seit 01. April gilt die Honorarkürzung bei Psychotherapeut:innen. Das kann dramatische Folgen für die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen haben, die einen Therapieplatz suchen. In einem offenen Brief wenden sich die Psychotherapeut:innen an Nina Warken.

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Bitte liebes Lageteam, berichtet doch im Podcast darüber. Auch in dem Gesetzentwurf geht es sehr viel darum psychotherapeutische Leistungen zu streichen. Die Versorgung wird sich deutlich verschlechtern, was zu sehr viel Leid führt und individuelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche Folgen haben wird.

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Wir haben zu dem Thema schon ganz ausführlich recherchiert, und genau das ist die Frage … ja, es gibt regional viel zu wenig Kassensitze, aber wie sich die Senkung der Honorare tatsächlich auswirken wird ist alles andere als klar.

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Ich spreche von mir als Kinder-&Jugendlichenpsychotherapeutin mit halben Versorgungsauftrag. Ich habe meinen Kassensitz erst vor 3 Monaten für 30000€ erworben, hätte ich zu diesem Zeitpunkt von den Honorarkürzungen und Überlegungen zu Budgetierung gewusst hätte ich den Sitz sicher nicht gekauft. Ich habe nach 5 Jahren Diplomstudium Soziale Arbeit, die Weiterbildung zur KJP Therapeutin in 9 Jahren (bin während der Ausbildung Mutter geworden) gemacht und habe dafür über 100000€ bezahlt, 9 Monate für 0 € meine Klinikzeit absolviert, 4 Jahre nichts in die Rentenversicherung eingezahlt und stehe jetzt vor der Frage, ob ich meine Praxis halten kann und will. Ich überlege zurück in meinen 1. Beruf als Sozialpädagogin zu gehen, da ich dann vormittags arbeiten kann und nicht mehr das Risiko einer Selbstständigkeit habe- mein jetziger Nettoverdienst liegt nicht viel über dem Verdienst als Sozialpädagogin. Das ist extrem frustrierend. Kollegen raten dem Nachwus inzwischen davon ab TherapeutIn zu werden und auch ich kann es niemand empfehlen, obwohl es eine wundervolle Arbeit ist, die ich trotz der nicht unerheblichen emotionalen Belastung wahnsinnig gerne mache. Wir fühlen uns entwertet! Das macht viel mit uns und leider auch wie wir andere versorgen und halten können, wenn wir uns selbst im Stich gelassen fühlen.

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Ich verweise dazu gerne auf den offenen Brief und den dort angegebenen Quellen. Ich kann zudem von mir persönlich berichten: Ich stehe vor der Entscheidung einen halben Kassensitz (VT) zu kaufen, da ein Kollege aus Altersgründen nicht mehr so viel arbeiten kann. Ich bin massiv verunsichert auf Grund der politischen Entwicklung. Es stehen enorme Einschnitte wie die Budgetierung, Wegfall des KZT Zuschlags usw. im Raum. Es würde sich auf jeden Fall negativ auf die Versorgungslage auswirken, wenn ich den halben Sitz nicht kaufen würde, da ich ihn voll auslasten würde und somit erstmal mehr Kapazitäten schaffen könnte. Selbst wenn ich ihn kaufe, bleibt das Problem das ich mit weniger Einnahmen rechnen muss. Bei den gesetzlichen Leistungen soll so viel gekürzt werden, dass ich die Einnahmenlücke mit Privatversicherten und Selbstzahler schließen muss, um am Ende meine Miete in der Großstadt, Energiekosten usw. tragen zu können. Ich bin Psychotherapeutin geworden um Menschen, die psychisch erkrankt sind, zu helfen egal wie viel sie verdienen. Mein Eindruck ist, dass sich die sozial Ungleichheit verschärfen wird.

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Liebes Lage-Team,

Zunächst einmal Danke für euren Podcast, ich bin bereits seit Jahren treue Lage-Hörerin und schätze eure gute Recherche-Arbeit und eure Klarheit auch konfliktbehaftete Positionen einzunehmen.

Ich verstehe auch, dass wir eine Reform der Kassenversorgung brauchen und bin wirklich bereit einen Beitrag zu leisten. Die Streichung der Kurzzeittherapie-Zuschläge (obwohl sie für mich nochmal weniger Gehalt bedeuten), finde ich z.B. theoretisch nachvollziehbar. Die Lenkungswirkung ist natürlich unsinnig, da man nicht plötzlich mehr Plätze hat, nur weil es einen Zuschlag für Neuaufnahmen gibt. Die Ergebnisse da also überhaupt nicht überraschend.

Jetzt aber liegt der Gesetzentwurf von Nina Warken vor und was da mit der Budgetierung von psychotherapeutischen Leistungen geplant ist, hat mit „vernachlässigbaren Honorarkürzungen“ von Psychotherapeuten wirklich nichts mehr zu tun. Es ist ein gezielter Angriff auf die psychotherapeutische Versorgung von Kassenpatienten. Der Bedarf ist unbestritten hoch und es bei diesen Plänen wirklich absehbar, dass es weniger Versorgung geben wird.

Auch ich arbeite (wie sehr viele) auf halbem Kassensitz. Es ist schon jetzt, mit den Kürzungen, kaum wirtschaftlich, sodass ich (gegen meine eigenen Prinzipien) meine nächsten freien Therapieplätze hauptsächlich an Privatversicherte und Selbstzahler vergeben werde. Das habe ich vorher noch nie gemacht, ich konnte mir bislang gerade so noch leisten sie abzulehnen und weiterzuleiten. Schon jetzt also weniger Versorgung für Kassenpatienten, obwohl ich meinen Versorgungsauftrag sehr ernst nehme.

Mit Budgetierung wird das Honorar so unkalkulierbar, dass ich die Kassen-Praxis wohl werde schließen müssen, das finanzielle Risiko ist einfach zu hoch. Entweder dann also Privatpraxis oder zurück in Anstellung. Damit bin ich bei weitem nicht allein. Plus: Der Nachwuchs wird nicht gefördert. Das Ergebnis wären immer weniger Kassenplätze.

Ich liebe meinen Beruf und bekomme jeden Tag (!!) verzweifelte Anfragen von Patienten. Ich finde es ethisch nicht zu begreifen, wie ausgerechnet hier so massiv die Versorgung gefährdet wird. Ich kann es mir nur noch so erklären, dass die psychotherapeutische Versorgung der Kassenpatienten sukzessive abgebaut werden soll und zukünftig nur noch Gutverdienenden möglich sein wird. Ich bin wirklich fassungslos von dieser Entwicklung.

Ich betone nochmals ganz klar: natürlich würde ich mir mehr Honorar wünschen und halte dies auch für angebracht. Aber das ist nicht der Grund, warum ich hier schreibe, sondern weil hinter all diesen Vorschlägen eine zunehmend klare Agenda durchscheint: Psychotherapie ist der Politik, trotz hohen Bedarfs und Effizienz, zu teuer. Sie soll langsam und durch die Hintertür raus aus dem System. Was das an Folgekosten bedeutet (gesellschaftlich und ökonomisch) wird ausgeblendet.

Ich bitte euch daher, recherchiert bitte zur Budgetierung und nutzt eure Reichweite!

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Man kann nicht einerseits sagen, dass es viel zu wenige Kassensitze für die Anzahl der interessierten Psychotherapeut*innen (und eine gute Patient*innenversorgung) gibt Angebot<<Nachfrage. Und andererseits behaupten, dass jetzt durch eine Schlechterstellung in den Honoraren plötzlich die Patienten*innenversorgung viel schlechter wird. Es erscheint plausibler, dass es nachwievor zu viele Interessent*innen für zu wenige Plätze gibt. Ergo kaum eine Änderung für die Patient*innen aber eine Schlechterstellung der Therapeut*innen.

Der Hebel für die Patient*innenversorgung sind in jedem Fall die Anzahl der Kassensitze.

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Ich finde beides schließt sich nicht aus. Bisher versorgen Psychotherapeutinnnen mit Kassensitz überwiegend Kassenpatientinnen. Wenn das jedoch nicht mehr ausreichend wirtschaftlich ist, könnten erst Privatversicherte und Selbstzahler behandelt werden oder andere Leistungen wie Diagnostik angeboten wer müssen.

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Ich sehe nicht nur die Vergütungssenkung kritisch. Trotzdem bin ich zunehmend irritiert, dass zu dem Thema hier am laufenden Band neue Themenvorschläge erstellt werden

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Die Zahl der Therapeuten ist seit 2016 um über 50% gestiegen. Wenn man länger zurückschaut, noch deutlich stärker. Die Zahl der Sitze wurde nur geringfügig ausgeweitet, aber da vorher kein Sitz auch nur ansatzweise voll ausgelastet wurde, ist die Leistungsmenge (erbrachte Therapiestunden) fast so stark gestiegen wie die Zahl an Therapeuten.

Wie viel „more of the same“ muss es denn sein, bevor man sich eingesteht, dass „more of the same“ einfach nicht funktioniert, sondern dass es strukturelle Veränderungen braucht?

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Liebes Lage-Team,

ich wende mich ebenfalls als jahrelange Hörerin mit diesem Thema an euch!

Mit jeder neuen Sendung der letzten drei Wochen, habe ich darauf gewartet, dass ihr die Honorarkürzungen und die geforderten Veränderungen der Ersatzkassen bezüglich der psychotherapeutischen Versorgung aufgreift und nachdem es in der neuesten Ausgabe wieder nicht auftaucht, obwohl am 15.04. ein bundesweiter Protesttag zu den Honorarkürzungen und den weiteren geplanten Forderungen der Ersatzkassen stattgefunden hat, möchte ich nun gerne verstehen, warum dieses Thema bei euch noch nicht platziert wurde.

Ich frage mich, wieso erfährt dieses Thema so wenig mediale Aufmerksamkeit, trotz einer Petition gegen diese Maßnahmen, die in kürzester Zeit fast 580 000 Unterschriften erzielt hat und am Mittwoch unserer Gesundheitsministerin übergeben wurde? Trotz des Beschwerdeantrages an den Deutschen Presse-Rat? Warum wird hier nicht mehr in den öffentlichen Diskus über den Wert der Psychotherapie und der psychischen Versorung gegangen? Gab es schon jemals eine so explizite Kürzung eine einzelnen Fachgruppe betreffend? Ich glaube: Nein und ich glaube dies ist bedeutsam! Ich wünsche mir hierüber Berichterstattung, damit jede einzelne Bürgerin und jeder einzelne Bürger dieses Landes die Möglichkeit bekommt, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen!

Und auch von mir nochmal: es geht nicht nur um die Kürzung der Honorare, aber die Darstellung der gesetzlichen Krankenkassen, Psychotherapeut:innen würden alle nur Teilzeit arbeiten, weil sie so unglaublich viel verdienen, ist schlichtweg falsch und führt zu einer abwertenden Darstellung von Psychotherapie in der Gesellschaft. Ich wünsche mir hier eine Korrektur!

Daher auch mein Wunsch: bitte greift dieses Thema auf! Danke!!!

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Es stimmt nicht, dass die Budgetierung die Honorare unkalkulierbar macht. Jedenfalls nicht gesetzlich zwingend, sondern wenn nur dann, wenn die KVen (also Ärzte und Therapeuten) sie so ausgestalten.

Budgetierung bedeutet nach dem Gesetzentwurf einfach, dass das Leistungsvolumen auf dem Niveau des Jahres 2025 gedeckelt bzw. nur noch geringfügig erhöht wird. Es steht dadurch also nicht weniger Geld zur Verfügung, sondern es wird nur die jährliche Steigerung limitiert.

Wie die Verteilung innerhalb des Budgets erfolgt, können die KVen selbst festlegen. Sie können z.B. entscheiden, dass jeder zugelassene Therapeut die gleiche Stundenzahl wie 2025 machen darf und voll vergütet bekommt. Sie können auch entscheiden, dass jeder Therapeuten beliebig viele Stunden machen darf und diese in voller Höhe vergütet bekommt und das Geld dafür bei anderen Arztgruppen abgezogen wird. Sie können entscheiden, dass jeder Therapeut beliebig viele Stunden machen darf, aber diese nur zum Teil („quotiert“) bezahlt bekommt. Letzteres ist relativ unwahrscheinlich, weil es der bisherigen BSG-Rechtsprechung widerspricht. Die muss das BSG zwar unter veränderter Rechtslage nicht zwingend so aufrechterhalten, aber die KVen würden sich einem großen Rechtsrisiko aussetzen.

Fazit: Es ist absolut möglich, auch mit einem budgetierten Finanzvolumen stabile und kalkulierbare Rahmenbedingungen zu schaffen.

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Wenn man als Psychotherapeut*in so einfach Geld mit Privatpatient*innen machen könnte würde es doch nicht so eine große Nachfrage nach sehr teuren Kassensitze geben. Dann würde der Markt doch regeln und Kassensitze würden verschenkt, alle hätten Privatpraxen.

Der Hebel für die Versorgung ist die Anzahl der Kassensitze.

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Sorry, aber das sind einfach Verschwörungstheorien.

Die Steigerungsraten der Psychotherapie in den letzten 10-15 sind extrem hoch. Sowohl was die Menge angeht und (durch mehrere Vergütungserhöhungen für die Therapeuten) noch stärker beim Finanzvolumen. Es geht darum, diese Steigerungsraten in den Griff zu bekommen. Zumal mit dieser deutlichen Mengensteigerung keine spürbare Verbesserung der Versorgung verbunden ist, weder bei den Wartezeiten noch beim Zugang für schwer Erkrankte.

Die Budgetierung deckelt das weitere ungebremste Wachstum der Psychotherapie-Leistungen, sie reduziert nicht die verfügbaren Therapiestunden und sie drängt auch keine Leistung aus dem System.

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Geronimo mir scheint als beziehst du dich auf die Zahlen und Falschaussagen des GKV Spitzenverbandes. Die Berufsverbände der Psychotherapeutinnen und -therapeuten haben diese Zahlen mehrfach mit Quellen widerlegt bzw. Ihre Sicht dargelegt.

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Das hört man im Moment von vielen Psychotherapeuten. Da jährlich ca. 5 bis 6 Mio. GKV Versicherte ambulant psychotherapeutisch behandelt werden und es ca. 8.8 Mio privat Versicherte in Deutschland gibt, erscheint mir das Auffüllen der Therapieplätze mit privat Versicherten für einzelne Therapeuten sicherlich möglich, in der Breite aber wenig realistisch.

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Therapien von privat versicherten waren viele Jahre schlechter bezahlt, als gesetzlich Versicherte, da seit 1996 das Leistungsspektrum der GOP nicht mehr angepasst worden war. Erst 2024 wurden neue Abrechnungsziffern ermöglicht.

Zudem arbeiten sehr viele niedergelassene Psychotherapeut:innen bewusst aus Überzeugung für eine faire Vorsorgung im gesetzlichen Kassensystem. Wird sich aus wirtschaftlichen Gründen zumindest jetzt insofern ändern, dass mindestens ein paar Plätze pro Therapeut:in für GKV versicherte an privatversicherte oder Selbstzahler vergeben werden.

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Also, ich finde deine Beiträge ja wirklich spannend und sie halten die Diskussion auch lebhaft am laufen. Ich bin mir aber auch nicht sicher, wo du deine Quellen generierst?

Was dein Argument „more of the same“ angeht: zunächst mal wächst der Bedarf u.a. aufgrund von der zunehmend instabilen Weltlage und einer voranschreitenden Entstigmatisierung. Das hat mit der Quantität und Qualität psychotherapeutischer Behandlungen nichts zu tun. Es käme doch niemals jemand auf die Idee Chemotherapie zu deckeln, nur weil die Zahl der Krebspatienten steigt mit der Begründung „trotz der vielen Behandlungen geht die Inzidenz nicht runter“.

Entschuldige, aber dieses Argument eine bessere Versorgung helfe nicht, ist einfach absurd. Ein Mensch mit psychischer Erkrankung hat ein Anrecht auf Behandlung mit wissenschaftlich nachgewiesener Effekivität. Psychotherapie hat erstklassige Effektstärken und psychische Erkrankungen gehen mit großem individuellen Leid, hohen Folgekosten und einer nicht geringen Sterblichkeitsrate einher. Warum sollte man sie da nicht ausbauen- frage ich dich.

Und wenn du die Begrenzung so sinnvoll findest: Nach welchen Kriterien sollte denn deiner Meinung nach ausgewählt werden? Menge der Diagnosen, Alter, günstigste Prognose? Das ist doch nicht weit weg von Triage…

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Richtig ist, dass der GKV-SV seine Sicht darstellt und die Therapeutenverbände ihre Sicht. Beide wählen - wie es Lobbyisten nunmal tun - die entsprechenden Zahlen so aus, dass sie ihre Thesen und Forderungen stützen. Die Aussagen der Therapeutenverbände widerlegen die Aussagen des GKV-SV nicht, sondern stellen ihnen in der Regel eine andere Interpretation gegenüber. Falschaussagen im Sinne von falschen Fakten habe ich vom GKV-SV in dieser Debatte bisher keine gelesen.

In dem Post, auf den du dich beziehst, ging es mir darum darzustellen, dass es kein Anliegen ist, die Psychotherapie aus dem GKV-System zu werfen, sondern die hohen Ausgabensteigerungen in der Griff zu bekommen. Diese Ausgabensteigerungen (Verdoppelung innerhalb von 10 Jahren) sind schlicht ein nicht interpretationsfähiger Fakt, der auch von Therapeutenverbänden nicht bestritten wird.

Die andere Aussage, dass damit keine spürbare Verbesserung mit Blick auf Wartezeiten oder Zugang verbunden sind, ist in der Tat eine interpretationsfähige These. Witzigerweise stellen die Therapeutenverbände in ihrer angeblichen Widerlegung der GKV-Aussagen plötzlich (zutreffend) dar, dass die Wartezeiten insgesamt gar nicht so lang sind. Sonst werden bei jeder Gelegenheit auf fragwürdiger Datenbasis monatelange Wartezeiten beklagt, um Forderungen nach mehr Therapeuten zu begründen.

Ich finde wenig daran zu kritisieren, wenn Lobby-Verbände Lobby-Arbeit für ihre Mitglieder machen. Professionelle Beobachter sollten solche Aussagen entsprechend einordnen können. Ein Problem ist momentan, dass viele Therapeuten (die sich in ihrem Alltag ja normalerweise auch nicht vertieft mit solchen versorgungsökonomischen Fragestellung beschäftigen) die Propaganda ihrer eigenen Verbände glauben und sie für die reinste Wahrheit halten. Das erklärt (neben dem nachvollziehbaren Ärger über sinkende Vergütungen) halt auch einen großen Teil der Empörung in der Bubble.

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Meine Empfehlung wäre, dass du bei der Kaufverhandlung auf die schlechteren Bedingungen hinweist und deutlich weniger an den vorherigen Inhaber bezahlst. Warum ein Kassensitz überhaupt privat verhökert werden darf, ist für mich nicht nachzuvollziehen

Das schreiben hier dauernd Psychotherapeuten, aber bisher hat niemand einmal dargelegt, wie die wirtschaftliche Situation denn konkret aussieht. Was heißt kaum wirtschaftlich.

Ob du selbständig ode angestellt bist, ist für die Versorgungslage unerheblich. Eventuell ist eine Anstellung sogar besser, weil du dich dann auf die therapeutische Arbeit konzentrieren kannst und keine Zeit für das Führen einer Praxis aufwenden musst. Für die Patienten sicherlich gut.

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